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von Eisvogel, veröffentlicht auf „Acht der Schwerter“ am 6. November 2007 um 14:04
In einem Kommentar zu einem anderen Artikel ist die Frage aufgekommen, wo eigentlich die ganzen westlichen und christlichen Selbsthasser sind. Man erlebt ganz offenbar beim Small-Talk nicht den Fall, dass das Gegenüber bei Häppchen und Champagner äußert: „Ja, das Wetter ist wirklich viel zu kühl für die Jahreszeit und davon abgesehen ist auch unsere Kultur das hinterletzte und wenn ich diesen christlichen Kölner Dom nur sehe, kommt mir die Galle hoch“ Wenn man sich so auf die Suche nach Selbsthassern macht, findet man keine. Es ist subtiler und bereits verinnerlicht und man erkennt es weniger im direkten Gespräch oder an lauter depressiven Leuten, sondern an den Symptomen. Man erkennt es an Multikulti und daran, dass kaum jemand Multikulti in Frage stellt. Selbst diejenigen, die dem Islam sehr kritisch gegenüberstehen, halten die Vorstellung, dass es überhaupt oder fast keine Zuwanderung geben könnte, für undenkbar. Es ist komplett verinnerlicht, dass wir alleine nicht klarkommen können oder dürfen, und das bedeutet implizit, dass wir der Ansicht sind, unsere Kultur sei so minderwertig, dass wir andere brauchen, um nicht in der Ödnis zu versinken.
Man erkennt es auch an der Leitkultur-Debatte. Wenn sie aufkommt, stehen sofort die Gartenzwerge, das Eisbein mit Sauerkraut und Volksmusik in Lederhosen an vorderster Debattenfront. Eigentlich sind diese Dinge nicht schlecht, aber sie sind auch keineswegs das Wichtigste an unserer Kultur. Ein Teil davon sind sie jedoch wirklich, aber sie werden nur noch im verächtlichen Zusammenhang gebraucht. Erstens: Warum fallen uns bei dem Wort „Leitkultur“ zuerst Dinge ein, die wir verachten? Und Zweitens: Warum verachten wir sie überhaupt so abgrundtief?
Das andere ist das Christentum. Man kann fast 10.000 tödliche Terroranschläge im Namen des Islam in den letzten sechs Jahren nicht thematisieren, ohne dass sofort christliche Verfehlungen von vor 600 Jahren auftauchen. Ohje, wir waren auch schlimm und wenn wir das waren, dann dürfen wir das anderen jetzt bloß nicht verbieten. Die Leute fühlen sich irgendwie stets unwohl und scheinen in panischer Angst zu leben, wenn man nicht permanent „Selbstkritik“ (was gar keine Selbstkritik im Wortsinne ist, weil man sich selbst ja erhaben darüber sieht) am Christentum übt, stünde die heilige römische Inquistion mit ihren Scheiterhäufen vor der Tür. Sind die Christentums-Hasser im Grunde päpstlicher als der Papst und haben das mit dem Balken im eigenen Auge und dem Splitter in dem des anderen so pervers verinnerlicht, dass sie einen längst toten Splitter zum Balken aufblähen und den Balken im Auge des Islam als Splitter verharmlosen müssen? Die säkularisierten Scherben des zerschlagenen Christentums scheinen ein ungesundes Eigenleben zu führen, zum Beispiel auch die Feindesliebe. Eigentlich geben solche Leute ja nicht zu, dass Moslems ihre Feinde sind, ich argwöhne aber, dass die verständnisvolle, dümmliche „Liebe“ zu allen möglichen Unsympathen – Kriminelle, Terroristen, Ausnützer, dreiste Forderer – ein bisschen aus der Ecke kommt. Man will der beste Mensch der Welt sein und nette Leute liebhaben, ist ja keine Kunst, das kann ja jeder Idiot (leider ist noch nicht mal das leicht und die edlen „Feindeslieber“ können das überhaupt nicht).
Inzwischen hat das schöne Wort „Kulturbereicherer“ in den Sprachschatz von uns Islamophoben gefunden und unsere Kritiker finden das gar schröcklich, aber erfunden haben wir es natürlich nicht. Die Aussage, dass Zuwanderer unsere Kultur bereichern würden, war ursprünglich höchst ernst gemeint. Nun ist Kultur nichts Statisches und insbesondere die unsere ist das nicht. Was uns groß gemacht hat, war die Offenheit, anderes zu studieren und teilweise aufzunehmen. Errungenschaften aus anderen Kulturen übernehmen, verbessern und schnell verbreiten, war etwas, was zum Aufstieg Europas und zur wissenschaftlichen und industriellen Revolution geführt hat, wie Fjordman hier ausführlich und eindrucksvoll beschrieben hat: http://fjordman.wordpress.com/2007/09/20/der-islam-die-griechen-und-die-wissenschaftliche-revolution/. Als Europäer die in Persien erfundene Windmühle einführten, haben sie aber dazu nicht ein paar Millionen Perser ins Land geholt. Und überhaupt: Welche kulturelle Bereicherung (vergleichbar der Windmühle) haben wir von Türken und Arabern in den letzten 40 Jahren gebraucht? Mir fällt keine einzige ein.
Hingegen haben wir jede Menge kultureller und technologischer Errungenschaften von den USA übernommen. Das ging ganz ohne amerikanische Masseneinwanderung, die nebenbei betrachtet auch nicht gestört hätte. Wir waren auch neugierig gegenüber der ostasiatischen Kultur, ich habe schon während meiner Schulzeit einen Ikebana-Kurs gemacht und im Schrank steht ein echt japanisches Teeservice mit diesen ganz hauchdünnen Porzellantassen, bei denen man im Boden das Schattenbild einer Geisha sieht. Auch technische Errungenschaften aus Ostasien haben wir übernommen und auch das ging alles wunderbar, ohne dass die Japaner in großen Massen persönlich vorbeikommen mussten, um uns zu bereichern. Vermutlich liegt das daran, dass sie wirklich eine Bereicherung für eine Gesellschaft sind und es deshalb vorziehen, ihre eigene mit ihrer Anwesenheit zu bereichern, was ihnen kein Mensch verübeln kann.
Allein schon der Gedanke, dass wir alleine bleiben könnten in unseren Grenzen – zusammen mit anderen Europäern, wo die Einwanderung auf Gegenseitigkeit möglich und auch kein wirkliches Multikulti ist, weil unsere Kulturen fast identisch sind – ist verdächtig und ruft selbsternannte Tugendwächter auf den Plan. Würde von der Regierung angeregt, dass keiner (oder zumindest kein Moslem) mehr reinkommt, dann stünde der Herr Rassismus-Aufpasser Doudou Diène von der UNO da und wäre empört. Und nicht nur er. Das Rassismus-Geschrei wäre fürchterlich. Und jetzt zum Thema:
Warum regt sich kein Mensch auf, dass die Japaner unter sich bleiben? Warum macht die UNO keine Sonderkonferenzen über Fremdenfeindlichkeit und Islamophobie in Japan?
Gut, es ist schwierig, fremdenfeindlich zu sein, wenn keine Fremden da sind, und schwierig, islamophob zu sein, wenn keine Moslems da sind. Aber bei uns waren erstmal auch keine da. Warum sind sie überhaupt gekommen? Wenn wir von Natur aus so schlechte Menschen sind, die alle Fremden hassen, warum ist man dann überhaupt auf die Idee gekommen, arme Moslems uns bösen Rassisten auszuliefern? Wäre es dann nicht besser gewesen, man hätte gedacht: Gottseidank sind die widerlichen Europäer unter sich und können keinen diskriminieren?
Es gibt Leute, die der Ansicht sind, unsere Multikulti-Besessenheit wäre eine heftige Gegenreaktion auf die Nazizeit und gründe sich in der Angst, bloß nicht wie diese zu werden und es mit der Offenheit gegenüber anderen sicherheitshalber lieber etwas zu übertreiben. Ich zweifle sehr daran. Das würde nämlich nur passen, wenn es ein rein deutsches und vielleicht noch österreichisches Phänomen wäre, das ist es aber nicht. Bei der Siegermacht Großbritannien und im damals neutralen Schweden ist das sogar noch ein bißchen schlimmer als bei uns. Falls es wirklich unsere Nazi-Neurose ist, die Multikulti verursacht hat, dann war Hitler zumindest in dem Punkt erfolgreich, dass am deutschen Wesen die ganze (westliche) Welt „genesen“ ist. Vermutlich würde er sich über die Islamisierung freuen, wenn er in der Hölle Fernsehen hätte. War zwar nicht ganz das, was er wollte, aber es kommt ihm nahe. Allerdings glaube ich nicht, dass wir soviel Einfluß haben. Das Multikulti-Phänomen ist mehr als nur eine internationalisierte deutsche Befindlichkeit, lediglich seine deutsche Variante spielt mit den Nazi-Schuldgefühlen. Seine englische Variante spielt mit den Kolonialismus-Schuldgefühlen. Und in Ländern, wo es weder das eine noch das andere gab, „solidarisiert“ man sich mit dem Rest des Westens und teilt die Schuldgefühle brüderlich.
Während des 2. Weltkriegs waren die Japaner das asiatische Pendant zu den Nazis, sie waren die Bösewichter. Japan hat nach der Niederlage einfach aufgehört, ein Bösewicht zu sein. Sie haben einen freien, wohlhabenden, erfolgreichen Rechtsstaat aufgebaut – das haben wir auch getan – und es damit gut sein lassen – das haben wir nicht, d.h. zunächst haben wir das auch getan. Auch das ist ein Indiz dafür, daß Multikulti nicht direkt mit der Nazizeit zusammenhängt, denn erst als der ganze Westen sich in Selbstbeschuldigungen suhlte, haben wir angefangen, die Nazizeit aufzuarbeiten und sie zu unserem persönlichen Selbstbeschuldigungs-Apparat zu machen. Wenn wir die nicht gehabt hätten, hätten wir wie die anderen Westler eben was anderes genommen.
Die Japaner hingegen haben nicht die geringste Befürchtung, ohne islamische oder sonstige Drittwelt-Zuwanderung wieder zu den Bösewichtern des 2. Weltkriegs zu mutieren. Sie wollen es einfach nicht und tun es einfach nicht. Dabei ist Japan keineswegs kulturell abgeschottet. Sie übernehmen sehr viel Westliches. Kürzlich hat ein (japanischer?) Kommentator bei PI berichtet, dass blonde und rothaarige Europäer und Amerikaner als „Priester“ engagiert werden, um Liebespaare in einer christlichen Ehe zu „trauen“, was natürlich nur ein Party-Spiel ist und keine rechtliche Eheschließung darstellt, insbesondere an Weihnachten soll das eine übliche Vergnügung sein. Auch die Figuren in Mangas, den japanischen Cartoons, zeichnen sich durch riesengroße (überzeichnet europide) Kulleraugen aus (Bild), offenbar gilt das als Schönheitsideal, obwohl es überhaupt nicht mit der japanischen Physiognomie übereinstimmt. Auch bei uns haben Karikaturfiguren große Augen, aber wir übertreiben es bei weitem nicht so.
Und sie lieben unsere klassische Musik, während unsere Jugend mit Gangsta-Rap beschallt wird. Sie haben durchaus ihre kulturell offenen Marotten, aber sie pflegen sie untereinander und nicht dadurch, daß sie ihre Grenzen für die europäische Unterschicht öffnen, ganz zu schweigen von der islamischen.
Die Geburtenrate in Japan ist sogar noch geringer als die europäische und es ist zu vermuten, dass sie auch damit zu schaffen haben werden, dass wenige junge Menschen eine große alternde Bevölkerung finanziell und pflegerisch versorgen müssen. Ich traue ihnen zu, dass sie sich dessen bewusst sind und ruhig planen, wie sie damit zurechtkommen. Sie kommen aber nicht auf die Idee, hysterisch alles rein zu lassen, was rein will und es der Bevölkerung zuerst als demographische Notwendigkeit anzupreisen und später als eine Art Naturgewalt. Wir haben inzwischen das Stadium erreicht, in dem wir Zuwanderung als Naturphänomen sehen, das ganz normal ist und das man bestenfalls ein bisschen steuern kann, dessen Notwendigkeit aber keinesfalls prinzipiell in Frage stellen darf. Und selbst wenn man an der Notwendigkeit zweifeln würde, bleibt immer noch der Gedanke, dass es nicht unser Recht ist, keine Zuwanderung zu haben.
