Counterdjihad

Oktober 22, 2008

Über dieses Projekt

Gespeichert unter: Uncategorized — Manfred @ 2:31

Ziel dieses Blogs war es ursprünglich, alle Artikel des norwegischen Essayisten Fjordman in deutscher Sprache verfügbar zu machen. Inzwischen sind wir dazu übergegangen, auch fremdsprachige Artikel anderer Autoren zu übersetzen und hier einzustellen. Wer immer sich daran beteiligen und thematisch passende Artikel ins Deutsche übersetzen möchte, ist herzlich dazu eingeladen. Also

Helft mit!

Kontakt: korrektheiten@gmx.de

Juli 4, 2009

Wählen Sie einen Stamm, irgendeinen Stamm

Beltane Babes 2

von El Inglés

(übersetzt von Deep Roots)

Das Original “Pick a tribe, any tribe” ist am 16. Februar 2009 bei “Gates of Vienna” erschienen

In dieser Analyse berührt El Inglés Themen, die sowohl in seinem auch auf “Gates of Vienna” veröffentlichten Essay “Surrender, Genocide, or… What?” als auch in Baron Bodisseys Artikel “Taking Care of Your Own” (ebenfalls auf GoV) vorkommen:

Wählen Sie einen Stamm, irgendeinen Stamm
von El Inglés

Stämme

Die zentrale Behauptung dieses Essays ist, daß der Tribalismus (stammesorientiertes Denken/Verhalten) sich als wesentlicher, wenn nicht als der zentrale Beitrag zur Verteidigung westlicher Gesellschaften gegen den Islam erweisen wird. Hierfür gibt es zwei Gründe. Der erste ist der, daß solcher Tribalismus dazu neigen wird, Moslems von vornherein aus jenen Gesellschaften fernzuhalten, und der zweite ist, daß gewisse Arten von Situationen so schweren psychologischen Druck auf jene ausüben, die sich ihnen entgegenstellen, daß sie das ohne eine psychologische Verstärkung, wie sie nach Art und Stärke nur ein Stamm gewähren kann, weder konsequent noch sinnvoll tun können.

Dieser Punkt setzt voraus, daß die Handlungsfreiheit derer, die sich der Islamisierung ihrer Länder entgegenstellen wollen, drastischer beschnitten werden wird, als optimistischere Leute es gegenwärtig für möglich halten mögen. Gewisse Organisationsformen werden jenen in dieser Hinsicht politisch Aktiven aufgezwungen werden, und man wird feststellen, daß in der Gesamtheit die Leute sich in verschiedenen Formen von Stammesorganisation zusammenfinden werden, welche im Großen und Ganzen vorweg vorhersagbar sind.

Da Stämme in diesem Artikel einen so prominenten Platz einnehmen, lassen Sie sie mich hier definieren: ein Stamm ist ganz einfach eine Gruppe von Leuten, die sich als solcher identifiziert und die den Interessen ihrer eigenen Mitglieder aus einem relativ instinktiven Bauchgefühl heraus Vorrang einräumt, welches das Produkt besagter Stammes-identifikation ist. Ihrer Natur nach fast völlig emotional, ist sie weder rational noch irrational, sondern arational, das heißt, daß Vernunftgründe eine geringe Rolle spielen bei ihrer Funktion auf der Ebene alltäglicher menschlicher Interaktion. Natürlich könnten wir aus der Vogelschau eine Analyse jedes beliebigen Tribalismus durchführen und schlußfolgern, daß ihre Auswirkungen auf Systemebene so sind, daß sie die Interessen des Stammes als Ganzes fördern, was sie metarational macht. Dies ist jedoch eine Frage, die von Fall zu Fall beantwortet werden muß, und ist im wesentlichen irrelevant für die psychologischen Faktoren, die dem Tribalismus zugrunde liegen.

Beachten Sie, daß Tribalismus nicht notwendigerweise Feindseligkeit gegenüber anderen Stämmen oder deren Mitgliedern voraussetzt, obwohl solche Feindseligkeit sehr wohl exisitieren kann, wo Stammesinteressen gegenseitig für unvereinbar erachtet werden. Er setzt nur eine Hierarchie von Interessen voraus, die in relativ instinktiver Weise eingehalten wird. Zusätzlich sollten wir festhalten, daß es, obwohl es gewisse offensichtliche Stammestypen gibt, in die sich menschliche Wesen als soziale Organismen zu organisieren tendieren, nicht notwendig ist für irgendeine dieser Formen von Stammesorganisationen, unter Ausschluß aller anderen zu gelten, und daß die meisten Tribalismen Elemente aus mehr als einem Typus beinhalten. Die offensichtlichsten und verbreitetsten Stammestypen sind jene, die entlang rassischer Grenzen organisiert sind (als der offensichtlichste und wörtlichste Stammestyp), kultureller Grenzen, religiöser Grenzen (welche man als Untertypen von Stämmen betrachten könnte, da sie sich auf Verhalten und Glauben beziehen), ideologischer Grenzen (Kommunisten versus Faschisten), regionaler Grenzen (meine Nation gegen deine) oder organisatorischer Grenzen (ein Regiment der Britischen Armee).

Es wird zweifellos für einige etwas mit Bannfluch Belegtes sein, wenn man meint, daß ein ziemlich reinrassiger Tribalismus wesentlich sein wird für irgendeine wirksame Opposition gegenüber dem Islam und der Islamisierung westlicher Länder. Nehmen wir also mal an, es gäbe irgend eine andere Basis, aufgrund derer eine solche Opposition stattfinden könnte. Wenn eine solche Basis wirklich exisitert, dann müssen das sicherlich Prinzipien sein. Bevor wir meine vorausgesagte Wiederkehr des Tribalismus untersuchen, lassen Sie uns überlegen, ob Prinzipien tatsächlich bewirken können, was meiner Behauptung nach nur der Tribalismus kann.

Das Problem mit Prinzipien

Vor ein paar Jahren diskutierte ich mit einem Freund die Möglichkeit zur Schaffung einer Undercover-Dokumentation, die den korrosiven Effekt bloßlegen sollte, den der Islam auf die Meinungsfreiheit im Vereinigten Königreich hatte. Es erübrigt sich zu sagen, daß das eine relativ verdeckte und haarsträubende Operation gewesen wäre, und so hatten unsere Diskussionen über das Thema etwas Aufregendes und Verschwörerisches an sich. Nachdem ich eines Abends die Details ein paar Stunden lang mit meinem Freund in unserem örtlichen Pub diskutiert hatte, kehrte ich etwa um Mitternacht nach Hause zurück und etdeckte, daß jemand eine ziemlich seltsame Nachricht auf meinem Anrufbeantworter hinterlassen hatte.

Es war eine kaum hörbare Konversation zwischen zwei, vielleicht drei Leuten, die Stimmen so gedämpft, daß ich sie kaum verstehen konnte. Normalerweise hätte ich sie als Irrtum abgetan und gelöscht, aber da meine Gedanken infolge meiner konspirativen Aktivitäten schon zur Paranoia geschärft waren, hörte ich sie mir noch einmal genau an. Eine der Stimmen schien der eines alten Freundes der Familie zu ähneln, aber ich konnte mir nicht vorstellen, wieso ich eine solche Nachricht von ihm erhalten haben sollte.
Meiner Erinnerung nach fiel mir beim dritten Anhören ein, daß die zwei Stimmen (es waren definitiv nur zwei) ziemlich klangen wie meine und die meines Freundes. Jetzt, da ich einen Anhaltspunkt hatte, dachte ich noch einmal über unsere Konversation an diesem Abend nach und erkannte beim vierten Anhören mit Sicherheit, daß die Nachricht aus zwei Minuten unserer Unterhaltung bestand, aufgezeichnet in ziemlich schlechter Qualität, aber es waren erkennbar wir. Und da hatte ich plötzlich ein ziemlich schlechtes Gefühl. Wenn ich je zuvor einen Anruf von jemand erhalten hätte, der sich zufällig so auf sein Handy gesetzt hätte, daß er das Adressverzeichnis aktiviert und den Rufknopf gedrückt hätte, dann wäre ich etwas schneller darauf gekommen, was wirklich geschehen war. Aber das war nicht der Fall, und ich hatte auch nie gehört, daß es jemand anderem passiert wäre. Außerdem spielt einem der Verstand Streiche, besonders nachts, wenn es schon zu spät ist, um herumzutelefonieren und die Sache ordentlich aufzuklären. So kam es, daß ich mir selbst einredete, jemand hätte unser Gespräch aufgezeichnet und mir übermittelt, um uns zu warnen. Wer konnte es gewesen sein? Wie hätten sie davon wissen können? Wußten sie, wo ich wohnte? Sollte ich es überhaupt riskieren, zu Bett zu gehen? Ich hatte keine Antworten.

Diese absurde und peinliche Episode (die sich bald aufklärte, wie ich mit Erleichterung sagen kann, obwohl der Dokumentarfilm nie gemacht wurde) war extrem lehrreich und beeinflußt mein Denken seither in folgender Weise: sie lehrte mich, daß in Situationen, wo man – zu Recht oder Unrecht – glaubt, daß einem wegen der Verteidigung eines Prinzips ernsthafter körperlicher Schaden bis hin zum Tod bevorsteht, der Wert dieses Prinzips sich für jeden außer einem Ausnahmemenschen in einer Rauchwolke auflöst. Redefreiheit? Ich hatte über Redefreiheit gegenüber dem Islam mit anderen Leuten wie mir gesprochen, mit anderen gebildeten weißen Mittelklasse-Briten. Niemandem war daran gelegen. Warum nicht einfach den Islam und Mohammed in Ruhe lassen? Warum die Moslems gegen den Strich bürsten? Mindert es unsere Lebensqualität, wenn wir Mohammed nicht kritisieren dürfen? Diese herausragenden Einwände und andere, wenn auch nicht universal, hört man oft, wenn man so unerschrocken ist, seine Mitbürger in dem Land, das einmal Britannien war, mit dem Thema “Religion des Friedens” zu konfrontieren.
- – - – - – - – -
Während ich in meiner Wohnung nach einem Ojekt stöberte, das lang und schwer genug wäre, um mich damit zu verteidigen, wenn die Gläubigen (oder irgendjemand sonst) hereinbrechen würden, konnte ich mir gut die Formulierung im Editorial des Guardian vorstellen, die der Entdeckung meiner geköpften Leiche folgen würde: “Obwohl diese schreckliche Tat aufs Schärfste zu verurteilen ist, muß man sich daran erinnern, daß in diesem kulturellen Zusammenprall alle Seiten schuldig sind, daß gegen den Islam genauso sehr gesündigt wird, wie er Sünder ist. Wir dürfen uns von unserem Mitgefühl für das Opfer und seine Familie nicht blind machen lassen gegenüber der Tatsache, daß El Inglés  ein psychopathischer, ja völkermörderischer Moslemhasser war. Es überrrascht kaum, daß solche Fanatiker die Aufmerksamkeit anderer auf sich ziehen, die noch fanatischer sind.” Ja, ich konnte es schon ganz klar vor mir sehen, während ich den Kampfwert eines Ziegelsteins gegen den einer Bratpfanne abwog. Zur Hölle damit, wenn dumme, feige Leute nach der Pfeife des Islams tanzen wollten, was kümmerte es mich? Warum meinen Hals riskieren für eine Redefreiheit, die keiner wollte?

Das ist das erste und fundamentalste Problem mit Prinzipien: es gibt keinen offensichtlichen Grund, sie zu verteidigen. Sicher, es ist leicht, zugunsten einer Richtung davon gegenüber einer anderen zu argumentieren. Es ist leicht genug, mit einem gewissen Maß an Schmähung fertig zu werden, das einem dafür entgegengebracht wird. Es ist leicht genug, sich gegenseitig auf den Seiten der New York Times Book Review abzuwatschen, weil ich A denke und du B. Aber seine Prinzipien wirklich zu verteidigen auf die Gefahr hin, dafür zum Beispiel in Stücke gehackt zu werden, das ist hart, weil es keine denkbare Kosten-Nutzen-Rechnung gibt, nach der dabei auf persönlicher Ebene etwas zu gewinnen wäre. Der Nutzen bei der Verteidigung eines Prinzips bis zum Tod kommt nur den Überlebenden zugute, sodaß es ohne allerstärkste Verpflichtung gegenüber dem Wohlergehen jener Überlebenden schwierig sein wird, jemanden zu finden, der dazu bereit ist. Und was könnte diese allerstärkste Verpflichtung denn sein, wenn nicht eine stammesmäßige?

Daher also die grundlegende Schwäche der Behauptung, daß man in Verteidigung eines universalistischen Konzepts der Menschenrechte gegen die Islamisierung sein sollte. Natürlich sollte man auf dieser Basis gegen den Islam sein; er ist eine menschenrechtliche Katastrophe. Aber was soll’s? Die Schlüsselfrage ist nicht, ob man dem Islam auf dieser Basis entgegentreten sollte, sondern ob man es überhaupt könnte, und ich sage, man kann es nicht, wegen genau jener Charakteristika, die ihn zu einer solchen Gefahr machen: seinem unversöhnlichen und mörderischen Zorn gegenüber allem, was ihm entgegensteht. Keine kritische Masse von Leuten in irgendeiner Gesellschaft wird bereit sein, angesichts einer solchen gewalttätigen und rückschrittlichen Macht Verletzung oder Tod zu riskieren, nur aus dem Wunsch, die Menschenrechte zu verteidigen. Während Geert Wilders die Einreise nach Großbritannien verweigert wird und die Sprecher unserer fünften Moslem-Kolonne uns über die Notwendigkeit belehren, Hassprediger aus dem Land zu halten, welche Erfolge genießen die Prinzipienverteidiger? Unsere Politiker können nicht den Mut aufbringen, Moslem-Mobs mit Bereitschaftspolizei entgegenzutreten. Sie würden unzweifelhaft noch schlechter abschneiden, wenn die Risiken eher physisch wären statt politisch. Und der Punkt, an dem das Risiko realen physischen Schadens jene einholt, die im Westen gegen den Islam sind, ist längst schon überschritten. Der Islam ergießt sich jetzt über die Ballungsgebiete von buchstäblich ganz Westeuropa, und er erscheint ziemlich uneingeschüchtert durch die Verteidiger der Prinzipien, auf den Straßen oder in den Fernsehstudios. Wann werden die Prinzipien herbeischießen, um uns zu retten?

jihadtriple

Prinzipien hätten eine wirksamere Verteidigung gegen den Islam sein können, wenn man sie präventiv angewendet hätte. Wenn wir am Beginn der Masseneinwanderung nach Britannien beschlossen hätten, daß islamische Moral mit jener eines zivilisierten Landes unvereinbar ist, und daß wir Moslems daher aus Prinzip draußen halten müssen, dann hätte das Prinzip alleine genügt. Aber der Versuch, Prinzipien anzuwenden, nachdem Moslems bereits in bedeutender Zahl hereingelassen worden sind, ist bedeutungslos. Die Befolgung eines Satzes von Prinzipien von Leuten zu verlangen, die sie nicht akzeptieren, ist ohne Gewalt nicht möglich, und so wie die fragliche Gruppe wächst und die Wahrscheinlichkeit der Befolgung immer geringer ausfällt, so wächst auch das Maß an Gewalt, die angewendet werden muß, um die Befolgung durchzusetzen. Wenn es einen Mechanismus gibt, durch den das Prinzip das Schlachtfeld betritt, seinen Zauberstab schwenkt und den Konflikt löst, bevor stammesmotivierte Akteure eingreifen, die bereit sind, zur Erreichung ihrer Ziele Gewalt in großem Maßstab anzuwenden, so muß ich ihn erst finden.

Man hat beobachtet, daß Menschen, wenn man auf Nahdistanz mit Feuerwaffen auf sie schießt, instinktiv die Hände vor sich halten, wie um überschallschnelle Geschosse mit bloßem Fleisch abzuwehren. Unnötig zu sagen, daß das keine sehr wirksame Verteidigung im Zusammenhang mit Feuerwaffenbeschuß ist, und genau deswegen spricht dieses Verhalten selbst in diesem Zusammenhang Bände über seine tief verwurzelte und instinktive Natur und über seine evolutionäre Wirksamkeit zur Verteidigung gegenüber anderen Arten von Gewalttätigkeiten, wie Stöße, Schubser und Schläge. Angesichts einer totalitären ideologischen Macht wie dem Islam auf die Bedeutung der Prinzipienverteidigung zu bestehen, ist der instinktiven Reaktion des Durchschnittsmenschen auf Nahbeschuß mit Feuerwaffen sehr ähnlich. Es ist eine hoffnungslos unangemessene Reaktion, die das Ergebnis einer gewissen Evolutionsgeschichte ist, während der sie ihre Wirksamkeit bewiesen hat, die aber ihrem Wirtsorganismus ein völlig überzogenes Gefühl ihrer Fähigkeiten vermittelt hat. Wir sind viel zu sehr an Prinzipien gewöhnt, wie es scheint.

Auftritt des Islam, und alles ändert sich. Ich kann nicht der einzige sein, der während der Mohammedkarikaturenkrise in Fernsehsendungen zur aktuellen Lage eine gewisse Art surrealer Diskussion beobachtet hat, wo ein Verteidiger der Meinungsfreiheit und irgendeine Selbstparodie eines scheinheiligen Moslems hin und her diskutieren, ob wir (in unseren eigenen Ländern, nichts weniger) den Islam oder Mohammed “beleidigen” dürfen. Kann irgendjemand zuschauen, wie diese übelkeiterregenden Infiltratoren unsere Freiheiten wegzuargumentieren versuchen, und immer noch nicht begreifen, womit wir es zu tun haben? Kann irgendjemand daran zweifeln, daß es, wenn solche Leute in Machtpositionen wären, kein Herumsitzen um Tische und Menschenrechtsdiskussionen gäbe, wenn Mohammed mit einer Bombe im Turban gezeichnet würde?

Die Antwort auf diese Fragen scheint ‘ja’ zu sein. Erstaunlicherweise stellen sich immer noch ernsthafte, wohlmeinende Leute den Moslems in gutem Glauben zur Diskussion über ihr bestürzendes Festhalten an einer erschreckenden Vielzahl kranker, zerstörerischer und krimineller Verhaltensweisen. Die Unfähigkeit dieser Leute, genau zu diagnostizieren, was der Islam ist, kommt großteils von der völlig unaufrichtigen Verpflichtung so vieler Moslems gegenüber eben jenen Prinzipien, die wir selber schätzen. Nichts zeigt den Islam so sehr als das trojanische Pferd, das er ist, als ein Moslem im Anzug, der seine inbrünstige Bindung an die Redefreiheit ausdrückt und dann den Vorbehalt anhängt, daß das nicht die Freiheit zur Beleidigung einschließt, ganz zu schweigen von der Freiheit, religiöse Gefühle zu beleidigen. Die Religionsfreiheit wird auch durch die Moslems korrumpiert, von der Freiheit, seine Religion so zu praktizieren, wie es einem paßt, bis zur Freiheit, niemals in irgendeinem Forum mit irgendetwas konfrontiert zu werden, das seiner Religion gegenüber kritisch ist. Es schmerzt mich darüber nachzudenken, wieviele Mannstunden von guten Leuten damit verschwendet worden sind, diese Dinge mit Moslems zu diskutieren, die entweder nichts als verborgene Verachtung übrig haben für das westliche Konzept der Menschenrechte, oder die sie durch die gesprungene und schmutzige Linse des Islam verinnerlicht und zu ihrer Freude entdeckt haben, daß die Anwendung der Menschenrechte in ihrer ursprünglichsten Form gleichbedeutend ist mit der Einführung der Scharia.

Moslems sind natürlich nicht die einzigen, die – absichtlich oder nicht – der Korrumpierung würdiger Prinzipien schuldig sind. In der Tat werden sie darin von verängstigten, moslembeschwichtigenden Westlern übertroffen, deren Fähigkeit, vor den Anhängern des Propheten zu kriechen und Kratzfüße zu machen, während sie gleichzeitig ihre unsterbliche Treue zu den allerhöchsten Prinzipien der westlichen Zivilisation beteuern, mittlerweile jenseits aller Parodie ist. Wie seltsam, daß solch eine unparteiische Anwendung der Prinzipien der westlichen Zivilisation es den Feiglingen immer zu erlauben scheint, hinsichtlich des Islam den Weg des geringsten Widerstands zu gehen! Ich sehe mich zu dem Schluß gezwungen, daß Prinzipien etwas zu Schlüpfriges und Trügerisches sind, als daß man ihnen unsere Verteidigung gegen den Islam anvertrauen könnte. Sie sind alles, was wir bis jetzt eingesetzt haben, und empirisch Orientierte werden sicherlich zugeben, daß sie eine ziemlich armselige Erfolgsbilanz haben. Diese Situation wird sich nicht ändern, bis wir wieder lernen können, was wir ganz absichtlich vergessen haben.

Die Nützlichkeit des Tribalismus

Wie kann es sein, daß sich in den letzten fünfzig Jahren oder so in so vielen wohlhabenden, modernen und technisch fortgeschrittenen Ländern das Krebsgeschwür des Islam ausgebreitet hat, und daß sie als Folge dessen immer geschwächter, geteilter und furchtsamer geworden sind? Wir können vielleicht verstehen, warum es in Ländern wie Malaysia, Libanon oder Tschad nicht einfach ist für Gegner des Islam und der Islamisierung, sich gegen die Übergriffe der Gläubigen zu wehren. Aber wie ist es dazu gekommen, daß zum Beispiel ein Land wie Schweden eine große, rasch wachsende Moslembevölkerung hat, die scharf darauf ist, die Schweden auf die Knie zu zwingen, um ihre Expansionslust zu befriedigen? Schweden hat keine kolonialen Bande zur moslemischen Welt, es kann ihr gegenüber kein Gefühl historischer Schuld haben, und es liegt nicht in der Nähe eines ihrer Länder; und doch ist es eines der europäischen Länder, welche dem Islam am schnellsten unterliegen.

Die einfache Antwort auf diese Fragen ist die, daß Schweden, zusammen mit jedem anderen europäischen und europäischstämmigen Land, das wir unter dem Begriff “Westen” zusammenfassen, seit einiger Zeit von politischen und medialen Eliten dominiert worden ist, die die Psychologie ihres Volkes umkonstruieren wollen, in einer zwangsweisen, von oben verordneten Weise, die keine historischen, organischen Tribalismen irgendeiner Art zuläßt. Rassischer Tribalismus, religiöser Tribalismus, kultureller Tribalismus – sie alle sind als verboten erklärt, und sobald sie das sind, gibt es einfach nichts mehr, worauf man Einwände gegen einen Zustrom feindlicher Fremder begründen könnte. Kombinieren Sie das mit den massiven internationalen Unterschieden in der Lebensqualität und dem modernen Luftverkehr, und die Konsequenzen sind voraussagbar. Einige Länder werden schneller infiziert werden als andere, aber die grundsätzliche Ähnlichkeit der Wege, die von westlichen Ländern in dieser Hinsicht beschritten wurden, ist recht lehrreich.

Wie ich in früheren Artikeln erwähnte, habe ich über mehrere Jahre immer wieder in Japan gelebt. Die kürzeste Bekanntschaft mit dem Land wird ausreichen, um Außenseitern die fortgesetzte Bedeutung zu vermitteln, welche die Japaner rassischem, kulturellem und sprachlichem Tribalismus beimessen, der ihnen erlaubt, sich als Japaner zu definieren. Dieser Tribalismus hat bisher die Masseneinwanderung ausgeschlossen, die das Gewebe westlicher Länder so sehr verändert hat, und ist in seiner Art eigentümlich gutmütig. Japan ist, in vieler Hinsicht, ein sehr gastfreundliches und einladendes Land für jene Ausländer, die hier wohnen, aber außerordentlich zurückhaltend bei der Gewährung einer permanenten Aufenthaltsberechtigung, ganz zu schweigen von Staatsbürgerschaft, an Außenseiter. Selbst jene, die Japaner heiraten, können nur ein Ehegattenvisum bekommen, das häufig mit Unterschrift und Unterstützung des fraglichen Ehepartners erneuert werden muß. Jene seltenen, untergeordneten und vorübergehenden Episoden von Masseneinwanderung aus Entwicklungsländern werden aus einer ganz anderen Perspektive durchgeführt als beispielsweise jener der Niederlande.

Ob die Japaner sich weiterhin an diesen recht strikten Tribalismus halten werden, während ihr Land seinen ungewöhnlich akuten demographischen Wandel durchmacht, wird man abwarten müssen. Ich habe Behauptungen gehört, daß sich die Einwanderungspolitik als Reaktion auf ernsthafte Knappheiten in gewissen Wirtschaftsgebieten bereits ändert, aber das ist eine Sache, die uns hier nicht zu kümmern braucht. Von Bedeutung ist hier, daß der japanische ethno-kulturelle Tribalismus, solange er beharrlich angewendet wurde, Japan völlig unverwundbar gemacht hat gegenüber den Übergriffen des Islam. Jene  Gruppen von Masseneinwanderern, die man hineinließ (wie die Iraner in den späten 80ern und frühen 90ern), wurden nie als etwas anderes gesehen als kurzfristige Gäste und wurden ziemlich unfeierlich wieder hinausgeworfen, als die wirtschaftlichen Bedingungen die damalige japanische Regierung davon überzeugten, daß es kein Vorteil mehr war, sie zu behalten.

Dies muß in etwas anderer Form nochmals wiederholt werden. Im Gegensatz zu dem bereits erschreckenden Grad an Herabwürdigung, die der Islam gewissen westlichen Ländern bereits zugefügt hat, und trotz seines scheinbar unerbittlichen Vormarsches und des endlosen Stroms an Zugeständnissen, die ihm dort gewährt werden, ist das japanische Volk sich des Islam in jeder Hinsicht nicht gewahr und nicht bedroht von ihm, weder subjektiv noch objektiv. Das heißt, daß sie, anstatt sich selbst eine vermeidbare Riesen-katastrophe anzutun, ihn ohne erkennbare Anstrengung abgewehrt haben, ohne auch nur zu bemerken, daß er da war, mit Hilfe des bemerkenswert potenten Immunsystems, das ihr Tribalismus in dieser Hinsicht darstellt. Genauso gibt es nicht den geringsten Grund zu zweifeln, daß jedes beliebige westliche Land das auch gekonnt hätte, wenn es gewollt hätte, da die Islamisierung keine Bedrohung ist ohne großen Zustrom an Moslems, die in allen westlichen Ländern Fremde sind.

Wenn wir unseren Blick auf die entwickelten Länder der Welt werfen, und auf jene, die daher Ziele für moslemische Einwanderer sein werden, können wir zwei grundlegende Phänomene und zwei grundlegende Konsequenzen beobachten. In Ostasien sehen wir eine Art der Verteidigung gegen die Islamisierung (und gegen andere Dinge auch, obwohl das eine andere Sache ist), die nicht nur völlig und zuverlässig wirksam ist, sondern zu ihrer Aufrechterhaltung keine besondere Aktivität oder Input braucht. Im Westen beobachten wir, daß die Abwesenheit eines verbreiteten, von der Allgemeinheit getragenen und gesellschaftlich akzeptablen Tribalismus, der ungefähr dem der Japaner entspricht, übereinstimmend einen großen und schwer zu kontrollierenden Zustrom krimineller und aufrührerischer Moslems zur Folge hat, die in ihrer Gesamtheit zweifellos diese Länder weiter verderben werden, mit langfristigen Konsequenzen, über die nachzudenken alles andere als erfreulich ist.

Beachten Sie, daß dies eine empirische Behauptung über Ursache und Wirkung im Zusammenhang mit der Islamisierung ist, keine Behauptung über die moralische Überlegenheit der japanischen Einstellung. Vielleicht ist die entgegenkommendere Art Europas, die eher danach strebt, menschliche Einheit zu sehen statt menschliche Unterschiede, in mancher Hinsicht höherstehend, inspirierender, nobler. Vielleicht zeigt die japanische Haltung einen Argwohn oder eine Abneigung gegen Dinge an, die unbekannt sind oder als fremd betrachtet werden. Vielleicht verdient die europäische Einstellung unseren Respekt in einer Weise, wie ihn die japanische nicht verdient. All diese Punkte könnten stimmen, aber sie alle berühren nur oberflächlich die Frage nach den Konsequenzen, die diese unterschiedlichen Haltungen in einer Welt massiver Gruppenunterschiede hinsichtlich Wohlstandsfähigkeit, kultureller Werte und ideologischer Bindungen haben. Solange der Islam in der Welt auf freiem Fuß bleibt, wird eine Einstellung, die relativ uneingeschränkte Masseneinwanderung begünstigt, Konsequenzen zur Folge haben, die wir in Rechnung ziehen müssen, ob es uns gefällt oder nicht.

Es ist eine große und schmerzliche Ironie, daß die bedingungslose und unbestrittene Natur des japanischen Tribalismus jede ausdrücklich brutale oder bösartige Anwendung seiner selbst unnötig macht, sei es nun seitens der Vertreter des Staates oder irgendjemandes sonst. Ausländer, die in Japan leben, brauchen keine rassisch motivierten Angriffe zu befürchten, und die schlimmste Störung, die man erleidet, besteht aus Japanern, die ihre Englischkenntnisse an einem auszuprobieren versuchen. Man wird mit keiner besonderen Feindseligkeit konfrontiert, trotz des tief verwurzelten Tribalismus der Japaner, da die Japaner selbstsicher sind und das Gefühl haben, ihr eigenes Land zu kontrollieren. Wenn Japan jedoch eine Masseneinwanderung erfahren würde, wie man sie im Vereinigten Königreich beobachten kann, dann würde ich eine atemberaubende Explosion an Fremdenfeindlichkeit erwarten. Wenn man mit der japanischen Geschichte der letzten hundert Jahre oder so vertraut ist, dann erledigt sich jede stereotypische Vorstellung von ihnen als glückliche lächelnde kleine Asiaten, die zu allem und jedem nicken und sich verbeugen. Dies ist die Kehrseite ihres Tribalismus, was bedeutet, daß man da eine Bilanz ziehen muß. Vielleicht haben die Japaner sie noch nicht gezogen, aber wir auch nicht, und wir irren in eine für unsere eigenen Gesellschaften viel gefährlichere Richtung ab als sie.

Natürlich könnte das Ergebnis ganz anders ausgesehen haben, wenn die Westler, zumindest oberflächlich, ihren Tribalismus entwurzelt und große Zahlen ethnisch und kulturell unterschiedlicher Leute importiert hätten, die ihren eigenen ebenfalls zu einem gewissem Maß erfolgreich entfernt hätten. Tatsächlich hat genau dieser Prozeß bereits in einigem Ausmaß stattgefunden. Es gibt produktive, gesetzestreue ethnische Minderheiten in verschiedenen westlichen Ländern, deren Tribalismen, welche Form sie auch immer annehmen, sie nicht dazu veranlassen, ihre Gastgesellschaften in einen Konflikt mit ihnen zu zwingen. Vielleicht hat ihre Anwesenheit in ihren neuen Ländern sogar einen Netto-Nutzen. Aber ich habe den Verdacht, daß sie ihren Erfolg bis heute nicht in dem Ausmaß genießen, wie sie es verdienen. Denn die Westler, die den Tribalismus ausreichend unter Druck gesetzt haben, um sich selbst davon zu überzeugen, daß sie ihn im Inneren überwunden hätten (und daher überall, da niemand sonst ihm jemals anheimgefallen sei), haben ihn stattdessen einfach importiert.

Als sie beschlossen hatten, daß ihre existierenden Tribalismen eine unwürdige Basis für die Organisation eines Landes seien, entschlossen sie sich, Konzept-Nationen zu konstruieren, wo alle durch ihre Akzeptanz eines Kernprojekts und seiner Konstellation von Begleitprinzipien vereint wären. Leider machten sie einen schrecklichen Fehler – sie vernachlässigten die Formulierung der Konzepte. Dies hat die Schaffung dessen zur Folge gehabt, was ich bürokratische Nationen zu nennen beliebe, welche einfach geographische Behältnisse sind, in die mittels gesetzlicher Protokolle beliebige Kollektionen von Leuten gefüllt werden. Eine Nation dieser Art wird eine Zeitlang zweifellos einigermaßen gut funktionieren. Mit der Zeit jedoch muß das System zusammenbrechen, aus Gründen, die ich im nächsten Abschnitt beschreiben werde.