Und doch haben wir deutlich und klar das Beispiel Japans und Südkoreas vor Augen, wo das ganz offenbar wunderbar geht, und zwar ohne dass sich die ganze Dritte Welt, die UNO, die NGOs und die islamische Umma darüber empören und den japanischen und südkoreanischen Rassismus in Grund und Boden verdammen.
Was haben die, was wir nicht haben?
An den Moslems liegt es nicht. Die würden mit wehenden Fahnen auch ins reiche Japan einwandern, dort Parallelgesellschaften bilden, Moscheen bauen, sich vom Steuerzahler aushalten lassen, ungläubige japanische Schlampen bespringen und meckern, dass man sie nicht ausreichend „respektiert“. Aber sie tun es nicht. Sie scheinen ganz offenbar noch nicht mal zu denken, dass sie das eigentlich dürfen sollen müssten und dass es eine schreckliche Diskriminierung darstellt, dass man sie nicht lässt. Und dass die Entfernung zum islamischen Kernland zu groß ist, ist keine Erklärung. Kanada und Neuseeland sind noch viel weiter weg und da schaffen sie es auch hin.
Was hat Kanada und Neuseeland, was Japan nicht hat?
Eine europide Bevölkerung? Eine westliche Kultur? Christentum?
Etwas anderes fällt mir nicht ein. Und es wird offensichtlich, dass es eines dieser drei Dinge oder alle drei zusammen sein müssen, die dazu führen, dass man der Ansicht ist, wir müssten kulturell (nicht mit Kulturgütern sondern mit Personen) bereichert werden, weil wir alleine einen Dreck wert sind. Und das ist schon ein enormer verinnerlichter Selbsthass. Oder?
Kommentare aus dem Originalstrang von „Acht der Schwerter“:
- 1) Kommentar von D. N.Reb
6. November 2007 @ 15:23
Ich weiß es auch nicht.
Ich weiß nicht, was die reitet. Und damit meine ich unsere Politiker, die Presse, die, die sich links nennen. Es kann auch keine Buße für die NAZI-Zeit sein. Die DDR ist prima ohne solchen Selbsthass zurechtgekommen. Sie hat sich sogar, als die Differenzen mit den Führern der Sowjetunion zunahmen, stärker auf die deutsche Identität besonnen.
Ich war todunglücklich als die DDR kapituliert hat. Ich wollte kein Deutscher sein, sondern nur noch Europäer, weil die BRD für mich das Reich des Bösen darstellte.
Aber ich hatte den Grund, weil meine Illusionen zerstoben waren. Futsch war der Traum einer gerechteren Welt. Welchen Grund, ihre Heimat zu hassen haben die Eliten in den Staaten, die Du aufgezählt hast?
Ich kapiere das einfach nicht. Das ist wirklich zu hoch für mich. Ich glaube, die Körperfresser-Erklärung ist noch die, die am plausibelsten klingt.
6. November 2007 @ 15:28
Die Japaner haben anscheinend keine Dressur-Elite, die an allen wichtigen Schaltstellen sitzt. M.E. haben hassen sich die meisten Westeuropäer nicht selbst. Sie sind nur mundtot gemacht worden von einer kleinen, aber lautstarken Minderheit. Übrigens glaub ich auch nicht, daß sich Leute wie Claudia Roth oder Günther Grass selbst hassen, sie sind ja die Guten, dies dem neurotischen Michel regelmäßig mal kräftig besorgen können. Entweder, man spielt das Spiel mit oder schweigt, wie die Mehrheit.
6. November 2007 @ 15:34
Japan – Was haben die, was wir nicht haben?
Ein zukunftsorientiertes Selbstverständnis, welches sich seiner selbst (seiner Vergangenheit) bewußt ist.
Wir dagegen sind hoffnungslos mit unserer Vergangenheit beschäftigt und konzentrieren uns beim Vorankommen unserer Gesellschaft/Kultur/Lebensart zu stark auf die Ausmerzung vergangener Fehler bzw. deren nicht wieder eintritt.
Die Grundlage für diesen Unterschied meine ich in einer unserer größten Stärken zu sehen. Der methodischen Wissenschaft, die sich immer wieder selbst hinterfragt, ja nur durch permanente Selbstkritik (im weiteren Wortsinne) zu ihren Durchbrüchen kam.
Mit zunehmender Bildung weiter Teile der Gesellschaften, ist die Methodik der Wissenschaft auch maßgeblich für die Gesellschaften geworden. Das Ergebnis: Durch unsere Kultur der Selbstkritik, sehen wir so viele Fehler an uns und haben den moralischen Anspruch an uns selbst dermaßen hochgelegt, das wir uns schon rein aus Vernunftsgründen hassen müssen.
In diesem Kontext betrachte ich auch die Entfernung unserer Kultur von ihrer Religion. Einerseits können wir heilfroh darüber sein, einem Monotheismus wie dem Christentum keinen allzugroßen Einfluß auf die Gesellschaft geschweige denn den Staat zuzugestehen, andererseits wäre die Rückkehr zum Christentum in Bezug auf den Islam ein Segen.
Ich bevorzuge allerdings zur Lösung des Islamproblems das Beharren auf Säkularität und der Überlegung anderer Problemlösungen, als das Wiedererstarken des Christentums.
Vor allem weil sich relativ offensichtlich zeigt, daß die Anwesenheit des Islam mehr ein Symptom, denn die Grundlage unserer Probleme ist.
PS: Das japanische Selbstverständnis könnte man als für uns dringend notwendiges Gut einer anderen Kultur bezeichnen.
Daher sollten wir uns dieses Kulturgut aneignen und unsere Kultur damit bereichern.
Daraus folgt:
Pro-kulturelle Bereicherung durch japanisches Selbstverständnis bedeutet aber Anti-kulturelle Bereicherung durch nahöstliche Wüstenreligion und permanente Fixierung auf den Holocaust…
Gefällt mir.
Werd diese Argumentation in den nächsten Tagen mal in Foren austesten.
- 4) Kommentar von Feuervogel
6. November 2007 @ 16:37
Ich weiß auch nicht, warum wir so etwas Lächerliches wie “Antirassismusorganisationen” haben. Sowas gibt es ausschließlich im Westen. Ob die ollen Griechen und Römer auf so eine bescheuerte Idee gekommen wären, “Antirassismusorganisationen” zu gründen?
Die Römer hatten gewisse Bedingungen für die Einbürgerung und damit hatte ihre Zivilisation (wenn man Ostrom dazu zählt) 2000 Jahre gehalten! Wir richten dagegen unsere Zivilisation innerhalb weniger Jahrzehnte zu Grunde und dabei ist das vermeintlich Gute der Wegbereiter für das Scheußlichste!
- 5) Kommentar von Eisvogel
6. November 2007 @ 18:44
Pro-kulturelle Bereicherung durch japanisches Selbstverständnis
Ja, das ist eine gute Idee. Ich bin neugierig auf die Reaktionen darauf.
Ich glaube, es hat schon etwas mit dem säkularisierten Christentum zu tun. Einerseits haben wir den Glauben abgeschafft, aber die Ethik behalten. Fjordman hat das mal beschrieben: http://fjordman.wordpress.com/2007/04/24/christlicher-hintergrund-der-political-correctness/
Die christliche Ethik legt großen Wert auf Sünde, auf die Tatsache, dass wir alle Sünder sind und es gibt auch das Konzept der Erbsünde, das besagt, dass man auch für die Sünden der Vorväter verantwortlich ist. Das würde vermutlich niemand so direkt ausdrücken, aber es steckt vielleicht unbewusst in uns drin und in den Japanern nicht.
Zusammen mit dem christlichen Glauben führt das aber nicht zur Selbstdestruktion, weil dieser auch die Erlösung beinhaltet. Der Glaube ist aber weg und die Ethik noch da. Und deshalb sind wir uns der Sünde bewusst, kennen aber die Erlösung nicht, und suchen daher die Perfektion.
Es geht natürlich von den “Eliten” aus, aber ich glaube nicht, dass sie es alleine sind, es sieht eher aus wie eine Katze, die sich in den Schwanz beißt. Politiker sind keine Außerirdischen, die ganz anders sind als wir, sie kommen schon aus dem Volk. Ich glaube, da wäre schon mancher, dem das alles auch nicht passt, aber er fürchtet sich vor der Reaktion, wenn er es ausspricht.
- 6) Kommentar von Katschak
6. November 2007 @ 19:22
Wir sind hassenswert und müssen “verdünnt” werden weil:
- Kolonialismus
- Kreuzzüge
- Holocaust
- post-koloniale Ausbeutung der Drittweltressourcen
- Kapitalismus
- Klima
- usw., usw.
und wir haben etwas aufgegeben, das die Japaner immer noch haben:
LEISTUNG
Du zählst in Japan nur wirklich dann, wenn Du 80-Stunden-Wochen schiebst und dabei auch wirklich noch was auf die Beine stellst.
Ist das ein abschreckendes Umfeld für den durchschnittlichen Mohammedaner, oder WAS?
Japan: Leistung, Disziplin, Selbstbeherrschung, Geduld, Freundlichkeit, Bildung, Fortschritt, usw.
In meinen Augen, ganz klar moslemische Tugenden.
7. November 2007 @ 0:52
Ganz klasse Beitrag mit den wichtigsten Aspekten der Sache sowie sehr genau ausdifferenziert, durch die Vergleiche mit Japan.
Und für mich auch das wichtigste Thema überhaupt, Zuwanderung, die Frage nach ihrer Berechtigung.
Ergo muß dieser Beitrag exemplarisch herangezogen werden für eine Haßkampagne gegen Eisvogel, als Beweis dafür, daß Eisvogel ein Nazi, Rassist, Antisemit ist, zu Haß und Gewalt aufruft, das Böse ist. Besonders Kommentator rational und auch Herr Ramon Schack werden jetzt endgültig die Identität Eisvogels an mohammedanische Organisationen weiterleiten müssen, denn jetzt ist das Faß wirklich übergelaufen und die Konsequenzen hat sich Eisvogel jetzt aber wirklich so was von selbst zuzuschreiben, und die Konsequenzen sind nunmal klar, Ermordung, aber das ist ja auch voll verdient.
Nun zum Thema:
ohne langes Nachdenken: ich dachte immer, daß hier eine Magie herrscht, eine karmische Magie, ein Magnetismus des Ausgleichs: daß die bösen Taten von einst, die europäische Arroganz und Herrschaftsanmaßung (ohne Ironie), jetzt diese kollektive Selbstbestrafungshaltung bewirkt. Inwieweit das kaum mehr rational verstehbar ist oder inwieweit man das mit Sensibilität einfach in den Seelen wirklich aufdecken könnte, weiß ich nicht.
Aber vielleicht greift das zu kurz, wie der Vergleich mit Japan zeigt und daß sie früher auch die Bösen waren. Ist das schon detailliert genug analysiert, oder gibt es doch Unterschiede?
Oder gibt es nur den Ausschlag, daß die Europäer durch christliche Prägung die Schuldidee haben und darum ihre Bestrafung wünschen, ist es also kein karmischer Zwang, sondern doch nur kulturell bedingt??
Aber mein Vermuten war immer: karmisch-magischer Magnetismus.
Eisvogel, du erwähntest, daß du dich mit Magie befaßt hast und sie dir völlig plausibel wurde. Zum Beispiel die Magie des Wünschens. Was kannst du denn aus dieser Sicht dazu sagen?
P.S.: kennzeichnend finde ich immer: Zuwanderung ist Bereicherung. Und doch wird ohne Bedenken von den Gutmenschen anerkannt, daß es eine Bestrafungsaktion für den Weißen Mensch ist und es wird sich mit Genugtuung die Hände gerieben, wie sehr sich die europäischen Bevölkerungen tatsächlich von der Zuwanderung bestraft fühlen. Dem Gutmensch ist also völlig klar, WIE die Zuwanderung aufgefaßt wird.
-
Kommentar von Katschak
7. November 2007 @ 1:25
@ # 1 DN REB
was hat’s mit den “Körperfressern” auf sich?
Habe ich irgendwo ein Stück Popkultur verpaßt?
- 9) Kommentar von Eisvogel
7. November 2007 @ 2:27
was hat’s mit den “Körperfressern” auf sich?
Du bist eindeutig nicht primitiv genug für uns Leute, die jedes B-Movie und jede TV-Serie kennen
Aber wir sind gutmütig und tolerieren das.
Die Körperfresser sind nur EIN Beispiel der reichen alten und neuen Unterhaltung, die manchmal vordergründig billig wirkt und doch einen Hintergrund hat.