Stämme, Spiele und die Korruption der Demokratie

Ich habe die Erfahrung gemacht, daß man Leute, wenn man ihnen nur fest genug Argumente über die zerstörerische Wirkung des Islam in westlichen Ländern über den Schädel haut, in eine gewisse Ecke treiben kann, aus der man sie auf die Schnelle nicht leicht wieder rauskriegt. Sicher, der Islam hat anscheinend ein paar Probleme mit der Modernität. Sicher, Moslems scheinen sich nicht gar so gut hier in die zivilisierte Welt einzufügen. Aber in einer Demokratie kann man da wenig dagegen machen, oder? Wir werden ihre Ansichten im direkten Verhältnis ihrer Anzahl berücksichtigen müssen, denn Demokratie sticht alle anderen Erwägungen aus. Ist das nicht so?

Die Leser werden nicht überrascht sein zu entdecken, daß die Antwort auf diese Frage “nein” lautet. Gibt es dafür, daß ich das sage, andere Gründe als mein wohlbekanntes faschistisches Temperament und meine totalitäre Veranlagung? Ich bin froh sagen zu können, daß es welche gibt, aber sie werden einige Erklärung erfordern. Lassen Sie mich zuerst meine Schlußfolgerung ziehen und feststellen, daß der Typ von Demokratie, wie ihn sich die Leute vorstellen, die gegen Antiislamisierungsbemühungen die im vorherigen Absatz angeführten Einwände bringen, eine bedeutungslose Wesenheit ist, moralisch bestenfalls neutral. Da gibt es ein Stück Territorium, das von Leuten mit einem bedeutenden Grad ethnischer, kultureller und sprachlicher Homogenität bewohnt wird. Dankenswerterweise wird dieser unglückliche Zufall der Geschichte durch die Segnungen der Masseneinwanderung beseitigt. Die Regierung des Landes und die durch sie erlassenen Gesetze und durchgeführte Politik sind ein Ausdruck des Willens der Bevölkerungsmehrheit. Dies ist etwas vollkommen Gutes und kann nicht in Frage gestellt werden, ungeachtet dessen, wie ungeeignet solcherart eingeführte Gesetze und politische Maßnahmen einigen von uns erscheinen mögen. Wenn genügend Moslems in das fragliche Territorium kämen und für die Einführung der Steinigung als Strafe für Unzucht stimmten, dann müßte sie eingeführt werden. Seht die Wunder demokratischer Politik! Natürlich werden raffiniertere Denker die Bedeutung unveräußerlicher Rechte in einer wahren Demokratie hervorheben, die von einer Verfassung und einer unabhängigen Justiz geschützt werden. Aber es wird hier genügen, sich auf die Einstellung zu fokussieren, daß die Herrschaft der Mehrheit eine ausreichende Bedingung für Demokratie sei, eine Einstellung, die traurigerweise ziemlich vorherrschend ist.

Diese Vorstellung von Demokratie als die Attrappe bloßzustellen, die sie ist, erfordert, daß wir für eine Minute in die Sprache der Spieltheorie eintauchen. Erfolgreiche Demokratien kann man als Spiele betrachten, bei denen die verschiedenen teilnehmenden Parteien bewußt oder unbewußt akzeptiert haben, daß sie an einem Spiel teilnehmen, das als fortgesetztes Rundenspiel eine positive Summe für alle Parteien hat. Der allgemeine Frieden und Wohlstand, den man in solchen Gesellschaften ermöglicht und genossen wird, ist ein mächtiger Beweis für den Nutzen einer solchen Demokratie. Aber was geschieht, wenn die Teilnehmer des Spiels und Kosten und Nutzen der verschiedenen Ergebnisse so weit verändert werden, daß, wiederum bewußt oder unbewußt, gewisse Spieler finden, daß eine Fortsetzung des Spiels ihnen keinen langfristigen Nutzen mehr verspricht? Gibt es dann irgendwelche Anreize für diese Teilnehmer, überhaupt im System zu verbleiben?

Es ist wichtig, daß wir erkennen, daß die Demokratie, die für einige im relativ säkularen Westen in den Status einer Religion erhöht ist, nichts dergleichen ist. Sie ist nur ein Waffenstillstand, ein bewaffneter Friede, zwischen verschiedenen konkurrierenden Elementen, die glauben, daß ihren langfristigen Interessen durch Kooperation und die periodische Akzeptanz der Notwendigkeit von Kompromissen am besten gedient ist. Wenn konkurrierende Elemente vom selben Stamm sind und daher eine fast völlige Überlappung fundamentaler Interessen haben, dann kann die Brown’sche Bewegung politischer Macht über die Zeit als auf den mit jenen Interessen vereinbaren Gleichgewichtspunkt zentriert angenommen werden, und die Stabilität, die sich aus dem in einer Demokratie vorausgesetzten Kompromiß ergibt, als in jedermanns bestem Interesse. Diese konkurrierenden Elemente sind keine verschiedenen Unterstämme, sondern Parteien auf beiden Seiten jeder Meinungsverschiedenheit. Wenn ich glaube, daß der Mindestlohn um 50 Pence steigen sollte, und Sie glauben, daß er um 50 Pence sinken sollte, dann sind wir konkurrierende Elemente, die vermutlich akzeptieren werden, daß demokratisch geforderte Änderungen des Mindestlohns nicht wert sind, deshalb zu den Waffen zu greifen. Daher akzeptieren wir einen Kompromiß um unserer langfristigen Interessen willen.

Da Stämme nun mal sind, was sie sind, ist es schwer vorstellbar, wie irgendein Land, das innerhalb seiner Grenzen bedeutende Anzahlen von Mitgliedern mehr als eines Stammes einschließt, fortgesetzt in irgendeinem bedeutungsvollen Sinn des Wortes funktionieren kann. Vielleicht gibt es Stämme, die so wenige und geringfügige widerstreitende fundamentale Interessen haben, daß sie über einen längeren Zeitraum als Fraktionen derselben demokratischen Staatswesens funktionieren können, ohne daß es zu Hader zwischen den Stämmen kommt, der diese Einheit auseinanderreißt. Aber solche Beispiele sind in realen menschlichen Gesellschaften schwer aufzutreiben und werden nur durch ungewöhnliche Kombinationen intellektueller, wirtschaftlicher und historischer Trends ermöglicht.

Auftritt des Islam, dessen Anhänger etwas unvertraut zu sein scheinen mit den Regeln des demokratischen Spiels oder der ihm zugrunde liegenden Kompromißbereitschaft zum langfristigen gegenseitigen Nutzen derer, die daran teilnehmen. In der Tat scheinen sie an allem uninteressiert zu sein außer am Islam und seinen Diktaten, und da fängt der Ärger an. Sobald ein Land eine moslemische Minderheit von irgendeiner bedeutsamen Größe hat, kann man dann immer noch sagen, daß alle konkurrierenden Parteien an einem Spiel teilnehmen, das in seiner fortgesetzten Form immer noch für alle Seiten eine positive Summe hat? Seien wir großzügig und ignorieren wir die Kriminalität, die sozio-ökonomische Minderleistung, terroristische Tendenzen, Aufwiegelung, Dysfunktionalität, nie endende Forderungen, kulturelle Arroganz und allgemeine Unerfreulichkeit von Moslems. Rein nach den Begriffen der Dynamik des vereinfachten demokratischen politischen Systems, das ich bisher beschrieben habe – führt ihre Einwanderung in das Land eine qualitative Änderung in einem Ausmaß herbei, daß sie das ansonsten gesunde Funktionieren des Systems herabsetzt?

Die Antwort auf diese Frage ist eindeutig “ja”. Denn auf einen Schlag wird die beinahe völlige Überlappung fundamentaler Interessen überall wohin man schaut durch den unlösbaren Gegensatz fundamental unvereinbarer Interessen ersetzt. Die Interessen der Moslems sind zum großen Teil die Diktate des Koran, welche völlig gegensätzlich sind zu allem Guten an der westlichen Zivilisation oder überhaupt jeder anderen Zivilisation. Das oben erwähnte Nullsummenspiel wegen des Mindestlohns kann von jeder Seite gewonnen oder verloren werden, ohne den Respekt der Spieler für das Spiel zu gefährden. Wenn das nicht so wäre, hätten unsere Gesellschaften gar nie demokratisch funktioniert. Aber wie können die eingeborenen Bewohner akzeptieren, daß der theokratische Totalitarismus des Islam sich in ihre Gesetze und Lebensart einschleicht und gleichzeitig dafür sorgen, daß der langfristige wechselseitige Nutzen der Demokratie weiterhin genossen wird?

Denken wir über die kürzliche Entscheidung der britischen Regierung nach, Geert Wilders die Einreise ins Vereinigte Königreich zu verbieten. Ob man Wilders einreisen ließ oder nicht, würde immer ein Nullsummenspiel sein zwischen unserer fahrlässigerweise importierten Moslembevölkerung und dem Teil der einheimischen britischen Bevölkerung, der nicht aus freischwebenden stammeslosen Kollaborateuren gegenüber dem Islam bestand. Also, was soll’s? Wie das Beispiel mit dem Mindestlohn zeigt, gehört der Kompromiß zum Wesenskern der Demokratie. Sicherlich ist das nur eines jener Dinge, die wir akzeptieren müssen, wenn wir ein fortgesetztes Positivsummenspiel mit unserer schnell wachsenden Moslembevölkerung genießen sollen?

Leider nein. Der vernünftig stabile Gleichgewichtspunkt, um den sich die politische Macht früher in Abstimmung mit zeitweiligem parteipolitischem Erfolg zu bewegen pflegte, hat nun einen stetigen Vektor in Richtung immer größerer Islamisierung erhalten. Die Fähigkeit kleiner Moslempopulationen, durch ausgesprochene und unausgesprochene Drohung mit Protesten, Demonstrationen, Aufruhr und Terroranschlägen die existierenden politischen Parteien zur Unterwerfung einzuschüchtern, ist bereits für jeden zu rationalem Denken fähigen Beobachter offensichtlich.

Es wäre kaum glaubwürdig, wenn man sagen würde, daß hier kein reales politisches Moment geschaffen würde, oder daß das kürzliche Buckeln und Kratzfüße machen gegenüber den Gläubigen in Wirklichkeit wenig mehr sei als eine triviale Unausgewogenheit im politischen Gleichgewicht, die bald von Gordon Brown korrigiert werden wird, indem er Mohammed im Unterhaus mit von den Lippen fliegendem Speichel als Pädophilen und Mörder verurteilt. In dem Maß, wie Moslems weiterhin ins Vereinigte Königreich strömen, wird es immer schwieriger zu vermeiden sein, auf den heutzutage aus Feigheit gesetzten Präzedenzfällen aufzubauen, aus Gründen, die ich anderweitig ausführlich untersucht habe, die aber ohnehin intuitiverweise offensichtlich sind.

Eingeborene Briten sehen sich daher als Stamm einer allmählichen Korrumpierung ihrer Nation und einer Vernebensächlichung ihrer Interessen gegenüber, zur Beschwichtigung eines Stammes religiöser Totalitärer aus dem 7. Jahrhundert, die ihnen bereits in verschiedenster Weise Schaden zufügen durch Verbrechen, Terrorismus und sozio-ökonomischer Minderleistung. Welchen Grund könnte es also für diese Einheimischen geben zu akzeptieren, daß sie Teil eines Staatswesens bleiben sollten, das ihre Interessen so breit und so tief untergräbt? Der frühere Entwicklungsweg besagten Staatswesens zu langfristig positiver Summe ist jetzt auf einen Weg abgezweigt, der massiv zum Vorteil unserer moslemischen Kolonisatoren und massiv zum Nachteil von uns, den Kolonisierten, ist. Das soll heißen, daß wir nicht länger zusammen ‘drin’ sind, durch gute und schlechte Zeiten. Wir sind stattdessen konkurrierende Parteien in einem Spiel, das langfristig bestenfalls Nullsumme hat. Ein System dieser Art muß mit der Zeit auseinanderbrechen, und es ist unwahrscheinlich, daß dieser Prozeß für irgendjemand erfreulich sein wird. Solcherart zerstört sich die Demokratie selbst, wie ein Tier, das seine eigenen Ernährungsgewohnheiten und damit auch seine Selbsterhaltungsmechanismen vergessen hat.

Lassen Sie mich das in persönlichen Begriffen ausdrücken. Ich werde unter keinen Umständen akzeptieren, daß den Interessen der Mitglieder eines fremden, feindseligen, expansionistischen und kulturvernichtenden religiösen Stammes mehr Bedeutung beigemessen werden soll als meinen eigenen, in dem Land, das mir von meinen Vorfahren vermacht worden ist. Jeder ‘legitim’ erreichte Erfolg ihrerseits in dieser Hinsicht wird in Wirklichkeit illegitim wegen der Aufkündigung des demokratischen Vertrags und der Korrumpierung des demokratischen Spiels, welche ihre Anwesenheit in Britannien von Anfang an nach sich gezogen hat.

Zum Schluß

Von all den Artikeln, die ich bisher über Themen im Zusammenhang mit Islam und Islamisierung geschrieben habe, hat dieser mir am meisten psychologisches Unbehagen bereitet, und zwar in ziemlichem Ausmaß. Zu dem Schluß zu kommen, daß gewisse Freunde und Bekannte Positionen anhängen, die zusammengenommen Stammesinteressen repräsentieren, die in einem Nullsummenspiel mit meinen eigenen stehen, in meinem eigenen Land; zu erkennen, daß Stammesgefühle von einer Art, zu der ich mich selbst nicht stark hingezogen fühle, eine vitale Rolle bei der Verteidigung dessen spielen werden, was gut ist in dem Land; darauf zu bestehen, daß man demokratische Standardprozesse beiseite schieben wird müssen, um den Einfluß verderblicher Ideologien zu beseitigen: offen gesagt, ich würde lieber gar nicht über irgendeines dieser Dinge nachdenken müssen.

Denn selbst ich, geneigter Leser, habe zuviel des Kosmopolitischen in mir, um mich über die Haltung zu freuen, daß Leute einander aus Stammesgründen als Todfeinde ansehen. Als ich mir einmal die BNP-Homepage anschaute, aus Gründen, die mir jetzt entfallen, so erinnere ich mich, daß es mir die Augen trübte beim Anblick der Gruppenfotos glücklicher weißer Leute, die gemeinsam glücklich und weiß waren. Warum war es so wichtig für sie alle, weiß zu sein? Was, wenn einer von ihnen ein Inuit gewesen wäre? Wäre irgendetwas Schreckliches passiert? Waren die Inuit auch nur etwas weniger menschlicher Rücksichtnahme wert, nur weil ihre Vorfahren nach rechts gingen, als meine nach links gingen?

Es scheint mir, daß wir sinnvoll unterscheiden können zwischen den subjektiven Gefühlen, die wir gegenüber einem gewissen motivierenden Faktor innerhalb eines komlexen Systems hegen, und einer objektiveren Analyse der unverzichtbaren Rolle, die dieser fragliche Faktor in dem System als Ganzem spielen könnte. Es ist lehrreich, ein ökonomisches Beispiel zu betrachten, indem man zum Beispiel festhält, daß kein Geringerer als Adam Smith eine niedere Meinung von Geschäftsleuten hatte, wie von Thomas Sowell geschildert:

“Jene, die für Regierungsinterventionen in der Wirtschaft sind, stellen jene, welche freie Konkurrenz bevorzugen, oft als Unternehmer-Apologeten dar. Dies ist seit mindestens zwei Jahrhunderten falsch. Adam Smith, der Begründer der freien Marktwirtschaft aus dem 18. Jahrhundert, war so beißend kritisch gegenüber Geschäftsleuten, daß es unmöglich wäre, eine einzige vorteilhafte Erwähnung dieser in seinem 900-seitigen Klassiker “Der Wohlstand der Nationen” zu finden. Stattdessen schimpfte Smith über das Gezeter und die Spitzfindigkeit von Kaufleuten und Fabrikanten…”

Die meisten von uns werden in Gegenwart der extremeren und fremdenfeindlicheren Manifestationen des Tribalismus Widerwillen und Unbehagen verspüren, selbst jener Tribalismen, die uns als ihre Mitglieder einbeziehen. Manche von uns werden auch auf gemäßigtere und selbsterhaltendere Ausdrucksformen besagter Tribalismen ähnlich reagieren, Ausdrucksformen, die ich als unvermeidliche und angemessene Reaktion auf die Invasion ideologisch feindseliger Fremder betrachten würde. Solche Leute werden vielleicht etwas beruhigt sein, wenn sie bedenken, daß, so wie freie Marktpolitik Wohlstand in Wirtschftssystemen schaffen kann, ungeachtet der unattraktiven Natur gewisser Bestandteile dieses Systems, angemessener Tribalismus große Sicherheit und Robustheit in politischen Systemen schaffen kann, ungeachtet der Unerfreulichkeit gewisser Akteure in jenen Systemen.

Ich finde es hilfreich, eine Organisation wie die BNP in diesem Licht zu betrachten. Meine Recherchen legen mir nahe, daß dies eine politische Partei ist, deren Positionen stark von nationalsozialistischer Ideologie beeinflußt ist, wenn auch einige davon verborgen sein mögen. Obwohl viele ihrer Wähler unzweifelhaft wohlmeinende weiße Briten sind, die frustriert und zornig darüber sind, was mit ihrem Land passiert, scheint die Führung der Partei von einer Art zu sein, wie man sie auf Basis vorerwähnter ideologischer Verbindung erwarten würde. Und doch gibt es eine signifikante Überlappung von Interessen zwischen der BNP und Leuten wie mir. Wie soll man davon halten?

Lassen Sie es mich kurzgefaßt ausdrücken: Wenn die BNP bei den nächsten allgemeinen Wahlen zwei Sitze gewinnen würde, wäre ich erfreut. Wenn sie zweihundert gewinnen würde, dann würde ich auswandern. Ich sehe es so, daß die Unterstützung für die BNP eine ähnliche Rolle spielt wie der Preis in einer freien Marktwirtschaft, was heißen soll, daß ich sie als Signal sehe, das eine bestimmte Art Information befördert. Wenn die BNP verboten und ihre Unterstützung daher auf Wählereebene verschwinden würde, dann würde diese Information dem System verloren gehen, was den Druck auf die etablierten Parteien mindern würde, eine reale Antwort auf die Islamisierung zu formulieren, etwas, wovon ich inbrünstig hoffe, daß sie es einmal tun werden. Den Vormarsch nativistischer Gruppen auf dieser Ebene zu beklagen wäre wie den Ölpreisanstieg zu beklagen, wenn die Nachfrage schneller steigt als das Angebot. Nachdem dies gesagt ist, kann ich angesichts meines Glaubens hinsichtlich der Kluft zwischen der wahren politischen Einstellung der BNP-Führung und den Motiven jener, die sie wählen, unmöglich die Schlußfolgerung vermeiden, daß es eine Katastrophe für sie wäre, wenn sie reale Macht erhalten würde.

Ungeachtet dessen, ob die Leser meine Sichtweise auf diese spezielle Sache teilen oder nicht, halte ich eine betonte Analyse auf Systemebene für wichtig, wenn wir uns nicht durch reflexhafte Reaktionen auf einige Aspekte des Tribalismus blind machen lassen sollen gegenüber der wichtigen Rolle, die er für uns beim Widerstand gegen den Islam spielen muß. Für jene, die denken, daß ich all das ziemlich simpel und harmlos darstelle, lassen Sie mich zum Schluß zugeben, daß die Wirklichkeit sicherlich von den optimistischsten Voraussagen irgendeines von uns abweichen wird. Ich habe ernsthafte Zweifel, ob ein Tribalismus, der zur Verteidigung gegen Bedrohungen wiederersteht, die sein früheres Selbst ohne Schwierigkeiten vorweg verhindert hätte, sowohl Gelegenheit als auch Neigung haben wird, viel Opposition seitens anderer Stämme zu ertragen, speziell auf dem, was er mit nicht geringer Berechtigung als Heimatterritorium ansieht. In dem Ausmaß wie wir glauben, daß der Tribalismus genauso Kosten hat wie Nutzen, für uns wie für andere, könnte es eine gute Idee sein, darüber nachzudenken anzufangen, wie wir die Exzesse zügeln werden, auf die einige unvermeidlicherweise drängen werden, wenn die schnell steigende Spannung zwischen dem Islam und dem Westen, Parasit und Wirt, schlußendlich zu offenem Konflikt in unseren eigenen Ländern überkocht.

Toleranzfrage

Mai 15, 2009

Scham, Aggression und demographischer Selbstmord

von Shrinkwrapped

Übersetzung: BeforeDawn

Teil I

(28. März 2006)

Am Anfang meiner beruflichen Tätigkeit kam eine Frau zu mir, die ich Gudrun nennen möchte, um sich therapieren zu lassen, und zwar gezwungenermaßen. Sie hatte eine ausgezeichnete berufliche Tätigkeit, die sehr zu ihr passte, aber ihr Chef hatte ihr gesagt, er würde sie entlassen, wenn sie sich nicht einer psychiatrischen Behandlung unterzöge. Es war ihr klar, dass sie nicht gut mit Menschen zurechtkam: in den meisten ihrer Beziehungen hatte sie am Ende das Gefühl, misshandelt zu werden, und so war es wohl auch wirklich. Es gab einiges Beeindruckende an dieser Frau, nicht zuletzt ihre Schönheit und ihre Intelligenz. Sie war Deutsche und war in die USA gekommen, um ihr Studium abzuschließen; sie hatte sich dann entschieden, in New York zu bleiben, weil sie sich eine Zukunft in Deutschland eigentlich nicht vorstellen konnte.

Mein anfänglicher Eindruck war, dass diese Frau sehr sympathisch war, nicht nur wegen ihres offensichtlichen Charmes und ihrer Intelligenz. Sie war warmherzig und einnehmend, sie ließ sich ohne erkennbare Schwierigkeiten auf eine relativ intensive Psychotherapie ein, was emotionale Intimität und Offenheit angeht, und ich wunderte mich darüber, warum es ihr nie möglich gewesen war, eine langfristige Beziehung einzugehen, und warum sie bei ihrem Chef und ihren Mitarbeitern einen so starken Zorn auf sich auslöste. Im Laufe der Zeit merkte ich, dass sie zentrale Teile ihrer Lebensgeschichte nicht thematisierte.

Sie war etwas mehr als zehn Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs geboren. Ihr Vater war in der Wehrmacht gewesen, und nach dem Krieg war er mehrere Jahre Gefangener in Stalins Gulag, bevor er entlassen wurde und nach Hause zurückkehren konnte. Ihre Mutter war während des Krieges noch ein Teenager gewesen und hatte in Berlin gelebt. Ihre Eltern hatten geheiratet, nachdem der Vater aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt war. Sie war ein Einzelkind. Sie, wie auch ich, brauchte mehrere Monate, um zu erkennen, was in ihrer Lebensgeschichte fehlte: sie hatte keine Vorstellung davon, was ihre Eltern während des Krieges erlebt hatten.

Dies hatte Ähnlichkeit mit den “Löchern” in der Lebensgeschichte von Patienten, die Kinder von Überlebenden der Konzentrationslager waren. Die Eltern sprachen nicht nur nicht über ihre Erfahrungen, sondern sie vermittelten ihren Kindern die Botschaft, dass bestimmte Fragen nicht denkbar waren und schon gar nicht gefragt werden durften. Bei Kindern von KZ-Überlebenden konnte man ein solches Fehlen von Teilen der Lebensgeschichte erwarten und man konnte damit therapeutisch arbeiten; ich hatte jedoch bis dahin keine Erfahrung mit Überlebenden auf der Seite der Täter und erwartete nicht dieselbe Art von biographischen Lücken.

Eine Anzahl von disparaten Teilen im Puzzle meiner Patientin kam allmählich in den Blick. Sie verriet mir, dass sie ein Jahr in Israel gelebt hatte, als sie 18 war, und dass sie zu der Zeit erwogen hatte, zum jüdischen Glauben überzutreten. Das erschien rätselhaft, denn als sie zu mir kam, war sie eine kosmopolitische unreligiöse Europäerin mit beträchtlicher Lebenserfahrung. Ein weiterer verwirrender Aspekt ihres Falles war, dass ich von Zeit zu Zeit den Wunsch verspürte, ihr gegenüber verletzende Bemerkungen zu machen, die in ihrer Therapie unangebracht schienen. Ich mochte sie wirklich, und ich war mir keines negativen Gefühls ihr als Deutscher gegenüber bewusst (Wie hätte sie denn für den Holokaust auch nur im geringsten verantwortlich sein können?), noch konnte ich irgendein Stück Gegenübertragung bei mir identifizieren, das mich hätte dazu bringen können, sie zu verletzen.

Erst nachdem mir klar geworden war, dass ich mit meiner Patientin in Hinsicht auf einen Verzicht, die Verwicklung der Eltern in die historischen Ereignisse des Zweiten Weltkriegs zu erkunden, kollaborierte, gewann ihre Therapie einen klareren Fokus und war es uns möglich zu verstehen, was die Gründe für ihre Probleme waren.

Wir fanden heraus, dass ihr Vater zwar in die Wehrmacht eingetreten war, aber sich geweigert hatte, irgendetwas mit der SS oder der Gestapo zu tun zu haben; er hatte regelmäßig erkennen lassen, dass er gegen die Nazis war. Nach dem Krieg hatten die Russen ihn mit vielen anderen deutschen Soldaten verladen und nach Sibirien in den Gulag geschickt, wo er fast zehn Jahre leiden musste, bis die Russen ihn schließlich repatriierten.

Interessant war, dass sie über die Geschichte ihrer Mutter lediglich wusste, dass die Familie am Ende des Krieges mit beträchtlichen Entbehrungen fertig werden musste, und dass sie sich daran erinnern konnte, Hunger gehabt zu haben. Besonders auffällig war, dass Kenntnisse über Erlebnisse ihrer Mutter aus der Zeit vor dem Krieg und während des Krieges völlig fehlten, obwohl sie ein sehr enges Verhältnis zu ihrer Mutter hatte und viel über ihre Nachkriegserlebnisse wusste. Wenn sie ihre Mutter gefragt hatte, wie ihr Leben vor dem Krieg gewesen war, hatte sie es immer abgelehnt zu antworten oder das Thema gewechselt.

Zu der Zeit, als wir anfingen, den Hintergrund ihrer Mutter zu erkunden, offenbarte sie – und es fiel ihr bezeichnenderweise schwer -, dass sie seit langem relativ weitgehende sadomasochistische Sexualphantasien hatte. Sie hatte diese Phantasien nie ausagiert, aber sie fand sie sehr erregend und zugleich in hohem Maße beschämend, was sie in einen inneren Konflikt versetzte. Was ich bemerkenswert fand, war, dass ihre Phantasien – im Gegensatz zu denen anderer Patienten mit sadomasochistischen Neigungen – ganz offensichtlich außerordentlich fließend waren, in dem Sinne, dass es ihr oft unmöglich war, festzulegen, ob sie in ihrer Phantasie das masochistische Opfer oder der sadistische Täter war.

Im dritten Jahr ihrer Therapie machte Gudrun eine vierwöchige Reise nach Deutschland, um ihre Eltern zu besuchen. Ihr Vater war zu der Zeit schwer erkrankt, und es sollte ein Abschiedsbesuch sein.

Nach ihrer Rückkehr hatte sie mir viel zu erzählen. Sie hatte Gelegenheit gefunden, sich mit ihren Eltern zusammenzusetzen und lange Gespräche zu führen; sie hatte schließlich ihre Mutter mit den Lücken in ihrer Lebensgeschichte konfrontiert. Was sie dabei entdeckt hatte, ließ sie ihre eigenen Erfahrungen aus einer veränderten Perspektive sehen.

Ihre Mutter hatte, als sie in Berlin aufwuchs, als beste Freundin ein jüdisches Mädchen gehabt, das im Haus nebenan lebte. Ihre eigenen Eltern hatten ein sehr enges Verhältnis zu den Eltern ihrer Freundin. Die beiden Mädchen waren unzertrennlich. Als die Nazis an die Macht kamen, wurde diese beste Freundin ihrer Mutter, weil sie Jüdin war, in der Schule gemieden und gehänselt; ihre Mutter distanzierte sich von ihrer Freundin. Eines Tages war die Familie von nebenan verschwunden. Es war nicht nur, dass sie sie nie wieder sahen, es wurde auch nie wieder von ihnen gesprochen. Der Name des Mädchens war Giselle.

Meine Patientin brach in Tränen aus und zeigte ihr Entsetzen, als sie mir diese Dinge erzählte. Es war für sie unfassbar, dass ihre Mutter und ihre Großeltern so gefühllos gewesen waren. Wie konnte eine solche Schlechtigkeit in ihrer Familie sein? Andere Deutsche hatten ihr Leben riskiert, um jüdische Kinder und jüdische Familien zu retten; wie konnte ihre Familie sich angesichts solcher Grausamkeit sich so passiv verhalten?

Ihre Scham über ihre eigene Geschichte war tief.

Jetzt erst konnte sie ihre unbewusste Identifikation mit den Juden besser verstehen. Sie selbst war nach einem verschwundenen jüdischen Mädchen benannt worden. Ihre sadomasochistischen Phantasien kamen jetzt klarer in den Blick. Sie begriff, dass sie unbewusst alle ihre Beziehungen durch eine Nazi-Juden-Linse gesehen hatte. Sie konnte es nicht ertragen, auf der Seite der Nazis zu sein, und war so gezwungen, ihre eigenen aggressiven Gefühle zu verstecken und zu leugnen, während sie andererseits das Opfer sein konnte, indem sie in ihren Phantasien sich Aggression von anderen vorstellte; dies war aber auch keine Position, die stabil und aushaltbar war. Die Unmöglichkeit, mit sich selbst einen Pfad durch diese beiden Extreme auszuhandeln, führte zu einer Art von fixierter psychischer Kreisbewegung, die sie dazu zwang, beständig ein Nazi-Juden-Szenario zu inszenieren, abwechselnd als unbewusster Täter und dann als bewusstes Opfer.

Zur selben Zeit, als wir die Dynamik dieses Aspekts ihres Charakters herausarbeiteten, konnte ich auch selbst meine Ambivalenz hinsichtlich ihres deutschen Hintergrunds besser erkennen und damit auch, dass die Fragen, die ich mir verboten hatte zu stellen (´Was haben Ihre Eltern und deren Eltern während des Krieges gemacht?´), mich dazu gebracht hatten, die Art und Weise, in der sie mich provozierte, zu übersehen. (Sie war sehr geschickt in der subtilen Kunst der unbewussten Provokation.) Als ich nun zu sehen begann, wie sie mich provozierte, konnte ich auch besser meine eigenen Impulse, ihr gegenüber grausam zu sein, als das begreifen, was sie waren, nämlich Teil der Inszenierung ihrer aus der Familiengeschichte hergeleiteten unbewussten Phantasien.

Gudrun war eine lebenserfahrene, schöne, intelligente Frau, sprach fünf Sprachen fließend, ein talentiertes und bezauberndes Beispiel einer aufgeklärten Nachkriegseuropäerin, sie spürte jedoch, dass sie einen ernsthaft kranken Kern hatte. Gudrun hatte versucht, Europa zu entkommen, indem sie nach Amerika ging, und war damit teilweise erfolgreich, nachdem sie die Krankheit in ihr identifizieren konnte.

Wie es ihr gelang, diese aus ihrer Familiengeschichte resultierenden lang andauernden Konflikte zu lösen, und was die möglichen Implikationen daraus für Europa sind, wird in einem kommenden Posting erkundet werden.