Ich vermute, D.N.Reb und ich könnten stundenlang drüber diskutieren, welche Völker und Personen aus dem StarTrek-Universum welche Völker, Staaten oder Ideologien in der echten Welt symbolisieren.
Vor einiger Zeit habe ich im Fernsehen einen primitiven Film gesehen, wo ich die ganze Zeit dachte: Die Außerirdischen sind wie die Moslems. Lustigerweise wurde das dann auch von anderen in einem Forum (oder bei PI?) so gesehen, was mir gut getan hat. Es ist immer angenehm, wenn man eigene Gedanken von anderen formuliert sieht. Und Die Matrix! Und The Stand! Und die ganzen Märchen von Schneeweißchen und Rosenrot (Irak), Frau Holle (Nahost-Konflikt) und Der Wolf und die 7 Geißlein (ich möchte das kleine Geißlein im Uhrkasten sein)….
Unsere Belletristik weiß viel. Früher war Kunst das, was dem Volk gefiel. Das war sehr gute Kunst. Heute ist Kunst das, was der Staat subventioniert. Das ist nicht soooo gut. Aber es gibt immer noch die Underground Kunst-Welt, die einen schlechten Ruf hat, aber trotzdem einfach so läuft, ohne dass es den Nanny-Staat und sein ödes “Kunstverständnis” was angeht. Zum Beispiel: die Körperfresser.
@Pit: Danke für Deinen sehr interessanten und guten Kommentar. Ich gehe noch auf Deine Fragen ein. Aber morgen.
7. November 2007 @ 2:55
Hallo,
leider haben sie sich (getreu ihrem Auftrag, die GANZE Welt zu beherrschen, damit endlich Frieden ist – so wie im Irak undundund) auch schon in Japan festgekrallt:
Das schildert der Baron bei Gates of Vienna unter http://gatesofvienna.blogspot.com/2007/08/islam-in-land-of-rising-sun.html
Weil ich sie grade zur Hand habe, folgend aktuelle Zahlen (besser relativ aktuelle, da die hohe Vermehrungsrate der M. unberücksichtigt bleibt) aus Europa vom (mohammedanistischen) “Zentralinstitut Islam-Archiv-Deutschland” in Soest vom 3. Mai 2007.
In Europa leben demnach gegenwärtig 53.713.953 M. Davon in der Europäischen Union 15.890.428.
In Westeuropa 12.387.927 M.: ANDORRA 400, Belgien 400.000, Deutschland 3.293.000, Frankreich 5.500.000, Großbritannien 1.500.000, Irland 4.000, Liechtenstein 1.527,Luxemburg 9.000, Niederlande 1.000.000, Österreich 350.000, Schweiz 330.000.
In Nordeuropa 462.321 M.: Dänemark 117.000, Finnland 15.000, ISLAND 321, Norwegen 80.000, Schweden 250.000.
In Südeuropa leben 1.716.500 M.: Italien 1.000.000, Portugal 12.000, Spanien 700.000, Malta 4.500.
Südosteuropa insgesamt 14.134.225 M.: Albanien 2,1 Millionen, Bosnien-Herzegowina 2 Millionen, Bulgarien 1,1 Millionen, Griechenland 140.000, Kroatien 56.777, Makedonien 750.000, Rumänien 150.000, Slowenien 47.448, Serbien 1.600.000, Tschechien 20.000, europäische Türkei 5.900.000, Ungarn 70.000, Zypern 200.000.
Rußland weist unter den europäischen Staaten den höchsten m. Bevölkerungsanteil aus: 25 Millionen. Hinzu kommen LETTLAND 380, Litauen 5.100, Polen 7.500 – insgesamt 25.012.980.
Bestürzt aber (zumindest auf theoretischer Ebene) kämpferisch,
Time
- 11) Kommentar von kinbaku
7. November 2007 @ 11:09
Vor einiger Zeit habe ich im Fernsehen einen primitiven Film gesehen, wo ich die ganze Zeit dachte: Die Außerirdischen sind wie die Moslems.
Es ist schon eigenartig, die wenigen Dinge die ich mir Fernsehen anschaue, politische Sendungen natürlich ausgenommen, bringen mich auch immer zu ähnlichen Vergleichen. War dieser Film evtl. die Neuverfilmung von “Battlestar Galactica”? Für mich jedenfalls waren die Übereinstimmungen mit der Realität frappierend.
kinbaku
7. November 2007 @ 15:58
Hallo kinbaku,
angeblich heißen in den USA Ausländer im normalen Sprachgebrauch “Aliens”.
In den SF- und Fantasyfilmen werden bestimmt in hohem Maße die (nur zu berechtigten) Urängste der Seßhaften vor den Nomaden verhandelt. Der Schriftsteller Bruce Chatwin (http://de.wikipedia.org/wiki/Bruce_Chatwin) hat m. E. die Unruhe der Nomaden, die nur durch den beruhigenden Glanz des Goldes gemildert werden kann, höchst eindrucksvoll (allerdings positiv) beschrieben.
Vielleicht sollten wir in Zukunft – statt von Mohammedanisten, Musels oä – lieber, wenn wir Optimisten sind, von Klingonen oder aber gleich von Orks sprechen.
Viele Grüße,
Time
7. November 2007 @ 16:46
Hihi Kinbaku. Da klingelt doch etwas. Das ist auch etwas, was die Japaner erfunden haben. Die Moslems haben das nicht. In Burka sähe das auch wohl besch…euert aus.
Ich glaube nicht, daß der Islam große Chancen hat, bei den Japanern zu landen. Dazu sind die Unterschiede doch zu hoch. Ein konvertierter Japaner müßte viel zuviel seiner eigenen Kultur aufgeben. Vor allem die Frauen. Denn die sind traditionell die Herrinnen im Hause. So sehr, daß sie das gemeinsame Konto verwaltet, auf das der arbeitende Ehemann einzahlt. Er bekommt von ihr dann etwas Taschengeld, um abends mit den Kollegen mal einen trinken gehen zu können (habe ich mal gehört). Das wäre bei einer echten Moslemfamilie wohl unmöglich.
Ansonsten finde ich, daß der Islam die größte Ähnlichkeit mit den Borg hat. Ein Kollektiv, keine eigenen Leistungen, andere Kulturen werden assimiliert und dienen so dem herrschenden Kollektiv. Wenn es sich nicht weiter ausdehnen kann, bricht es zusammen.
- 14) Kommentar von kinbaku
7. November 2007 @ 17:17
Richtig J. S., es wurde von den Japanern, genauer von den Samurai erfunden. Im Kimono macht es aber eine ganze Menge her… Kennst Du es?
Dabei fällt mir ein, weil wir gerade das das Thema Fernsehen gestreift haben, das der letzte Film den ich im Fernsehen verfolgt habe “Der letzte Samurai” war.
Ich kenne die Borg bzw. Enterprise nicht gut genug, habe das aber schon öfter gehört. Ob allerdings die Macher von Enterprise & Co das beabsichtigt hatten bezweifle ich stark.
Aber um zum Thema des Artikels zurückzukommen. Ich kenne einen Deutschen, der jetzt seit vielen Jahren in Tokio lebt und arbeitet. Von ihm weiß ich, daß fremde Religionen in Japan keine Chance haben. Selbst das in früheren Jahrhunderten einflußreiche Christentum führt nur ein Nischendasein. Japaner sind viel zu stark in ihren Traditionen, die ihnen auch nach dem WKII von niemandem genommen wurden, verwurzelt. Selbst wenn es ein paar Mohammedaner schaffen würden in Japan Fuß zu fassen, würde es keine Konvertiten geben. Und keine Alimentierung vom Staat. Also was sollten die dann dort? Sich selbst um ihren Lebensunterhalt kümmern?
- 15) Kommentar von Thatcher
7. November 2007 @ 17:30
Wenn man fragt, was die Japaner uns voraus haben, weshalb sie die Muslime nicht bei sich im Land haben, dann sucht man doch nach wie vor die Ursache bei sich.
Japan hatte – als Inselland gegenüber dem nicht immer friedlichen China – schlechte Erfahrungen mit ausländischen Einflüssen. Gegen eine chinesische Invasion rettete sie im Mittelalter gar nur ein Sturm. Später richteten sie fast alle christlichen Missionare hin und schlossen das Land 180 Jahre lang für alle Ausländer. Die Japaner haben danach zwar bemerkenswert viel von der westlichen Welt übernommen, doch die Skepsis gegenüber dem Wirken von Ausländern sitzt bei ihnen immer noch tief. Genaugenommen ist Japan sehr fremdenfeindlich.
Seit ich Machiavellis “Fürst” gelesen habe, glaube ich nicht mehr an Zufälle in Dingen der großen Politik. Hinter allen größeren, insbesondere langfristigen und länderüber-greifenden Entwicklungen, steckt zwangsläufig ein mächtiger Wille. Wem gehört er? Heute gehört er zweifellos den Muslimbrüdern, die sich gleich einem Pilz an allen wichtigen Stellen Einfluß verschafft haben: im Euromed, in der OIC, in der UNO, in der OPEC. Der Prozeß wird von den Muslimbrüdern mittlerweile getrieben, aber sie wären nicht in der Lage gewesen, derart das Ruder zu übernehmen, wenn wir, der Westen, ihnen nicht die Gelegenheit dazu gegeben hätten. Die Ölkrise war die erste dieser Möglich-keiten, und unsere korrupten Eliten, die mit der MB-Elite gemeinsame Sache machen, hört nicht auf, weitere Gelegenheiten für die islamische Übernahme des Westens zu schaffen.
Was wir – leider – haben, ist eine illoyale, lügnerische, käufliche und höchst unmoralische Elite, die die Demokratie – nach Karl Popper die Möglichkeit, die herrschende Politik durch Wahlen zu ändern – de facto beseitigt haben und die um des eigenen Machtvorteils sowie des finanziellen Vorteils die Interessen der Schwachen verraten haben. Die Interessen unserer politischen und finanziellen Elite decken sich stärker mit denen der moslemischen Elite denn mit denen der Angehörigen der eigenen Völker, die sie hassen. Sie halten sich selbst für moralisch überlegen und ihre erzieherischen Maßnahmen gegenüber den einfachen Menschen für gerechtfertigt. Dabei vermischen sich mehr und mehr die Bereiche von legaler und illegaler Wirtschaft, Politik, Religion, Verwaltung, Justiz und Medien, die alle auf irgendeine Weise von diesem System begünstigt sind, so daß keiner der Beteiligten mehr irgendeine Rechenschaft ablegen muß.
Es gibt aber außer Japan noch ein anderes Land, in dem diese dekadente, ins Despotische und Kleptokratische weisende Elite nicht so schädlich gewirkt hat wie in Europa: Israel. Und in Israel hat es etwas anderes, das es in Europa gab, ebensowenig gegeben wie in Japan: Die schleichende Revolution der maoistischen ‘68er fiel einfach aus, da man dort andere Sorgen hatte als den Vietcong zu unterstützen und diverse Revolutionen zu betreiben. DIE haben wir, die Japan und Israel NICHT haben. Indem diese in allen westeuropäischen Ländern, zuvorderst Frankreich und Deutschland, zur Elite aufgestiegen sind und insbesondere die EU als erstklassiges Instrument zur Verwirklichung ihrer Pläne entdeckt haben, haben sie alle Möglichkeiten gewonnen, ihren Hass auf die eigenen Volks- und Kulturangehörigen auszuleben. In ihrer marxistisch-freudianistischen Hybris glauben sie anscheinend bis heute, die Moslems genauso dressieren zu können, wie sie es mit uns gemacht haben, und merken nicht, wie sie von den Muslimbrüdern ausmanövriert, aus Machtpositionen langsam verdrängt und hinters Licht geführt werden. Sie wurden geholt aus Gründen, die heute kaum noch von Bedeutung sind, dann gefördert als destruktives Werkzeug gegen die letzten Widerstandsnester der bürgerlichen Kultur, doch tauschen nun allmählich islamisches Werkzeug und ‘68er Werkzeugbenutzer die Rollen. Die Muslimbrüder haben das Heft in der Hand und werden es nicht mehr kampflos hergeben.
7. November 2007 @ 20:00
@Thatcher: danke für deinen klaren Gedankengang und die Ausführung. Mein Kommentar #2 ist leider zu flach geraten. Ich bin kein Anhänger von Verschwörungstheorien, aber in diesem Fall sehe ich schon ein unseliges Zusammenspiel verschiedener Zahnräder …
- 17) Kommentar von katschak
7. November 2007 @ 20:06
@ Thatcher
diesmal bist Du mir entweder drei Schritte voraus oder aber irgendwo falsch abgebogen …
Kannst Du das mal unterfüttern?
7. November 2007 @ 20:14
übrigens hat Israel einen moslemischen Bevölkerungsanteil von in etwa 20 %.
- 19) Kommentar von kinbaku
7. November 2007 @ 20:41
Dies paßt irgendwie hierher find ich. Besonders der letzte Abschnitt sagt sehr viel aus.
Bernd Niquet
Auch an diesem Morgen hat die Mutter ihre Kinder in die Schule gebracht. Im Park neben der Schule sind die Drogenhändler bereits wach. Zwei Polizisten kommen vorbei, und es ergibt sich ein kurzes Gespräch. Schon über zwanzig Mal haben die Polizisten die Drogenhändler festgenommen. Doch exakt genauso oft sind sie anschließend sofort wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Die Verbitterung und Verzweiflung ist verständlicherweise groß. Irgendetwas hat sich verändert. Früher war das nicht so.
Anschließend fährt die Frau, ihren Vater im Pflegeheim besuchen. Alle zwei Tage geht sie dort vorbei, denn ihr Vater hat Alzheimer und niemand weiß, wie lange er sie noch erkennt. Der Pförtner wartet bereits und drückt ihr einen dicken Briefumschlag mit Arztrechnungen in die Hand. So ist das jedes Mal. Für jede Stunde, die die Frau bei ihrem Vater ist, muß sie in etwa die gleiche Zeit aufwenden, um den Papierkrieg mit den Ärzten und der Krankenkasse abzuwickeln. Irgendetwas hat sich verändert. Früher war das nicht so.
Vor kurzem ist entschieden worden, daß die Frau zur gesetzlichen Betreuerin ihres Vaters ernannt wird. Wirksam wird das allerdings nur, wenn sie dem Gericht eine lückenlose Vermögensaufstellung ihres Vaters vorlegt. Das bedeutet, von drei Banken und zwei Fondsgesellschaften auf den Stichtag terminierte Bescheinigungen anzufordern, die Kosten zu tragen, sowie andere Wertgegenstände aufzulisten und notariell beglaubigen zu lassen. Doch was geht das Gericht das eigentlich an? Irgendetwas hat sich verändert. Früher war das nicht so.
Die Frau weigert sich. Dem Richter gegenüber gibt sie an, sich persönlich dafür zu verbürgen, daß ihre Angaben korrekt sind. Aber sie will keinen Notar und keine kostenpflichtigen Vermögensaufstellungen. Der Richter erklärt daraufhin, daß in diesem Falle das Gericht einen anderen Betreuer bestellen würde. Irgendetwas hat sich verändert. Früher war das nicht so. Die Drogenhändler werden freigelassen, und am normalen Bürger wird der Kontrollzwang ausgelebt.
Als die Frau nach Hause kommt, ruft sie beim Finanzamt an. Sie hat gesehen, daß ihre Werbungsausgaben nicht anerkannt worden sind, obwohl sie sie korrekt angegeben hat. Leider jedoch sei der Termin für einen Einspruch bereits vergangen, sagt die Dame aus dem Finanzamt. Ja, sagt unsere Frau, aber sie wolle ja jetzt nicht nachträglich etwas einreichen, sondern das, worum es gehe, stehe ja von Anfang an klar auf dem Papier. Trotzdem, beharrt die Finanzbeamtin. Resigniert beendet unsere Frau das Telefonat. Natürlich muß es Fristen geben, aber ist das nicht irgendwie Betrug? Das Finanzamt hat einen Fehler gemacht, doch es muß diesen Fehler nicht korrigieren, weil der Bürger es erst später als einen Monat gemerkt hat?
Irgendetwas hat sich verändert. Früher war das nicht so. Und unsere Frau spürt ein Gefühl, das vielleicht ungerecht ist, aber es ist ein vehement starkes Gefühl, daß es sich kaum noch unterdrücken läßt: Wenn schon sie selbst, der es doch eigentlich rundherum sehr gut geht, so einen Hass auf diesen Staat hat, was soll dann eigentlich mit all den anderen sein, die hier leben und denen es nicht so gut geht wie ihr selbst?
8. November 2007 @ 0:27
@Kinbaku: Ich kenne es nur von Bildern, Manga etc. Meine Freundin konnte ich aber noch nicht zum Experimentieren überreden
Bezüglich Japan und Islamimmunität: Hier z.B. sieht man, daß es doch ein paar Ausnahmen gibt:
http://www.youtube.com/watch?v=QNokTKAGsTw (und z.T. die anderen Videos rechts)
- 21) Kommentar von Shahirrim
8. November 2007 @ 3:52
Schöner Text, ich glaub bei PI kam diese Frage auch mal kurz nebensächlich auf.
Eine Erklärung habe ich auch nicht, aber ich habe mir mal ein paar Gedanken gemacht, denen ich hier jetzt freien Lauf lasse:
Ich glaube, bei den Japanern ist es ihr Wesen. Ich habe dort die Vereidigung des Ex-Ministerpräsidenten Abe und den seines Nachfolgers gesehen. Da war etwas, was in Deutschland nie passieren würde. Der Herr Abe verneigte sich vor Kaiser, Parlament und seinem Vorgänger. Meine kleine Schwester fand’s toll. Ich auch! Aber bei mir kamen SOFORT UNFREIWILLIG Gedanken auf, daß das doch ziemlich albern sei. Diese kamen regelrecht automatisch, ich glaube es war das europäisch westliche Überlegen-heitsgefühl, das uns anerzogen wurde. Wir sind eben über einen Traditionismus erhaben.
Aber dann habe tiefer darüber nachgedacht und dachte, man. Die Leute haben etwas, was wir (fast) nicht mehr haben und was uns Muslime immer vorwerfen. Respekt, Ehre und Achtung des anderen und sich selbst gegenüber.
Dieser Respekt, diese Ehre und diese Achtung kann nur aufgebracht werden, wenn man keinen Selbsthass in sich führt. Sicher gibt es dort (in Japan nicht mehr so, denn es wurde ihnen, wenn auch nicht ganz erfolgreich, versucht auszutreiben nach dem 2. Weltkrieg) im Asiatischen Raum diese Mentalität in einen Überfluß, wie wir Europäer ihn mit Sicherheit nicht haben wollen. Das ist der Gehorsam aus Respekt dem Anführer oder Kaiser/König gegenüber. Was das Staatsoberhaupt sagt, wird befolgt. So ist beispiels-weise in Thailand eine Beleidigung des Königs eine tiefe Verletzung eines Thailänders und die Leute würden ohne zu zögern dich der Polizei übergeben oder verprügeln (wurde mir glaubhaft versichert). Wenn der König von Thailand sagen würde: “Liebe Thailänder, trennt euren Müll!” würden sie es sofort aus Respekt ihrem Staatsoberhaupt gegenüber tun. Wo würde dieses Verhalten einer europäischen Monarchie gegenüber zu finden sein? Richtig, nirgendwo. Hier ist Majestätsbelustigung eine Art Kult geworden. Er hat sich aber so weit ins andere Extrem verkehrt, daß man den Respekt voreinander verloren hat.
Ich bin ebenfalls nicht dafür, daß man kritiklos macht, was das Staatsoberhaupt sagt. Bei den Japanern war dies keine Frage. Sie haben im 2. Weltkrieg ihr Leben für ihren Kaiser aus Gehorsam und Respekt. Sie waren es, die die ersten Selbstmordangriffe durchführten (Kamikaze). Nur deswegen haben sich die Amerikaner nach Kriegsende nicht getraut, den Kaiser als Kriegsverbrecher anzuklagen, da man Unruhe und einen erneuten Widerstand der Japaner befürchtete.
Nun zurück zu den Moslems. Warum haben sie es in einer solchen Gesellschaft schwer? Schließlich haben sie die Selbstmordangriffe erfolgreich übernommen und ins Gigantikum pervertiert (11.9.2001)! Es gibt eben den Unterschied des Wesens zwischen Japanern und Muslimen. Ich denke das ist so: Japaner haben vor anderen Menschen Respekt. Sie haben Tugenden wie Ehre und Gehorsam. Muslime hingegen kennen nur Hass und Verachtung, Ausbeutung und Zerstörung. Sie werfen Menschen wie uns Europäern vor, ehrlos zu sein. Dies können sie auch relativ erfolgreich, da wir unsere Tugenden nicht auf ein gesundes Maß reduziert haben, sondern nahezu vollständig vernichtet haben. In Japan wären diese Vorwürfe völlig lächerlich, da diese keinem Selbsthass verfallen sind. Die Muslime hätten dort keine Chance, sich erfolgreich als friedlich zu verstellen, denn das gesamte Japanische/Asiatische Wesen ist von Erziehung her viel friedlicher. Die Japaner betreiben auch keinen Sündenstolz, sie haben einen Schlußstrich unter ihre Vergangenheit gezogen (der uns meiner Meinung nach ebenfalls sehr gut tun würde).
Aus einem gesunden Wesen, das Ehre, Respekt und (gesunden) Gehorsam hat, wächst eine starke Gesellschaft. So sind z. B. auch die Morde in Japan eine der niedrigsten im Vergleich zu anderen westlichen Gesellschaften. Und es macht stark vor äußeren Gefahren und im Gegenzug abschreckend für unmoralische Ehrenmänner, wie es die Muslime sind.
@ Eisvogel
Zitat Eisvogel:
Welche kulturelle Bereicherung (vergleichbar der Windmühle) haben wir von Türken und Arabern in den letzten 40 Jahren gebraucht? Mir fällt keine einzige ein.
Zitat Ende:
Die arabischen Zahlen vielleicht. Sonst fällt mir auch nichts ein.
Seid wann ist denn “Die Körperfresser kommen!” ein B-Movie? Mir als Hobbyfilmkritiker auf http://www.filmstarts.de/produkt/37808,Die K
- 22) Kommentar von Friedel B.
8. November 2007 @ 6:41
Der Hass, den Sie beschreiben, kinbaku, ist – wie ich glaube – ein anderer als der, auf den Eisvogel und die anderen Kommentatoren wie beispielsweise Thatcher hinweisen. Daß ausgerechnet die Leute, die in ihrem Amtseid dem Sinne nach beteuert haben, “Schaden vom deutschen Volke abzuwenden und seinen Nutzen zu mehren”, offenbar alles daran setzen, unseren Alltag durch Regulierungswut und Gängelei auch im Kleinsten und Privatesten immer schwieriger zu gestalten, erfüllt wahrscheinlich jeden davon Betroffenen mit hilfloser Wut. Eisvogel meint aber etwas völlig anderes, nämlich einen Selbsthass, der sich auf eine angeblich den Westlern aufgrund einer angeborenen Schlechtigkeit innewohnende Erbsünde (Imperialismus, Kolonialismus, Kapitalismus, Umweltzerstörung, Fremdenfeindlichkeit, Überlegenheitsdünkel etc. etc.) stützt. Ich frage mich in diesem Zusammenhang allerdings oft, inwieweit wir die genannten und permanent zu vernehmenden Schuldvorwürfe tatsächlich verinnerlicht haben. Während nämlich die von Ihnen, kinbaku, beschriebene Wut von den allermeisten, mit denen ich spreche, von ganzem Herzen geteilt wird, ist das bei den Schuldvorwürfen oftmals nicht der Fall. Es bestätigt sich vielmehr zumeist die alte Erfahrung, daß man Intellektuelle nicht nur als Leute definieren kann, die von der Realität keine Kenntnis nehmen, sondern auch als solche, die zwar angeblich die Sorge um das unmündige Volk umtreibt, in sämtlichen Bereichen der öffentlichen Debatte jedoch diametral anders denken als ihre vermeintlichen Schutzbefohlenen.
Noch eine Anmerkung: Nach gängiger Auffassung müßte der mit Abstand chauvinistischste und fremdenfeindlichste Staat im westlichen Raum Island sein. So weit ich weiß, darf man dort nur einreisen, wenn man die Rückflugkarte vorweisen kann. Anglizismen gibt es nicht; für jeden neuen Begriff (beispielsweise in der Computertechnik) wird von Amts wegen eigens eine isländische Bezeichnung konstruiert. Kaum vorstellbar, was geschähe, wenn bei uns etwa die Aussage “Mein Zwischennetz-Fürsorger ist T-Aufstrich” (statt “Mein Internetprovider ist T-Online”) offizielle Sprachregelung wäre!