Teil II :

(29. März 2006)

Gestern habe ich angefangen, die Geschichte von Gudrun zu erzählen, die Mitte zwanzig war, als sie wegen ihrer chronischen Schwierigkeiten, mit ihren Mitmenschen auszukommen, zu mir zur Behandlung kam. Sie war eine begabte attraktive Deutsche, die oft einen jüdischen Stern am Hals trug, als sie achtzehn war, ein Jahr in Israel gelebt hatte, und einen nicht unbeträchtlichen Teil der Zeit damit verbrachte, den Übertritt zum Judentum in Betracht zu ziehen. Sie fand in ihrer Therapie heraus, dass sie nach der besten Freundin ihrer Mutter in deren Kindheit benannt worden war, einem jüdischen Mädchen namens Giselle, die in den Konzentrationslagern Nazideutschlands in den späten Dreißigern verschwunden war, um nie wieder gesehen oder erwähnt zu werden.
[In meinem vorigen Posting hatte ich vergessen, darauf hinzuweisen, dass Gudruns Namensgebung durch die Mutter entsprechend der Tradition der aschkenasischen (osteuropäischen) Juden erfolgt war, die Verbundenheit mit einem geliebten Verstorbenen durch den Gebrauch des gleichen Anfangsbuchstabens auszudrücken.]

Ungeachtet dessen, was Gudrun an Wissen über sich selbst gelernt hatte, was ihr eine große Hilfe war, die Art und Weise zu verstehen, in der sie unbewusst andere dazu provozierte, sie anzugreifen, war sie nicht in der Lage, eine passende Dauerbeziehung zu finden oder aufrechtzuerhalten. Dies war verwirrend, denn wir beide dachten, wir verstünden im wesentlichen, was ihre Beziehungen in der Vergangenheit gestört hatte, und häufig machten ihr Männer den Hof, die, soweit zu erkennen war, durchaus zu ihr zu passen schienen.

Schließlich aber fanden wir heraus, dass es einen unlösbaren Konflikt gab, der es Gudrun verwehrte, jemals die dauerhafte Beziehung zu finden, nach der sie sich sehnte.

Sogar nach mehreren Jahren therapeutischer Arbeit konnte Gudrun die Enormität dessen, was ihre Eltern durchgemacht hatten und wie sie mit ihrer eigenen Rolle in den mit dem Holokaust verbundenen Ereignissen umgegangen war, nicht gänzlich einschätzen. Obwohl sie nicht religiös war und nur ein Minimum an religiöser Unterweisung (in einem protestantischen Bekenntnis) erhalten hatte, hatte sie das Gefühl, dass der Makel des Holokaust, der auf ihrer Familie lastete, eine Ursünde sei, für die es ihr niemals möglich sein werde, völlige Wiedergutmachung zu leisten. Während Christen fühlen, dass sie von ihrer “Ursünde” durch das Opfer Jesu Christi erlöst sind, gab es in der säkularen Welt der Europäer nach dem Krieg und dem Holokaust keine gleichartige Erlösung. Es dauerte eine sehr lange Zeit, bis es Gudrun möglich war, ihr tief empfundenes Gefühl in Worte zu fassen, dass der beschämende Makel in ihrem Kern niemals ausgelöscht werden könne.

Gudruns Empfindung war, dass sie wegen der Mittäterschaft ihrer Familie an den Schrecken des Holokaust es nicht verdient habe, von einem anständigen Menschen geliebt zu werden; sie wusste zwar, dass sie eine Person war, die von anderen gemocht wurde, und konnte sich sogar dazu überreden, dass sie liebenswert sei, aber in ihrem tiefsten Inneren fühlte sie, dass sie nicht liebenswert sei. Die Kluft zwischen dem, was ihr intellektueller Verstand ihr sagte (dass sie für das, was geschehen war, nicht verantwortlich sei) und dem, was ihr Gefühl ihr sagte (dass sie ein Abkömmling des Bösen sei), war unüberbrückbar. Wir haben dies eine sehr lange Zeit bearbeitet. In dieser Zeit gründete sie ihre eigene Firma, kaufte ein Haus und engagierte sich gesellschaftlich, aber sie konnte nie die Art von Zuneigung eines Mannes ertragen, nach der sie sich mehr als nach allem anderen sehnte. Darüber hinaus war die Vorstellung, ein Kind in die Welt zu setzen, in dem möglicherweise dasselbe Übel wie in ihr steckte und auf der Lauer lag, um eines Tages wiederum Gestalt anzunehmen, eine Quelle unvorstellbaren Schreckens für sie. Es war ihr nicht möglich, das Gefühl ins Wanken zu bringen, dass, was an Gutem sie auch immer in der Welt tat, sie doch von Menschen abstammte, die zu den schrecklichsten Dingen in der Lage gewesen waren, und so konnte sie es nicht riskieren, auch nur im geringsten Maße dafür verantwortlich zu sein, dass dieses Böse wiederum auf die Welt losgelassen würde. Es ist kaum möglich zu beschreiben, wie tief sie diesen Schrecken empfand und wie stark er war.

Ich kann nicht genug betonen, dass diese Frau die empfindsamste aller Seelen war; schon der Gedanke, dass sie eine andere Person verletzen könnte, machte sie physisch krank. Dennoch konnte sie nie das Gefühl ins Wanken bringen, dass in ihrem Kern sich etwas Schreckliches befinde. Letztendlich traf sie die bewusste Entscheidung, ihre Gene nicht weiterzugeben. Sie entsagte ihrer eigenen Zukunft und der Möglichkeit, geliebt zu werden. Nichtsdestoweniger hatte sie das Gefühl, dass die Therapie äußerst hilfreich war und dass sie die disparaten Gefühle, von denen sie den größten Teil ihres Lebens geplagt worden war, geklärt hatte. Sie hatte es nicht länger nötig, andere so wie in der Vergangenheit zu provozieren und konnte jetzt gut mit anderen zusammenarbeiten. Die Menschen wurden nicht mehr von ihr vor den Kopf gestoßen und waren nicht mehr wütend auf sie, sondern sie wurde von ihnen aufrichtig gemocht. Sie konnte ihren Freunden und Kollegen zwar nicht erklären, warum sie die ganze Zeit allein blieb, aber sie wusste, warum sie sich für ihren Lebensweg entschieden hatte.

Obwohl immer Vorsicht angebracht ist, wenn man vom Einzelfall auf das Generelle schließt, frage ich mich doch, ob das, was ich in Gudrun gesehen habe, nicht eine unbewusste Dynamik repräsentiert, die insgesamt im heutigen Europa am Werk ist. Das schmutzige Geheimnis, zu dem sich Europa nie bekannt hat, ist das große Ausmaß an Mittäterschaft am Holokaust, nicht nur der Mehrheit der Deutschen, sondern auch der Franzosen, der Polen, der Bulgaren, Ungarn und anderer. Die osteuropäischen Länder haben in einer gewissen Weise dafür Buße getan, dadurch dass ihre Nachkriegsgenerationen von den totalitären Kommunisten gefangen gehalten wurden: die Kommunisten versuchten bewusst, alle Zeichen der Mittäterschaft ihrer Völker am faschistischen Holokaust, der vor allem gegen die Juden gerichtet war, zu beseitigen. Sogar in Westeuropa ist die Mittäterschaft versteckt worden, wenn auch nicht völlig beseitigt. Weil man dies nicht direkt angepackt hat, hat das schändliche Geheimnis im Inneren Europas wie ein Geschwür weiter geeitert, wie alle schändlichen Geheimnisse.

Scham ist das unerträglichste aller Gefühle, weil es das Selbst betrifft. Dr. Sanity hat sehr Erhellendes über Scham und ihre Wirkungen im öffentlichen Raum geschrieben:

Übermäßige oder unangemessene Scham ist etwas völlig anderes, sie sagt dem Individuum mit großer Eindringlichkeit, dass er oder sie wertlos ist. Scham kann eine außerordentlich zerstörerische und schmerzhafte Erfahrung sein. Kinder, die beständiger Feindseligkeit und Kritik ausgesetzt sind, lernen, sich gegen die schlechten Gefühle und die Scham in ihrem Inneren zu wehren und nach außen hin anderen den Grund dafür vorzuwerfen. Projektion und Paranoia, die beide Schuldzuschreibungen nach außen sind, sind psychische Verteidigungsmechanismen gegen die Scham. Oft wird versucht der Betreffende, mit dieser übermäßigen Scham umzugehen, indem er jemanden, den er als schwächer oder noch wertloser wahrnimmt, demütigt (z. B. ein Haustier, eine Frau, Schwule oder Außenseiter erfüllen diese Funktion sowohl für einzelne als auch für kulturelle Gruppen).

Ein Schuldgefühl entsteht nach einem Verstoß gegen die persönlichen Werte oder die der eigenen kulturellen Gruppe. Das Gefühl der Schuld bezieht sich auf Handlungen, auf das Verhalten, während das Gefühl der Scham sich auf das Ich bezieht. Wenn jemandem gesagt wird, sein Verhalten sei schlecht, ist das in seiner psychologischen Wirkung etwas deutlich anderes als wenn man jemandem sagt, er sei schlecht. Jenes führt zu einem Gefühl der Schuld, dieses zu einem Gefühl der Scham.

Zu Scham und Erniedrigung gehört aber auch, dass sie oft zu Wut führen. Wenn die Wut nicht nach außen abreagiert wird, wird sie oft gegen das Ich gerichtet und kann Verzweiflung bis hin zum Suizid bewirken (von dieser Verzweiflung ist Gudruns Lebensentwurf eine weniger schlimme Variante); wenn die Wut nach außen gerichtet ist, kann sie für eine andere Person tödlich sein. Oft stehen beide Formen auch im Zusammenhang. Der Selbstmordbomber vernichtet sich selbst und den verhassten (meistens auch beneideten) anderen, der als die Ursache der Scham gesehen wird.

In der Kultur der europäischen Eliten zeigt sich ein beträchtliches Maß an Pathologie. Sie versuchen, ihr Gefühl der Scham dadurch zu verarbeiten, dass sie das attackieren, was sie als ihren Ausgangspunkt ansehen. Wenn die Juden nur verschwinden würden, könnte die Erinnerung an den Holokaust der Vergangenheit anheim gegeben und für immer vergessen werden. Dies hat nicht für Gudrun funktioniert und es kann auch nicht für Europa als Ganzes funktionieren. Mit ihrem Bemühen, ihre Mittäterschaft vergessen zu machen, drohen sie die Verbrechen der Vergangenheit zu wiederholen. Die schändlichen Angriffe auf die Legitimität Israels sind nichts weiter als kaum verhüllter Antisemitismus, das zentrale Übel, das Gudrun niemals völlig verarbeiten konnte.

Neo-neocons gestriges Posting über Zacharias Moussaoui [angeklagt wegen Mithilfe bei der Vorbereitung von 9/11, Anm. des Ü.] hat mich an eine wirkliche Weltfamilie erinnert, in der diese Trends zum Ausdruck kommen. Sie beschrieb dort, wie Moussaoui in seinem Prozess die Entscheidungsphase über die Todesstrafe dazu benutzt, seine Scham über sein ihn demütigendes Versagen, die ruhmreiche Märtyreroperation durchzuführen, zu kompensieren.

Ah, sein Kummer, dass er an all diesem Ruhm nicht teilhat! Gescheiterte Selbstmorddjihadisten wie Reid (und wahrscheinlich auch Moussaoui) scheinen von ihrer eigenen Version des Angsttraums des Examenskandidaten geplagt zu werden. Was für ein Pech aber auch!Wahrscheinlich ist es so, dass jemand, der den Entschluss gefasst hat, als Selbstmordattentäter zu enden, damit eine Linie überschritten hat. Er/Sie hat die Unausweichlichkeit und die Realität seines/ihres Todes akzeptiert (Ich bin diesen politisch-korrekten Gender-Quatsch jetzt leid, von hier an in meinem Essay benutze ich nur noch die männliche Form, da ja auch die weitaus meisten dieser Leute Männer sind); sie haben sich ihre Todesszene vorgestellt und haben in der Vorfreude geschwelgt, da sie ja erwarteten, dass
dieses Märtyrertum ihnen ewigen Nachruhm bescheren werde. “Es ist ein Ziel, auf´s innigste zu wünschen” [aus: Shakespeare: ´Hamlet´, Anm. des Ü.]: es muss schon grausam sein, sich um ein solches Ziel betrogen zu
sehen.

Hier sehen wir den Ausdruck von vermischter innerer und äußerer Wut, verursacht durch sein Gefühl der Scham, die in den Wunsch mündet, Unschuldige zu ermorden, um des Gefühls der eigenen Größe und Bedeutung willen.

Am Ende verlinkt sie zu einem älteren Posting von ihr, das eine andere Lösung nahelegt. Zacharias Moussaoui kommt aus gestörten Familienverhältnissen. Das ist nicht überraschend, aber einige Einzelaspekte sind es vielleicht doch; er hat zwei Schwestern, von denen Nadia die ältere ist:

Wie ihre Brüder hat Nadia eine komplizierte Beziehung zu ihrem religiösen Hintergrund. Anders als ihre Brüder spricht sie fließend Arabisch und hat als Kind viele Sommer mit der Familie ihrer Mutter in Marokko verbracht. Aber während ihre Brüder ein im wesentlichen weltliches Elternhaus verließen, um sich dem Islam zu widmen, orientierte sich Nadia in eine ganz andere Richtung: bei ihr entwickelte sich, als sie in den Zwanzigern war, eine bleibende Hingabe an die jüdische Religion. “In meinem Herzen”, so sagte sie mir, “in meinem Herzen bin ich Jüdin”. Sie liebt Israel, würde, wenn sie könnte, morgen dorthin gehen, ohne mit der Wimper zu zucken; ihr Traum ist aber, die Brooklyn Bridge zu sehen, nach Brooklyn zu kommen, “weil das
der Ort in Amerika ist, wo all die Juden sind”. Wenn man Palästina erwähnt, dann weist sie mit Bestimmtheit darauf hin, dass es eine solche Nation offiziell nicht gibt; sie kommt oft auf das Thema Israel zurück, und das mit einer Leidenschaft, die man nicht ignorieren kann. Sie hört regelmäßig Radio Schalom oder Radio Communauté Juive, liest Bücher wie “Jüdisches Denken” und “Bibliotherapie”. Sie hat ihrem Bruder geschrieben, dass sie ihn liebt, aber sie sagt, selbst wenn sie in die USA fliegen könnte, würde er sich weigern, sie zu sehen.

Antisemitismus ist eine Krankheit, die einen Menschen und eine Kultur von innen zerstören kann (siehe auch Pity the Poor Anti-Semite); sie kann natürlich ihren ausersehenen Opfern, den gefürchteten, beneideten und idealisierten Juden, schrecklichen Schaden zufügen, aber sie höhlt eben auch den Kern desjenigen aus, der an dieser Krankheit leidet. Vielleicht hat Gudrun ein Beispiel für die Wege aufgezeigt, auf denen diese Krankheit ihre Wirkungen durch die Generationen hindurch zeitigt.

Teil III:

(30. März 2006)

In den Teilen I und II dieser Serie habe ich beschrieben, wie es meiner Patientin Gudrun möglich war, eine partielle Lösung für ihre unbewussten Konflikte, die von den sich auf den Holokaust beziehenden Familiengeheimnissen (im besonderen denen der Mutter) herrührten, zu finden. Die Diskussion in den Kommentaren zu Teil II war äußerst anregend und erhellend. Es wurden viele Fragen aufgeworfen, besonders aber die Frage, wie weit sich die besondere Psychodynamik dieser Frau auf den gegenwärtigen Zustand des europäischen Zeitgeists anwenden lässt. Wenn Sie die Kommentare noch nicht gelesen haben, schlage ich vor, es jetzt zu tun, weil viele der angesprochenen Gesichtspunkte sich auf dieses Posting beziehen.

Meine Patientin wuchs im Nachkriegsdeutschland auf, in einer Umgebung, in der die gesamte Bevölkerung sich verabredet hatte, alle Erinnerungen an ihre Mittäterschaft am Holokaust (bei vielen eine aktive, aber bei den meisten eine passive) zu begraben. Die beste Kindheitsfreundin ihrer Mutter war ein jüdisches Mädchen von nebenan; eines Tages war sie mitsamt ihrer Familie verschwunden und wurde nie wieder gesehen oder auch nur erwähnt. Gudruns Mutter behielt fast 40 Jahre lang dieses Geheimnis bei sich selbst, d. h. der Mutter war es nicht wirklich bewusst gewesen, dass es ein Geheimnis war, sie hatte einfach nie daran gedacht, es ihrer Tochter gegenüber zu erwähnen, bis Gudrun sie direkt damit konfrontierte, als sie – nun schon fast dreißig – bei ihr zu Besuch war.

Die Analogie zwischen Europas allgemeiner Leugnung und der der Einzelperson liegt in der Verdrängung.

Eine von Freuds großen Einsichten war, dass, wenn traumatische Erinnerungen “vergessen” oder “verdrängt” und so dem Gedächtnis entzogen werden, sie dennoch beständig danach drängen, an die Bewusstseinsoberfläche zurückzukehren. Die Kräfte, die das “Vergessen” bedingen, kämpfen darum, das Trauma nicht bewusst werden zu lassen, und aus diesem Kampf resultieren Krankheitssymptome und Charakterdeformationen. Das klassische Beispiel hierfür, das wir in der jetzigen komplexeren Gesellschaft nicht mehr sehen, wäre die hysterische Konversionssymptomatik. Bei einem Patienten, der sich in einer Konfliktsituation wegen seiner Aggression (er hat Angst, sich oder andere zu verletzen) befindet, könnte sich z. B. eine hysterische Lähmung seines Armes entwickeln. Mit seinem gelähmten Arm wäre er nicht mehr in der Gefahr, irgendjemanden zu verletzen, allerdings sind die resultierenden Symptome der hysterischen Konversion oft schlimmer als die Impulse, die sie auslösen. Freud nannte eine solche Symptombildung eine “Rückkehr des Verdrängten”.

[Unser heutiges Verständnis einer solchen Symptombildung ist ein gutes Stück differenzierter und komplexer, aber der grundlegende Rahmen für das Verständnis hat den Test der Zeit bestanden.]

In der gleichen Weise nun haben die europäischen Eliten sich vorgestellt, sie könnten die Verwicklung Europas in die Grausamkeiten des Holokausts vergessen, ohne einen Preis dafür zu zahlen. Jedoch zahlt Europa einen sehr hohen Preis dafür, und es könnte sein, dass es im Begriff ist, die Bühne für eine “Rückkehr des Verdrängten” zu bereiten.

Der Mann mit dem gelähmten Arm, den ich mir gerade vorgestellt habe, ist Europa. Seit dem Zweiten Weltkrieg, als das ganze Ausmaß des Schreckens des Holokaust zutage trat, haben die Europäer versucht, ihre aggressiven Impulse zu leugnen. Sie sind friedliebender geworden als die blutdürstigen Amerikaner und haben sich deswegen selbst entwaffnet, sie sind moralischer als der Cowboy aus Crawford, viel gescheiter und differenzierter im Denken als die Tölpel von der anderen Seite des großen Teichs. Aber während dieser ganzen Zeit, in der sie den Anschein verfeinerter Urbanität aufrechterhielten, gab es in ihrem Kern eine Krankheit.

Meine Patientin löste ihre auf Aggression, Scham und Schuld basierenden Konflikte durch Selbstbestrafung, Zerstörung ihrer Zukunft und durch die Selbstverpflichtung, niemals Mittäterin bei Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu sein. Man ist versucht, im demographischen Versagen der hochzivilisierten Europäer eine ähnliche Selbstverpflichtung zu sehen. Ich möchte jedoch behaupten, dass es in diesem Fall nicht so leicht ist, das Verdrängte im Unbewussten unter sicherem Verschluss zu halten. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs haben die Europäer, außer Lippenbekenntnissen, nichts getan, um neue Völkermorde zu verhindern oder zu stoppen, jetzt in Darfur, vorher in Bosnien, in Kurdistan (durch Saddam Hussein) und unter den Schiiten im Irak. Durch ihre Angst vor Aggression und ihre Unfähigkeit zu moralischen Differenzierungen haben sie sich im Angesicht wirklicher Brutalität selbst entwaffnet. Sie haben sich sogar vehement bemüht, jene zu entwaffnen, die sie als ihr böses Spiegelbild sehen, die Israelis. (Dies wäre ein Beispiel für den “Narzissmus der kleinen Unterschiede”, der eigentlich einen gesonderten Beitrag verdient; man beachte, dass die deutschen Juden vor dem Aufkommen des Nationalsozialismus die erfolgreichsten und am stärksten assimilierten Juden in ganz Europa waren. Dazu hat jemand gesagt, dass die Deutschen den Juden den Holokaust niemals verzeihen werden. Und auch nicht die Franzosen.)

Die ganze Kultur der Political Correctness und des Multikulturalismus beruht auf der Marxschen Dialektik der Unterdrücker und der Unterdrückten… In der politisch-korrekten Welt können nur Weiße und ihre Handlanger die bösen Unterdrücker sein. Saddam Hussein kann Millionen von muslimischen Glaubensgenossen töten, und dies regt niemanden auf; Hafis el-Assad kann Hama zerstören und 20.000 Menschen töten [Bombardement der Stadt Hama, um eine Zentrale der Muslimbrüder auszuschalten, Febr. 1982; Anm. des Ü.], und das ohne ein Wort der Missbilligung vonseiten der Europäer; die saudische Königsfamilie kann Sklaverei praktizieren und mittelalterliche Strafen für Apostasie verhängen, ohne ein Wort der Missbilligung (bedauerlicherweise auch nicht von unserer Regierung); der Iran ermordet Vergewaltigungsopfer und arbeitet fieberhaft daran, Nuklearwaffen herzustellen, um sie gegen ihre Feinde, einschließlich der Juden, einzusetzen, und die Europäer jammern und ringen die Hände, weil sie sich vor ihrer eigenen Aggression derartig fürchten, dass die Anwendung von Gewalt zur Entwaffnung des Irans für sie unvorstellbar ist. Dies ermöglicht es den Europäern, die Welt einzuteilen in jene, die die Freiheit zur Aggression haben, und in jene, denen Aggression verwehrt werden muss. Dies ist die Erklärung dafür, dass die Amerikaner und die Israelis immer im Unrecht sind, und die Moslems nie. Zugleich fühlen sie sich immer sicher, die Amerikaner und die Israelis verbal zu attackieren, aber nicht ganz so sicher, wenn es darum geht, Moslems verbal anzugreifen.

Diesen Konflikt haben sie nun zunehmend in ihren eigenen Hinterhof importiert, und es ist kein Zufall, dass die Europäer angesichts der Aggressivität vonseiten der unter ihnen lebenden Muslime sich gelähmt wiederfinden. Ihre anfängliche Reaktion darauf, abgesichert durch ihre reflexhafte Politische Korrektheit, war, diese Aggression in ihren eigenen Ländern zu leugnen; dies jedoch funktioniert nicht sonderlich gut.

Gateway Pundit hat Fotos von den französischen Unruhen in dieser Woche; dies sind keine Unruhen wegen Karikaturen, sondern Proteste von französischen Studenten und Gewerkschaften gegen Pläne der Regierung, die marode Wirtschaft durch die Schaffung von nicht ganz so abgesicherten Jobs in Schwung zu bringen. Diese Proteste waren wieder einmal der Grund für die muslimischen Jugendlichen, deren ethnische und religiöse Zugehörigkeit in der französischen Presse niemals erwähnt wird, gegen die privilegierten Franzosen zu randalieren, die sie als Dhimmis ansehen. Aber die Moslems, in der törichten Überschätzung ihrer eigenen Macht, laufen wiederum Gefahr, sich zu übernehmen. Wenn sie zu früh auf die Barrikaden gehen, könnten die Moslems im Herzen Europas jenen von so vielen gefürchteten und von so vielen herbeigewünschten Zusammenstoß der Zivilisationen auslösen, bevor die Europäer ihren demographischen Selbstmord vollendet haben.

April 16, 2009

James Kalb: Die Tyrannei des Liberalismus

Gespeichert unter: Alle Artikel, Thatcher — Manfred @ 7:54

Aus dem Englischen übersetzt von Thatcher

Liberty Crying

Liberty Crying

Eine leicht veränderte Version des folgendes Essays, der im Original den Titel “Liberalismus, Transzendenz und Restauration” trägt, erschien in der Sommerausgabe 2000 von Modern Age. Er ist auch auf Dänisch und Tschechisch erhältlich.

Das Verschwinden der radikalen Linken ist ein Anzeichen dafür, daß sie im Grunde diejenigen ihrer Ziele, die erreichbar waren, erreicht hat. Was niemand zugibt, ist die Tatsache, daß das, was wir rund um uns sehen, der Sieg der Revolution ist.

Die heutige Politik ist radikal-säkularistisch und antipartikularistisch. Sie zielt auf die Auflösung dessen, was von der traditionellen Gesellschaft übrig ist, und auf die Errichtung einer universellen Form menschlichen Zusammenschlusses, der ein technisch-rationales System zum Zweck der gleichen Erfüllung von Wünschen begründet. Die Religion soll aus dem öffentlichen Leben verbannt, ethnische und (soziale; A.d.Ü.) Geschlechtsunterschiede sollen abgeschafft und eine weltweite Ordnung aufgebaut werden, die auf Weltmärkten und transnationalen Bürokratien basiert und sich im Namen der Menschenrechte, der internationalen wirtschaftlichen Entwicklung und der kollektiven Sicherheit über lokale Unterschiedlichkeiten hinwegsetzt.

Der zeitgenössische Liberalismus ist Ausdruck dieser neuen Ordnung und unterstützt sie. Nicht alle Mitglieder der herrschenden Eliten hängen dem Liberalismus an, und ebenso erhält er Unterstützung von Außenstehenden. Wie dem auch sei, unsere Eliten bestimmen seinen Inhalt und er befördert ihre Interessen. Er setzt die Begriffe in den Diskussionen, definiert, was als Fortschritt angesehen wird und bildet die Grundprinzipien der Zusammenarbeit heraus, auf den unsere Eliten ihren Herrschaftsanspruch gründen.

Die Unterstützer der neuen Ordnung sehen sie als historisch und moralisch notwendig und deshalb als obligatorisch an, ungeachtet bestehender Ansichten und Gewohnheiten. Weil moderne Regierungen behaupten, sie stützten sich auf Zustimmung, muss die Öffentlichkeit dazu gebracht werden, sie anzunehmen. Die öffentliche Meinung zu bilden und Sichtweisen, die der fundamentalen gesellschaftlichen Politik entgegenstehen, aus der Mainstream-Diskussion herauszuhalten, ist deshalb grundlegend für das Staatshandwerk geworden.

Wahre Opposition kommt nicht von der Linken, sondern von reaktionären und restaurativen Gruppen, die sich selbst von der ehrenwerten Politik ausschließen, indem sie den Liberalismus und die Linke zurückweisen. Die heutigen Dissidenten sind partikularistisch — traditionalistisch, fundamentalistisch, populistisch oder nationalistisch. Darüberhinaus sind sie antisäkularistisch und antihedonistisch. Sie weisen ein System von Politik zurück, das die gesellschaftliche Ordnung auf menschlichen Willen gründet, weil sie die dahinterliegende Ansicht ablehnen, die Menschen brächten Moral für ihre eigenen Zwecke hervor.

Heute werden alle Dinge aus dem Grund gerechtfertigt, daß sie den Menschen helfen, das zu bekommen, was sie wollen. Diejenigen, die eine Autorität oberhalb menschlicher Zwecke erkennen, werden als gefährliche Bigotte, die andere im Namen gewisser Sekten oder willkürlicher Prinzipien unterdrücken wollen. Als eine Konsequenz existiert so etwas wie eine politische Fundamentaldiskussion nicht mehr. Die heutige Politik ist gespalten zwischen einer Einstellung, die sich selbst als vernünftig und diesseitig präsentiert und die die öffentliche Diskussion absolut beherrscht, und einer Verschiedenheit abweichender Ansichten, die sich für höhere Güter als menschlichen Wunsch aussprechen, aber nicht in der Lage sind, ihren substantiellen, darunterliegenden Grund wirksam werden zu lassen. Niemals wird dieser Konflikt ernsthaft diskutiert, denn er wird als gelöst betrachtet; die herrschende liberale Sicht der Dinge ist akzeptiert und unbestreitbar, während Dissens als gesitig verwirrt oder Schlimmeres betrachtet wird.

Die beherrschende Sichtweise hält sich selbst für besonders tolerant und allumfassend. Sie ist es nicht. Der Fehler resultiert aus einer Fehleinschätzung von Politik und Moral, die für den Liberalismus essentiell ist. Der Liberalismus behauptet, daß er religiöse und moralische Themen, zumindest diejenigen, die er als persönlich identifiziert, dem Urteil des Einzelnen überlasse. Der theoretische Grund, warum er das tut, ist Neutralität gegenüber letzten Verpflichtungen. Wie es der Oberste Gerichtshof (der USA, A.d.Ü.) ausgedrückt hat: “Das Herzstück der Freiheit ist das Recht, sein eigenes Konzept des Daseins, des Sinnes, des Universums und des Mysteriums vom menschlichen Leben zu definieren.” [Sache: Planned Parenthood vs. Casey, 1992, 505 U.S. 833, 851.]

Liberale beteuern, daß die heute weitverbreitete religiöse und moralische Uneinigkeit solche Neutralität zum einzig möglichen Weg des öffentlichen Lebens macht. Während sie manchmal von gemeinsamen Werten sprechen, wenn unter Druck geratene Liberale zu der Notwendigkeit zurückkehren, die Leute für sich selbst entscheiden zu lassen. Alles, was nötig sei, sagen Liberale, seien ein paar formale Grundlagen, so wie Gleichheit und Eigenbesitz, die man für unterschiedliche Zwecke braucht, damit sie gleichermaßen bestehen können.

Der Liberalismus bezieht seine enorme Stärke aus seiner Fähigkeit, solche Behauptungen akzeptabel zu machen. Sie sind nichtsdestoweniger falsch. Wenige Gesellschaften sind bisher liberal gewesen, während moralische Uneinigkeit allen Gesellschaften jeglicher Größe und Komplexität gemeinsam ist. Mehr noch; der zeitgenössische Liberalismus akzeptiert Uneinigkeit nicht mehr, wie es andere Ansichten tun. Im Gegenteil, er basiert auf einem bestimmten Verständnis von Moralität mit weitreichenden Folgen für das Ganze des Lebens, die er gegen andere, vernünftigere Verständnisweisen durchsetzt.

Was die liberalen Behauptungen plausibel erscheinen läßt, ist weniger irgendein Unvermögen gängiger moralischer Ansichten, Dominanz zu erreichen, als vielmehr Veränderungen in der Weise, wie Dominanz hergestellt und aufrecht erhalten wird. Der Liberalismus ist in der heutigen Welt zuhause. Seine Stärke ist seine Fähigkeit, neue Methoden der Herrschaft zu verwenden, die weniger auf physischer Unterdrückung denn auf Homogenisierung und Zentralisierung sozialen Lebens, der Zerstörung unabhängiger Institutionen und moralischer Sitten und der Aufrechterhaltung der Illusion von offener Berichterstattung und Volksherrschaft gründen.

Die Wahrheit ist, daß die modernen Bedingungen eine Neutralität zwischen moralischen Ansichten weniger bedeutsam machen. Wann immer unsere Herrscher mit den religiösen und moralischen Gewohnheiten des Volkes im Kampf liegen, gewinnen unsere Herrscher. “Political Correctness” zeigt, daß es jetzt möglich ist, moralische Ansichten als maßgeblich hinzustellen, die deutlich im Widerspruch zu lange etablierten Verständnissen sind, solange diejenigen ihnen verpflichtet sind, die die öffentliche Diskussion beherrschen.

Die gegenwärtige Lage resultiert zum Teil aus der enormen Macht, die die Massenmedien in die Hände einer kleinen Elite geben, die die Welt mit den Meinungen ausgesuchter Experten überfluten und das kritische Denken in einem Sumpf aus Trivialitäten und Zitat-Häppchen versinken lassen können. Diese Macht integriert die Meinungsbildner — Medienleute, Entertainer, Experten, Pädagogen — in die Regierung; unsere Herrscher steuern die öffentliche Meinung, denn diejenigen, die die öffentliche Meinung steuern, sind unter ihnen.