@Shahirrim:
Da ich vor rund 60 Jahren eingeschult wurde, weiß ich positiv, daß die arabischen Ziffern (die im Grunde “indische” heißen müßten) nicht erst innerhalb der letzten 40 Jahre ihren Weg zu uns gefunden haben. Die römischen Zahlen (die wir natürlich auch gelernt haben) waren bereits damals echte Exoten.
P.S. Daß ich nicht die geringste Ahnung habe, was unter “Körperfressern” zu verstehen ist, ist eine Bildungslücke, die ich mit großer Fassung trage.
- 23) Kommentar von kinbaku
8. November 2007 @ 9:09
@J.S. Dies ist übrigens sogar eine Sache, die sehr viel mit dem eigentlichen hier besprochenen Thema hat. Es wurde wohl in der Edo-Periode für Gefangene entwickelt und diente keinesfalls dazu den Gegner zu demütigen. Selbst in der Niederlage konnte ein Japaner noch extrem viel Respekt erwarten und der wurde ihm auch ganz selbstverständlich entgegengebracht. Das sieht man schon allein daran, daß es für unterschiedliche Ränge und Stellungen des Gefangenen verschiedene Bindetechniken und sogar verschiedene Farben der Seile gab. Detaillierter will ich hier nicht darauf eingehen, das hat dann doch mit dem Inhalt von Eisvogels Blog wenig zu tun. In China werden sogar noch heute Gefangene die exekutiert werden sollen, so vorbereitet.
Und noch ein persönlicher Rat J.S.: Nicht wild drauflos experimentieren, es sieht nur einfach aus, ist aber ein ganz großes Erlebnis für beide.
- 24) Kommentar von Thatcher
8. November 2007 @ 9:41
@katschak
Könntest Du die Stelle, an denen ich “falsch abgebogen” sein könnte, etwas eingrenzen? Das Themenspektrum meines obigen Kommentars ist in der Tat sehr breit, vielleicht zu breit geraten. Aber schließlich wollte ich auch nicht eine wissenschaftliche Abhandlung schreiben, sondern nur meine Auffassung kundtun, was und warum etwas bei uns anders läuft als in Japan oder Israel.
- 25) Kommentar von Eisvogel
8. November 2007 @ 10:11
Ich hatte gestern keinen PC, deshalb erst heute die Antwort:
@Pit: Ich hoffe eigentlich nicht, dass jemand mich umbringen will, aber die Bosheit, die bei manchen Leuten sogar übers Internet greifbar ist, erschreckt schon. Da haben wirklich einige im Kampf gegen “das Böse” (wir) jedes vernünftige Maß verloren. Zum Glück sind sie vermutlich machtloser als sie sich aufblasen. Dass solche Leute nie an einflussreiche Positionen kommen können und dass die an einflussreichen Positionen merken, wes Geistes Kind diese Hobby-Gestapo ist, ist auch ein wichtiges Ziel.
Der Islam ist nicht das einzige Problem, es gibt auch andere Formen der totalitären Macht, und manchmal vermute ich sogar, die Moslems dienen als Volk, für das man eine totalitäre Macht braucht und mittels derer man es dem Rest schmackhaft macht, daß es notwendig ist. Deshalb sehe ich die Pädagogik-Bemühungen gegenüber den Moslems skeptisch, insbesondere die Rufe danach, man müsse dies und jenes und sonstwas im Privatleben kontrollieren, um die islamtypischen Menschenrechtsverletzungen zu vermeiden.
Totalitäre sagen nie: “Wir tun das, weil wir böse sind und es uns Spaß macht”. Sie sagen immer, dass sie das Gute im Sinn haben. Ins Satirische überspitzt haben wir irgendwann Überwachungskameras in den Wohnungen, um zu vermeiden, daß der Moslem die Muslima schlägt (und zwar mit Zustimmung eines Teils der islamkritischen Szene). Ich finde es wichtig, dass wir unsere Freiheit wieder als Freiheit vor dem Staat sehen und nicht den Staat als Großen Bruder, der sich als Wahrer unserer Freiheit vor Familienmitgliedern aufspult.
Über Magie möchte ich hier nicht allzu viel schreiben. Ich bin aber ziemlich sicher, dass sie funktioniert (wie? keine Ahnung). Und es ist auch naiv, zu glauben, dass okkulte Praktiken in der Politik nicht gebraucht werden, nur weil die Herrschaften so “aufgeklärt” tun. Ich denke aber nicht, dass Moslems so was anwenden, alle drei Monotheismen verbieten das vehement, und das ist auch kein Fehler.
- 26) Kommentar von Eisvogel
8. November 2007 @ 10:41
Sorry, wenn ich “die Körperfresser” falsch einsortiert habe
Es war nicht Kampfstern Galactica, den ich meinte, kinbaku. Ich weiß nicht mehr, wie der Film hieß, es waren Außerirdische, die sich als Menschen tarnten und ein paar Helden, die das merkten, wobei ihnen das natürlich niemand glaubte, vor allem die Politiker nicht.
Daß StarTrek bewusst die irdische Politik ein bisschen nachspielt, glaube ich schon. Die Klingonen sind eindeutig die Russen, als die Wende kam, wurden sie von hinterhältigen Feinden zu schwierigen, aber ehrenhaften Verbündeten, und vor allem sind sie Weltmeister im Saufen. Kapla!
Ich fürchte, wir Deutschen sind die Cardassianer, was schon von Anfang an nicht sehr schmeichelhaft ist, und am Ende von Deep Space 9 verbünden wir uns auch noch mit dem Dominion. Das Dominion sehe ich als etwas detailliertere Form der islamischen Umma (im Gegensatz zu den Borg, es wurde auch später eingeführt). Die Föderation ist natürlich der Westen, wobei die Menschen die Amerikaner sind. Die Romulaner sind die Chinesen, die Ferengi die Japaner und die Bajoraner die Israelis…
…. womit wir einen schönen Übergang zur Welt der Nicht-Spinner haben
@Thatcher: Ich finde es interessant, dass Du Israel ins Spiel gebracht hast. Sie sind im Gegensatz zu den Japanern (und trotz der orientalischen Juden) waschechte Westler und daher leichter mit uns zu vergleichen. Dass sie vernünftiger sind, liegt sicher wirklich nur daran, dass sie 1968 ff keine Zeit und Ruhe zum “Weltverbessern” hatten. Sobald etwas (scheinbare) Ruhe eintritt, macht sich aber auch bei ihnen sofort das Gutmenschenvirus breit, Olmert ist so ein Fall. Und nach dem Sechs-Tage-Krieg hätten sie die Chance gehabt, sich etwas mehr Ruhe zu verschaffen, indem sie die damals noch relativ harmlosen Palästinenser vertrieben hätten. Die wären gegangen, die haben damit gerechnet, denn sie hätten es ja umgekehrt bei einem Sieg auch getan und die Welt (auch die der Moslems) war damals noch nicht so irr wie heute. Damals haben die schon noch gewusst, daß ein verlorener Krieg andere Konsequenzen hat als ein gewonnener Krieg.
Das Judentum trägt die Neigung zu Selbstvorwürfen mindestens genauso in sich wie das Christentum, man merkt das immer da, wo Juden eine Atempause vor dem fast allgegenwärtigen Antisemitismus haben, der ansonsten selbstdestruktives Verhalten nicht zulässt. Das Judentum hat auch eine sehr hohe Ethik. Israel gibt sich sehr viel Mühe, bei jeder Naturkatastrophe hilfreich zu sein (selbst bei Leuten wie den Iranern, die das dann noch frech ablehnen).
Und ich glaube nicht, daß das Kalkül ist, um gut dazustehen – zumindest nicht ausschließlich – da steckt schon auch ein echtes Bedürfnis dahinter, Leid zu lindern.
Wie die Israelis in unserer Situation (weit weniger bedroht) reagieren würden, weiß man nicht.
- 27) Kommentar von Shahirrim
8. November 2007 @ 14:19
Wo ist denn der Rest meines Kommentars?
Der hört ja mittendrin auf. Gibt es eine gewisse Begrenzung der Buchstabenanzahl? Zum Glück habe ich ihn in Word gespeichert, hier ist der Rest:
Seid wann ist denn “Die Körperfresser kommen!” ein B-Movie? Mir als Hobbyfilmkritiker auf http://www.filmstarts.de/produkt/37808,Die K
- 28) Kommentar von Eisvogel
8. November 2007 @ 16:36
@Shahirrim: Nein, es gibt keine Begrenzung der Buchstabenanzahl und ich habe im Admin-Bereich nachgesehen, da ist der Rest Deines Kommentars auch nicht.
Kann es sein, dass Du Dich beim Link vertan hast und deshalb der HTML-Editor spinnt und etwas abgehackt hat?
Links nimmt er so:
[a href="http://Adresse"]Text[/a]
wobei die Eckklammern durch die Dreiecke ersetzt werden müssen. Die linke durch < und die rechte durch > .
(Ich konnte die Dreiecke nicht verwenden, sonst stünde es nicht im Klartext da sondern hätte einen Link simuliert)
- 29) Kommentar von kinbaku
8. November 2007 @ 17:51
/37808,Die K
Das ist das Ende des angegebenen Links. Das Problem liegt imho daran das in der Vorlage von @Shahirrim LÜCKEN sind. Normalerweis sind diese durch —>Unterstrich (befindet sich auf der Bindestrichtaste) verbunden. Wenn nun ein Link manuell kopiert wird durch simples abtippen, kann es schon mal vorkommen, das solche UNTERSTRICHE nicht mit übertragen werden. Warum? Links werden immer unterstrichen dargestellt und überdecken solche —>Unterstriche einfach.
- 30) Kommentar von submarine
8. November 2007 @ 23:42
Kommentar an Thatcher
Ein sehr interessanter Artikel. Darüber muß ich erst einmal nachdenken.
9. November 2007 @ 13:10
Ende der 80er Jahre brauchten die Japaner für die Herstellung eines Fahrzeugs der Golf-Klasse genau halb so viel Zeit wie Volkswagen in Deutschland.
Eine Erklärung dafür gibt ein Newsletter von “Bürger in Wut” aus dem Jahre 2004 “BIW- Aktuell Ausgabe 12/2004″.
Ausländerzuwanderung ein Fehler?
Aufsehen erregte dieser Tage Helmut Schmidt, der in einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt die Anwerbung von Gastarbeitern in den 60er Jahren als einen Fehler bezeichnete. Auch am Konzept der multikulturellen Gesellschaft ließ der streitbare Altbundeskanzler kein gutes Haar: Mit der Demokratie sei dieses Modell einer multikulturellen Gesellschaft nur schwer zu vereinbaren, sagte der SPD-Politiker. Bislang, so Schmidt weiter, funktionierten multikulturelle Gesellschaften nur dort friedlich, wo es einen starken Obrigkeitsstaat wie z.B. in Singapur gebe. Insofern war es ein Fehler, daß wir zu Beginn der 60er Jahre Gastarbeiter aus fremden Kulturen ins Land holten, meinte Schmidt. Die Multikulti – Schelte von Helmut Schmidt provozierte sowohl bei linken Politikern als auch Wirtschaftsfunktionären heftige Reaktionen. “In den sechziger Jahren habe es zum Zuzug von Ausländern keine Alternative gegeben, empörte sich Ex-BDI-Chef Olaf Henkel im Nachrichtensender n-tv, ohne sie hätte es kein deutsches Wirtschaftswunder gegeben.” Unterstützung bekam Henkel vom amtierenden Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Ludwig Braun. Der bezeichnete es in der “Bild” – Zeitung als einen Fehler, “zu glauben, dies seien alles nur Gäste”. Schließlich müsse es auch in Zukunft die Möglichkeit für deutsche Unternehmen geben, Fachkräfte aus dem Ausland nach Deutschland zu holen. War die Anwerbung von ausländischen Arbeitskräften zunächst in Italien, Spanien und Portugal und später auch in der Türkei tatsächlich unvermeidlich, um die deutsche Wirtschaft an die Weltspitze zu bringen? Die Antwort lautet eindeutig Nein.
Das beste Beispiel, wie eine Industrienation den Personalmangel der 60er Jahre auch ohne Zuwanderung erfolgreich bewältigen konnte, ist Japan. Im Reich der aufgehenden Sonne waren seinerzeit sogar noch weniger Arbeitskräfte verfügbar als in Deutschland. Dennoch kam Arbeitsmigration für Japan nicht in Frage, eine Grundsatzentscheidung, die bis heute von einem breiten gesellschaftlichen Konsens getragen wird. Die japanische Antwort auf die Personalknappheit der 60er Jahre war eine konsequente und zugleich intelligente Rationalisierung, die nicht nur auf technische Innovationen, sondern auch auf neue revolutionäre Organisationsmodelle setzte. Konzepte wie Lean Production, Just-in-time und Qualitätszirkel wurden zwar zum größten Teil von Wissenschaftlern in den USA erdacht, in Japan aber erstmals in die betriebliche Praxis umgesetzt. Die Folge war ein enormer Produktivitätszugewinn, der den Aufstieg des traditionell armen Japan zur wirtschaftlichen Weltmacht begründete. So brauchten beispielsweise japanische Automobilkonzerne Ende der 80er Jahre für die Herstellung eines Fahrzeugs der Golf-Klasse genau halb so viel Zeit wie Volkswagen in Deutschland. Erst nach der Wieder-vereinigung faßten die japanischen Produktionskonzepte auch in der deutschen Industrie großflächig Fuß mit der Folge, daß viele dann überschüssige Arbeitskräfte freigesetzt wurden. Es gab also sehr wohl eine Alternative zur Anwerbung von Gastarbeitern, um die Produktion in der Industrie zu erhöhen und das Wirtschaftswachstum zu steigern. Doch die deutschen Konzernchefs gingen lieber den bequemen Weg. Anstatt in neue Produktions- und Organisationskonzepte zu investieren, setzte man auf Billigarbeitskräfte aus dem Ausland – und konnte sich dabei schon damals auf willfährige und wenig vorausschauende Politiker verlassen, die diese fatale Strategie absegneten. Schuld an der Misere haben aber nicht nur die Verantwortlichen der Wirtschaft, sondern auch die Gewerkschaften. Wären Deutschlands Arbeitnehmer Mitte der 60er Jahre bereit gewesen, nur 1 Stunde pro Woche mehr zu arbeiten, hätte man sich die Zuwanderung von Gastarbeitern weitgehend sparen können. Geradezu grotesk ist die Aussage der GRÜNEN – Politikerin Marie-Louise Beck, die sich in der aktuellen Debatte um die Äußerungen Schmidts zu der Behauptung verstieg, die Gastarbeiter hätten nach dem Krieg mitgeholfen, unser Land wieder aufzubauen . Dabei war der Wiederaufbau (West-) Deutschlands – also die Beseitigung der unmittelbaren Kriegsfolgen – bereits in der ersten Hälfte der 50er Jahren weitestgehend abgeschlossen, also lange vor den großen Zuwanderungswellen. Zur Erinnerung: 1960 lebten gerade einmal 600.000 Ausländer in Deutschland, heute sind es knapp 8 Millionen. Diese Menschen, die man in den 60er Jahren als Gastarbeiter anwarb, wurden als billige Arbeitskräfte für die industrielle Massenproduktion benötigt – und nicht, um die Trümmer wegzuräumen! Das hatten vor allem deutsche Frauen schon unmittelbar nach dem Krieg erledigt. Doch Wirtschafts-bossen und Multikulti – Träumern geht es nicht um historische Tatsachen oder eine vernunftorientierte Ausländerpolitik. Vielmehr wird mit zum Teil an den Haaren herbeigezogenen Argumenten versucht, den politischen Boden für weitere Zuwanderung nach Deutschland zu bereiten und das trotz einer de-facto- Arbeitslosigkeit von 7 Millionen Menschen und den offenkundigen Problemen der Ausländerintegration, mit denen unsere Gesellschaft heute mehr denn je zu kämpfen hat.
- 32) Kommentar von katschak
9. November 2007 @ 17:16
@ Thatcher # 25
Sorry, habe Deine Frage gerade erst gesehen.
“Falsch abgebogen” war, zugegebenermaßen ein wenig salopp ausgedrückt. Was ich meinte war, daß Dein Kommentar in Teilen sehr nach Verschwörungstheorie klingt. Das sind Worte, die gerne in die Wälder von Oregon führen.
Meinst Du mit “Muslimbrüder” das “Muslim Brotherhood”? Können wir an irgendeiner Stelle eine institutionalisierte Zusammenarbeit der 68er PC-Crowd oder der KomIntern mit diesen Bärten belegen? Und falls nicht, ist Deine Theorie dann nicht nur ein energiefressendes Hirngespinst und ein zeitraubendes Suchen in der falschen Ecke?
Ich frage mich jeden Tag, welche Lösung es gibt, oder wenigstens Lösungsansatz, der nicht nur Stückwerk wäre. Wenn wir deportieren und/oder die Grenzen zumachen, hilft uns das überhaupt nicht, falls wir nicht in einem sofortigen zweiten (oder gleichzeitigen) Schritt das Wesen der Politik grundlegend ändern und übergreifend im gesamten Westen den Staat auf sein gesundes Maß zurückstutzen. Ich glaube nicht, daß es Alternativen dazu gibt, und ich verzweifle gerade an der Machtlosigkeit und Orientierungslosigkeit, in die wir uns haben manövrieren lassen.
Dieses Dilemma ist jenseits von Wahlen und parlamentarischer Demokratie.
Oder?
- 33) Kommentar von Thatcher
9. November 2007 @ 22:02
@Katschak
Ich meine mitnichten eine “institutionalisierte Zusammenarbeit”, wenngleich der ganze Euromed bzw. der Barcelona-Prozess durchaus in diese Richtung weist. Sondern ein mehr oder weniger unabgestimmtes Zusammenwirken verschiedener machtvoller Bewegungen aufgrund gemeinsamer Interessen.
Im Westen herrscht der Zeitgeist der P.C. vor, in dem Sinne, daß zwar nicht die Mehrheit der Menschen so denkt, sondern die mediale, politische, institutionelle und finanzielle Elite, die die Menschen zu einem Verhalten erziehen, das im Wesentlichen besteht aus einem prinzipienlosen Säkularismus, der gewisse selbstzerstörerische Tendenzen des Christentums aufgreift und übersteigert (Selbstlosigkeit, Fremdenliebe, Feindesliebe, Pazifismus), dazu kommt noch eine fatale Tendenz zur höflichkeitsbedingten Akzeptanz mangelnder Logik und Leichtgläubigkeit – vor allem glaubt man gerne, daß man für allerlei Mißstände in der ganzen Welt verantwortlich sei, was uns seit 40 Jahren erzählt wird. Und für diese zur Zivilreligion mutierten, die eigene Kultur verachtenden Weltanschauung kann man durchaus die ‘68er, die sie aus den Büchern von Adorno und Horkheimer übernommen haben, verantwortlich machen. Daß beide großen Religionen bei dieser Entwicklung wesentlich beteiligt sind, ist vielleicht der perfideste Verrat – der nicht nur darin begründet ist, daß auch die Kirchenführungen von ‘68ern übernommen wurden, sondern auch darin, daß die Kohärenz zwischen den Werten des klassischen Christentums und denen des neuen zivilreligiösen Konstrukts so deutlich ist.
Währenddessen wird die islamische Welt auf ähnliche Weise beherrscht von der Ideologie der Muslimbruderschaft: Nicht jeder Muslim denkt so, doch in Moscheevereinen, Medien und Verbänden sitzen lauter Muslimbrüder, die intern deren Auftrag zur demographischen Übernahme, zur Kompromißlosigkeit und zum gerichtlichen Erstreiten scharia-konformer Urteile verbreiten, den Terrorismus zumindest decken, wenn nicht gar befördern und nach außen eine Lügenpropaganda betreiben, die haargenau zu dem paßt, was die Menschen des Westens gerne hören wollen: Islam ist Friede, Freude, Eiapopeia, aber ihr diskriminiert uns, ihr grenzt uns aus, obwohl wir euer Land aufgebaut haben. Diese Sichtweise ist innerhalb der islamischen Community mindestens genauso Mainstream wie der Selbsthass bei den Westlern.
Mit anderen Worten: Hier wirken zwei gesellschaftliche Strömungen kohärent zum Nachteil der einen Gesellschaft. Alles Denken, Reden und Handeln der Eliten beider Seiten ist darauf gerichtet, das Denken der westlichen Menschen abzulenken oder abzuschrecken von jedem Gedankengang, der der Wirklichkeit nahekommt oder von Überlegungen und Aktivitäten, die der Gefahr der islamischen Übernahme wirksam entgegentreten könnten.
Mag sein, daß diese Konstellation seitens des Westens nicht von Beginn an voraus-gesehen worden ist, mag auch sein, daß man in den ‘70er Jahren noch nicht im Traum daran dachte, daß 30 Jahre später der Islam sich tatsächlich anschicken könnte, Europa von innen her zu destabilisieren und langfristig die Macht zu übernehmen. Doch seit mindestens 15 Jahren erleben wir, daß sich die Machteliten der westlichen wie der islamischen Welt, deren gemeinsame Interessen näher beieinander liegen als jeweils bei den Interessen der von ihnen vertretenen Völker (Was hat denn Ibrahim aus Kairo davon, wenn Europa islamisch wird? Eher wenig, da dann auch die Entwicklungshilfe langfristig flach fällt), immer besser verstehen. Während die zur Deutungsmacht-Elite aufgestiegenen ‘68er die bürgerlichen Strukturen nachhaltig zerstören wollen, um einen infantilen Menschen selbstdefinierter Identität zu schaffen, haben die Konzernführungen einen konsumorientierten und wenig prinzipienfesten Massenmenschen im Sinn, dessen Verhalten durch materielle Anreize steuerbar ist. Das harmoniert miteinander, weshalb es zwischen diesen Gruppierungen auch kaum zu grundsätzlichen Reibereien kommt (nicht nur wegen seiner Wirtschaftsnähe galt Schröder als der “Genosse der Bosse”).
Die instinktsichere islamische MB-Elite wiederum ahnt, daß eine von solchen Idealen geprägte Gesellschaftsform ein Kandidat für die islamische Übernahme ist, da sie der da’wa wenig entgegenzusetzen hätte. Die Finanzelite des Westens bedankt sich für die günstigen Arbeitskräfte, während der europäische Mensch glaubt, zum guten Teil auch glauben gemacht wird, er sei eine Art neuer Nationalsozialist und schlimmer Menschenfeind, wenn er diese “kulturelle Bereicherung” nicht will.
Der westliche Mensch verabscheut – spätestens seit dem Ende des verheerenden 2. Weltkrieges – das Kämpfen und sieht immer weniger ein, weshalb ein Staat vernünftiger-weise eine Armee unterhält. Die Muslime wiederum würden ihr neues Land auch lieber ohne Djihad in Besitz nehmen statt mit – aber wenn es darauf ankäme, würden sie auch darum kämpfen, über dieses Land neuer Herr zu werden. Zur Zeit ist dies aber den muslimischen Kräften innerhalb Europas nicht möglich – daraus ergibt sich, zumindest bis auf weiteres, das gemeinsame Interesse, den islamischen Terrorismus zu stoppen. So kann vertuscht werden, daß in der schleichenden Demographie und fortschreitenden Machterschleichung nichtterroristischer islamischer Bewegungen die größere Gefahr für den westlichen Kulturkreis liegt.
Was soll ich zu den Perspektiven sagen? Der Islam ist seit tausend Jahren so, wie er ist, und das ist auch gut erkennbar für den klar Denkenden. Die “Schuld” liegt bei uns und unserer Dekadenz, unserer Manipulierbarkeit und Steuerbarkeit. Solange wir von den umerzieherischen öffentlich-rechtlichen und käuflichen privaten Medien beeinflußt werden, werden sich die geschilderten Ursachen für unsere Misere nicht legen. Wir müssen die Deutungsmacht dieses dezentralen Goebbels-Ministeriums unbedingt durchbrechen, bevor über wirksame Maßnahmen entschieden werden kann. Einige sinnvolle Maßnahmen wären u.a.: (a) Verbot jeglicher islamischer Organisation – wer nur privat zuhause zu Allah beten will, ist unproblematisch -, (b) Ausweisung aller unkooperativer Subjekte, (c) Schaffung finanzieller Anreize für volkswirtschaftlich unproduktive Zuwanderer, in ihre Heimat zurückzugehen, (d) strikte Auswahl weiterer Zuwanderer nach Nützlichkeitskriterien, (e) Einsatz staatlicher Gewalt im eigenen Interesse – lieber das KSK in die Taliban-Gebiete statt Steuermillionen, (f) sinnvolle Gerichtsurteile, die die islamische Problematik nicht ignorieren, sondern sie einzudämmen helfen.