Der Einfluß einer kleinen Klasse auf die öffentliche Meinung wird gestützt von einer zunehmenden Zentralisierung des intellektuellen Lebens. Der geistige Zustand der Republik ist weniger republikanisch geworden; die Gedanken und das, was als Wissen zählt, sind nicht länger dem Zufall oder der Initiative Einzelner überlassen. Das intellektuelle Leben wird heute getragen von einer zum großen Teil staatlich finanzierten Bürokratie, die aus Akademikern, Institutionen, Think-Tanks, offiziellen Künstlern usw.. Nachrichtenwesen und Analyse liegen in den Händen professioneller Leute, die von ganz wenigen großen Organisationen beschäftigt werden. Die junge Generation wird zum großen Teil von Massenmarkt-Unterhaltern und einem zunehmend vereinheitlichten staatlichen Erziehungssystem aufgezogen. Die Wirkung war, daß intellektuelle Unabhängigkeit beseitigt und abweichende Meinungen als provinziell, ignorant oder geisteskrank dargestellt wurden. Die wenigen Orte, an denen es freie Abweichung noch gibt, so wie Sprechfunk und das weltweite Netz, sind am gesellschaftlichen Rand, ermangeln der Disziplin und der Kohärenz und werden als Zentren von “Haß” angesehen, der alles Anständige bedrohe.

Über die Unterstützung hinaus, die er von denen erhält, die die Öffentlichkeit steuern, liegt die Stärke des Liberalismus im Zeitalter der Öffentlichkeit in seiner “unsichtbaren” Machart. Wozu die Neutralität des Liberalismus beiträgt, ist dessen Fähigkeit, die substantiellen moralischen Ansichten, die er durchsetzt, unsichtbar zu halten, und daher moralische Streitigkeiten aus der Politik zu entfernen und auf diese Weise zu verhindern, daß Herausforderungen seiner eigenen Positionen überhaupt erhoben werden. Diese Machart verschafft dem Liberalismus einen Vorteil in der öffentlichen Diskussion, der bisher unüberwindlich geblieben ist.

Moralische Entscheidungen sind in der Politik unvermeidbar, und eine Regierung, die behauptet, sie dem Einzelnen zu überlassen, betreibt Täuschung. Der Mensch ist ein gesellschaftliches Wesen, das Führung benötigt, weil freiwillige Zusammenarbeit für das Gemeinwohl nicht ausreicht. Die Ansichten gehen auseinander, welche Werte die Regierung unterstützen sollte; weil aber Unterschiede Konflikte bedeuten, muß das Gesetz unter ihnen entscheiden. Zwischen den Wahlmöglichkeiten, die uns Abtreibungsbefürworter geben, und dem menschlichen Leben, das Operation Rescue (eine Organisation von Lebensschützern; A.d.Ü.) verteidigt, ist aber keine Neutralität möglich.

Eine endgültige Sichtweise der Sache durchzusetzen, wie es die Regierung tun muß, wenn sie im ethischen Zusammenhang handeln soll, bedeutet, ein partikuläres Verständnis von Moralität durchzusetzen. Moralität durchzusetzen ist schwierig, und jede Regierung sucht nach Alternativen zur Gewalt im Umgang mit moralischer Uneinigkeit. Verschiedene Regierungen betonen unterschiedliche Mittel, wobei traditionalistische Staaten allgemeines Anhängen zu Langerprobtem, Theokratien und ideologische Regime die Überzeugung durch Autorität und Republiken wechselseitige Überredung unter den Bürgern hervorheben. Dies alles sind Weisen, die Zahl und die Intensität von Uneinigkeiten zu reduzieren, indem man sich um ihre Substanz kümmert; ein schwieriger, aber notwendiger Prozeß, wenn die Führung allgemein akzeptierte Werte befördern soll. Liberale Regierungen versichern, sie kämen ohne einen solchen Prozeß aus, da sie moralische Streitigkeiten aus der Politik heraushielten, indem sie ihre Substanz unberührt lassen. Sie fordern Loyalität ein, nicht weil sie gemeinsame Werte beförderten, sondern weil sie jedermann seinen Vorlieben ohne Störung nachgehen ließen.

Nach Wegen zu suchen, jedermann seinen eigenen Weg gehen zu lassen, sollte nur zur Erkenntnis der Schwierigkeit moralischer Übereinstimmung und der Wichtigkeit von Arrangements beitragen, die die Zusammenarbeit erleichtern, wenn die Übereinstimmung minimal ist. Wenn man es so versteht, sind liberale Ansichten ein Aspekt praktischer Weisheit, der mit fast jedem vernünftigen Verständnis von den Zielen der Politik vereinbar ist. Eine geheiligte Monarchie mit einer etablierten Kirche wäre aus dieser Sicht liberal, wenn sie, wann immer möglich, das Entgegenkommen der Gewalt vorzöge.

Der zeitgenössische Liberalismus ist keine so beschränkte Sichtweise. Er ist eine umfassende Regierungsphilosophie, die zur Gänze die öffentliche Moral bestimmt. Obgleich er permissiv klingt, sind umfassende Lösungen üblicherweise intolerant, und der Liberalismus bildet keine Ausnahme. Der zeitgenössische Liberalismus treibt kategorische Forderungen voran, die er “Rechte” nennt, und lehnt ausgleichende Prinzipien, wie Respekt vor natürlichen Neigungen und überkommenem Verständnis, ab. Ohne ausgleichende Prinzipien weiten sich abstrakte Forderungen schrankenlos aus. Als Ergebnis haben die liberalen Standards alles bis zur Tyrannei umschlossen. Liberale Neutralität, die als ein Flickwerk von Beschränkungen der Macht der Regierung begann, wurde allgemein auf gesellschaftliche Praktiken anwendbar und nebenbei repressiv. Wenn Liberalsein bedeutet, anderen Ansichten entgegenkommen zu wollen, dann ist der zeitgenössische Liberalismus nicht mehr liberal.

Anderen Ansichten entgegenzukommen schließt ein, sie mit größeren, zusammen geteilten Wahrheiten in Bezug zu setzen. Das kann der Liberalismus nicht tun, weil er ein geschlossenes moralisches System aufrichtet. Der Gesellschaftsvertrag, mit dem das liberale Denken beginnt, macht aus der Moral ein abgeschlossenes System, das von der Logik und vom menschlichen Willen definiert wird. Der Mensch ist der Herr, Werte sind das, wofür sich Menschen entscheiden, und soziale Einrichtungen sind für menschliche Zwecke ausgerichtet. Es gibt keine größere Wahrheit, an der alle teilhaben, lediglich ein ergebnisoffener und nie endender Prozeß sozialer Transformation im Namen wechselnder Wünsche.

Dieser Prozeß setzt sich über alle anderen Dinge hinweg und macht den Liberalismus ebenso unüberwindbar und unbestreitbar wie die Wünsche selbst. Heute denunziert der Liberalismus Abweichungen von seinen Prinzipien als unterdrückerisch, ganz egal wie lang sie bestehen und wie weithin akzeptiert sie sind, und besteht auf ihrer Ausmerzung. Das Ergebnis ist eine enorme Ausweitung der Regierung, Schwächung von Grundlagen wie örtlichen Gemeinden, die es braucht, damit die Regierung angehalten wird, verantwortlich zu handeln, und eine riesige Zerstörung durch das Entwurzeln fundamentaler gesellschaftlicher Praktiken, zum Beispiel diejenigen, die das Verhältnis der (natürlichen; A.d.Ü.) Geschlechter zueinander betreffen.

Den Beteuerungen seiner Neutralität zum Trotz errichtet der Liberalismus eine durchsetzbare offizielle Moral, die eine abgegrenzte Art zu leben unterstützt. Er erhebt Forderungen nach moralischer Rekonstruktion, die notwendigerweise intolerant sind. Das Bürgerrechtsgesetz mit seiner Bestimmung, “Stereotype” — gewohnheitsmäßige Arten zu denken — auszurotten, ist auf aufdringliche Weise moralistisch und endet in unablässigen Umerziehungskampagnen. Antidiskriminierungsregeln zielen darauf, die Gedanken zu steuern, die an jedem öffentlichen Ort ausgedrückt werden. Öffentliche Erziehung ist moralische Endlos-Propaganda. Sogar Gesundheit und Sicherheit sind zu Kreuzzügen geworden, die beträchtliche Regulierungen des täglichen Lebens einschließen. Wo es einst religiöse Prüfungen, sonntägliche Ladenschlußgesetze und Gesetze gegen Blasphemie gab, da gibt es heite Vielfältigkeitsprogramme, den Martin-Luther-King-Feiertag und Sprachkodizes. Der Fortschritt in der Toleranz ist schwer auszumachen.

Die Entwicklung des Liberalismus hat ihre ursprünglichen Prinzipien ins Gegenteil verkehrt. Weniger als die Gesellschaft den Staat kontrollieren zu lassen, läßt ein ehrgeizigerer Liberalismus jetzt vielmehr den Staat die Gesellschaft kontrollieren. Freiheit der Rede und der Meinung sind aus diesem Grunde verdächtig geworden. Religiöse Menschen werden als eine Bedrohung empfunden, weil Lebensweisen öffentliche Folgen haben und öffentliches Handeln, das auf nichtliberalen Moralvorstellungen gründet, die Neutralität verletzt. Einfaches Geltendmachen traditioneller Sexualmoral wird als repressiv behandelt, da es, wenn auch nur durch die Kraft dieser Meinung selbst, der Befriedigung des persönlichen Geschmacks informelle Hindernisse setzt. Sich zu weigern, einem unverheirateten Paar ein Appartement zu vermieten, ist ungesetzlich, obwohl es nur eine Weigerung ist, eine Verhaltensweise zu begünstigen, die man für falsch hält. Sogar Weihnachtsgrüße sind ein Affront.

Die tatsächliche Funktion des liberalen Bestehens auf Neutralität ist, Debatten zu ersticken. Bis zu dem Maß, daß sie harte Konsequenzen haben, werden moralische Einwände gegen den Liberalismus als intolerant und spalterisch von der Hand gewiesen, so daß Widerstand unmöglich wird. Sprachverdrehung geht Hand in Hand mit der Unterdrückung der freien Rede. “Haß” und “Intoleranz” schließen inzwischen jede ernsthafte Opposition zum Liberalismus ein. “Einschließlichkeit” besteht darauf, daß andere tolerant sein sollen bis dahin, ihre Grundsätze und sogar ihre Identität aufzugeben, während sie jedes Entgegenkommen in eigener Sache zurückweist. “Verschiedenheit und Toleranz” bedeuten Gedankenkontrolle; “Menschenrechte” bedeuten einen Angriffskrieg; “Offenheit” bedeutet das Zuschlagen der Tür vor der Anerkenntnis von Unterschieden; “die Regierung aus dem Schlafzimmer heraushalten” bedeutet, den Kindern beizubringen, Kondome zu benutzen.

Debatten zu ersticken, erstickt auch die Vermittlung zwischen Grundsätzen. Die letzten Konsequenzen werden wahrscheinlich Übertreibungen und der Zusammenbruch des Liberalismus sein, doch inzwischen ist sein Triumph uneingeschränkt. Bloßer Konservatismus — Vorsicht und ein empfindlicher Sinn für Veränderungen — bieten kein Rückzugsgebiet mehr.

Einfacher Mainstream-Konservatismus ist die Sichtweise vernünftiger Menschen, die dem Etablierten anhängen, aber willens sind, neuen Entwicklungen entgegenzukommen. Er hat viel gemeinsam mit Liberalismus und wäre gut geeignet, diesen zu mäßigen, wenn irgendetwas dazu in der Lage ist. Beide sind diesseitige Ansichten, die Absolutem mißtrauen und Vernunft und Erfahrung wertschätzen. Der grundlegende Unterschied ist, daß der einfache Konservatismus überkommene Gewohnheiten und Erwartungen als Anleitung hinnimmt, was vernünftig ist, während der Liberalismus zu etwas Abstrakterem neigt. Aus diesem Unterschied ergeben sich weitere. Der Konservatismus nimmt gesellschaftliche Gewohnheiten hin, die nichtliberale Auffassungen weitertragen; wenn dogmatische Religion und autoritäre Elemente familiären Lebens gesellschaftlich akzeptiert werden, neigt er dazu, sie zu unterstützen. Wie dem auch sei, als bloßer Konservatismus ist ihm die Wahrheit gleichgültig, und er behandelt die Religion und die moralische Tradition als verhandelbare Interessen.

Diejenigen, die von dem Hedonismus abgestoßen sind, der implizit in der liberalen Neutralität enthalten ist, aber nicht in der Lage sind, endgültig mit ihm zu brechen, werden konservativ, weil der Konservatismus Platz für transzendente Anhängsel zu lassen scheint. Dieses Rückzugsgebiet hat sich als zeitlich begrenzt erwiesen. Einfacher Mainstream-Konservatismus behandelt gesellschaftliche Praktiken und Auffassungen als letzte Autorität und kann transzendente Behauptungen nicht ernst nehmen. Aus diesem Grund reduziert er die Religion auf eine Verbindung aus traditionellen Ritualen und wahlweise privater Gläubigkeit. Am Ende verflüchtigt sich ein religiöser Glaube, der privat bleiben muß, denn er läßt sich auf nichts anwenden, und traditionelle Rituale werden gesellschaftlich inakzeptabel, weil sie ein öffentliches Element haben, das in den Ruch gerät, eine Verletzung der Gleichstellung gegenüber den Irreligiösen zu sein. Was übrig bleibt, ist eine auf aggressive Art säkulare öffentliche Ordnung, bei dessen Konstruktion der Konservatismus mitgewirkt hat.

Im Laufe der Zeit erschafft der Liberalismus den Konservatismus nach seinem Bilde neu, indem er ihn alles Unverwechselbare um des Konsenses willen aufzugeben zwingt. Einfacher Konservatismus muss sich auf Dinge verlassen, die nicht ernsthaft bestritten werden, und er kann diese Dinge nicht gegen Angriffe verteidigen, weil die Tatsache, dass sie angegriffen werden, sie für ihn nutzlos werden lassen. Liberale werden nicht aufhören, alles Nichtliberale anzugreifen. Det Triumph immer radikalerer Formen des Liberalismus war deshalb unausweichlich, ein Triumph, der seinen Höhepunkt in den ‘60er Jahren erreichte.

Der Triumph wurde nicht gegen die konservative Doktrin errungen, die immer schwach im öffentlichen Leben gewesen war, sondern gegen konservative Gewohnheiten, die den Liberalismus davon abgehalten haben, seine innere Logik zu realisieren. Schlüsselereignisse bildeten die Entscheidungen über Schulgebete, die Bürgerrechtsgesetze und die sexuelle Revolution. Das erste ließ die gesellschaftliche Ordnung außerordentlich diesseitig werden, das zweite schaffte die historische zugunsten der konstruierten Gemeinschaft ab, und das dritte ließ aus dem familiären Leben eine rein freiwillige und private Angelegenheit werden. John Rawls’ “Eine Theorie der Gerechtigkeit” (1971) kennzeichnete den neuen Stand des Liberalismus als ein umfassendes rationales System und das Ende jeder Notwendigkeit, nichtliberale Verhaltensweisen und Praktiken ernstzunehmen, mit der Ausnahme, dass Ungerechtigkeiten auszurotten seien. Seitdem war der Ausspruch, irgendetwas sei ein “tiefverwurzeltes gesellschaftliches Stereotyp”, eine Diskreditierung desselben. So entscheidend ist der Triumph des Liberalismus gewesen, daß kein Versuch, die Entscheidungen zu den Schulgebeten, die Bürgerrechtsgesetze oder die sexuelle Revolution einer Revision zu unterziehen, auch nur die leiseste Chance auf Erfolg hatte. Solche Versuche zu unternehmen bedeutete seitdem, sich selbst außerhalb des seriösen öffentlichen Diskurses zu stellen.

Der Triumph des radikalen Liberalismus hat aus dem gemäßigten Konservatismus, der eine gesellschaftliche Ordnung aufgreift, die auf fundamentalen Wegen von nichtliberalen Verhaltensweisen und Praktiken definiert wurde, eine ausgehöhlte Position gemacht. Ein Verlangen, geistreich zu erscheinen, und das Streben nach etwas weniger Dünnem als liberaler Ideologie kann öffentliche Menschen dazu bewegen, die Sprache des Konservatismus zu sprechen, doch die Substanz ist verschwunden. Der Mainstream-Konservatismus murrt, trödelt etwas hinterher und versucht die Zerreißung abzumildern, die durch die Umsetzung liberaler Forderungen verursacht wurde, aber er kann nicht die Folgerichtigkeit dieser Forderungen bestreiten oder ihnen den endgültigen Sieg nehmen. Er kann nicht einmal in einer Sprache über sie sprechen, die sich von der des triumphalen Liberalismus sehr unterscheidet.

Nicht nur der gemäßigte Konservatismus, sondern jede ernsthafte öffentliche Opposition zum Liberalismus ist unsichtbar geworden. Was an Opposition zum Liberalismus übrig bleibt, neigt zum Irrationalismus. Kommunitarismus schlägt einen zentral geleiteten, nichtdiskriminierenden Partikularismus vor, den man sich kaum überhaupt vorstellen kann. Der populäre Konservatismus und die religiöse Rechte können nicht übereinstimmend denken oder handeln, teils weil sie einen Stil der Auseinandersetzung, der sich von dem ihrer Gegner unterscheidet, nicht aufrecht erhalten können. Neokonservative bemerken, daß der Liberalismus die Verpflichtungen gegenüber Gott, Vaterland und Familie zurückweist, die zur Aufrechterhaltung einer freien Gesellschaft vonnöten sind, neigen aber dazu, solche Dinge als eine Art nobler Lüge zu betrachten, die man der liberalen Ordnung strikt unterordnet; die Wirkung ihrer Tätigkeit ist, Dissidenten in diese Ordnung zu integrieren und auf diese Weise antiliberale Impulse zu zähmen.

Genausowenig können Libertäre dem Liberalismus wirksam Widerstand entgegensetzen. Libertarianismus ist zwar weniger aufdringlich als der regulatorische Liberalismus, kann aber keine echte Alternative anbieten. Wie Liberale bestreiten Libertäre transzendente Autorität und fordern einen gesellschaftlichen Neuaufbau entlang hedonistischer Grundlinien. Der moralische Subjektivismus ihrer Bewegung macht aus ihrer Opposition gegen Eingriffe der Regierung eher zu einer Geschmacks- als zu einer Prinzipienfrage. Seine Behandlung des Eigentums als des moralisch Grundlegenden ist unvereinbar mit der subjektivistischen Behandlung sozialer Einrichtungen als Konstrukte für menschliche Zwecke, und wenn man es als Ziel vorantreibt, erscheinen moralische Prinzipien willkürlich. Libertarianismus wird deshalb wahrscheinlich das Sonderinteresse einer kleinen, aber lautstarken Minderheit bleiben, obgleich er seinen Einfluss als Teil der wechselnden und prinzipienlosen Kompromisse zurückhält, die den zeitgenössischen Liberalismus ausmachen.

Die Dominanz des Liberalismus, die auffällige Unfähigkeit ihn zu reformieren, und das Fehlen glaubwürdiger Opposition hat manche dazu gebracht, offen auszusprechen — und viele dazu, es implizit anzunehmen –, daß wir das Ende der Geschichte erreicht hätten, denn weil der Liberalismus zum Äußersten beherrschend sei und sie nicht wesentlich verändern könne, habe er für immer gewonnen. Dieser Schluß nimmt die Grenzen der Vorstellungskraft von Liberalen irrtümlicherweise als die Grenzen der Realität. Bis vor kurzem schien der Fortschritt des Liberalismus in der Tat unausweichlich. Allein er schien fähig, die freiwillige Zusammenarbeit aufrechtzuerhalten, die es für gesellschaftlichen Frieden und Effizienz brauchte. War eine Frage erst einmal ausgesprochen, erschien jede nichtliberale Lösung irrational. Alles, was Liberale zu tun hatten, war, das, was sie für Repression hielten, zu dramatisieren, und der Sieg war ihnen sicher. Angesichts des Fehlens öffentlicher transzendentaler Prinzipien erschien “laßt sie machen, was sie wollen” — das grundlegende liberale Prinzip — als der einzige Weg, unterschwelligen oder offenen Bürgerkrieg zu verhindern.

Das hat sich mit dem Triumph des Liberalismus als einer Herrschaftsform statt als kritischer Philosophie geändert. Sein Sieg ist zugleich sein Zusammenbruch, denn jetzt muß er Antworten geben, statt die Antworten zu kritisieren, die andere geben, und das kann er nicht. “Laßt sie machen, was sie wollen” kann nicht eine Regierungsphilosophie sein, folglich ist der Liberalismus, damit er regieren kann, gezwungen zu tyrannisieren und zu lügen. Der Mangel an mäßigenden Prinzipien bedeutet, daß er es nicht verhindern kann zu übertreiben, möglicherweise sogar in katastrophischer Weise.

Die Analyse legt nahe, daß die Laster des Liberalismus diesem inhärent und unheilbar sind. Begriffliche Streitigkeiten werden in der Politik oft achselzuckend abgetan aus dem Grund, daß das Leben kompliziert sei und daß in der Praxis bestimmte Umstände wichtiger seien als abstrakte Implikationen. Der Einwand ist schwach im Falle des zeitgenössischen Liberalismus. Moderne Umstände neigen dazu, die menschliche Gesellschaft zu vereinfachen und sie immer mehr in eine formlose Masse zu verwandeln, ohne Rasse, Geschlecht, Klasse oder Nation. Der Liberalismus stiftet zu diesem Prozeß an und sagt den Bürokraten und Richtern, sie sollen das resultierende feinkörnige Chaos mittels universeller Prinzipien beherrschen. Formale Regeln und Institutionen werden daher die leitenden Ordnungsprinzipien in einer ansonsten zusammenhaltlosen Lage; in einer solchen Umgebung werden begriffliche Schwierigkeiten ziemlich schnell zu praktischen.

So war es der Fall beim Liberalismus. Ein prinzipieller Fehler, der weitreichende praktische Schwierigkeiten verursacht hat, ist die Unfähigkeit des Liberalismus, mit Konflikten prinzipiengeleitet umzugehen. Politik kann nicht einfach auf menschlichen Zielen aufbauen, denn manschliche Ziele sagen uns nicht, was wir im Fall ihres Zusammenprallens tun sollen. Eine Konfliktlösung, die darauf basiert, was bestimmte Leute wollen, ist einfach nur der Triumph des einen Willens über den anderen. Sogar eine Lösung, die auf dem Ausgleichen von Wünschen basiert oder den stärksten von ihnen folgt, ordnet einfach nur manche Wünsche anderen unter; so lange, bis die Lösungsmethode Ausdruck einer moralischen Wahrheit ist, die den Wunsch selbst übersteigt.

Der Liberalismus schlägt formale Grundsätze vor wie “jedem Seines” oder die Gesamt-Zufriedenheit zu maximieren. Es ist schwer zu erkennen, wie solche Prinzipien, selbst wenn sie universell annehmbar wären, Antworten geben könnten, die bestimmt genug wären, um nach ihnen zu leben. Wie können zum Beispiel alle möglichen Befriedigungen — Plato, das Halmaspiel, Pornographie — addiert und verglichen werden, wo sie sich so enorm unterscheiden? Und wie kann entschieden werden, was “jemandes Seines” ist? Ob es ein imperialer Thron oder Eigentum an jemandes anderen Leib sei; eine Sache ist jemandes Seines nur dann, wenn andere es als solches anerkennen; eine Notwendigkeit, die zeigt, daß Eigentum nicht ein einfaches vorgesellschaftliches Konzept ist.

Willkür bei der Lösung von Konflikten ist deshalb dem Liberalismus inhärent. Genausowenig ist Willkür das einzige Problem. Der Wert ist die substantielle Grundlage der Moralität, und eine tödliche Schwäche des Liberalismus ist seine fehlerhafte Theorie der Werte. Der Notwendigkeit einer bestimmten Definition, was ein Wert ist, kann man nicht dadurch entkommen, daß man Werte zugunsten von Wünschen ignoriert. “Werte” sind nichts anderes als mögliche Objekte rationalen Handelns, und “der Wert” ist die allgemeine Eigenschaft, die eine Sache erstrebenswert macht. Das Wünschen als die Sache zu behandeln, die für vernünftiges Handeln entscheidend sei, bedeutet, den Wert mit dem zu identifizieren, was gewünscht ist. Folglich ist die liberale Theorie der Werte Hedonismus.

Hedonismus ist eine schlechte Theorie, auch wenn man ihn dazu befähigen kann, bestimmte Ergebnisse zu erzielen, weil wir im Grunde nicht Hedonisten sind. Indem er uns gibt, “was auch immer wir wollen”, versagt der Liberalismus gerade dabei, uns das zu geben, was wir wollen. Unser Wert, und aus diesem Grund die Dinge, die wir uns am innigsten wünschen, hängt davon ab, was wir sind, und wir sind vernünftig und sozial. Der Mensch wünscht sich nicht, das, was er will, als solches zu bekommen; er will das, was er will, aber er will dies auch als einen Wert erkennen, als erstrebenswert, weil es zu einem Lebensentwurf beiträgt, dessen Richtigkeit nicht von seinen Wünschen allein abhängt.

Als vernünftige Lebewesen sind wir nicht zufrieden, solange nicht unser Leben auf einem Verständnis davon gründet, welche Ziele die richtigen sind, das auf etwas beruht, das ihm dauerhafte Gültigkeit verleiht. Genausowenig können wir, als soziale Lebewesen, zufrieden sein, solange dieses Verständnis nicht geteilt wird. Diese Schwierigkeit ist nicht bloß theoretisch. Wenn andere Werte als das Streben nach individuellem Vergnügen als rein individuelle Ziele verstanden werden, ohne Anrecht auf gemeinschaftliche Unterstützung, dann verkümmern sie. Eine Heirat ist nicht einfach etwas, was zwei Leute sich entscheiden, im Privaten zu tun. Sie bezieht objektive Pflichten mit ein und damit auch gesellschaftliche Definitionen; sie zu definieren als eine zufällige Parallelität zweier Willen, jeder mit seinen eigenen Zwecken, bedeutet, sie zu zerstören. Sogar desinteressierte Liebe zu Wahrheit und Schönheit benötigt allgemeine Unterstützung, um mehr zu werden als bruchstückhafter Besitz isolierter Visionäre. Der Liberalismus zerreißt diese Unterstützung, indem er jedem Wert außer der Erfüllung von Wünschen die öffentliche Unterstützung versagt. Ein begriffliches Problem im Liberalismus, seine Unfähigkeit, ein Ziel einem anderen vorzuziehen, führt daher auf natürliche Weise zum Zusammenbruch der Familie und zum Niedergang des öffentlichen Lebens.

Die Probleme gehen noch weiter. Der Mensch ist sozial, und eine Gemeinschaft erfordert gemeinsame Werte, die der Liberalismus bestreitet. Wenn ich sage, daß ich Amerikaner bin, dann ist diese Behauptung bedeutungslos, solange Amerikaner nicht vereinigt sind durch etwas, das sie kollektiv als einen Wert anerkennen. In der liberalen Gesellschaft jedenfalls ist die einzige Sache, die gemeinsam als substantieller Wert anerkannt werden kann, das implizit in allem individuellen Wünschen liegende Ziel, nämlich die Fähigkeit, das zu bekommen, was man sich wünscht. Diese Fähigkeit ist am bereitwilligsten in der Form von Geld, Macht und Erfolg zu erkennen, und deshalb verwandelt der Liberalismus die Gesellschaft in eine Ansammlung von Einzelnen, die durch solche Dinge in Beziehung stehen. Unter solchen Bedingungen verlieren Menschen die substantielle Verbindung zu anderen Menschen und damit ihren Sinn dafür, wer sie sind; persönliche Identität wird eine Sache von Bankbilanzen und wechselnden privaten Phantasien, und das Individuum, in dessen Namen der Liberalismus erfunden wurde, verflüchtigt sich.

Den Wert mit dem Wunsch zu identifizieren zerstört die Dinge, die die Freiheit erhaltenswert machen. Der Liberalismus befreit Kinder von ihren Eltern, Frauen von Männern, die Armen von der Sorge, Schwächere von Stärkeren, so daß jeder machen kann, was er will. Dadurch, daß er unsere Verbindungen zu anderen bedeutungslos macht, beraubt er jedenfalls die Taten ihrer Wirkungen, und wir enden mit trivialer Freiheit in Unverantwortlichkeit und Ohnmacht. Freiheit wird ununterscheidbar von Starrsinnigkeit. Wir wertschätzen die Freiheit, weil sie uns befähigt, Werte als solche zu erkennen und uns für sie zu entscheiden, aber wenn keine Werte verbindlich sind, verliert sie ihren objektiven Wert und wird zu einem persönlichen Geschmack unter vielen. Wie könnte es so wichtig sein, auszuwählen, wenn das, was gewählt wird, überhaupt keine Bedeutung hat? Oder wenn es die Wahlmöglichkeit selbst ist, die etwas bedeutet, warum ist dann nicht Starrsinnigkeit die größte Tugend? Wie jeder zugeben wird, der mit ziellosen Teenagern umzugehen hat, haben solche Fragen praktische Konsequenzen.

Ein weiterer Kardinalfehler des Liberalismus ist es, daß er, während er Rationalität beansprucht, Rationalität unmöglich macht. Rationalität hat Standards zur Voraussetzung, die momentane Wünsche übersteigen. Wenn der Mensch keinen höheren Standard als sich selbst hat, dann hat er nichts, anhand dessen er sein eigenes Verhalten beurteilen könnte, und das ethische Denken verschwindet. Der Liberalismus behauptet, er lasse uns unsere eigenen Standards schaffen, doch könnte er genausogut behaupten, er ließe uns mit den Armen schlagen und fliegen. Unser Wert ist nicht etwas, was wir selbst machen. Wir können uns über unseren Wert klar werden, aber ihn uns nicht aussuchen; wir können in einer moralischen Welt bedeutungsvoll handeln, aber sie nicht ins Dasein rufen. Wenn uns der Liberalismus sagt, daß wir uns unsere eigene moralische Welt schaffen sollen, wendet er sich von der öffentlichen Moral in der Welt ab, die eine Wahlmöglichkeit nötig hat, um etwas zu bedeuten.

Der Kult um die Kreativität, im moralischen Leben wie auch anderswo, kommt aus einem Bewußtsein um eine Leere, die irgendwie gefüllt werden muß, wenn nötig auch betrügerisch. Das ist die Leere, die in der Mitte des Liberalismus liegt. Einen parallelen Fall liefert uns die Kunst, in der ein Kult um die Kreativität, der aus dem Verlust des Bewußtseins um Werte entstand, wie Schönheit, die den Künstler übersteigt, als inhaltsleere Kunst endete, von Technik besessen und beherrscht von denselben, ihr fremden Kräften, die die liberale Gesellschaft beherrschen — Geld, Erfolg und die Politik der geistlosen Angriffslust und des Aufstandes.

Die Irrationalität, die dem Liberalismus inhärent ist, führt beständig zu Fragen, die er nicht beantworten kann und deshalb unterdrücken muß. Beispiele findet man überall: Wenn jede Gesellschaft intolerant dabei sein muß, ihre führenden Prinzipien zu verteidigen, wie vernünftig kann es dann sein, Intoleranz zum einzigen Objekt der Schmähung zu machen? Wenn die Regierung uns geben muß, was wir wollen, wollen wir dann wirklich Hedonismus? Wenn ich ein Recht habe, meine Wünsche zu verfolgen, und es mein Wunsch ist, in einer von traditionellen Auffassungen geleiteten Gesellschaft zu leben, darf ich dieses Ziel dann politisch verfolgen? Wenn nicht, warum ist dann eine von Rassismus und Sexismus freie Umwelt ein würdigeres Ziel als eine von Atheismus und traditionell verstandener Immoralität freie? Solche Fragen können als praktische Probleme nicht vermieden werden, und der Liberalismus erwartet, daß sie gelöst werden durch neutrale Prinzipien, die keine Position bezüglich des Inhalts des guten Lebens einnehmen.

Dieses Erfordernis kann nicht erfüllt werden, obwohl es eine Auswahl von Vorschlägen gegeben hat, sie zu erfüllen. Manche haben behauptet, der Liberalismus garantiere die Freiheit, solange die Handlung nicht andere in einer bestimmten und genau bestimmbaren Weise beeinträchtigt. Demzufolge würde sich zum Beispiel das Recht auf Ausdruck der Sexualität über das Recht auf eine Umwelt hinwegsetzen, in der traditionelle Standards maßgeblich bleiben.

Diese Reaktion ist unangemessen, schon allein deshalb, weil der Liberalismus sie im Falle seiner selbst nicht akzeptiert. Zum Beispiel akzeptiert der Liberalismus Kontrollen der Landnutzung und Gesetze gegen das Wegwerfen von Müll in der Landschaft, die ausschließlich ästhetische Interessen schützen. Verbote gegen Autobahn-Werbetafeln gehen sogar soweit, die Rede zu verbieten, nur weil sie beleidigt. Der Schmuggel eines Einzelnen, seine Steuerhinterziehung oder sein Verbrauch bleihaltigen Benzins begünstigen ihn in hohem Maße, ohne dass sie eine aufzeigbare Wirkung auf andere hätten. Und jemand, der nicht mit Schwarzen zusammen arbeiten will, wird wahrscheinlich tiefgreifender von einer Antidiskriminierungsforderung betroffen sein als ein Schwarzer, der ansonsten woanders eine Arbeit finden müßte. So wie andere Menschen erkennen Liberale, daß das Gesetz immaterielle Verletzungen verbieten darf, und daß es gerechterweise ein vorteilhaftes System von Handlungsweisen verteidigen oder ein schädliches unterdrücken darf, sogar wenn individuelle Verstöße dagegen keinen konkreten, feststellbaren Schaden anrichten. Diese Prinzipien erlauben vernünftigerweise eine gesetzliche Unterstützung traditioneller Moralität. Beleidigung moralischer Empfindlichkeiten ist ein Verstoß, der dazu neigt, Menschen moralisch abstumpfen zu lassen, und der auf diese Weise eine gesellschaftliche Ordnung schwächt, die auf Selbstregierung aufbaut. Warum ist sie es wert, stärker geschützt zu werden als andere Taten, die sowohl Einzelnen als auch der Gesellschaft Schaden zufügen?

Eine andere Reaktion besteht darin, daß die Einmischung in eine Lebensweise besonders dann anstößig ist, wenn diese Lebensweise das Herz dessen betrifft, was unsere Identität ausmacht. Um so reagieren zu können, müssen Liberale eine Theorie vom Wesen der menschlichen Natur voraussetzen. Solche Theorien aber sind nicht weniger inhaltsvoll als die Theorien von Werten. Macht uns das Folgen unserer sexuellen Impulse zu dem, was wir sind, oder das Leben in Übereinstimmung mit verbreiteten moralischen Vorstellungen, die stabile Beziehungen zwischen Personen erleichtern? Die eine Antwort würde Beschränkungen des sexuellen Verhaltens, die andere einen Mangel an sexueller Einschränkung anstößig machen, und einen neutralen Weg, zwischen beiden zu wählen, gibt es anscheinend nicht.

Solche Fragen zielen auf den Kern der liberalen öffentlichen Moral. Der Liberalismus behandelt sie, indem er es verbietet, über sie zu diskutieren, und seine eigenen Antworten als Standard setzt. Das praktische Ergebnis ist genauso, als würde man irgendein dogmatisches Prinzip absolut setzen: Liberale reden lieber von Umstrittenheit und Extremismus als von Spaltung und Häresie, und sie verbieten lieber die Infragestellung des Wesens, der Kennzeichen und der Bedeutung von Sexismus oder des Holocausts als derjenigen Gottes, doch sind dies spezifische Unterschiede, die an der systematischen Ähnlichkeit nichts ändern.

Liberalismus — ein Versuch, ein gänzlich diesseitiges System zu erschaffen, das ausschließlich auf Logik und menschlichem Willen gründet — endet folglich in einer obskurantistischen Tyrannei und widerlegt sich also selbst. Dieser Ausgang ist notwendig, weil Logik und menschlicher Wille sich nicht zur Hervorbringung von Autorität verbinden lassen und der Liberalismus, um zu herrschen, die Autorität von irgendwoher stehlen muß. Daher fordert er Unterwerfung unter willkürliche Grundsätze und Schlußfolgerungen. Er besteht darauf, alles zu kontrollieren, was das öffentliche Leben betrifft, einschließlich der menschlichen Seele. Auf Kritik reagiert er, indem er die Kritiker mundtot macht. Tatsächliche Freiheit zerstört er duch Zentralisation von Macht, durch Aushöhlung von Standards, die ein freies gesellschaftliches Leben ermöglichen, und durch Zerstörung unserer Verbindungen zu anderen, was uns von universellen Systemen abhängig macht, die völlig außerhalb unserer Kontrolle liegen. Und mit der Rechtfertigung, er gebe uns, was wir wollen, versagt er uns all das, was zu besitzen wert wäre.

Wenn man nach der alltäglichen Erfahrung urteilt, dann gehen derartige Schlüsse allem Anschein nach viel zu weit. “Tyrannei” klingt übertrieben, andere Formulierungen wie “sanfter Totalitarismus” sogar noch stärker. In Amerika gebe es schließlich keine Geheimpolizei und nur wenige Regierungsspitzel. Die Rechtsprechung sei unabhängig und der Privatbesitz sicher. Prozesse seien öffentlich und Sicherheitsmaßnahmen im Verfahren würden befolgt. Jedermann könne sich auf jeder Ebene um öffentliche Ämter bewerben und schreiben und sagen, was er wolle, ohne daß er Gefängnis oder Beschlagnahme fürchten müsse. Die Festanstellung beschütze Dozenten mit unpopulären — sogar konservativen — Ansichten. Ungezwungene Einschränkungen der Gedanken-, der Meinungs- und der Handlungsfreiheit scheinen zu ähnlichen Einschränkungen in anderen Gesellschaften zu passen. Und, vor allem, sei das Leben angenehm. Die Unterschiede zwischen dem heutigen amerikanischen Regime und den Regimes, die man üblicherweise tyrannisch oder totalitär nennt, seien daher grundsätzlich.

Nichtsdestoweniger sollten die Unterschiede nicht die Ähnlichkeiten verschleiern, die ebenso grundsätzlich sind und manche Ähnlichkeit in der beschreibenden Sprache rechtfertigen. Tyrannei bedeutet unverantwortliche Regierung, die nicht durch Gesetz oder verbindlichen Brauch begrenzt ist; Totalitarismus ist eine Tyrannei, die auf einer alles einschließenden Theorie basiert, die sich im Privatbesitz einer herrschenden Elite befindet. Mit diesen Definitionen waren zum Beispiel mittelalterliche Regierungen weder tyrannisch noch totalitär; sie waren durch Gesetze und Bräuche begrenzt, und die christliche Perspektive, die sie rechtfertigte, unterlag nicht dem König, sondern der Kirche — einer Körperschaft, die sich in fundamentaler Weise von weltlichen Herrschern unterschied, mit ihnen oft im Streit lag und durch autoritative Texte, Traditionen sowie letztlich den Willen Gottes gebunden war.

Im Gegensatz dazu neigt das moderne Amerika zu einer totalitären Tyrannei, zumindest wenn man die Natur des Liberalismus als eines in sich geschlossenen und allumfassenden Schemas für das gesellschaftliche Leben, das alleinige Recht der herrschenden Elite, es zu interpretieren und die Beschränkungen politischer Tätigkeit erkennt, denen seine Gegner unterliegen. In grundlegenden Fragen wird Amerika von einer liberalen Elite regiert, deren Macht nicht durch Gesetze beschränkt ist, denn die Gerichte sind Teil der Elite und Gesetz ist, was die Gerichte sagen. Affirmative Action (Fördermaßnahmen zugunsten bestimmter Minderheiten; A.d.Ü.), Masseneinwanderung und der Ausschluß der Religion vom gesellschaftlichen Leben bezeichnen die Macht dieser Elite, entgegen der starken und tiefverwurzelten Gegnerschaft praktisch des gesamten Volkes diesem grundlegende Veränderungen aufzuzwingen.

Eine solche Macht ist tyrannisch. Weil der Mensch ein soziales Wesen ist, kann die Tyrannei genauso der Beziehung zwischen einer verantwortungslosen politischen Klasse und gesellschaftlichen Einrichtungen wie auch derjenigen zwischen einer Regierung und einem Einzelnen innewohnen. Jemand, der mich willkürlich einsperrt oder meinen Besitz konfisziert, ist ein Tyrann. Herrschende Eliten, die die gesellschaftlichen Einrichtungen und die Beziehungen zerstören, die mich zu dem machen, was ich bin, die die Familie angreifen, die Unterscheidung der (sozialen; A.d.Ü.) Geschlechter abschaffen, die ethnischen Bindungen und die traditionellen moralischen Selbstverständlichkeiten abschaffen, die die Religion aus dem öffentlichen Leben vertreiben und privaten Gesellschaften vorschreiben, wen sie aufnehmen und warum, sind ebenfalls tyrannisch.

Inhaftierung und Exilierung sind Strafen, da sie einen Menschen seinem sozialen Umfeld entreißen. Absichtliche Zerstörung dieses Umfeldes ist noch deutlich schlimmer. Man sagt, daß Völkermord die absichtliche Zerstörung der Lebensgrundlagen von Volksgruppen einschließe. Der Liberalismus tut dies allen Volksgruppen an, indem er das abschafft, was Nationalität begründet. Wie kann das hinnembar sein? Wenn jeder solche Taten als unanfechtbare Erfordernisse der Gerechtigkeit loben muß, wenn es beinahe unmöglich ist, Protest hörbar werden zu lassen, und wenn Kritiker als Feinde der Menschheit behandelt werden, wenn die Existenz irgendeines höheren Maßstabes verneint wird, dann nimmt die Tyrannei, wie auch immer sie aufrechterhalten wird, totalitäre Züge an.

Von derartigen Beschwerden könnte man immer noch denken, sie seien bombastisch. Die Beschränkungen der Meinungs-, Rede- und Versammlungsfreiheit und der Selbstregierung des Volkes können unzweifelhaft wegerklärt werden. Es kann sein, daß Angriffe auf grundlegende Institutionen bestimmte Vorzüge haben, weil alle Institutionen ihre Ungerechtigkeiten und ihre Verderbnisse haben. Das Leben ist immer noch angenehm für viele Menschen, solange sie sich entspannen und auf ihre individuellen Ziele konzentrieren — “lehnen Sie sich zurück und atmen Sie durch”, wie es Frau Clinton vorschlug. Dennoch gibt es ganz einfache Gründe, um die Zukunft besorgt zu sein. Unverantwortliche Macht korrumpiert. Eine freie Regierung braucht eine festgelegte und weitläufige Verteilung der Macht ebenso wie den Zusammenhalt wesentlicher Teile des Volkes, so daß dieses seine Herrscher zur Verantwortung ziehen kann. Der heutige Liberalismus zerstört beides.

Zur Zeit zerstört der Liberalismus niemanden physisch, ausgenommen die Serben, die Ungeborenen und — zunehmend — die Alten und Unnützen. Eventuell sollte die Statistik auch Morde und Selbstmorde aus zerfallender sozialer Ordnung berücksichtigen und einige Russen, die sich seit dem Zerfall des Kommunismus zu Tode getrunken haben, doch auf diesem Punkt muß man nicht bestehen. Wie seine Bilanz bis heute auch ist, der Liberalismus ist eine unter etlichen modernen politischen Bewegungen, die die menschliche Natur leugnen. Er macht die menschliche Natur zu einer Sache von Entscheidungen und Techniken, genau wie der Kommunismus sie zu einer Sache der wirtschaftlichen Evolution und der Faschismus sie zu einer Sache des menschlichen Willens und des nationalen Wettstreits machte.

In jedem Falle war das Motiv, die menschliche Natur als ein Hindernis für die Neuerschaffung der Welt fortzuschaffen. Die Schwierigkeit dabei war, daß die Zerstörungen in den Konzepten der befestigten und verwurzelten menschlichen Natur wiederholt zur tatsächlichen Zerstörung großer Zahlen wirklicher Menschen geführt hat. Diese Folge erscheint natürlich. Wenn es “den Menschen” nicht gibt, warum sollte es eine Rolle spielen, ob es Menschen gibt? Liberale nehnen die Bedrohung, die in solchen Folgerungen liegt, nicht ernst, aber es ist unklar warum. Wenn “menschlich” inhaltsfrei ist, dann wird es zu einer politischen Einteilung, deren Kriterien politisch festgelegt werden, und wenn es irrational ist, einen grundlegenden Unterschied zwischen einem Menschen und einem Hund zu erkennen, was beides liberale Ansichten im Aufkommen sind, dann scheint die Bühne ziemlich deutlich bereitet zu sein für Schreckliches. In Abwesenheit einer verläßlichen Möglichkeit, die Führung zur Verantwortung zu ziehen, müssen die Schrecknisse auch nicht dauerhaft Gegenstand strittiger Interpretation sein. Weicher Totalitarismus kann zu hartem werden.

Was auch immer für uns geplant ist; eine Tyrannei — besonders eine totalitäre Tyrannei — kann nicht andauern. Der Liberalismus wird sich in der Praxis genauso selbst zerstören wie in der Theorie. Tyrannen müssen vorsichtig sein, doch der Liberalismus kann nicht für immer vorsichtig bleiben. Er macht menschliche Wünsche zum Maß aller Dinge und hat daher keinen Platz für unangenehme Wahrheiten. Die Konsequenzen sind überall zu finden; der Liberalismus braucht fähige Eliten, ist aber unwillig, menschliche Unterschiede zu erkennen, und stellt daher Pläne für Fördermaßnahmen auf, die es unmöglich machen, mit Fragen relativer Befähigung umzugehen. Er kann Autorität, der nicht zugestimmt wird, nicht rechtfertigen — zum Beispiel elterliche Autorität oder auch nur gewöhnliche moralische Maßstäbe — und fühlt sich daher genötigt, sie als repressiv zu untergraben, ungeachtet der Konsequenzen. Die sich daraus ergebende Unordnung durchdringt das Gemeinwesen, und weil die Generationen einander nachfolgen, wird es immer schwieriger, eine ordentliche Führung aufrechtzuerhalten.

Des Weiteren kann eine Philosophie, die von unabhängigen, ihre je eigenen Interessen verfolgenden Einzelnen ausgeht, nicht mit Fragen umgehen, die über das Leben des Einzelnen als eines im Selbstinteresse Handelnden hinausgehen — Fortpflanzung und Kindererziehung, Loyalität und Opfer, Leben und Tod. Solche Fragen sind grundlegend für das Überleben der Gesellschaft, doch der Liberalismus kann sie nur als Angelegenheiten der individuellen Vorzugs begreifen. Die Konsequenzen sind suizidal niedrige Geburtenraten, Kinder, die ohne die Fürsorge ihrer Eltern aufwachsen und eine Armee, die mit Verlusten nicht klarkommt. Wenn solche Zustände anhalten, und es ist schwer zu erkennen, was am Liberalismus sie aufhalten kann, bedeuten sie das Ende der liberalen Gesellschaft.

Deshalb besteht die Wahl zwischen einem Liberalismus, der, um zu herrschen, seine eigenen Prinzipien negiert, was folglich zu Korruption, obskurantistischer Tyrannei und möglicherweise zum Zusammenbruch führt, und einem System, das ausdrücklich auf autoritativen, transzendentalen Werten basiert. Ein System der letzteren Art kann auch in vielen Hinsichten liberal sein, doch würde es die Freiheit als letzten Maßstab ablehnen und wäre in heutigen Begriffen radikal unfreiheitlich. Ein System transzendentaler Werte, die eine Lebensweise begründen, ist ihrer Wirkung nach eine Religion; wir haben daher die Wahl zwischen der Herrschaft der Gewalt und der Täuschung (vielleicht der verkleideten, vielleicht nicht) und der Anerkennung der religiösen Fundierung von Gesellschaft und Führung.

Die grundlegende Frage der Politik ist, welche Religion etabliert werden soll. Jede Autorität muß auf einer gemeinsamen Auffassung über Prinzipien aufbauen, die höher sind als menschlicher Wille, die in der Natur der Dinge verwurzelt sind. In demselben Maße, wie er selbst zum obersten Prinzip zu werden versucht, kann der Liberalismus nicht anders, als solche Fragen zu beantworten. Dem Anspruch auf Neutralität zum Trotz verkörpern die amerikanischen Gesetze heute eine religiöse Auffassung. Diese schließt Ansichten vom öffentlichen Leben aus, die transzendente Religion ernst nehmen, wobei sie sie der Substanz nach behandelt, als seien sie falsch. Sie kann jedenfalls nicht zurechtkommen ohne ein Weltbild und ohne eine Quelle von moralischer Verpflichtung, und findet beides im Menschen als letztem Maßstab. Sie erklärt menschlichen Genius zum schöpferischen Prinzip und den Willen jedes Einzelnen zur Quelle allen Wertes. Eine solche Sichtweise ist religiös, die Religion vom Menschen als dem Schöpfer und Richter aller Dinge. Als eine Reaktion auf letzte Fragen, die unausgesprochen unsere öffentliche Ordnung motivieren, ist sie unsere etablierte Religion.

Sie ist eine Religion, die das Versprochene nicht wird halten können, letztlich weil sie keinen Sinn ergibt. Indem sie versucht, das Mysterium am Grund der Dinge abzuschaffen, schafft sie es lediglich, alle Dinge unverständlich zu machen. Sie macht den Menschen zum Maßstab, doch die Menschen sind schwach, wandelbar, dem Irrtum ausgeliefert und im Streit miteinander. Zusammenhanglosigkeit bringt Zusammenhanglosigkeit hervor: Die liberale Neutralität ist nicht neutral, die liberale Toleranz ist intolerant, und der liberale Hedonismus versagt uns Wünsche. Weil der Liberalismus so angewachsen ist, daß er sich in der Praxis selbst zerstört, kann nicht einmal sein etablierter Status mehr ein Grund sein, ihn zu unterstützen. Er muß zurückgewiesen und ersetzt werden; er wird in keinem Punkt von Dauer sein, und es wird das Beste sein, wenn er auf vernünftige Weise ersetzt wird und mit dem Bewußtsein, warum er gescheitert ist.

Die vernünftige Art, über den Liberalismus hinwegzukommen, ist über die Fragen zu diskutieren, die er umgeht und nicht beantworten kann. Geistig kann er deren freie Diskussion nicht überleben; ein Zweck der “Politischen Korrektheit” und der Zentralisierung des intellektuellen Lebens ist es zu verhindern, daß sie erhoben werden. Sowohl die moderne Kommunikationstechnik als auch die liberale Forderung nach freier Rede erschweren jedenfalls die völlige Unterdrückung solcher Fragen. Wenn die praktischen Belastungen der liberalen Gesellschaft ernst genug werden, werden die geistigen Schwachpunkte des Liberalismus immer deutlicher werden. Als ein in sich geschlossenes, kaum in der empirischen Wirklichkeit verwurzeltes System könnte der Liberalismus genauso auseinanderfallen wie der Sowjetkommunismus oder der Neuengland-Kalvinismus, der problemlos funktionierte, bis er wie eine Blase platzte.

Wenn aber der Liberalismus einmal weg ist, was kommt dann? Sogar bei einem schlechten Denksystem ist es unwahrscheinlich, daß es abgeschafft wird, bevor es etwas gibt, das es ersetzen kann. Eine Religion kann man sich nicht aussuchen wie einen Anzug. Die Religion eines Volkes hängt von einer unüberschaubaren Menge von Dingen ab, ist unvernünftig oder superrational (ein Begriff aus der Spieltheorie, der die Fähigkeit zur uneigennützigen Kooperation beschreibt; A.d.Ü.) und ist weniger eine Frage der Wahl als eine der Erkenntnis. Sie wird nichtsdestoweniger auf die eine oder andere Weise festgelegt. Der Mensch benötigt ein Leben in Gemeinschaft mit Seinesgleichen, und das Gemeinschaftsleben erfordert ein gemeinsames Verständnis von der Natur der Welt und dem Ort des Menschen in ihr. Unser öffentliches Leben, soweit es heute existiert, basiert auf einer Religion, der man kaum einen Sinn wird abgewinnen können, die man noch schwerer glauben kann und die schließlich und endlich darauf beruht, daß man sich selbst und andere betrügt. Sie wird ersetzt werden. Bis dies passiert, wird ein besseres öffentliches Leben Formen annehmen. Alles, was diejenigen, die nach einer besseren Zukunft suchen, jetzt machen können, ist, sich darauf vorzubereiten, indem sie sich von dem existierenden System der Dinge fernhalten, die grundsätzlichen Fragen stellen, aus denen alle Religionen entspringen, sich mit anderen zusammentun, um sie zu beantworten und mit den Fragen diejenigen herausfordern, die den gegenwärtigen Zustand unterstützen. Alles andere liegt in Gottes Händen.

April 15, 2009

Ist der Nationalstaat veraltet?

Aus dem Englischen von BeforeDawn

Der Originalartikel erschien am 05.06.2006 in The Brussels Journal

Martin van Creveld ist ein israelischer Militärhistoriker und –theoretiker, der in den Niederlanden geboren wurde, jetzt aber in Israel lebt. Er hat viele Bücher über Militärgeschichte und Strategie verfasst und an vielen militärischen Hochschulen in der ganzen westlichen Welt gelehrt. Ich bin politisch nicht immer der gleichen Meinung wie er; bei einer Suche im Internet fiel mir vor allem dieses Zitat auf: “Angesichts der gegenwärtigen Machtbalance lässt es sich nicht begründen, dass ein nuklearer Iran die Vereinigten Staaten bedrohen würde. Den Ausfällen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad zum Trotz, wird die Islamische Republik nicht einmal eine Bedrohung für Israel sein.” Ich widerspreche deutlich. Van Creveld ist Historiker und hat einen guten Ruf, seine Schriften sind klar und deutlich formuliert und bringen die Dinge auf den Punkt. Ich werde ihn dazu heranziehen, ein Licht auf die Kritik zu werfen, die heutzutage gegen den Nationalstaat vorgebracht wird. Die folgenden Zitate stammen aus seinen Aufsätzen bzw. aus den Heften The State: Its Rise and Decline und The Fate of the State, die beide im Internet zu finden sind.

217yzpqmybl_sl500_aa140_Um seinen Argumenten zu begegnen, werde ich Roger Scruton heranziehen, den herausragenden britischen Denker, von dem ich persönlich sehr viel halte. Die meisten Zitate von ihm sind aus seinem ausgezeichneten kleinen Buch The West and the Rest: Globalization and the Terrorist Threat von dem ein kleiner Teil ebenfalls online zur Verfügung steht. Überhaupt ist alles, was Roger Scruton schreibt, wert gelesen zu werden.

Van Creveld, wie viele andere auch, beginnt seine Erzählung über den modernen Staat mit dem Westfälischen Frieden, der den Dreißigjährigen Krieg im Jahr 1648 beendete. Dieser Krieg, der eigentlich eine Serie von Kriegen war, die 1618 wegen Konflikten zwischen Protestanten und Katholiken und wegen politischer Auseinandersetzungen im Heiligen Römischen Reich begann, wurde hauptsächlich in dem Gebiet, das wir heute Deutschland nennen, ausgetragen. Die Auswirkungen der Kämpfe in Mitteleuropa waren verheerend. In Deutschland kamen mehr als 20 Prozent der Bevölkerung ums Leben. Der Dreißigjährige Krieg war der letzte religiöse Krieg in Europa. Die Beschlüsse, auf die man sich im Westfälischen Frieden einigte, legten den Grundstein für das, was später die modernen Nationalstaaten werden sollten, indem festgelegt wurde, dass die Bürger der verschiedenen Staaten grundsätzlich den Gesetzen ihrer eigenen Regierungen unterworfen sein sollten, überdies wurde in mehr als einer Hinsicht die moderne Diplomatie des Westens in die Wege geleitet.

Van Creveld beschreibt es so:

Was das Regierungssystem, das sich in Europa nach dem Dreißigjährigen Krieg bildete, von dem vorhergehenden unterschied, war die Tatsache, dass es eine Körperschaft (des öffentlichen Rechts) darstellte. Zuvor waren die Könige und Kaiser mit den Organisationen, an deren Spitze sie standen, identisch. In meiner Sichtweise war die Tatsache, dass der Staat, anders als alle vorherigen politischen Konstrukte, es fertig brachte, den Herrscher von der Organisation zu trennen, das eigentliche Geheimnis hinter seinem Erfolg. Was den Staat einzigartig machte, war, dass es den Herrscher durch einen abstrakten, anonymen Mechanismus aus Gesetzen, Regeln und Bestimmungen ersetzte.

Van Creveld betont die Rolle, die die Technik bei der Geburt des modernen Nationalstaates spielte:

Die Rolle, die die Presse bei der Etablierung des Staates spielte, ist nicht zu überschätzen. Später versetzten der Telegraph und die Eisenbahnen den Staat in die Lage, die Bevölkerung unter ihre Kontrolle zu bringen und ganze Länder, sogar Erdteile, mit ihren Netzwerken zu überziehen. Die Rolle von Technologien wie Telefon, Fax, Computer (erstmalig zur Berechnung der Ergebnisse der Volksbefragung in den USA angewendet), Fernstraßen und andere Transport- und Kommunikationssysteme war sogar noch größer als die vorangegangenen Techniken. Ohne diese wäre es für den Staat unmöglich gewesen, die Aufgabe zu konzipieren, die er seit Beginn des 19. Jahrhunderts begonnen hatte: die Erfassung aller Schichten der Gesellschaft, oben wie unten, zu verwirklichen, und das, ohne auf Entfernung oder geographische Besonderheiten Rücksicht nehmen zu müssen.

Die Zahl der Ministerien, zum Beispiel, von denen es während des 17. und 18. Jahrhunderts im Normalfall nur eine Handvoll gegeben hatte, wie das Justizministerium, das Außenministerium, den Kriegsminister, den Finanzminister, ist inzwischen in vielen Ländern auf mehrere Dutzend angewachsen. Jedoch hat die Technik, wie Martin van Crefeld bemerkt, einen Januskopf. Sie gibt den Regierungen die Werkzeuge, mit denen sie ihre Länder regieren, sie überschreitet aber auch die nationalen Grenzen und blockt so Versuche ab, ein Übergewicht an Macht zu gewinnen, wodurch sie eine Vermehrung von Freiheit und Wohlstand ermöglicht, die vorher “gänzlich ohne Beispiel” gewesen ist. Und genau wie die moderne Technologie den Aufstieg der Nationalstaaten ermöglich hat, so trägt sie, ironischerweise, jetzt dazu bei, sie wieder abzubauen:

Der dritte Faktor, der gegen den Staat arbeitet, ist jener Prozess, der mit dem Begriff “Globalisierung” zusammengefasst wird. Im Kern ist die Globalisierung das Ergebnis eines technologischen Wandels, des Zusammenwirkens neuer Transport- und Kommunikationsmittel, die die Welt kleiner und ihre Teile stärker voneinander abhängig gemacht haben. Einige dieser Technologien, wie z. B. Radio, Fernsehen, Satelliten-Fernsehen, Video, Telefon, Fax und das Internet, überwinden ohne Schwierigkeit Staatsgrenzen. Andere, wie die Jumbojets, die jede Woche mehr als eine halbe Million Menschen über den Atlantik befördern, sind überhaupt nur dann effizient einsetzbar, wenn sie nicht durch die Grenzen der Einzelstaaten behindert werden. Diese Technologien haben es nun wiederum möglich gemacht, dass nicht nur Informationen, sondern auch Gelder und Menschen in einem Ausmaß und mit einer Geschwindigkeit die Staatsgrenzen überschreiten, dass sie sich allen Versuchen, sie zu kontrollieren, entziehen; vielleicht kann man sagen, dass die beiden Faktoren, die am meisten zum Zusammenbruch der sogenannten Deutschen Demokratischen Republik beigetragen haben, das Verlangen der Menschen nach der D-Mark einerseits und das westdeutsche Fernsehen andererseits waren. Auch haben diese Techniken es privaten, nichtstaatlichen Körperschaften ermöglicht, sich zusammenzufinden und im globalen Maßstab zu fusionieren.

Einige dieser Veränderungen sind wirklich ganz konkret erfahrbar, und nicht aus der Luft gegriffene Behauptungen; ich selber nehme an der Globalisierung teil: während Fjordman in Europa lebt, werden meine Beiträge und Aufsätze auf nordamerikanischen Webseiten veröffentlicht, wie z. B. auf Jihad Watch, faithfreedom.org, und dem Blog Gates of Vienna, und sie haben Leser in Indien und Australien. Die übergroße Mehrheit meiner Leser lebt außerhalb meines Nationalstaats und sie können auf das, was sie lesen, antworten und mit dem Autor kommunizieren. Dieses globale Gespräch zwischen ganz gewöhnlichen Bürgern wäre in der Tat vor einem Jahrhundert unmöglich gewesen.

Van Creveld sagt:

Und schließlich scheint die beispiellose Entwicklung der elektronischen Informationsdienste einen weiteren Schritt zum bevorstehenden Zusammenbruch des Staates zu bezeichnen. In der Vergangenheit schon ist es keinem Staat je möglich gewesen, einige vollständige Kontrolle über das Denken all seiner Bürger auszuüben; mit dem Aufkommen der Computer-Netzwerke und der daraus folgenden Demokratisierung des Zugangs zu Informationen ist der Kampf zwischen Freiheit und Kontrolle endgültig von der letzteren verloren worden, sehr zum Bedauern zahlreicher Regierungen.

Im Gegensatz zu George Orwells Befürchtungen in “1984″ hat die moderne Technologie, in der Form der Atomwaffen einerseits und noch nie dagewesener Kommunikations- und Verkehrstechniken andererseits nicht zur Etablierung fest gefügter totalitärer Regime geführt. Alles in allem haben die Regierungen dadurch Macht verloren zugunsten von Organisationen, die keine Staaten und auch nicht hoheitlich tätig sind.

Roger Scruton bezweifelt nicht, dass die technologische Globalisierung ein starker Antrieb zum Wandel ist. Zum Beispiel führt er an, dass zum ersten Mal in Jahrhunderten der Islam “eine einheitliche Bewegung mit einem einzigen Ziel” ist, und dass “es einen hauptsächlichen Faktor gibt, der diese ungewohnte Einheit bewirkt, nämlich die Zivilisation des Westens und der Prozess der Globalisierung, den sie in Gang gesetzt hat”. Seiner Meinung nach ist es eine Folge “des westlichen Wohlstands, der westlichen Rechtssysteme, der westlichen Finanzwirtschaft und der westlichen Kommunikations-systeme, dass menschliche Initiativen jetzt so leicht Grenzen überschreiten und das Leben und die Hoffnungen von Menschen auf dem ganzen Globus verändern.”

Die Ironie dabei ist, dass “die westliche Zivilisation auf einer Vorstellung von Staatsbürgerlichkeit beruht, die absolut nicht global ist, sondern in einer territorial begrenzten Rechtsprechung und einer nationalen Loyalität wurzelt.” Im Gegensatz dazu gründet sich der Islam, der bis vor kurzer Zeit vom Westen weit entfernt war, auf einem Ideal, “das in seinem Anspruch uneingeschränkt global ist”. Deswegen bietet “die Globalisierung dem militanten Islam eine günstige Gelegenheit, die er seit dem Rückzug der Osmanen aus Zentraleuropa nicht mehr gehabt hat”. So hat sie eine “wirkliche islamische Ummah zuwege gebracht, die sich über die Staatsgrenzen hinweg als global legitimiert ausweist, und die sich wie ein Parasit an globale Institutionen und Technologien, die Nebenprodukte westlicher Demokratie sind, anheftet.”