- 34) Kommentar von Eisvogel
9. November 2007 @ 23:15
Dieses Dilemma ist jenseits von Wahlen und parlamentarischer Demokratie.
Das glaube ich auch, deshalb bin ich skeptisch gegen das Allheilmittel Parteigründungen und -eintritte.
Ich glaube nämlich, dass Demokratie funktioniert und daß es nicht so sehr auf Personen ankommt. Ich argwöhne ganz zynisch, daß wir als Politiker auch nicht besser wären (oder im Zweifelsfall eben eine abgesägte Skandalfigur).
Das Umdenken muss im Volk stattfinden, dann ziehen in einer Demokratie auch die bereits vorhandenen Politiker nach (wobei ich nicht mehr sicher bin, ob wir dank EU überhaupt noch eine Demokratie haben).
10. November 2007 @ 0:04
Ich glaube nämlich, dass Demokratie funktioniert
Ich mißtraue der Demokratie. Demokratie lebt von Stimmungsmache. Unsere Herrscher brauchen unsere Stimmen und dazu wird Stimmung gemacht, dazu wird Meinung gemacht. Die Meinung wird industriell produziert. Das heißt dann „die öffentliche Meinung“. Und der Apparat, der die Stimmung und die Meinung macht, sind die Medien, die Thatcher hier sehr treffend das „dezentrale Goebbels-Ministerium“ genannt hat.
Unsere Mediendemokratie ist raffinierter als das „Dritte Reich“ es war. Im „Dritten Reich“ gab es das Ministerium für Propaganda, das über die Medien wachte. Und das war kein Geheimnis, jeder wußte es, jeder wußte: was in den Zeitungen steht und was man im Radio hört, ist Propaganda, also mit Vorsicht zu genießen. Heute ist auch fast alles, was uns die Medien vorsetzen, Propaganda, aber da es kein Propagandaministerium und keinen Propagandaminister gibt, denken viele, die Medien seien keine Propagandamaschine, sondern würden sich ehrlich um objektive Information bemühen.
Die Medien haben die Kirche ersetzt. Die Medien verkünden Tag ein, Tag aus die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Viele Leute sehen mehr Menschen im Fernsehen, als sie im wirklichen Leben sehen, und hören viel mehr Menschen im Fernsehen zu, als sie im wirklichen Leben zuhören, und lassen sich vom Fernsehen mehr Gedanken einreden, als sie selbst je selber denken, und diese Gedanken spulen sie selber wie ein Tonband ab und halten sie für ihre eigenen Gedanken. Das sind die demokratischen Menschen, die dann an die Wahlurnen gehen und ihre Stimmen abgeben. Sie sind eigentlich nur selbst Wahlmaschinen, von den Medien programmierte demokratische Zombies.
Thatcher hat Recht: Wir müssen die Macht des dezentralen Goebbels-Ministeriums, des Ministry of Truth brechen. Aber wie das gehen soll, darüber hat noch keiner richtig nachgedacht. Oder doch?
- 36) Kommentar von katschak
10. November 2007 @ 0:18
@ Thatcher
Danke Dir, daß Du mir nochmal die Welt erklärt hast. Mir sind die in einander greifenden Mechanismen des Islam und der PC/Komintern Welt schon klar.
Mir kam es bei meiner Frage allein darauf an, ob Du hier eine “Verschwörung” siehst oder ob Du mit mir übereinstimmst, daß sich hier die tödliche Lungenentzündung (Islam) beim völlig immungeschwächten HIV Patienten (Westen) einnistet.
Dazu bedarf es keiner “Bankiersverschwörung”. Und Dein o.g. Beitrag hörte sich für mich so an, als habest Du Insider-Informationen, die Du hier in Andeutungen streust.
Ich weiß Deine fast immer guten und präzisen Beiträge sehr zu schätzen. Das sieht in diesem, meinem Kommentar nicht so aus. Das wiederum liegt aber ausschließlich an meiner gerade sehr schrägen Laune.
- 37) Kommentar von katschak
10. November 2007 @ 0:45
nochmal @ Thatcher
“zu einem Verhalten erziehen, das im Wesentlichen besteht aus einem prinzipienlosen Säkularismus, der gewisse selbstzerstörerische Tendenzen des Christentums aufgreift und übersteigert (Selbstlosigkeit, Fremdenliebe, Feindesliebe, Pazifismus), dazu kommt noch eine fatale Tendenz zur höflichkeitsbedingten Akzeptanz mangelnder Logik und Leichtgläubigkeit – vor allem glaubt man gerne, daß man für allerlei Mißstände in der ganzen Welt verantwortlich sei, was uns seit 40 Jahren erzählt wird. ”
ich weiß, wie aktuell es ist und wie gerne es genommen wird, JEDE Entwicklung in unserer Gesellschaft dem Christentum in die Schuhe zu schieben. In diesem Fall sehe ich das nicht so. Für mich sind die von Dir genannten Tendenzen “Selbstlosigkeit und Pazifismus” klar erkennbar als “Gleichgültigkeit”. “Fremdenliebe und Feindesliebe”, kann ich nirgends erkennen. Es gibt keine Fremden, denn wir sind “globale Bürger” und Toleranzweltmeister und es gibt keine Feinde weil es doch keinen Krieg gibt.
Ich sehe hier eher eine unglaublich “befreite” Tu-was-Dir-gefällt-Gesellschaft, Gipfel der Popkultur und der sexuellen Befreiung, Ausfluß der Frankfurter Schule. Antithese des Christentums. Der Tanz ums goldene Kalb.
Wir können nicht wahllos alles dem Christentum andichten. Das macht genauso blind und blöde wie das Hinterlassen einer missionarischen Schleimspur auf jedem Thema.
Wir werden einfach mit einer Mischung aus Schuldkomplex und Fungesellschaft auf Trab gehalten.
- 38) Kommentar von Eisvogel
10. November 2007 @ 1:23
Wir können nicht wahllos alles dem Christentum andichten.
Das ist absolut richtig, Katschak. Es hat wenig mit dem Christentum zu tun, aber selbiges steckt Europa immer noch in den Knochen. Es wurde zerschlagen und seine Scherben wurden in die neue Fun- und Schuldreligion eingebaut.
Man merkt es in Diskussionen mit ihren Vertretern (und sogar mit Moslems!). Kaum wird man mal etwas aggressiver, kommt irgendein blödes Gewäsch, das wäre jetzt aber sehr unchristlich und Jesus würde das gar nicht gut finden, was man geschrieben hat. Und das gilt jetzt nur für die Nichtmoslems, für die 68er Adorno-Jünger: Sie würden sich zwar eher die Zunge abbeißen als zugeben, dass Moslems unsere Feinde sind, sie argumentieren aber trotzdem mit der Feindesliebe und werfen einem vor, dass man gegen sie verstößt. Das ist natürlich unlogisch, aber Logik geht denen hintenrum vorbei.
Das echte Christentum ist kein Problem. Das säkularisierte, verblödete moderne Staatschristentum, das hochmoralische Schlagworte behalten hat, die Transzendenz aber aufgegeben hat, ist hingegen schon eines.
Es ist ein wichtiges Ingredienz der PC.
- 39) Kommentar von Thatcher
10. November 2007 @ 1:33
Es wäre fatal, die Rolle des Christentums an unserer derzeitigen Lage zu leugnen. Dem Römischen Reich wäre das nicht passiert, solange es nicht christianisiert war, und der ursächliche Zusammenhang zwischen der Ausbreitung des Christentums im Römischen Reich und dessen kulturellem Niedergang wird von namhaften Experten nicht bestritten. Ich empfehle dringend die Auseinandersetzung mit dem letzten heidnischen Kaiser Julian. Diese tragische Figur war nicht nur in der antiken Kultur hochgebildet, sondern sah auch die Förderung von Dekadenz und Zerfall durch das Christentum klar voraus.
Er schleuderte den Christen entgegen (zitiert nach Kyrill von Alexandria):
„Aber das Gewissen eines Bruders, der sehend ist, wird in euren Augen zu Schanden, ihr weisesten Menschen! Jeder große Geist, den die Natur bei euch hervorbringt, fällt aufgrund dieser Wissenschaften von eurem Unglauben ab. [...] Und ihr wißt, so denke ich, um wieviel unsere Lehren im Vergleich der Klugheit den euren überlegen sind. Von euren Lehren wird niemand tapfer und noch nicht einmal gütig. Durch unsere Wissenschaften wird ein jeder besser als er war, selbst wenn er von Natur aus durchaus begrenzt ist. Wenn er aber mit dem Guten der Natur begabt ist und unsere Schriften studiert, so wird es scheinen, als sei er gleichsam durch ein Geschenk der Götter den Menschen gegeben, gleichviel ob er das Licht der Naturwissenschaft erklimmt oder die Ethik erforscht oder die größte Streitmacht der Feinde in die Flucht schlägt und weithin das Land und das Meer bereist: Durch diesen Namen scheint er Halbgöttern gleich! [...] Und dennoch seid ihr so elend und wahnsinnig, daß ihr glaubt, eure Gespräche seien göttlich, von denen doch niemand klüger wird oder tapferer oder gar besser, als er war. Aber diejenigen, denen es vergönnt ist, die Tugend, die Klugheit und die Gerechtigkeit zu erlangen, bezeichnet ihr als Verehrer des Teufels.“
– Julian, Gegen die Galiläer,
Auch heute kann man wieder beobachten, daß der christliche Mainstream sich nicht gerade besonders in der Stärkung der gesellschaftlichen Abwehrkräfte hervortut, sondern vielmehr aus höchsten christlichen Tugenden gemeinsame Sache mit dem Gegner macht. Es ist nicht einmal nur kirchliche Macht- und Geldgier, die sich eine vermehrte Hinwendung zu den Kirchen für den Fall der islamischen Übernahme verspricht, sondern ehrliches, im aufrichtigsten Sinne gemeintes Christentum, sich sowohl die linke als auch die rechte Backe von den Mohammedanern versohlen zu lassen.
Es stimmt zwar, daß einige protestantische Splittergruppen in Sachen Islam und seine Feindschaft zum Christentum klar sehen, doch die zu ziehenden Konsequenzen (siehe oben) sehe ich bei denen an keiner Stelle. Statt dessen wird an die Menschen appelliert, “Gottvertrauen” zu haben o. Ä., mit anderen Worten: Abwarten, bis jemand anders die Probleme löst, und dann die eigenen “übernatürlichen Bemühungen” zu preisen, oder im Falle der Unterwerfung den “mangelnden Glauben” der eigenen Leute dafür verantwortlich zu machen. Bewährte Methode aller Schwarzkünstler.
Quelle des Julian-Zitats:
http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCcherverluste_in_der_Sp%C3%A4tantike
- 40) Kommentar von katschak
10. November 2007 @ 1:51
@ Thatcher
Ich beginne gerade erst, mich mit dem Christentum und seiner Geschichte auseinander-zusetzen. So wie ich die christlichen Kirchen heute sehe, mit ihren geschiedenen BischöfInnen und vor versammelter Gemeinde Kumbaya-klampfender 68er Pfaffen und katholischer Kinderschänder stellt sich mir die Frage (und ich stelle sie natürlich auch Euch):
Wo, zum Teufel, sind die Christen die, wie ihre Vorfahren vor 1000 Jahren, bereit sind, loszuziehen und das Heilige Land zu befreien?!
Was ist aus DIESEM militanten, hochmotivierten Christentum geworden?
- 41) Kommentar von Eisvogel
10. November 2007 @ 2:00
Was ist aus DIESEM militanten, hochmotivierten Christentum geworden?
Ich weiß auch nicht recht. Ich glaube, es hat uns im Teenie-Alter genervt und deshalb haben wir es kaputtgemacht. Diejenigen, die uns dran hindern wollten, hatten keine Chance. Der Staat stand auf unserer Seite.
Ganz von fehlenden Kreuzzügen abgesehen weiß ich aber, dass eine sehr liebe, sehr alte und sehr religiöse Frau mir kürzlich gesagt hat, daß sie nicht mehr in die Kirche geht. Als ich nachfragte, ob ihr der Weg zu anstrengend sei, meinte sie nein, zum Augenarzt und zu ihrem bevorzugten Metzger wäre es noch viel weiter und da ginge sie auch zu Fuß hin, aber sie hätte nichts mehr von dem “neumodischen Zeugs”, das die da predigen, und das wäre auch nicht das Wort Gottes.
Aber war das früher wirklich anders?
Bevor ein Papst den Hintern hochkriegte und “Deus lo vult” sagte, vergingen 300 Jahre islamischer Aggression gegen die christlichen Länder des Nahen Ostens, Nordafrikas und Spaniens.