Muslime wie Osama bin Laden

sind Produkte des Globalisierungsprozesses und die westliche Zivilisation hat deren Botschaft so in alle Richtungen ausgestrahlt, dass sie gleichsam mit ihnen um die Welt reist: […] die Techniken und die Infrastruktur, von denen al-Qaida abhängt, sind das Geschenk der neuen globalen Institutionen. Es sind die Wall Street und Zürich, die das internationale Finanznetzwerk gebildet haben, das es Osama bin Laden möglich macht, seinen Reichtum zu verstecken und ihn an jedem Ort der Welt zu investieren. Es ist die freie Wirtschaft des Westens mit ihren multinationalen Verflechtungen, die die Technologie geschaffen hat, die Bin Laden sich so effektiv gegen uns zunutze gemacht hat. Und es sind die westlichen Naturwissenschaften, die die Massenvernichtungswaffen entwickelt haben, die er so liebend gern hätte. Ebenso wäre sein Reichtum unvorstellbar ohne die riesigen Einkünfte, die Saudi-Arabien aus dem Westen zufließen und die dort zu dem Bauboom geführt haben, von dem sein Vater profitiert hat. Und dieser Bauboom als Resultat der Bevölkerungsexplosion, die wiederum die Folge des globalen Handels ist, ist ein Symbol des Westens und seines globalen Einflusses.

Van Creveld denkt, dass der Nationalstaat, der seine Entstehung endlosen Kriegen verdankt, ursprünglich “nur ein Werkzeug sein sollte, um Ruhe und Frieden durchzusetzen”. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts allerdings traf er auf den Nationalismus. Bei Herder hatte der Nationalismus zunächst als eine harmlose Sehnsucht nach den eigenen Traditionen begonnen; es war “eine kulturelle Bewegung, nicht eine politische”. Jedoch haben die zehn Jahre Krieg zwischen den Nationalstaaten im Zeitraum 1914 – 1945 ungefähr 80 Millionen Tote zurückgelassen, ein Vermächtnis, das in den Augen vieler die Idee des Nationalstaates diskreditiert hat.

Roger Scrutons Einstellung hingegen ist, den Nationalstaat als eine positiv zu wertende Errungenschaft anzusehen, als etwas, das nicht das unvermeidliche Ergebnis der technologischen Entwicklung war, sondern aus vielerlei verschiedenen Impulsen hervorgegangen ist, die auch auf kulturelle und religiöse Institutionen zurückgehen, die sehr viel älter sind als der Westfälische Frieden im 17. Jahrhundert: das Römische Recht und das Christentum. Von seinen Anfängen im Römischen Reich “hat das Christentum einige der Vorstellungen über das Regieren eines Reiches in sich aufgenommen”; insbesondere “die größte aller römischen Errungenschaften, nämlich das allgemein verbindliche Rechtssystem als Mittel der Konfliktlösung”. Paulus war römischer Bürger, und mit dem Römischen Recht vertraut.

Die Paulinische Kirche war nicht als eine über dem Recht stehende Organisation konzipiert, sondern als eine Art überindividueller Staatsbürger mit dem Anspruch auf den Schutz der weltlichen, staatlichen Macht, aber nicht mit dem Anspruch, diese Macht als Quelle der Rechtsordnung zu ersetzen. Dies entspricht der Sichtweise Jesu Christi: ´So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist´(Matthäus 22:21).

Diese Trennung von Kirche und Staat war von Anfang an eine allgemein akzeptierte Lehre der Kirche. Ja, diese Trennung ist von der Kirche überhaupt erst geschaffen worden. Nach Scruton ist “dieser politische Prozess eine Errungenschaft – eine, die es ohne das Römische Recht und die christliche Lehre nicht gäbe und die es in jenen Teilen der Welt auch nicht gibt, wo diese ihre Wirkung nicht entfaltet haben.” Das Römische Recht war säkular, es kümmerte sich nicht um die Religion des einzelnen Bürgers und “und war in der Lage, unter sich verändernden Verhältnissen sich auch selbst zu verändern”. Dieses Rechtsverständnis ist vielleicht der wichtigste Faktor bei der Entstehung der europäischen Formen staatlicher Souveränität gewesen.”

Roger Scruton glaubt, dass das, was den Westen vom Rest der Welt trennt, unser Begriff des “personal state” ist:

Dieser “personal state” ist durch die Existenz einer Verfassung gekennzeichnet, durch den regelmäßigen Wechsel seiner Amtsinhaber, er ist ein Rechtsstaat. Seine Beschlüsse werden in einem Prozess gefasst, der vielleicht nicht durchgehend demokratisch ist, der aber dennoch jeden Bürger einschließt und die Mittel bereithält, die jeden Bürger die Ergebnisse als seine eigenen akzeptieren lassen. Solche Staaten ziehen ihrem Wesen nach Verhandlung dem Zwang vor, und Frieden dem Krieg; sie sind den Bürgern rechenschaftspflichtig, und seine Entscheidungen können nicht zuletzt insofern den Bürgern angerechnet werden als sie an dem politischen Prozess teilgenommen haben.” 1)

Voraussetzung für das Funktionieren dieses demokratischen politischen Prozesses ist das Gefühl einer gemeinsamen Identität, die Existenz einer Gemeinschaft von Bürgern mit gemeinsamen Interessen. Des weiteren ist dieser soziale Kontrakt nur dann sinnvoll, wenn er künftige Generationen einschließt, da der Zweck ja die Schaffung einer dauerhaften Gesellschaft ist.

Es kann keine Gesellschaft existieren ohne diese Erfahrung einer gemeinsamen Mitgliedschaft. Denn nur das versetzt mich in die Lage, die Interessen und Bedürfnisse von Fremden als meine Angelegenheit zu betrachten; nur das bringt mich dazu, die Autorität der Gesetze und Entscheidungen anzuerkennen. Fehlt diese Erfahrung einer gemeinsamen Mitgliedschaft, dann löst sich das Fundament des sozialen Kontraktes auf: Verpflichtungen in der Gesellschaft verlieren ihre Dauerhaftigkeit, werden in Zweifel gezogen und lösen sich auf, und die Vorstellung, dass man vielleicht aufgerufen werden könnte, sein Leben für eine Gruppe von mir persönlich unbekannten Menschen zu opfern, grenzt dann schon an das Absurde.

Dieser soziale Kontrakt im Westen erweist sich aber nur als sinnvoll “wegen der langen Geschichte, die die westlichen Gesellschaften mehr mit einer territorialen als mit einer religiösen Loyalität erfüllt hat”. Die Verfassung der Vereinigten Staaten beginnt mit der Formulierung “Wir, das Volk …” Und Scruton fragt:

Welches Volk? Nun, wir, die wir zusammengehören, deren historische Bande jetzt in Gesetzesform gefasst werden. Unser Gesellschaftsvertrag ist nur aufgrund der Annahme eines solchen schon vor diesem Vertrag existierenden ´Wir´ sinnvoll.

Um deutlich zu machen, dass eine solche Mitgliedschaft in einem “personal state” weit von dem unvermeidlichen Ergebnis irgendeiner unpersönlichen technischen Entwicklung entfernt ist, weist Roger Scruton darauf hin, dass es in islamischen Ländern, wo die globale Ummah und das Kalifat die Ideale sind, kein wirkliches Gegenstück dazu gibt. Begriffe wie Nationalstaat und territoriale Integrität haben keine Entsprechung im Fiqh, der islamischen Rechtsprechung, was verständlich macht, warum es so schwierig ist, in muslimischen Ländern die Demokratie zu etablieren. Dies ist auch der wesentliche Grund dafür, dass Muslime einen solchen Hass gegen Israel empfinden,

das ein Außenposten des Westens im Dar al-Islam ist. Die militanten Muslime sind deshalb mit nicht weniger zufrieden als mit der völligen Zerstörung Israels. Denn Israel ist ein Nationalstaat dort, wo kein Nationalstaat sein sollte, wo das einzige Gesetz die Scharia und die einzige Loyalität nur die dem Islam gegenüber sein sollte.

Scruton stellt ferner fest, dass dieser “personal state” jetzt unter Druck ist, und zwar sowohl von den supranationalen Organisationen, die das Gefühl der Zugehörigkeit von oben zerstören, als auch durch die Masseneinwanderung ohne Assimilation von unten, zwei Trends, die zur selben Zeit wirken und anscheinend zusammenhängen. Die Europäische Union, unter anderen, “zerstört in hohem Tempo die territorialen Rechtssysteme und nationalen Loyalitäten, die seit der Aufklärung die Grundlage der Gesetzlichkeit in Europa gebildet haben, ohne eine neue Form der Zugehörigkeit an die Stelle der alten zu setzen.” Und obgleich es einzelnen Menschen sinnvoll erscheint, aus Drittweltländern nach Europa zu kommen, um sich hier niederzulassen, könnte es sein, dass sie unwissentlich zur Zerstörung dessen beitragen, das sie überhaupt veranlasst hat, hierher zu kommen, um seine Vorteile zu genießen:

Die politischen und wirtschaftlichen Vorteile, die Menschen veranlassen, im Westen Zuflucht zu suchen, sind das Resultat territorial definierter Rechtsprechung, eine solche Rechtsprechung kann aber nur Bestand haben, wenn die Grenzen kontrolliert werden. Deswegen unterminiert eine transnationale Rechtsprechung, in Kooperation mit einer Kultur der “repudiation” [?, der Ü.], sehr schnell die Bedingungen, die die Freiheiten des Westens dauerhaft machen.

Martin van Creveld vertritt die Ansicht,

dass der Staat, der seit dem Westfälischen Frieden (1648) die wichtigste moderne Institution, ja die moderne Institution überhaupt gewesen ist, im Sterben liegt. Wohin wir auch immer schauen, sind die existierenden Staaten entweder dabei, sich zusammenzuschließen, oder sie sind in einem Prozess des Zerfalls. Es scheint, dass viele Staaten bald nicht mehr in der Lage sein werden, innerhalb ihrer Grenzen das Leben ihrer Bürger in politischer, militärischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Hinsicht zu schützen. Diese Entwicklung könnte zu Umwälzungen führen, die so tiefgreifend sind wie jene, die die Menschheit beim Übergang vom Mittelalter in die Neuzeit erfasst haben.

Er denkt, dass das politische Konstrukt, das wir ´Staat´ nennen, “zwischen 1945 und 1975 den Höhepunkt erreicht hat”, und sich jetzt im Niedergang befindet.

Während viele Staaten entweder implodieren oder fusionieren, stehen sie alle in einem wachsenden Wettbewerb mit anderen Formen von Organisationen. Einige dieser Organisationen beruhen auf privater Initiative, andere sind öffentliche Körperschaften.

Es ist zu erwarten, dass in Zukunft mehr und mehr von diesen Organisationen sich in wachsendem Ausmaß von der staatlichen Kontrolle lösen und eine unabhängige Rolle spielen werden.

Ferner vertritt er die Meinung, dass ein wichtiger Faktor bei dieser Entwicklung die Einführung der Atomwaffen gewesen ist. “Die Atomwaffen waren es, die zum ersten Mal in der Geschichte es ihren Besitzern möglich gemacht haben, sich gegenseitig vollständig zu vernichten.” Dies hat den Krieg zwischen den großen Nationalstaaten zum Selbstmord gemacht, und auf diese Weise die Clausewitzsche Definition des Krieges als der Fortführung der Politik mit anderen Mitteln aufgehoben.” Atomar bewaffnete Staaten können nicht so leicht gegeneinander in den Krieg ziehen, um ihre Interessen durchzusetzen oder zu verteidigen.

Roger Scruton ist aber tief beunruhigt über diese Schwächung des Nationalstaates, denn niemand, so macht er deutlich, hat wirklich eine überzeugende Antwort auf die Frage gegeben, was ihn ersetzen soll.
Besonders in Europa “ist eine Entwicklung in Gang gesetzt worden, die dazu führt, dass unsere Parlamente ihrer verbleibenden Souveränität beraubt werden”, es aber keinen Ersatz durch irgendeine funktionierende demokratische Alternative gibt.

Demokratien verdanken ihre Existenz den nationalen Loyalitäten – den Loyalitäten, die von der Regierung und der Opposition geteilt werden, von allen politischen Parteien, und von der Wählerschaft als ganzer. Aber überall ist das Konzept der Nation unter Beschuss – entweder verachtet als eine atavistische Form des sozialen Zusammenhalts oder sogar verdammt als die Ursache für Konflikte und Kriege, und deshalb abzuschaffen und durch aufgeklärtere und umfassendere Formen von Rechtssystemen zu ersetzen. Aber was genau soll der Ersatz für die Nation und den Nationalstaat sein?

Scruton ist pessimistisch hinsichtlich des Ergebnisses, wenn diese Entwicklung ungehindert weitergeht:

Wir haben eine Phase erreicht, wo unsere nationale Rechtsprechung mit von außen kommenden Gesetzen bombardiert wird […], obwohl viele von ihnen von despotischen und kriminellen Regierungen stammen und obwohl kaum irgendwelche von ihnen der Aufrechterhaltung des Friedens dienen. Und trotzdem haben wir, die Bürger, keine Macht, diese Gesetze zurückzuweisen, und diejenigen, die diese Gesetze beschließen, sind uns, die wir sie befolgen müssen, zu keiner Rechenschaft verpflichtet[…]. Diese Despotie entwickelt sich langsam: die Anarchie, die ihr folgt, wird aber plötzlich kommen, wenn das Gefühl der Loyalität sich schließlich vom Gesetz gelöst hat, wenn es als etwas empfunden wird, das zu ´denen´ gehört , und nicht mehr zu ´uns´.

Ich persönlich stimme nicht mit Mr. van Creveld darin überein, dass technologische Entwicklungen von sich aus schon politische Veränderungen mit sich bringen. Sicher, der Nationalstaat wird im 21. Jahrhundert infolge der technologischen Globalisierung herausgefordert werden. Es waren die Ausbreitung des medizinischen Fortschritts und andere Verbesserungen, die den Weg für die massive Bevölkerungsexplosion im 20. und 21. Jahrhundert geebnet haben, für die es kein vergleichbares Beispiel in der menschlichen Geschichte gibt. Die technologische Globalisierung hat es auch für diese teilweise verarmten Massen leichter gemacht zu sehen, wie die Verhältnisse in anderen Teilen der Welt sind, und die Verkehrstechnologie hat es leichter gemacht, in weit entfernte Länder zu reisen. Die massiven Wanderungswellen, deren Zeuge wir jetzt sind, die groß genug sind, um Nationen oder sogar ganze Kontinente zu zerstören, sind in erster Linie die Folge unpersönlicher Kräfte. Das schließt natürlich nicht die Möglichkeit aus, dass es auch Menschen gibt, die diese Entwicklung ausnutzen wollen, um ihre eigentliche Agenda voranzutreiben, so wie z. B. Muslime die Auswanderung ihrer überschüssigen Bevölkerung zur demographischen Eroberung der Länder der Ungläubigen benutzen.

Ein Argument, mit dem van Creveld den Nagel auf den Kopf trifft, ist der Verlust an sozialer und physischer Sicherheit, der mit dem Rückzug des Nationalstaates einhergeht.

Mehr als alles andere jedoch verstärkt die Ausbreitung der ´Gated Communities´ und die riesige private Sicherheitsindustrie das Gefühl, dass die Staaten nicht mehr so wie früher in der Lage sind, ihre Bevölkerungen in Schach zu halten. Diese ´Gated Communities´ sind wie die Städte im Mittelalter, sie stellen festungsartige Fassaden der, wie die Bewohner meinen, wachsenden Unordnung draußen entgegen; die Sicherheitsindustrie ist eine Wachstumsbranche, wo Vermögen verdient, bewaffnete Kräfte aufgestellt, Waffen erworben und Macht angesammelt und nicht selten zur Schau gestellt werden.

Der steile Anstieg der Zahl der privaten Sicherheitskräfte ist in vielen Ländern Westeuropas gut dokumentiert und geht mit der massiven Einwanderung und der wachsenden Unsicherheit in den Großstädten parallel. Der Staat erfüllt nicht seine Verpflichtung, Gesetz und Ordnung aufrechtzuerhalten. Die Europäer zahlen so für Dienste, die ihnen nicht geleistet werden, eine Situation, die so nicht andauern kann.

Van Creveld sagt auch den Rückzug des Wohlfahrtsstaates und “eine wachsende Bedeutung einerseits der privaten Fürsorge und Wohltätigkeit als auch andererseits der Familie” voraus. Dies wird wahrscheinlich passieren, aber bis jetzt ist es noch nicht so weit. Steuern und Sozialleistungen sind noch so hoch wie zuvor. Die Ironie ist, dass, während man uns erzählt, wir müssten eine massive Einwanderung akzeptieren, weil der Nationalstaat veraltet ist, man von uns dennoch erwartet, dass wir für ihn zahlen.
Viele Westeuropäer bezahlen im Jahr 2006 typischerweise zwischen 35 und 55 Prozent ihres Einkommens an Steuern, und fast alles davon geht in Projekte und Einrichtungen auf der nationalen Ebene. Wenn doch der Nationalstaat tot ist, wie kann es dann sein, dass er die Hälfte meines Einkommens bekommt? Der Nationalstaat ist offensichtlich der teuerste Leichnam in der Geschichte der Menschheit. Bemerkenswert ist auch, dass die Parteien der Linken in Europa die überwältigende Mehrheit der Stimmen der Einwanderer aus der Dritten Welt bekommen, die nämlich genau aus dem Grunde kommen, um die Sozialleistungen unserer Länder in Anspruch zu nehmen. Die Vorstellung, dass man die Grenzen offen halten muss, da die Nationalstaaten veraltet sind, hat sich für die linken Parteien
als ein Geniestreich erwiesen, die auf diese Weise einfach Wähler importieren und sich eine neue Wählerschaft verschaffen können. Die europäischen Eingeborenen, die ihre hohen Steuerbeträge zahlen, finanzieren so ihre eigene Kolonisierung.

In der Tat, die technologische Globalisierung und die damit zusammenhängende Migration werden in der Zukunft tatsächlich ernsthafte Herausforderungen für den Nationalstaat sein. Sie sind es ja jetzt schon.
Aber meine Position ist näher an der von Scruton insofern, als ich die Wirkung der Technologien nicht leugne, gleichzeitig aber auch die Rolle der Ideen und der Kultur betone. Zusätzlich zu der unpersönlichen Einwirkung der Technik gibt es auch ideologische Angriffe auf den Nationalstaat, hinter denen eine bewusste Absicht von bestimmten Personen steckt. Van Creveld selbst behauptet, der Nationalstaat habe seinen Höhepunkt irgendwann nach dem Zweiten Weltkrieg gehabt. Aber schon damals, und sogar noch davor, gab es bestimmte Personengruppen, die den Nationalstaat durch etwas anderes ersetzen wollten. Marxisten nämlich hatten schon seit Jahrzehnten für dieses Ziel gearbeitet. Und die Anfänge dessen, was später die Europäische Union werden sollte, liegen in den fünfziger Jahren und basieren auf Ideen aus den Zwanzigern, wenn nicht aus noch früherer Zeit.

Wir hören immer wieder, dass der Nationalstaat nicht nur aus praktischen Gründen veraltet ist, sondern dass er eine üble Einrichtung ist, die die Menschheit trennt und zu Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und anderen nicht zu duldenden Einstellungen führt. Es war z. B. nichts “technologisch Unvermeidbares” an der Etablierung des Multikulturalismus, der die Assimilierung der Einwanderer verhindert und so den Zusammenbruch des Nationalstaates auf der Mikro-Ebene bewirkt, während die EU ihn auf der Makro-Ebene in Gang gesetzt hat. Um ein Beispiel zu nennen: es gibt in Skandinavien ein Projekt, das den nordeuropäischen Samen ein gemeinsames, die nationalen Grenzen überschreitendes Recht geben will.
“Von den 75.000 Samen im ganzen – früher als Lappen oder Lappländer bezeichnet – leben 50.000 in Norwegen, 20.000 in Schweden und der Rest in Finnland. Jedes dieser drei Länder wendet gegenwärtig
seine eigenen Gesetze auf die Samen an, der neue gemeinsame Gesetzesentwurf, nach dreijährigen Verhandlungen, zielt nun darauf, ihre wirtschaftlichen, kulturellen und sprachlichen Rechte, ohne Rücksicht auf die nationalen Grenzen, zu harmonisieren.” Dies ist ein Schritt, der nicht zufällig gemacht wird, sondern hinter dem die Absicht steht, den Nationalstaat zu unterminieren.

Ebenso hören wir in Europa seit Jahren, dass eine weitere Integration unvermeidlich sei und dass diejenigen, die das nicht so sehen, reaktionäre Europhobiker seien, die den Bezug zur Realität verloren haben. Wie sich jetzt zeigt, war sie weder unvermeidlich noch war sie überhaupt wünschenswert. Vielmehr hat es Leute gegeben, die ganz bewusst Pläne für eine Euro-Föderation geschaffen haben, und vielleicht auch für die Vereinigung beider Seiten des Mittelmeeres vermittelst muslimischer Einwanderung, wie Bat Ye’or in ihrem Buch “Eurabia: The Euro-Arab Axis” gezeigt hat. Es ist gut möglich, dass die Europäische Union im kommenden Jahrzehnt einfach auseinanderfällt, genau wie es die Sowjetunion getan hat. Aber bis es soweit ist, wird dieses “unvermeidliche” Experiment mit seiner massiven, niemandem Rechenschaft schuldigen Bürokratie und der Masseneinwanderung Europa fast in die Knie gezwungen haben.

Javier Solana hat im Jahr 1989 festgestellt – damals war er Generalsekretär der NATO, später dann für die Außenpolitik der EU zuständig, und im übrigen ist er bekannt wegen seiner guten Beziehungen zu Saudi-Arabien und zu islamischen Organisationen -, dass “das durch den Westfälischen Frieden begründete System seine Grenzen hat.” Stattdessen pries er “den europäischen Integrationsprozess” der EU und “die Bereitschaft der Staaten, Teile ihrer nationalen Souveränität für das gemeinsame Wohl eines vereinten Europa abzutreten”. Im Jahr 2000 behauptete der damalige deutsche Außenminister Joschka Fischer, dass das im Westfälischen Frieden eingeführte System europäischer Politik veraltet und die Lösung “eine engere Vernetzung der vitalen Interessen und eine Übertragung der souveränen nationalstaatlichen Rechte auf die supranationalen europäischen Institutionen” sei. Der Chefideologe von al-Qaida, Lewis Atiyyatullah, sagte im Jahr 2004, dass sich das Machtgleichgewicht ändern werde; das internationale System, das seit dem Westfälischen Frieden entstanden sei, werde zusammenbrechen und ein neues internationales System unter der Führung eines mächtigen islamischen Staates werde entstehen. Und dies alles werde innerhalb weniger Jahre passieren. Sollte wir nicht nachdenklich werden, wenn die Führer des Westens und islamische Terroristen kongruente Ziele, nämlich die Unterminierung der Struktur der Nationalstaaten, nennen?

Martin van Creveld gibt ganz offen zu, dass er ein “Hegelianischen” Standpunkt vertritt, nach dem Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel, der Karl Marx sehr stark beeinflusst hat bei der Formulierung seiner Vorstellung von großen überpersönlichen historischen Kräften, die wissenschaftlich vorhersagbar sind. Ich werde sofort misstrauisch, wenn ich Menschen höre, die massive Veränderungen unserer demokratischen Gesellschaft vorhersagen und behaupten, dass diese “unvermeidlich” sind, und dass diejenigen, die andrer Meinung sind, “sich dem Strom der Zeit entgegenstellen”. Wir erinnern uns alle, gehört zu haben, dass der endgültige Sieg des Kommunismus “unvermeidlich” sei, und dann aber geschah nichts dergleichen. Vielmehr sind Dutzende von Millionen Menschen durch dieses großangelegte soziale Experiment umgekommen. Die Überzeugung, dass man “weiß”, welche Richtung die geschichtliche Entwicklung nimmt, kann zu totalitären Maßnahmen führen, wenn man versucht, den Gang der Geschichte in diese Richtung zu zwingen.

Auch Roger Scruton beschreibt einen solchen Trend:

Zur gleichen Zeit reden und handeln unsere politischen Eliten so, als ob es keine Alternativen gebe – genau wie die Kommunisten zur Zeit der Russischen Revolution. Sie sprechen von einem unvermeidlichen Prozess, von unumkehrbaren Veränderungen, und während sie ab und zu bereit sind, einen “schnellen” Weg in die Zukunft von einem “langsamen” zu unterscheiden, lassen sie doch keinen Zweifel daran erkennen, dass diese beiden Wege ein und dasselbe Ziel haben sollen – nämlich das Ziel einer transnationalen Regierung unter einem gemeinsamen Rechtssystem, in dem eine nationale Loyalität nicht mehr Bedeutung haben wird als die Unterstützung der lokalen Fußballmannschaft.

Diese “Unvermeidlichkeit” findet sich oft in Stellungnahmen von Mitgliedern der Euro-Eliten. Vor dem französischen Referendum im Jahr 2005 warnte ein strenger Ministerpräsident Raffarin die französischen Wähler, wenn sie nicht für die Verfassung stimmten, würden sie keine zweite Möglichkeit erhalten. Ein Jahr nach dem fehlgeschlagenen Referendum über die EU-Verfassung in den Niederlanden deutete Ministerpräsident Jan Pieter Balkenende an, dass er versuchen werde, ein zweites Referendum über einen möglicherweise revidierten Verfassungstext zu vermeiden. Der belgische Ministerpräsident Guy Verhofstadt plädierte für eine Ratifizierung einer unveränderten EU-Verfassung. “Praktisch und politisch gibt es nur eine Möglichkeit: mit der Ratifizierung der Verfassung fortzufahren”, stellte er fest.

Es hat in der Geschichte zwei Formen der Demokratie gegeben: die direkte Demokratie, vom Volk direkt ausgeübt, ohne Zwischeninstanzen, und die repräsentative Demokratie, in der die Bürger nicht direkt über Entscheidungen abstimmen, sondern gewählte Repräsentanten an ihrer Stelle damit betraut werden, für eine begrenzte und vorher festgelegte Zeitdauer. Die direkte Demokratie ist nicht ausschließlich eine westliche Idee. Elemente direkter Demokratie haben sowohl in den frühen Staaten Indiens als auch in der Konföderation der Irokesen in Nordamerika existiert, um ein paar Beispiele zu nennen. Jedoch hat es direkte Demokratie fast nur in relativ kleinen Gemeinschaften gegeben, wie eben in den griechischen Stadtstaaten, wo das Wort “Demokratie” im 5. Jahrhundert v. Chr. geprägt wurde. Die berühmteste war die Demokratie der Athener, in der das Wahlrecht allmählich auf alle freien athenischen Bürger ausgedehnt wurde, die vielleicht zehn Prozent der Bevölkerung ausmachten.

Aber beständige Demokratien von größerem Umfang und mit einer komplexeren Struktur sind eine moderne westliche Entwicklung, und sie sind eng verbunden mit der Struktur des Nationalstaats.

Einige Denker haben jetzt behauptet, dass die Welt für eine “neue” Art von Demokratie reif sei, nach dem Stadtstaat und dem Nationalstaat. Aber niemand ist bislang in der Lage gewesen, ein überzeugendes theoretisches – geschweige denn ein praktisches – Beispiel aufzuzeigen, wie eine solche “post-nationale” Demokratie funktionieren könnte. Wie Scruton betont, hat es in beiden dieser traditionellen Arten von Demokratie einen Demos gegeben, ein Volk mit einer gemeinsamen Identität und einer vorpolitischen Loyalität, durch die sie sich verbunden fühlten. Es bleibt unklar, wie die multikulturelle und supranationale Europäische Union, die weder von einer gemeinsamen Sprache noch von einer gemeinsamen Geschichte zusammengehalten wird, demokratisch sein könnte. Unsere bisherigen Erfahrungen mit der EU, in der die meisten Gesetze nicht von den gewählten nationalen Parlamenten erlassen werden, sondern von nicht gewählten und nicht rechenschaftspflichtigen EU-Bürokraten, deren Agenda teilweise unbekannt ist, legen den Schluss nahe, dass eine solche post-nationale Organisation auch post-demokratisch sein wird. Und es liegt auch der Verdacht nahe, dass dieses zumindest einigen von denen, die sie erschaffen haben, auch ganz gelegen kommt.

Natürlich stimmt es, dass die Schaffung der Nationalstaaten und nationalen Identitäten nicht immer friedlich vonstatten gegangen ist. Aber es ist auch nicht so, dass die Nationalstaaten ein Monopol auf Kriege gehabt hätten; die hat es schon lange vor dem Konzept des Nationalstaates gegeben und wird es wahrscheinlich auch noch weiter geben, nachdem wir ihn abgeschafft haben. Übrigens: wir haben diese Nationalstaaten jetzt, und sie haben uns die einzigen stabilen großen Demokratien in der Geschichte der Menschheit gegeben. Ja, der Westfälische Frieden im Jahr 1648 kam direkt nach einer Serie von verheerenden, prä-nationalen Religionskriegen zustande. Es ist bemerkenswert, dass wir in unserem vermeintlich post-nationalen Zeitalter nun am Rande eines neuen religiösen Krieges stehen, des islamischen Dschihad, der nicht an irgendeinen Nationalstaat gebunden, sondern nach Umfang und Ziel global ist. Van Creveld stellt auch fest, dass Veränderungen, die so schnell sind wie die von ihm vorausgesagten, und die mit dem Zusammenbruch der staatlichen Macht einhergehen, “nahezu unmöglich ohne Blutvergießen stattfinden können”. Ist es nicht wahrscheinlich, dass der Zusammenbruch des Nationalstaates uns zu einer Art von neuen Stammesgesellschaften führen und mit mindestens genau so viel Gewalt verbunden sein wird wie seine Etablierung? Es ist wahrscheinlicher, dass das Aufgeben der Nationalstaaten zum Ende unseres demokratischen Systems führt als zum Ende der Kriegsführung. Das Argument des Krieges ist also eine faule Ausrede für die Abschaffung des Nationalstaates.

Eine gemäßigte Bindung an den eigenen Nationalstaat muss nicht zur Aggression oder anderen negativen Folgen führen, obwohl das unter gewissen Umständen der Fall sein kann. Angesichts der gegenwärtigen vom Multikulturalismus und der Masseneinwanderung verursachten Spannungen könnte man durchaus annehmen, dass der nächste größere Krieg in Europa zumindest teilweise durch einen aggressiven Anti-Nationalismus und nicht durch einen aggressiven Nationalismus ausgelöst wird. Das Ende der Nationalstaaten, wenn es denn kommt, wird uns nicht in eine schöne neue Welt des globalen Friedens und der globalen Brüderlichkeit, in das Zeitalter des Wassermanns, versetzen.

Es wird chaotisch und schmerzlich sein, und es besteht durchaus die Möglichkeit, dass es auch blutig sein wird. Wir werden eher ins Mittelalter zurückgeworfen werden, in die Zeit vor dem Aufstieg des Nationalstaates, mit Feudalismus und Tribalismus und muslimischen Überfällen, und die Menschen werden sich in ihre eigenen kleinen Festungen zurückziehen, während einige wenige Inseln der Zivilisation, ähnlich den Klöstern vor tausend Jahren, versuchen werden, etwas von unserem kulturellen Erbe am Leben zu erhalten.

Wie auch sonst, gibt Roger Scruton die beste Antwort:

Mein Argument ist nicht, dass der Nationalstaat die einzige Lösung auf die Probleme moderner Regierungen ist, sondern dass er die einzige Lösung ist, die sich bewährt hat. Wir mögen die Versuchung spüren, mit anderen Formen einer politischen Ordnung zu experimentieren. Aber Experimente dieser Dimension sind gefährlich, da niemand ihre Ergebnisse vorhersagen kann oder weiß, wie man diese Ergebnisse wieder rückgängig macht. Die Französische Revolution, die Russische und auch die der Nazis waren kühne Experimente; sie führten alle zum Kollaps der gesetzmäßigen Ordnung, zu Massenmord im eigenen Land und zur Aggression nach außen. Eine weise Politik wäre es, die Einrichtungen zu akzeptieren – wie sehr sie auch mit Mängeln behaftet sind -, die wir geerbt und weiterentwickelt haben, um sie in kleinen Schritten anzupassen und zu verbessern, sie aber nicht durch groß angelegte Veränderungen zu gefährden, deren Folgen niemand wirklich voraussehen kann. Das Plädoyer für diese Vorgehensweise hat uns Edmund Burke unwiderlegbar in seinen “Betrachtungen über die Französische Revolution” gehalten, und die nachfolgende Geschichte hat ihm wiederholt Recht gegeben. Die Lehre, die wir deshalb daraus ziehen sollten – weil eben der Nationalstaat sich als ein stabiles Fundament für die Demokratie und den Rechtsstaat erwiesen hat -, ist, dass wir ihn verbessern, ihn anpassen, ja ihn sogar vielleicht mildern, aber nicht, dass wir ihn wegwerfen.