Ob DAS (reagieren nach 300 Jahren) unsere Luschen hinkriegen oder nicht, werden wir alle voraussichtlich nicht erleben.
Wer weiß jetzt schon, ob Papst Ho Chung Wung der 13. im Jahr 2307 nicht vielleicht vom Vatikanstaat innerhalb Seouls aus zum Kreuzzug zur Befreiung Eurabias aufruft?
- 42) Kommentar von katschak
10. November 2007 @ 2:08
Hallo Eisvogel. Angebrochener Vormittag, was?
Dieser Thread müßte eigentlich im Null Komma Nix den Meister Ratio auf den Plan rufen …
Es iss auch Neumond.
Wo is mein Knoblauch – und die Silver Bullets – und das Kruzifix?
- 43) Kommentar von Thatcher
10. November 2007 @ 2:20
Zu allem Unglück stehen die Christen heute nicht nur nicht mehr hinter ihren wenigen nennenswerten militanten Episoden (Tours und Poitiers 732/Kreuzzüge 1095-1291/Wien I 1529/Lepanto 1571/Wien II 1683), sondern betrachten sie aus einigen Jahrhunderten Abstand mit Abscheu. Ausgerechnet die Aktionen, die dem christlichen Europa also ein paar Jahrhunderte Gnadenfrist ermöglichten, gelten heute als “unchristliche” Fehler und sind es vielleicht sogar. Ich möchte die Zukunft Europas daher ungern in den Händen dieser Mollusken sehen.
- 44) Kommentar von Eisvogel
10. November 2007 @ 2:20
Dieser Thread müßte eigentlich im Null Komma Nix den Meister Ratio auf den Plan rufen …
Ich glaube, wir haben ihn vergrault.
Und doch: @Ratio (falls Du noch mitliest): Bevor Du den Eindruck hattest, dass wir – und insbesondere ich – üble religiöse Fanatiker sind, haben wir uns so gut verstanden und hast Du so interessante und kluge und gar nicht gehässige Beiträge geschrieben.
Es wäre arg schade, wenn Du uns verlässt. Wir verbrennen Dich auch ganz bestimmt nicht
Im Ernst – ich glaube nicht, dass wir der Islamisierung entgegentreten können, wenn wir nicht ein bisschen was über Religion wissen, was etwas völlig anderes als Wissenschaft ist und sich nicht ausschließt. Nur weil die Kirche irgendwann mal wissenschaftsfeindlich war (wenn auch wirklich nur in Teilen und niemals ganz und gar), müssen wir doch nicht auf diesen Zug aufspringen und permanent die Quantenphysik und die Astronomie gegen das Christentum verteidigen, das mit selbigen schon längst keine Probleme mehr hat.
Was jemand persönlich glaubt, ist etwas ganz anderes. Man muss nicht gläubig sein, um Religion zu verstehen.
- 45) Kommentar von Arundhati
11. November 2007 @ 2:23
Ein sehr erhellender Beitrag und sehr interessante Kommentare dazu. Ich danke Ihnen.
Ein Faktor für die verschiedene Ausprägung der Muslimproblematik in Japan und Europa könnte auch mit den verschiedenen Ansätzen von “Ehre”, also dem Ehrbegriff zu tun haben.
Muslime wie Japaner leben nach den Prinzipien einer Ehr- und Schamgesellschaft, im Gegensatz sind wir in einer Art Schuldgesellschaft verhaftet. Als Beispiel:
ein Muslim hat Streit mit einem Mitschüler. Der Streit wird folgendermaßen ablaufen (als Modell): Der Muslim wird dem Mitschüler vorwerfen, seine Ehre verletzt zu haben und droht ihm mit Rache. Argumenten ist er nicht zugänglich, nur die totale Unterwerfung und Demütigung des Mitschülers kann nun seine Wut bezähmen. Er wird nun alles daran setzen, den Mitschüler dranzukriegen, ihn zusammenzuschlagen, am besten vor vielen Zeugen, und ihn so “ehrlos” zumachen. Wer sgnt. ehrlos ist, der ist keine Bedrohung mehr. Würde der Muslim nicht so handeln, stünde er in den Augen seiner Kulturgenossen als ehrlos da, und wäre sofort Freiwild, denn der “Ehrlose” ist auch “schutzlos”.
Hat der Muslim die Rache vollzogen, ist aber keine Versöhnung möglich. Der Kontrahent ist ehrlos geworden und wird weiter schikaniert. Hätte der Muslim den Kampf verloren hätte ihm dasselbe Schicksal geblüht. Darum hat er vermutlich vorgesorgt und kam mit 30 Freunden oder der Kontrahent war körperlich von vornherein unterlegen. Denn es gibt für einen Muslim nur Sieg oder Tod, Unterwerfung unter den Feind ist eine so große Schande, daß sie eben als lebensbedrohend angesehen wird. Dieses Sühnemuster entspricht stark den Strukturen eines malignen Narzissmus.
Als Gegenmodell der Ehrbegriff des Japaners, der ähnlich auf Scham ausgerichtet ist, sich aber ganz anders zeigt. Die Angst, das “Gesicht” zu verlieren, äußert sich hier nicht narzisstisch, es wird nicht der Gegner gedemütigt, um die “Ehre” zu wahren, im Gegenteil, es muß immer darauf geachtet werden, daß man den Gegner nicht dazu bringt, das Gesicht zu verlieren. Es wird eher das eigene Gesicht (zum Schein zumindest) geopfert, um Schaden vom Gegner abzuwenden. Darum kennt Japan so viele feine Gesten und Regeln, die wir teilweise brechen, weil wir sie nicht einmal wahrnehmen.
Im Grunde genommen sind das nur Hintertürchen zur Ehrrettung. Man stelle sich nun den Zusammenprall dieser zwei Gesellschaften vor: Auf der einen Seite die muslimische, die ihre Ehre auf der Basis von Erniedrigung des Gegenübers bewahrt. Auf der anderen Seite ein starker Ehrbegriff, der auf gegenseitiger Rücksichtsnahme beruht. In den Augen eines Japaners ist der Muslim der allergrößte Unflat, und zum Schutz der eigenen Ehre wird der Kontakt aufs äußerste vermieden. Eine solche Kultur kann in Japan nie Fuß fassen.
Mit dem Christentum sieht es ein wenig anders aus. Hier würde der Konflikt eines Christen mit einem Mitschüler wohl in den meisten Fällen im Gespräch enden, wo beide ihren Standpunkt anbringen können und der Stärkere sich beim Schwächeren entschuldigt. Damit ist die Sache dann erledigt. Im besten Fall zumindest. Hier ist ein Schuld-und Sühne-Prinzip am Werk. Jemand macht sich schuldig. Er bereut und leistet Wiedergutmachung, die Sache ist vom Tisch, er darf nicht zweimal büßen müssen. Hier sieht man vor allem 2 Grundsätze: 1. Ehre spielt eine kleine Rolle, sie wird oft vom Stärkeren “geopfert” zugunsten von Demut. Es gilt als unfein, den großen Macker zu markieren, Understatement kommt da besser an. Es gilt also die Devise: Ich weiß daß ich stärker bin, aber ich übe Demut und Rücksicht, zeige mich sogar solidarisch. Darauf baut das Christentum auf, und natürlich auch seine Folgekultur. Unsere Sozialwerke sind ein Produkt dieser Solidarität (die gibt’s in Japan so nicht).2. Es wird auf Rache verzichtet, wenn der Täter sich reuig zeigt. Christen (der ganze Westen) haben eine unglaubliche Fähigkeit zu vergeben. Der ganze Resozialisationsgedanke beruht darauf.
Würden nun Japaner hierherkommen und sich aufführen wie die Muslime, so wären wir wütend, da sie als Wirtschaftsmacht stark sind und sich trotzdem undemütig verhalten. Die würden nicht lange bleiben.
Nun kommen aber nicht die Japaner und führen sich so auf, es sind die Muslime aus finanzschwachen Drittweltländern. Also ist es an uns, als die “Stärkeren” Demut zu zeigen (Das würde uns bei den Japanern 1-2 Pluspunkte einbringen), wie das auf die Muslime wirken muß, können wir ja nun alle beobachten. In ihrem Verständnis muß der Stärkere ständig draufhauen, sonst wird er schwach und stirbt. Da wir ihnen gegenüber, den “Habenichtsen” so viel Demut zeigen, ist für sie der Beweis unserer Unterlegenheit. Darum kommen sie hierher. Weil sie glauben, hier die Herren zu sein. Und wir lassen sie rein, weil wir glauben, daß sie schwach sind und die Solidarität es von uns fordert.
Gruß
Arundhati
ps:
Darum hat unser Mitleid den Juden gegenüber in Hass auf die Israeli umgeschlagen. Israel ist stark, es fehlt ihm aber die Demut. Genauso ist es mit den Amerikanern. Sie sind stark und zeigen es. So etwas ist in unseren Augen pure Arroganz. Darin begründet sich unser Hass auf die Amis. Und sogar Amerikaner sind nicht gefeit vor dem Schuldkomplex des Stärkeren, nur nicht ganz so ausgeprägt wie bei uns, schließlich waren sie lange zeit die “Schwachen”, eine Kolonie.
- 46) Kommentar von Eisvogel
11. November 2007 @ 10:40
@Arundhati: Das ist wunderbar erklärt. Danke für diese klare Erklärung des unterschiedlichen Ehrbegriffs.
Ich habe das im alltäglichen Umgang mit Moslems auch schon gemerkt. Die normalen westlichen Deeskalationsstragien, die man automatisch anwendet, funktionieren nicht. Man “macht sich selbst etwas runter” (Understatement) und in Folge davon tut es das Gegenüber auch. Bei Moslems erlebt man hingegen, dass das nicht so klappt, sondern dass das eigene Understatement Verblüffung bis Triumphieren auslöst. Mir ist das bei kleinen Nachbarschaftsstreits aufgefallen. Sie haben wirklich Psychoterror gegen mich ausgeübt (inzwischen erfolgreich, sie haben mich los) und meine Deeskalationsversuche machten es wohl schlimmer.
Einmal, als einiges zusammenkam und dazu noch maßlose Kopfschmerzen auf meiner Seite, habe ich die Türkin angeschrien wie ein Fischweib. Ich habe dabei auch hässliche Dinge gesagt, was aber egal war, denn sie lebte ja erst seit 35 Jahren in Deutschland und verstand daher nur bruchstückhaft deutsch. Den Ton hat sie aber verstanden – ich war danach vollkommen fertig, floh zu meiner Mutter zum Heulen und dachte, ich kann nie wieder in meine Wohnung zurück, man kann ja schließlich nicht mit Leuten unter einem Dach leben, mit denen man eine derart hässliche Streiterei hat. Ich musste natürlich zurück und … es ging wunderbar. Ich hatte mindestens ein Jahr Ruhe vor der alten Hexe.
Was aber würden die Japaner tun, wenn ihre Eliten ihnen Moslems ins Land schaffen würden?
Oder sind die “Eliten” einer Kultur vielleicht gar nicht soooo anders als das Volk? Tun es die japanischen einfach nicht, während es unsere aufgrund dieser Schuldkultur (in der sie sich vielleicht weniger vom Volk unterscheiden als wir gerne annehmen würden) tun?
11. November 2007 @ 14:55
@ Arundhati
Vielen Dank für Ihren Beitrag auch von mir.
In einem Gespräch mit einem christlichen Missionar hatte dieser die beiden Kulturen genauso unterschieden wie sie:
christliche = Schuldkultur;
muslimische = Ehrkultur.
Sie haben es aber perfekt schriftlich skizziert, mit nachvollziehbaren Beispielen veranschaulicht und auch noch die japanische Ehrkultur als Spiegelbild der muslimischen mit eingebunden.
Wieder mal eine Freude und ein Gewinn hier zu lesen.
@ Eisvogel
Dieser Punkt der Selbstverständlichkeit, daß sich bei Muslimen der Stärkere durchsetzt, kam auch bei deinem gestrigen Postings mit dem User Muslim heraus.
Für ihn ist das selbstverständlich: wenn der Islam Europa überrollt und dabei z. B. ältere Einheimische buchstäblich in den Dreck abrutschen, dann ist das für ihn eben “Allahgewollt”, kann man nichts machen und muß man sich auch nicht weiter drum kümmern.
Allah hat die Unterlegenen eben dazu erschaffen zu leiden und unterdrückt zu werden.
Grüße
tape