Ich stimme mit Roger Scruton überein: Der Nationalstaat wird in Frage gestellt werden, aber das ist kein Grund, den Versuch zu machen, ihn absichtlich loszuwerden. Vielleicht wird es ihm gelingen, dem Druck der Migration und der Globalisierung mit gewissen Anpassungen zu widerstehen, aber er wird ganz sicher nicht in der Lage sein, sowohl diesem Druck als auch noch zusätzlich dem ideologischen Angriff standzuhalten, den wir jetzt erleben. Scruton glaubt, dass wir im Westen “tun müssen, was wir nur können, um den Nationalstaat zu stärken, der uns die großen Segnungen gebracht hat, die uns vom Rest der Welt unterscheiden, einschließlich der Segnung der persönlichen Teilhabe an der Regierung, der Staatsbürgerschaft in einem territorial definierten Rechtssystem, und einer dem Volk verantwortlichen Regierung”. Dies bedeutet, dass wir “den Prozess der Globalisierung einschränken” müssen.

Für uns Europäer hieße das, diese EU, die in einem gefährlichen Ausmass Macht auf Institutionen und Individuen übertragen hat, die nicht dem Volk rechenschaftspflichtig sind, außer Betrieb zu setzen. Für den Westen als ganzen hieße es, unsere Einwanderungspolitik und unsere fast völlig offenen Grenzen zu überprüfen und darüber nachzudenken, ob die Vereinten Nationen im 21. Jahrhundert uns wirklich nutzen werden.

1) Anm. des Übersetzers:
Um den Begriff des “personal state” zu verdeutlichen und abzugrenzen, füge ich noch die diesem Zitat folgenden Sätze aus “The West and the Rest” hinzu:
“Wenn er [the personal state] im Auftrag der Bürger Krieg führt, zieht er sie nicht in Konflikte hinein, die sie nichts angehen, sondern beteiligt sie an ihren eigenen Konflikten. In dieser Hinsicht muss er den Regierungsformen gegenübergestellt werden, die außerhalb des “Westens” vorherrschen: der Staat mit einer Einheitspartei, der religiöse Staat, die Tyrannei eines einzelnen Individuums und der sogenannte “failed state”, in dem der Regierungsapparat einfach außer Funktion ist und der die Menschen schutzlos den Verbrechern, Plünderern und Terroristen ausliefert. Obwohl alle diese Arten von Staaten in der UNO repräsentiert sind und sie dort alle den Status von Rechtssubjekten im Sinne des Internationalen Rechts haben, hat in Wahrheit keiner von ihnen volle Rechtsfähigkeit als juristische Person …
(http://www.nationalreview.com/script/printpage.p?ref=/comment/comment-scruton092402.asp”Personal state” ist ein (von Scruton geprägter?) Begriff, der sich vom rechtswissenschaftlichen Konzept der privaten oder öffentlichen Körperschaft (corporation) als juristischer Person ableitet und als solcher die von den jeweiligen Amtsinhabern unabhängige Rechtsfähigkeit, aber auch Rechtsunterworfenheit, dieser Körperschaften auf die Staatsregierung überträgt und so den demokratischen Rechtsstaat – im Unterschied zu den erwähnten anderen Staatsformen – definiert.

März 3, 2009

Osteuropa und die neuen Gefahren für die Freiheit

Erstveröffentlichung in Gates of Vienna, 5. September 2008

Übersetzung: BeforeDawn

Der niederländische Karikaturist Nekschot (´Nackenschuss´), ein Freund des toten Theo van Gogh, des Filmemachers, der von einem frommen Moslem im Jahr 2004 rituell geschlachtet wurde, war im Jahr 2008 der erste Karikaturist, der jemals in der Geschichte der westlichen Demokratien verhaftet wurde. Gregorius Nekschot wurde dreißig Stunden festgehalten wegen Karikaturen, die “Muslime und Menschen dunklerer Hautfarbe diskriminieren”, wie es die Staatsanwaltschaft Amsterdam ausdrückte. Ungefähr 10 Polizeibeamte zerrten ihn aus seinem Haus in Amsterdam, stellten seinen Computer und sein Telefon sicher und teilten ihm mit, dass sein bürgerlicher Name bekannt gemacht werde. Nekschot wurde zwei Tage später freigelassen. Eine Anzeige war im Jahr 2005 von dem niederländischen Imam Abdul Jabbar van de Ven, einem radikalen Islam-Konvertiten, gegen ihn erstattet worden. Nach dem Mord an dem Filmemacher Theo van Gogh hatte Abdul Jabbar van de Ven im Fernsehen gesagt, er würde Allah danken, wenn er es einrichten könnte, dass der islamkritische Abgeordnete Geert Wilders stirbt, “z. B. an Krebs”.

Die Verhaftung von Gregorius Nekschot wegen eines “multikulturellen Gedankenverbrechens” war ein weiterer Tiefpunkt für die Niederlande, einem Land, das noch vor wenigen Jahren für seine Offenheit und Toleranz bekannt war. Es war aber auch ein neuer Tiefpunkt für den “freien Westen”, der plötzlich sehr viel weniger frei aussieht.

Lars Hedegaard, der Vorsitzende der dänischen Trykkefrihedsselskabet (Gesellschaft für die Freiheit der Presse), zusammen mit seinen Kollegen Helle Merete Brix und Torben Hansen, ist einer der führenden Kräfte, die dafür sorgen, dass das winzige Dänemark ein Frontstaat im Kampf gegen den Islam wird. Bruce Bawer gibt in seinem Bestseller51f1l189dtl__bo2204203200_pisitb-sticker-arrow-clicktopright35-76_aa240_sh20_ou03_ While Europe Slept: How Radical Islam is Destroying the West from within einen Bericht von einem Treffen mit Hedegaard und Brix in Kopenhagen:

“Hedegaard war jedoch der Ansicht, dass es tiefere Gründe dafür geben müsse, dass das dänische Establishment mit soviel Milde über den islamischen Extremismus hinwegsieht, als nur Snobismus oder Hippie-Nostalgie. Denn schließlich, so sagte er, ist die Islamisierung der nordischen Länder ´die am weitesten reichende Transformation´, die sie in tausend Jahren erfahren haben. Etwas so Gewaltiges könne seiner Meinung nach nicht einfach mit der Dummheit oder dem Dünkel einiger Leute erklärt werden. Er beharrte darauf, dass “es für schwergewichtige Konsequenzen auch schwergewichtige Gründe geben muss”. Dass sich Dänemark den Muslimen ergibt, müsse auf einen tiefsitzenden inneren Zwang zurückzuführen sein. . . Seine Theorie war, dass die bevorstehende Kapitulation Westeuropas vor dem Islam ihre Wurzeln in der durch den Ersten Weltkrieg verursachten seelischen Verwüstung habe. Denn während jener Konflikt Amerikas Aufstieg zur Großmacht bezeichnet, sahen wir Europäer ihn als den vernichtenden Beweis, ´dass unsere Kultur wertlos ist. Sie wurde in ihren Grundlagen zerstört. Und das bereitete den Weg für die zwei Versionen des Totalitarismus´ − Faschismus und Kommunismus − und für ´Gräuel in einer Größenordnung, die kaum vorstellbar ist´. Diese Gräuel wiederum haben den Europäern die Last einer unerträglichen Schuld auferlegt. Die Nazis, sagte er, ´haben Europa das Gefühl vermittelt, dass es wegen seiner Sünden zum Untergang verurteilt sei… und auch nichts anderes verdiene´”.

Die durch die beiden Weltkriege verursachten Zerstörungen haben in der Tat Europa viel von seinem Selbstbewusstsein genommen. Das Problem ist dennoch vielschichtiger. Wenn man sich ansieht, welche Länder in diesen Kriegen am meisten gelitten haben, dann sieht man, dass es keine automatische Beziehung gibt zwischen dem Ausmaß der Zerstörung und der Neigung zum kulturellen Selbstmord. Polen z. B. neigt viel weniger dazu als mein Land, das am Ersten Weltkrieg nicht teilgenommen hat und im Zweiten weniger gelitten hat als andere Nationen. Schweden hat (offiziell) weder an dem einen noch dem anderen Krieg teilgenommen, und ebenso die Schweiz. Und beide Länder haben auch keine Kolonialgeschichte (wenn man annimmt, dass es sich um einen “postkolonialen Schuldkomplex” handelt), aber Schweden ist in dieser Hinsicht total verrückt, wie die Leser meiner Essays wissen.

Im Juni 2008 hat das schwedische Parlament für einen umstrittenen Gesetzesentwurf gestimmt, der im Namen der nationalen Sicherheit die Überwachung des gesamten E-mail- und Telefonverkehrs erlaubt. Das neue Gesetz, das am 1. Januar 2009 in Kraft treten soll, wird der Försvarets Radioanstalt (FRA, “Radioanstalt zur nationalen Verteidigung”) – trotz ihres Namens eine zivile Einrichtung – erlauben, alle grenzüberschreitenden Internet- und Telefonverbindungen anzuzapfen. Kritiker sagen, dieses Gesetz werde Schweden totalitärer machen als die ehemaligen kommunistischen Diktaturen Osteuropas. Nicht einmal die berüchtigte Stasi in der DDR hatte so weitgehende Mittel der Überwachung von Privatpersonen, wie Schweden sie jetzt haben wird.

Um das erklären zu können, müssen wir uns die langandauernde und äußerst schädliche Einwirkung des Marxismus in seinen verschiedenen Formen ansehen. Es ist in höchstem Grade ironisch, dass die Länder in der Westhälfte Europas, die während des kalten Krieges ein Teil der “freien Welt” waren, in mancherlei Hinsicht durch die marxistische Indoktrination mehr geschädigt sind als die Länder in der Osthälfte Europas, wo die Menschen generationenlang unter dem Kommunismus gelebt haben. Wir im Westen sind von einer anderen Strömung des Marxismus unterwandert worden, eine, die scheinbar weniger schlimm ist, da wir hier (noch) keinen Gulag haben, jedoch eine, die allmählich unseren Überlebenswillen zersetzt und uns unserer nationalen Identitäten beraubt.

Der tschechische Präsident Václav Klaus sagt, obwohl der Kommunismus, die “harte Version” des Sozialismus, vorbei ist, habe dies nicht automatisch “zu dem System geführt, in dem wir gerne leben möchten”. Das gegenwärtig vorherrschende wirtschaftliche und soziale System des Westens basiere auf einem aufgeblähten und uns bevormundenden Regierungsapparat, auf “weitgehender Regulierung des menschlichen Verhaltens und auf umfangreicher Umverteilung des privaten Einkommens”.

Klaus fordert alle die Freiheit liebenden Europäer auf, “diese gegenwärtige Version des globalen Sozialismus zu begreifen, denn unsere alten Vorstellungen machen uns vielleicht blind für einige wesentliche Merkmale dessen, was uns jetzt umgibt. Es könnte sogar sein, dass wir feststellen, dass der weitere Gebrauch des Begriffs ´Sozialismus´ uns in die Irre führt.” Die neue Version des postmarxistischen Kollektivismus will Privilegien für organisierte Gruppen und, “als Konsequenz daraus, eine Refeudalisierung der Gesellschaft, Multikulturalismus, Feminismus, unpolitischen Technokratismus (auf der Grundlage eines Ressentiments gegen Politik und Politiker), Internationalismus (besonders in seiner europäischen Variante des Europaismus), und ein rapide wachsendes Phänomen, das ich NGOismus nenne”.

Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass eine Generation nach dem Ende des Kalten Krieges verschiedene marxistische oder verwandte linksgerichtete Gruppierungen den größten Teil des Erziehungssystems und der Medien der westlichen Welt kontrollieren. Wie ich in meinem Essay Democracy and the Media Bias geschrieben habe, stehen die indigenen Europäer im Kampf gegen die Islamisierung ihrer Länder drei Feinden gleichzeitig gegenüber:

Feind 1 ist die anti-westliche Ausrichtung unserer Medien und Universitäten, die in der gesamten westlichen Welt zu finden ist.

Feind 2 sind die Eurabier und EU-Föderalisten, die mit Absicht die bestehenden Nationalstaaten zugunsten eines paneuropäischen Superstaates demontieren.

Feind 3 sind die Muslime.

Die Tatsache, dass die Medien und die Hochschulen politisch mehr, und manchmal sehr viel mehr, nach links neigen als der Durchschnitt der Bevölkerung, ist in all den Ländern, die ich daraufhin überprüft habe, zuverlässig dokumentiert, und die Annahme scheint berechtigt, dass dies ein Trend ist, der durchgängig in der gesamten westlichen Welt zu finden ist. Aber warum ist dies so?

Man könnte die These vertreten, dass dies der Effekt der westlichen Kulturrevolution in den Sechzigern und Siebzigern des vorigen Jahrhunderts ist, oder auch, dass es ein Produkt des Kalten Krieges ist. Aber wenn man dem folgt, was der hochgeschätzte Friedrich Hayek über den Sozialismus und die Intellektuellen geschrieben hat, dann war dieser Trend schon in den späten Vierzigern wahrnehmbar, also vor dem Kalten Krieg. Wie ist das zu erklären? Eine plausible Hypothese könnte die Annahme sein, dass Menschen mit konservativen Sichtweisen im allgemeinen ihre Energien in Wirtschaft und Handel fließen lassen, während diejenigen, die politisch nach links neigen, den Wunsch verspüren, in Positionen zu kommen, wo sie das Denken der Leute beeinflussen können. Dies würde dann bedeuten, dass in einer offenen Gesellschaft die Medien, der Hochschulbereich und die Intelligenzia im Laufe der Zeit immer mehr zur politischen Linken neigen und zunehmend von Personen dominiert werden, die mit utopischen Ideen sympathisieren. Wegen der Positionen, die sie erreicht haben, wird ihre politische Neigung einen signifikanten Einfluss darauf haben, welche Informationen der Allgemeinheit präsentiert werden, und in welcher Weise.

Der ungarische Blog-Leser Bela, der mit dem Kommunismus seine persönlichen Erfahrungen hat, glaubt, dass “der Marxismus durchaus nicht tot ist, sondern wiederauferstanden und am Leben”. Er führt den wachsenden Totalitarismus in der EU auf die allgemeine Passivität der Westeuropäer zurück, die nicht gegen die Eurokraten rebellieren, sondern sich demütig ihren Vorschriften fügen: ” Es gab keine Massenproteste gegen Solana und Co. Nicht ein einziges Mal und nirgendwo. Sie haben sich dem geliebten Sozialismus, der willentlich ins Werk gesetzten Islamisierung und dem Verlust der Meinungsfreiheit ergeben, gelähmt durch die Androhung von Strafen im Falle der Verweigerung, sie haben es einfach geschluckt, und ohne zu murren.”

Ich glaube, seine Kritik ist ein bisschen zu hart. Der wichtigste Grund für die allgemeine Passivität ist, dass der normale Europäer noch immer nicht versteht, wie schlecht die EU ist und in welchem Grade der pro-islamische Verrat organisiert ist. Die Hauptwaffe der EU ist Täuschung in Verbindung mit einer höchstgradig komplexen Organisation und einer unverständlichen bürokratischen Sprache. Die zweitwichtigste Waffe ist der im Westen allgemein vorhandene Respekt vor dem Gesetz und die Scheu vor einer bewaffneten Rebellion. Es ist wahr, dass die Westeuropäer den Regeln und Bestimmungen folgen, ohne viele Fragen zu stellen. Ich habe schon früher die Frage gestellt, ob die EU hätte eingerichtet werden können, wenn die Menschen nicht daran gewöhnt gewesen wären, in komplexen sozialstaatlichen Bürokratien zu leben, und die Antwort darauf ist: wahrscheinlich nicht. Die EU ist ein Reich der Bürokraten, in Ländern, in denen Bürokraten auch schon vorher das Sagen hatten. Ihre Arbeit ist umso leichter, als die Bevölkerungen seit Generationen vom Kulturmarxismus indoktriniert worden sind.

Wie Bela sagt, haben Linke wie A. Gramsci und G. Lukacs den Kulturmarxismus erfunden, um den Kapitalismus zu zerstören. Da es unter der sowjetischen Besatzung im Ostblock keinen Kapitalismus zu zerstören gab, hat es dort den Kulturmarxismus auch nie gegeben und die heutigen Osteuropäer haben nie etwas von ihm gehört. Dies habe ich auch in dem Essay Political Correctness – The Revenge of Marxism ausgeführt.

Mir haben Leute, die in den ehemaligen kommunistischen Ländern aufgewachsen sind, gesagt, dass wir im Westen mindestens genau so einer Gehirnwäsche durch den Multikulturalismus und die Politische Korrektheit ausgesetzt sind wie sie es im Kommunismus waren, vielleicht sogar in stärkerem Maße. Und meine Angst ist, sie könnten Recht haben. Die norwegische Zeitung Dagens Næringsliv hat die Tatsache herausgestellt, dass die größte “antirassistische” Organisation im Land, SOS Racisme, schwer von Kommunisten und Linksextremen unterwandert worden ist. Sie waren in den Jahren um 1990, mit anderen Worten, während des Zusammenbruchs des Kommunismus in Osteuropa, in die Organisation eingedrungen. Sie gingen auf geradem Weg vom Kommunismus zum Multikulturalismus über, was doch eigentlich beweist, dass wenigstens einige von ihnen den Multikulturalismus als die Fortsetzung des Kommunismus mit anderen Mitteln ansahen. Und es spricht Bände über die enge Verbindung zwischen dem ökonomischen Marxismus und dem kulturellen Marxismus. Sie wenden nur verschiedene Mittel an, um die gleichen Ziele zu erreichen.

Die Trennung von Staat und Kirche im Westen hat den Weg für größere politische Freiheit geebnet, aber dies ist nicht das ursprüngliche Ziel gewesen. Mit anderen Worten: eine der bedeutendsten Erfindungen in der europäischen Geschichte kam ungeplant. Im Gegensatz dazu planten die kommunistischen Regime in Osteuropa die Gesellschaft bis ins letzte Detail, und sie haben erbärmlich versagt. Die Lektion daraus ist: man kann nicht alles einem Plan unterwerfen, und man sollte es daher auch nicht versuchen. Die EU jedoch begeht jetzt diesen selben Fehler, nur in einer etwas anderen Weise. Und deshalb ist es mehr als ein Scherz, wenn man sie die EUdSSR nennt.

Im Moment sind einige Länder in Osteuropa gesünder als die meisten Länder in Westeuropa. Die Probleme des Multikulturalismus haben die gesamte westliche Welt infiziert, nicht nur Westeuropa, aber in der EU sind sie in einem alarmierenden Maß institutionalisiert worden. Vielleicht werden die Länder Ostmitteleuropas die Bastionen der europäischen Zivilisation in diesem Jahrhundert sein, das ist durchaus vorstellbar. Aber solange sie Mitglieder der Europäischen Union sind, werden der offizielle Multikulturalismus und der Kulturmarxismus der EUdSSR auch sie langsam aber sicher zerstören; es ist nur eine Frage der Zeit. Dies ist der Grund, warum es von solcher Wichtigkeit ist, die EU zu zerstören, als Voraussetzung dafür, dass wenigstens einige Regionen Europas dies überleben und sich hoffentlich wieder regenerieren.

Blog-Leser Bela: “In dieser Hinsicht bist Du im Irrtum: wie Du weißt, pflege ich mich deutlich auszudrücken, dies aber nur, um meinen Standpunkt zu verdeutlichen. Osteuropäer sind nicht solche “Gentlemen” wie die Westeuropäer. Sie können ungehobelt und wild sein (ich auch): denk an das, was auf dem Balkan passiert ist, keine noch so blutige russische Unterdrückung hat die Ungarn davon abgehalten, 1956 zu rebellieren, ebenso wenig 1968 die Tschechen, und für die Polen hat dies zu allen Zeiten gegolten. Diese Völker sind dickköpfig und rauh, unempfänglich für die Sensibilitäten der westlichen ´Intellektuellen´, erst wenn man flucht und vulgäre Ausdrücke benutzt, verstehen sie, was zum Teufel man eigentlich sagen will. Der EU wird es auch mit noch so viel Gehirnwäsche nicht gelingen, die vorherrschende Mentalität zu ändern. Als ich letztes Jahr in Osteuropa war, redete niemand über die EU; je weiter man vom Zentrum entfernt ist, desto weniger Einfluss kann von dort ausgeübt werden.”

Ich habe verschiedentlich das Wort “totalitär” in Hinsicht auf die EU gebraucht. Was ich damit gemeint habe, ist nicht, dass die EU gegenwärtig im vollen Wortsinn totalitär ist, sondern dass ihre Beschlüsse die Organisation und den ganzen Kontinent in zunehmendem Maße in Richtung “Totalitarismus” treiben. Offen gesagt, das Tempo, in dem sich die EU in eine totalitäre Richtung bewegt, ist größer als ich es vor einigen Jahren erwartet habe. Dieser Trend ist durch die Spannungen verstärkt worden, die durch die Masseneinwanderung im allgemeinen und die muslimische Einwanderung im besonderen entstanden sind. Ich habe mich mehr als einmal gefragt, ob die Massenimmigration speziell zu dem Zweck eingeführt worden ist, den inneren Zusammenhalt in vorher stabilen demokratischen Nationalstaaten zu zerstören und so den Transfer der Macht auf eine neue autoritäre Oligarchie zu ermöglichen. Sollte dies nicht die Absicht gewesen sein, so ist es sicherlich das Resultat.

Die Geschichte hat gezeigt, dass wer Böses in wirklich monumentalem Maßstab begehen will, die Unterstützung einer Ideologie braucht, die von Bürokraten, Juristen und der Maschinerie eines totalitären Staates getragen wird. Sozialismus führt generell schon in eine totalitäre Richtung, die modernen fortgeschrittenen Technologien in einem allumfassenden Staat aber erhöhen die Wahrscheinlichkeit organisierter Gewalt gegen bestimmte Gruppen.

Der ungarische Autor Imre Kertész, Überlebender des Holokausts und Inhaber des Nobelpreises für Literatur, schreibt in dem Magazin signandsight.com, dass die eigentlichen Neuerungen des 20. Jahrhunderts der totalitäre Staat und Auschwitz waren. Der Antisemitismus des 19. Jahrhunderts z. B. wäre noch kaum in der Lage gewesen, und noch weniger hätte er die Absicht gehabt, eine Endlösung in den Blick zu nehmen. Deshalb kann Auschwitz nicht dem gewöhnlichen, urtümlichen, um nicht zu sagen, klassischen Konzept des Antisemitismus in Rechnung gestellt werden…. Um Millionen Juden zu ermorden, benötigte der totalitäre Staat letzten Endes nicht so sehr Antisemiten als gute Organisierer. Was wir klar sehen müssen, ist, dass keine totalitäre Partei, bzw. kein totalitärer Staat, ohne Diskriminierung existieren kann, und die totalitäre Form der Diskriminierung ist der Massenmord.”

Diskriminierung von eingeborenen Europäern ist in der EU jetzt praktisch verpflichtend, indem sie die einzige ethnische Gruppe sind, der es nicht erlaubt sein soll, ihre Kultur und Identität zu bewahren. Ungeachtet der Tatsache, dass rassistische Gewalt gegen Weiße von Südafrika bis zu den westeuropäischen Städten jetzt zu den täglichen Vorkommnissen gehört, wird dieser Rassismus gegen Weiße kaum als ein Problem dargestellt. Vermutlich ist es einfach o.k., einfach nur eine Weiterführung der offiziellen Politik.

Kertész spricht die Warnung aus – und sie kommt zur rechten Zeit -, dass “eine Zivilisation, die sich nicht klar zu ihren Werten bekennt, oder die diese Werte verkümmern lässt, den Weg zu unheilbarer Schwäche und zum Untergang betritt. Dann werden andere ihre Werte verkünden, und diese Werte aus dem Munde der anderen werden nur Vorwände für die entfesselte Gewalt der unbegrenzten Zerstörung sein.”

Dies ist genau das, was in der Hauptstadt der Europäischen Union passiert, in Brüssel. Im September 2007 hat der Bürgermeister von Brüssel Freddy Thielemans eine Demonstration gegen die Islamisierung Europas verboten, obwohl dort sonst eigentlich alle Arten von Demonstrationen genehmigt werden. solvit1Als nun doch einige Demonstranten erschienen, um eine friedliche Demonstration abzuhalten, wurden sie in einer brutalen Weise von der Polizei festgenommen. Thielemans teilte hierzu mit: “Ich habe entschieden, die Demonstration zu verbieten, vor allem weil die Veranstalter das symbolische Datum des 11. September gewählt haben. Ihre Absicht ist offenbar, die terroristischen Aktivitäten muslimischer Extremisten einerseits und den Islam als Religion und alle Muslime andererseits in einen Topf zu werfen…. Solch ein Aufruf zu Diskriminierung und Hass, den man gewöhnlich als ´rassistisch´ und ´fremdenfeindlich´ bezeichnet, ist aufgrund einer beträchtlichen Anzahl von internationalen Verträgen verboten und von unseren Strafgesetzen und von der europäischen Gesetzgebung unter Strafe gestellt.”

Herr Thielemans´ regierende sozialistische Partei, die größte in Brüssel, umwirbt die muslimischen Immigranten. Die Mehrheit ihrer Vertreter im Stadtrat sind Muslime. Obwohl Herr Thielemans gegen jegliche Kritik am Islam ist, hat er keine Bedenken, Christen zu verspotten. Als im Jahr 2005 die Nachricht vom Tode Papst Johannes Paul II. kam, befahl er “Champagner für alle!” Das bedeutet, dass die Regierenden im Herzen Europas die Scharia durchsetzen wollen und es der angestammten Bevölkerung verbieten, gegen ihre eigene Verdrängung zu protestieren. Sie haben nicht mehr die geringste Legitimität.

Die autochthonen Europäer sind Versuchskaninchen in einem üblen gesellschaftlichen Experiment, einer wiederaufgelegten Version der kommunistischen Idee eines ewigen Friedens. Da Kriege durch “Unterschiede” verursacht werden, ist das Mittel, ein für allemal Kriege abzuschaffen, alle Unterschiede abzuschaffen. Während die Kommunisten sich auf die ökonomischen Unterschiede konzentrierten, konzentrieren sich die Globalisten und Multikulturalisten auf kulturelle, religiöse und rassische Unterschiede. Wenn diese erstmal ausradiert und alle Völker in eins verschmolzen sind − wobei man mit den Nationen mit weißer Mehrheitsbevölkerung anfangen muss, da sie sich “am meisten von all den anderen unterscheiden” −, werden wir alle in Frieden leben. Dann wird es keine nationalen Grenzen und keine nationalen Gesetze mehr geben. Wir werden eine globale Nation sein, eine Nation – unter der Scharia. Wir sind zwar immer wieder die Opfer von Vergewaltigung und Mord, aber dies dient einem guten Zweck. Je eher wir unsere staatlich initiierte Auslöschung akzeptieren, desto besser . . .

Ich frage mich, wie zukünftige Generationen unsere Zeit nennen werden. Das Zeitalter des Wahnsinns? Das Zeitalter der Erniedrigung? Oder vielleicht das Zeitalter des Verrats? Da gibt es viele Möglichkeiten. Hoffen wir, dass sich daran ein Zeitalter der Erneuerung anschließt.

Februar 13, 2009

Deutschland und die Moslems

Erstveröffentlichung in Gates of Vienna, 23.August 2008

(Übersetzung von Manfred)

Im Dezember 2004 warnte der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdogan

Erdogan

Erdogan

 die Führer der EU dass sie einen hohen Preis in Gestalt eskalierender Gewalt von islamischen Extremisten in der EU würden zahlen müssen, wenn sie die Türkei als Mitglied ablehnen und sich selbst als christlichen Club konsolidieren. Die Türkei ist selbst Mitglied eines muslimischen Clubs, der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC), ist jedoch deswegen keiner eskalierenden Gewalt von Seiten christlicher Extremisten ausgesetzt. Herr Erdogan vergaß dies zu erwähnen, aber seine nur dünn verschleierte Drohnung wurde von den führenden Politikern Europas sehr wohl verstanden. Im September 2005 behauptete Jack Straw, damals Außenminister von Tony Blairs Labour-regierung in Großbritannien, dass die Zerstörung der türkischen Hoffnungen auf Mitgliedschaft islamischen extremisten Munition geben würde, wohingegen es helfen könnte, einen „clash of civilizations“ zu verhindern, wenn man die Türkei in der Union willkommen hieße.

Offenbar erfreut über diesen Fortschritt auf dem Wege zur Unterwerfung Europas unter muslimische Forderungen, schlug Premier Erdogan im Februar 2008 vor, dass Deutschland türkische Gymnasien und Universitäten gründen solle und plädierte dafür, dass die existeirenden Oberschulen Lehrer aus der Türkei beschäftigen sollten. Der Vorschlag überraschte Kanzlerin Angela Merkel auf dem falschen Fuß.

Spieler von Inter Mailand

Spieler von Inter Mailand

Im Dezember 2007 reichte ein türkischer Anwalt Klage ein, nachdem der italienischen Fußballclub Inter ein Trikot mit einem „beleidigenden Symbol“ trug. Das Trikotmuster enthielt ein großes rotes Kreuz auf weißem Grund, ein Symbol der Stadt Mailand. Der Schweizer Fußballschiedsrichter Massimo Busacca schwor, dass er während der saudischen Meisterschaft eine Trillerpfeife mit dem Symbol des Schweizerkreuzes darauf tragen würde, und zwar ungeachtet der Tatsache, dass Viele in Saudi-Arabien an Busacca appelliert hatten, eine andere Pfeife zu benutzen, um eine Beleidigung der Muslime zu vermeiden. Das Schweizerkreuz ist das Symbol der Schweizer Nationalflagge.

Moslems in Europa sind emsig dabei, Parallelgesellschaften, und sie bauen zügig No-Go-Zonen in vielen deutschen Städten auszubauen, wo die Einheimischen, einschließlich de Polizei, Angriffe von muslimischen Banden riskieren. Ein Fitnessstudio in Köln ist speziell auf muslimische Frauen ausgerichtet. Im Stadtteil Ehrenfeld können muslimische Frauen, die sich körperlich fit halten wollen, sich im „Hayat“(türk.: „Leben“)-Studio von weiblichen Trainern betreuen lassen und dabei ihre Kleidung anbehalten. Andere möchten noch mehr Fitnessstudios eröffnen, in denen muslimische Frauen trainieren und dabei „anständig“ bleiben können.

Im August 2008 wurde ein älterer Kölner Stadtverordneter, Hans-Martin Breninek, von jungen Türken bewusstlos und krankenhausreif geschlagen. Die Gruppe der Türken, die einen Kampfhund bei sich hatten, schaffte es zu fliehen, bevor die Polizei eintraf. Vorbeikommenden Passanten ist es zu verdanken, dass Breninek nicht weiter verletzt wurde, als er schon auf dem Boden lag. Dies geschah im Herzen von Köln, aber das hielt die „Jugendlichen“ nicht davon ab, den 67 Jahre alten Mann anzugreifen. Er hatte Informationen verteilt, in denen vor der Islamisierung seines Landes und des Kontinents gewarnt wurde.

Inzwischen betrachtet Indonesien, das größte muslimische Land der Welt, die Pläne, einen Anti-Islamisierungskongress am 19./20. September in Köln abzuhalten, als kontraproduktiv für den interreligiösen Dialog. „Jeder Plan, einen Anti-Islam-Kongress abzuhalten wäre kontraproduktiv für den interreligiösen Dialog, der auch europäische Nationen umfasst“, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Teuku Faizasyah. Die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC), in der Indonesien eine prominente Rolle spielt, drückte im Hinblick auf den geplanten Kongress tiefe Sorge aus, zugleich aber auch die Hoffenung, dass alle Teile der deutschen und europäischen Gesellschaft den geplanten Kongress entschieden ablehnen und „Hass und Rassismus verwerfen“ würden.

die Flagge der OIC

die Flagge der OIC

Die OIC hat jüngst ein „Islamophobia Observatory“ in Djidda, Saudi-Arabien, eingerichtet. Zur selben Zeit wurden in den vergangenen Jahren in Indonesien Tausende von Kirchen vom muslimischen Mob zerstört. In Saudi-Arabien ist es untersagt, irgendeine andere Religion als den Islam zu praktizieren, und die, die es übertreten, und sei es in den eigenen vier Wänden, riskieren Deportation oder Schlimmeres.

Gruppen in der Schweiz, darunter die Schweizerische Volkspartei, schafften es, genügend Unterschriften zu sammeln, um eine nationale Volksabstimmung über das Verbot von Minaretten herbeizuführen, dem charakteristischen Türmen der islamischen Architektur. Der Schweizer Präsident Pascal Couchepin sagte, die Regierung würde den Wählern empfehlen, dass vorgeschlagene Minarettverbot abzulehnen.

Die Außenministerin Michelle Calmy-Rey warnte davor, dass die Anti-Minarett-Kampagne die Moslems verärgern und Sicherheitsprobleme aufwerfen würde. (Schweizer Konservative hatten Calmy-Rey schon früher kritisiert, weil sie bei einem Besuch in Teheran ein Kopftuch getragen hatte; sie sahen darin ein Zeichen der Unterwerfung). „World Radio Switzwerland“ sagte, es sei unüblich, dass die Regierung so schnell gegen eine Referndumsinitiative Stellung bezog. Es sagte: „Die Schweizer Diplomatie und Wirtschaftskreise sind besorgt, dass diese Art von Initiative, dieselbe Art von Zorn entfesseln und ähnliche Boykottforderungen nach sich ziehen könnte“ wie die, die der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen folgten.

Getreu ihrer üblichen pro-islamischen, multikulturellen Agenda, lautete die Schlagzeile in der britischen Zeitung „The Guardian“: „Islamophobie. Extreme Rechte will Abstimmung über Minarett-Verbot.“ Recep Tayyip Erdogan, ehemaliger Bürgermeister von Istanbul, heute Premierminister der Türkei und „ein reformorientierter, gemäßigter Muslim“ hat schon früher festgestellt: „Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme, die Gläubigen unsere Soldaten.“ Wie Hugh Fitzgerald von „Jihad Watch“ es ausdrückt:

„Das Minarett ist eine reine Machtdemonstration. Ein Zeichen der Dominanz über die nahegelegenen Kirchen und Synagogen. Was glauben Sie, warum Kirchen und Synagogen gemäß der Shari’a nicht höher gebaut werden dürfen als die nächste Moschee? Was glauben Sie, warum Moscheen immer am jeweils höchsten Punkt gebaut wurden? Nehmen Sie, um nur ein nettes Beispiel zu nennen, die Moschee im spanischen Granada, die vor ein paar Jahren eröffnet wurde. Die spanische Regierung hielt das für eine gute Idee. Sie dachten, dies würde eine Demonstration von ‘Toleranz’ gegenüber den Muslimen sein, für die sie sich irgendwie revanchieren würden. Natürlich war dies ein Irrtum. Die Moschee überragt ein Kloster und eine Kirche, und mit dem Gebetsruf hat sie das ruhige Leben der Nonnen zerstört, die tatsächlich zu protestieren wagten. Zwecklos. Natürlich stellen Minarette einen Machtanspruch zur Schau, einen Anspruch auf Dominanz. Und das ist genau das, was diese Schweizer, die man, wie Sie wissen, „extreme Rechte“ nennt, genau durchschaut haben.“

Doudou Diène

Doudou Diène

Der „Rassismusexperte“ der Vereinten Nationen, Doudou Diène, meinte, die Schweizer Kampagne beweise „einen stetig wachsenden Trend“ hin zu anti-islamischen Aktionen in Europa. Im August 2008 sagte das UN-Komitee zur Beseitigung rassischer Diskriminierung, dass es Raum für Verbesserungen gebe, dass aber die Schweizer Behörden motiviert seien und die Sache ernst nähmen. Während der regelmäßigen Anhörung des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen hatten die Schweizer eine Reihe von Fragen über das „xenophobe Klima“ in der Schweiz und über die „Aufhetzung zum Rassenhass durch gewisse politische Parteien“ zu beantworten.

Das UN-Komitee zielte auf eine „Top-down“-Führung der Schweizer Regierung, um in der Öffentlichkeit einen Wandel der vorherrschenden Einstellungen zu erzielen, ein klarer Ruf nach mehr multikultureller Propaganda und öffentlicher Indoktrination durch die Medien und das Bildungssystem. Das Komitee ließ sich auch über das Fehlen eines Antidiskriminierungsgesetzes in der Schweiz aus. Die Schweiz ist kein Mitglied der EU, aber die EU hat in den vergangenen Jahren, in enger Zusammenarbeit mit pan-europäischen Organisationen wie dem Europarat und internationalen islamischen Organisationen, eine Reihe drakonischer Antidiskriminierungsgesetze verabschiedet, die gebürtigen Europäern mehr oder weniger befahlen, sich fortgesetzter Kolonisierung durch Masseneinwanderung zu unterwerfen.

Norwegen, das kein Vollmitglied der EU, aber als assoziiertes Mitglied einem großen Teil der EU-Gesetze unterworfen ist, verabschiedete 2005 ein radikales Antidiskriminierungsgesetz, das alle Sektoren der Gesellschaft abdeckt. Das Gesetz sagt mehr oder minder ausdrücklich, dass in Fällen von Diskriminierungsverdacht die Einheimischen der „Diskriminierung“ als schuldig zu gelten haben, sofern sie das Gegenteil nicht beweisen können. Dieses Gesetz wurde von den nationalen Organen in Kraft gestetzt, die dabei transnationalen Initiativen und Empfehlungen des Europarates folgten, und dies praktisch ohne öffentliche Debatte. Ähnliche Gesetze verabschiedete die EU in enger Zusammenarbeit mit dem Europarat, der Arabischen Liga, der OIC und anderen. In Schweden, Deutschland, Belgien und einer Reihe anderer Länder wurden sie in nationales Recht umgesetzt.

Der Rassismus-Wachhund der Vereinten Nationen appellierte an Deutschland und die Schweiz, die wachsende Diskriminierung ethnischer Minderheiten zu bekämpfen, und erwähnte dabei speziell Moslems. Doudou Diène übte in einem Bericht von 2007 auch scharfe Kritik an dem, was er die „diskriminatorischen Tendenzen“ nannte. Während einer internationalen Medienkonferenz in Oslo im Juni 2007 drängte Doudou Diène, der Sonderbeaufrage der Vereinten Nationen für Rassismus, Xenophobie und Intoleranz, drängte die Medien, sich aktiv an der Schaffung der multikulturellen Gesellschaft zu beteiligen, und äußerte die Sorge, demokratische Prozesse könnten dazu führen, dass Parteien, die Einwanderungsbeschränkung befürworten, Einfluss in westlichen Ländern gewinnen könnten, zum Beispiel in Dänemark und der Schweiz.

Diène sagte, es sei eine gefährliche Entwicklung, wenn eine wachsende Anzahl von Intellektuellen im Westen glaube, dass einige Kulturen besser seien als andere, und forderete, die Medien müssten „Diversität, die eine Lebenstatsache sei, in Pluralismus, ein Wertesystem, verwandeln“ . Für die Akzeptanz von Diversität zu sorgen sei Aufgabe des Erziehungssystems, ihre Durchsetzung sei die des Rechts. „Für Diversität zu werben und sie zu verteidigen ist Pflicht der Medien“. Gesellschaften müssten Diversität anerkennen, akzeptieren und propagieren. Merkwürdig nur, dass diese Diversität stets die islamische Scharia zu implizieren scheint.

Mr. Diène stammt aus dem Senegal, einem muslimischen afrikanischen Land, das Mitglied der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) ist, dem größten Stimmblock innerhalb der Vereinten Nationen, der von arabischem Ölgeld gesponsert wird. Die OIC hat in den letzten Jahren die UN-Organe zunehmend aggressiv unterwandert und dabei Konzepte wie „Islamophobie“ als angeblich gefährliche Trends propagiert, die von internationalem Recht unterbunden werden müssten. Westliche Länder leisten immer noch den größten finanziellen Beitrag zu UN, und das bedeutet, dass man von uns erwartet, eine zutiefst korrupte Organisation zu finanzieren, die sich der Zerstörung unserer Länder widmet und darauf hinarbeitet, sie in bereitwillige Aufnahmebecken für den islamischen Bevölkerungsüberschuss zu verwandeln.

In Österreich wurde die Politikerin Susanne Winter wegen Volksverhetzung und Herabwürdigung religiöser Symbole, nachdem sie gesagt hatte, Mohammed sei ein Kinderschänder gewesen, da er ein sechsjähriges Mädchen geheiratet hatte. Sie nannte ihn auch einen Warlord. Die Politikerin, Mitglied der FPÖ, fügte hinzu, der Islam sei ein totalitäres Herrschaftssystem, dass man auf die andere Seite des Mittelmeeres zurückschicken solle, wo es hergekommen sei. Sie warnte vor einem muslimischen Immigrationstsunami und davor, dass in zwanzig oder dreißig Jahren die Hälfte der österreichischen Bevölkerung muslimisch sein werde, falls die gegenwärtige Immigrationspolitik fortgesetzt werde. Aufgrund dieser Bemerkungen drohten Moslem-Extremisten mit ihrer Ermordung, und sie wurde unter Polizeischutz gestellt. Später kündigte das Justizministerium in Wien an, sie würde wegen Aufhetzung und Herabwürdigung religiöser Symbole angeklagt. [Inzwischen wurde sie verurteilt, d.Übers.]

Es ist detailliert und wiederholt in islamischen religiösen Texten davon die Rede, dass Mohammed eine seiner Frauen, Aisha, heiratete als sie sechs, und entjungferte, als sie neun war. Er selbst war damals über fünfzig. Da Mohammed der §lebende Koran“ ist und sein Vorbild, seine Sunna, für alle Ewigkeit gültig ist, ist dergleichen heute noch nach Sharia-Recht erlaubt. Wie Dr. Ahmad Al-Mu’bi ein saudischer Gelehrter am 19.Juni 2008 sagte: „Der Prophet Muhammad ist das Modell, dem wir folgen. Er nahm Aisha zur Frau, als sie sechs war, und hatte erst Sex mit ihr, als sie neun Jahre alt war.“ Im August 2008 versuchte eine saudische Mutter eines achtjährigen Mädchens dessen Verheiratung mit einem viel älteren Mann zu verhindern, einer von vielen ähnlichen Fällen im Land. Das Einverständnis des Vaters ist erforderlich, um den Vertag zwischen dem Mädchen und dem Mann in den Fünfzigern wirksam werden zu lassen. Als Susanne Winter sagte, dass Mohammed Sex mit einem Kind hatte, stellte sie nur eine Tatsache fest, die von islamischen Quellen anerkannt ist, und dafür wurde sie rechtskräftig verurteilt. Moslems waren mehrere Male vor den Toren von Wien. Dieses Mal sind sie schon drin und diktieren zunehmend die Regeln und Bedingungen, machen die örtlichen Behörden zu Vollstreckern der Scharia anstelle von Schützern und Dienern ihres eigenen Volkes. Leider ist Österreich weit davon entfernt, in dieser Hinsicht einzigartig zu sein.

hungaryconquestAls ich mich mit einem Thema beschäftigte, das scheinbar gar nichts mit dem Islam zu tun hat, nämlich mit der Erfindung der ersten mechanischen Uhren (eine Innovation, die es übrigens nur in Europa gab), fand ich heraus, dass die Deutschen im sechzehnten und frühen siebzehnten Jahrhundert Türkengeld zahlen mussten, bis sie stark genug waren, dies abzulehnen. Es ist fast unmöglich, den langanhaltenden Einfluss des Djihad auf die europäsche Geschichte seit dem siebten Jahrhundert zu überschätzen. Die Südhälfte Europas litt offensichtlich am meisten, aber fast keine Region des Kontinents entging der islamischen Bedrohung vollständig. Die Deutschen waren niemals unter islamischer Herrschaft gewesen, aber auch sie zahlten Tribut, genannt Djizya, eine Zeitlang.

Mir wird immer mehr bewusst, wie sehr der Islam Europa vom Rest der Welt isoliert hat. Selbst in der griechisch -römischen Epoche, speziell während des Prinzipats, der reifen Periode des Römischen Reiches in den ersten beiden Jahrhunderten christlicher Zeitrechnung, gab es regelmäßige Kontakte zwischen dem mediterranen Europa und Indien über das Rote Meer. Nach dem siebten Jahrhundert, wurde diese Region von feindlichen Moslems kontrolliert, was den regelmäßigen Handel mit den großen asiatischen Zivilisationen jenseits des Nahen Ostens sehr schwierig machte.

Es gab wenige Europäer, die in den Fernen Osten reisten, bevor Marco Polo und andere es im Gefolge der Mongolischen Eroberungen taten. Nicht null, aber wenige. Europa war zu dieser Zeit im Süden und Osten von weitgehend feindlichen Muslimen umgeben, und im Norden gabe es nichts als Eis. Der einzige Weg für Europäer, den Klauen des Islam zu entgehen, war der anch Westen oder Südwesten, und genau dahin wandten sie sich auch. Der Kontakt mit Amerika war ganz wesentlich motiviert durch den Wunsch, dem muslimischen Schwitzkasten zu entkommen. Moslems hielten Europa den Großteil eines Jahrtausends in einer Art von künstlicher geographischer Isolation.

Ich weiß, dass viele Österreicher und Deutsche noch heute an einem Schuldkomplex wegen des Zweiten Weltkriegs leiden, aber der ist im Hinblick auf Moslems, speziell Türken, völlig unangebracht. Türken haben sich mehr als ein Jahrtausend lang der Verfolgung und des Völkermords gegen verschiedene europäische Völker schuldig gemacht, wobei ihre Hauptopfer auf dem Balkan leben. Sie sind nicht in der Position, sich zu beklagen. Sie bedrohten über Jahrhunderte die Freiheit Europas, und viele Moslems innerhalb und außerhalb der Türkei wollen allem Anschein nach das Osmanische Reich wiedererrichten und den Balkan als Sprungbrett für den Djihad gegen Europa benutzen. Sie bekommen bei diesem Unterfangen Unterstützung von der Europäischen Union.

eussrDie Europäische Union ist unter anderem die Verbindung von Propagandamethoden der Nazis mit der unverantwortlichen Bürokratie der Sowjetunion, zwei Einheiten, die zusammengenommen mehr als hundert Millionen Menschen töteten. Dieser Umstand macht es noch verrückter, dass die Eurokraten und ihre multikulturalistischen Cheerleader ihre Kritiker „Extremisten“ nennen und damit durchkommen. Die EU-Kommissarin Margot Wallström sagte 2005, die Euroäer hätten der geplanten EU-Verfassung zuzustimmen, weil sie sonst einen neuen Holocaust riskierten. Womit vergessen gemacht werden soll, dass die EU dabei ist, sich selbst in einen pan-europäischen totalitären Staat zu verwandeln, ein Prozess, der mit der geplanten Verfassung/dem Vertrag von Lissabon mehr oder minder vollendet würde. Die EU benutzt so das Gedenken an einen vergangenen totalitären Staat dazu, einen neuen totalitären Staat zu schaffen. Die Organisation ist direkt verantwortlich dafür, eine massive Welle von Straßengewalt und politischer Gewalt quer über den europäischen Kontinent zu fördern, zumindest aber seine westliche Hälfte.

Musliminnen in Deutschland

Musliminnen in Deutschland

Die Deutschen waren – und sind immer noch – eines der dynamischsten europäischen Völker. Sie sind in keiner Weise verpflichtet, ihr Land und ihre Würde barbarischen und minderwertigen Kulturen zu überlassen. Sie haben jedes recht, die Eindringlinge aus ihrem Land zu vertreiben und unbegrenzte Masseneinwanderung zurückzuweisen. Die Erbsünde ist eine christliche Denkfigur, und im Christentum gilt sie für alle Völker gleichermaßen, nicht für eine einzelne Nation. Junge Deutsche sollten ihre Geschichte kennen, aber sie haben keine Schuld für das, was Generationen vor ihrer Geburt geschehen ist. Ich kann keinen speziellen Grund erkennen, warum man die Deutschen heutzutage noch als die Bösen ansehen sollte. Sie sind vielleicht schuldig, die EU allzu eifrig zu unterstützen, aber ich würde die EU trotzdem primär als französische Idee ansehen. Und was die Political Correctness betrifft, so ist sie in der englischsprachigen Welt entwickelt worden und hat sich von dort aus verbreitet, auch wenn sie Spuren älterer europäischer Ideen enthält.

Der gesamte Westen ist vom Virus der Political Correctness infiziert. Wir alle sind Krank, aber einige Länder scheinen stärkere Immunsysteme zu haben als andere. Ich glaube nicht, dass Deutschland kranker ist als Frankreich, Großbritannien oder Spanien. Deutschland wird von der Last seiner Geschichte herabgezogen und wird dadurch gehindert werden, in einer frühen Phase von Europas Überlebenskampf eine Führungsrolle zu übernehmen, ja. Die frühen Phasen werden wahrscheinlich von den Italienern und kleineren Nationen wie Dänemark und der Schweiz geführt werden. Auf längere Sicht würde ich aber die Deutschen aber nicht abschreiben. Sie haben die goldene Gelegenheit, sich zu rehabilitieren und eine Rolle als Verteidiger der europäischen Zivilisation zu spielen.

Als Gandhi von den Briten forderte, Indien zu verlassen, sagte er: „Sie müssen verstehen, dass Indien für die Inder das ist, was England für die Engländer ist.“ Wie ein amerikanischer Blogger kommentierte, wird Gandi als „Guter“ und als Held gesehen, während jeder Deutsche, Schweizer, Österreicher, Italiener, Serbe oder Grieche, der sagt, dass sein Land seinem Volk gehört, verteufelt wird. Es wird Zeit, dies nicht mehr zu akzeptieren. Europäer haben exakt genauso viel Recht, für ihre Existenz zu kämpfen wie jeder andere auch.

Februar 5, 2009

Der Islam, der Westen und unser “gemeinsames Erbe”

Erstveröffentlichung in Dhimmi Watch, 7. November 2008

Übersetzung: BeforeDawn

Kaum eine Woche geht vorüber, ohne dass jemand behauptet, Muslime und Westler hätten ein “gemeinsames kulturelles Erbe”. Ich widerspreche dieser Behauptung entschieden. Das einzige, was wir Europäer und Muslime an “gemeinsamer Geschichte” haben, ist, dass wir 1300 Jahre lang das Ziel des Djihad gewesen sind. Die Umdeutung der Geschichte des Westens ist inzwischen derartig schlimm, dass sogar William Shakespeare zum heimlichen Moslem erklärt wird. “Shakespeare hätte großen Gefallen am Sufismus gefunden”, hat der Islam-Wissenschaftler Martin Lings, selber ein Sufi, im Jahr 2004 gesagt. Wie der Guardian berichtet, hat Lings während der Islam Awareness Week in einer Vorlesung der International Shakespeare Globe Fellowship in Shakespeares eigenem Globe-Theater in London argumentiert, Shakespeares Werk “habe Ähnlichkeit mit den Lehren der islamischen Sufi-Sekte”.

Robert Spencer gab damals folgenden Kommentar dazu ab:

“Shakespeare ist nur das letzte Beispiel dafür, dass bedeutende Vertreter der westlichen, christlichen Kultur islamkompatibel gemacht werden: erst kürzlich hat das Außenministerium der USA versichert, und das ohne den geringsten Beweis, dass Christoph Kolumbus (der Ferdinand und Isabella für die Vertreibung der Muslime aus Spanien gepriesen hat) von einem muslimischen Navigator unterstützt worden ist. Es ist ein bedenkliches Zeichen unserer Zeit, wenn ein solches Denken nicht nur auf islamverharmlosende Webseiten beschränkt ist, sondern auch vom Globe-Theater und vom amerikanischen Außenministerium übernommen wird – die ja nun kaum den kulturellen Rand repräsentieren -, ja sogar von Schulbuchverlagen. Der Zustand des amerikanischen Erziehungssystems ist heutzutage so erbärmlich, dass selbst die Lehrer diesen Geschichtsfantasien nichts entgegenzusetzen haben. Sie werden zu willfährigen Propagandisten der neuen Geschichtsdeutung: Seht! Von den Muslimen haben wir nichts zu befürchten. Shakespeare war auch einer von ihnen. Ach ja, und Goethe auch. Und Abraham Lincolns Mutter!”

Das Lustige daran ist, dass es das Konzept “Theater” im Islam des Mittelalters bzw. der frühen Neuzeit ja wohl kaum gegeben hat. Es hat kein muslimischer Shakespeare existiert, weil kein muslimischer Shakespeare möglich war. Dies ist eben ein weiterer Teil des griechisch- römischen Erbes, der nicht von den Muslimen “geteilt, bewahrt und an uns weitergegeben wurde”, weil sie nie daran interessiert waren, nicht einmal während ihrer Blütezeit.

Hebräisch war schon zur Zeit der Römer seit Jahrhunderten als gesprochene Sprache tot gewesen, es war nur mehr die Sprache der hebräischen Bibel, und ein Jude wie Jesus von Nazareth hatte sicherlich einige Kenntnisse des Hebräischen. Sehr wahrscheinlich war er auch mit den Sprachen zweier ehemaliger Reiche, die die Levante beherrscht hatten, vertraut, mit dem Aramäischen der Perser (und der Assyrer) und mit dem Griechischen, das die Sprache im Reich Alexanders des Großen war [*]. Eine Sprache, die er nicht kannte, war Latein. Wie weit er diese Sprachen auch selbst sprechen konnte, ist umstritten, aber es ist wahrscheinlich, dass er von allen dreien, Hebräisch, Aramäisch und Griechisch, gewisse Kenntnisse hatte. Jesus, der die christliche Religion begründete, konnte Griechisch wahrscheinlich auch in einem gewissen Maße sprechen. Ich bin mir ziemlich sicher, Mohammed konnte dies nicht.

Paulus, also derjenige, der die christliche Lehre mehr als irgendeiner außer Jesus formte, war Jude, aber zugleich auch römischer Bürger. Obwohl das Verhältnis zwischen dem römischen Staat und den Anhängern der neuen Religion kompliziert war (einige frühe Christen wurden von den römischen Behörden hingerichtet, einschließlich des Begründers selbst), breitete sich der christliche Glaube aus und eroberte schließlich das römische Imperium von innen. Das Christentum war von Anfang an eine römische Religion. Es ist wohl zutreffend zu sagen, dass es zwar der jüdischen Weltsicht entsprungen ist, aber in einer griechisch-römischen Umgebung Gestalt erhielt und in der Quelle der griechischen Philosophie und des römischen Rechts getauft wurde.

Als die amerikanischen Gründerväter im achtzehnten Jahrhundert diskutierten, wie ihre junge Republik verfasst sein sollte, waren sie nicht nur vom englischen Parlament und vom französischen Denker Montesquieu (der wiederum vom politischen System der Briten inspiriert war) beeinflusst, sondern, unter anderem, auch von Beschreibungen der Demokratie Athens in den politischen Texten des Aristoteles und der römischen Republik in den Schriften Ciceros. Keiner diese Texte war je in arabischen, persischen oder türkischen Übersetzungen verfügbar gewesen. Cicero hatte auf das europäische Denken von der Renaissance bis zur wissenschaftlichen Revolution in der Aufklärung einen sehr großen Einfluss ausgeübt, war aber von den Muslimen völlig unbeachtet geblieben. Das Römische Recht ist, anders als die Sharia, die unwandelbar ist und ein religiöses Apartheids-System darstellt, rein weltlich, und gesellschaftlichem Wandel gegenüber prinzipiell offen. Es wurde von den Europäern übernommen, nicht aber von den Muslimen, die sogar während des sogenannten “Goldenen Zeitalters” am Konzept der Demokratie – also der Selbstregierung der Menschen auf der Basis von menschengemachten Gesetzen als einem Teil des griechischen Erbes – keinerlei Interesse gezeigt hatten.

Einer der Gründe, warum die griechische Naturphilosophie im Mittelalter so schnell an den europäischen Universitäten rezipiert wurde, im scharfen Gegensatz zu den islamischen Medressen, war die Vertrautheit der frühesten christlichen Theologen mit der griechischen Philosophie, deren Terminologie und Vorstellungswelt sie teilweise übernahmen. Für die Muslime, die von der arabischen Halbinsel gekommen waren, war das griechisch-römische Erbe ein fremder Eindringling, den ihr kulturelles Immunsystem nicht akzeptieren wollte und schließlich zurückwies. Das soll nicht heißen, dass sie nicht bei ihm Anleihen machten, wenn es ihnen passte. Das taten sie, aber sie betrachteten es nie als ihr “Eigenes”. Für das Christentum war die griechisch-römische Kultur ein Elternteil, der andere war das geistige Vermächtnis des Judentums, so wie es in der hebräischen Bibel zu finden ist. Dies hatte konkrete Folgen, wie z. B. die positive Einstellung zur Bildenden Kunst (Bildhauerei u. Malerei), die sich vom griechisch-römischen Elternteil herleitete und an der die Muslime niemals Anteil hatten.

Kunst ist niemals nur “Kunst”, sondern sie spiegelt immer auch die Weltsicht einer bestimmten Kultur. Die islamische Kunst ist durchweg ziemlich steril gewesen. Die Muslime haben in der Malerei einige Miniaturen geschaffen, aber niemals irgendetwas, das der Kunst des Westens oder der der griechischen Antike vergleichbar ist, und praktisch überhaupt keine Skulpturen. Im Gegensatz dazu hatte die griechische Kunst nach den Eroberungen Alexanders des Großen in den Grenzregionen Nordindiens einen beträchtlichen Einfluss auf die frühe buddhistische Kunst, insbesondere auf die Bildhauerei. Man könnte also überzeugend argumentieren, dass der Westen in größerem Maße ein “griechisches Erbe” mit den buddhistisch beeinflussten Kulturen Asiens teilt als mit den Muslimen. Für mich verweist das Unvermögen der islamischen Welt, sich das Wissen der Griechen wirklich zu eigen zu machen, auf ihr Unvermögen, den griechischen Geist, wie er sich in Kunst und Politik darstellt, überhaupt zu erfassen.

Ich könnte noch hinzufügen, dass Christen und Juden – genau wie die meisten vorislamischen Völker des Mittleren Ostens, von den alten Ägyptern und Sumerern zu den Phöniziern und Persern – Wein, Bier und andere alkoholische Getränke als Teil ihrer Kultur, ja sogar als Teil ihres religiösen Ritus betrachtet haben. Muslime haben dies ausdrücklich nicht getan. Der Mittlere Osten wandelte sich während der Islamisierung von einem Weltzentrum der Zivilisation zu einem Weltzentrum der Gegenzivilisation, wobei Genuss von Wein und Bier als akzeptierter Teil der Kultur eben der vorislamischen Zeit und dem außerislamischen Bereich bis heute entspricht. Die Japaner hatten Trinkspiele in ihrem Mittelalter. Sie haben sie immer noch, nur dass sie jetzt “Karaoke” heißen. Ich weiß von keiner fortgeschrittenen Kultur, von der chinesischen bis zu der der Majas im vorkolumbianischen Mittelamerika, die nicht den Genuss irgendeiner Art von gegorenem Getränk gekannt hätte. Wein ist Kultur. Wein – und Bier.

Die Vorstellung eines “gemeinsamen Monotheismus” ist ebenfalls falsch. Vom islamischen Standpunkt aus ist das Christentum mit seinem Konzept der Dreieinigkeit schon eine gemäßigte Form der Vielgötterei. Die religiösen Texte sind durchaus verschieden, ganz zu schweigen von der Art des persönlichen Vorbilds, das die Gründer der beiden Religionen, Jesus und Mohammed, jeweils gewesen sind. Der Islam wurde durch militärische Eroberung und die Schaffung eines Imperiums zu einer der großen Weltreligionen, das Christentum hingegen, indem es allmählich ein bereits bestehendes Imperium, das Römische Reich, übernahm. Hinzu kommt, dass die zoroastrischen und jüdischen Gemeinschaften im Mittleren Osten (Israel ausgenommen) alle fast völlig von den Muslimen ausgelöscht worden sind, während die christlichen Gemeinschaften sich alle in ernsthaftem Niedergang befinden.

Eine Forscherin aus Dänemark, Tina Magaard, hat Jahre mit der Analyse der Originaltexte der verschiedenen Religionen verbracht, vom Buddhismus bis zur Religion der Sikhs, und kommt zu dem Schluss, dass die islamischen Texte bei weitem die kriegerischsten unter denen der bedeutenderen Religionen sind. Sie propagieren Terror und Kampf in einem weit größeren Ausmaß als die grundlegenden Texte anderer Religionen. “Die Texte des Islam zeichnen sich dadurch aus, dass sie in größerem Umfang zu Gewalt und Aggression gegen Anhänger anderer Religionen aufrufen. Es gibt auch unverhüllte Aufrufe zum Terror. In der Islamforschung ist dies lange ein Tabu gewesen, aber es ist eben eine Tatsache, der wir uns stellen müssen”, sagt Magaard. Zusätzlich gibt es Hunderte von einzelnen Aufrufen im Koran, die Anhänger anderer Religionen mit Gewalt zu bekehren. “Wenn es denn so ist, dass viele Muslime den Koran als das buchstäbliche Wort Gottes ansehen, das keiner Interpretation oder Umformulierung unterzogen werden darf, dann haben wir ein Problem. Es ist nicht zu leugnen, dass die Texte zu Schrecken und Gewalt aufrufen. Folglich muss es als gerechtfertigt angesehen werden, den Muslimen selbst die Frage zu stellen, wie ihre Beziehung zu dem Text ist, wenn sie das, was dort steht, wörtlich nehmen”, sagt sie.

Das Hauptproblem mit dem Islam ist nicht, dass er eine dumme Religion ist, wie einige Leute sagen, sondern dass er eine gewaltorientierte ist. Ich persönlich betrachte Scientology als einen dummen Glauben, jedoch habe ich noch kaum Leute gehört, die sagen. sie lebten in der Furcht, Tom Cruise werde ihnen – Texte von L. Ron Hubbard rezitierend – den Kopf abschlagen und dann ein Video der Tat ins Internet stellen. Christentum und Judentum sind NICHT wie der Islam. Unter allen größeren Religionen ist das Konzept des Djihad im Islam einzigartig.

Wir haben mit den Muslimen das Menschsein gemeinsam, so wie mit jedem anderen auch, aber wir teilen mit ihnen nicht ein gemeinsames Erbe. Sogar das naturwissenschaftlich-technische Erbe der Griechen wurde unterschiedlich verwendet, wie ich demnächst in meiner Geschichte der Optik zeigen werde.

 

[*] Anm. des Ü.: Es gilt als gesichert, dass das (semitische) Aramäisch die Muttersprache von Jesus war. Es war, neben dem (indoeuropäischen) Persischen, eine der offiziellen Verkehrssprachen des Persischen Reiches. Fjordmans Darstellung ist hier also nicht ganz korrekt.

Januar 23, 2009

“Faschisten” als Freiheitskämpfer

Zuerst veröffentlicht unter dem Titel “Freedom Fighting ‘Fascists’” in Atlas Shrugs, 23.September 2008

Übersetzt von BeforeDawn

Ende 2007 und Anfang 2008 war ich in eine hitzige Auseinandersetzung mit dem amerikanischen Blog Little Green Footballs und seinem Betreiber Charles Johnson verwickelt. Ich hab seitdem nicht mehr viel darüber nachgedacht, weil es zu viel Energie kostete und weil ich es für Zeitverschwendung hielt. Jedoch haben mich kürzlich stattgefundene Ereignisse veranlasst, mich noch einmal mit dieser Sache zu befassen. In Deutschland ist in der Stadt Köln eine angemeldete Demonstration gegen die Islamisierung von einer unheiligen Allianz aus eurabischen multikulturellen Eliten und linksextremen “Antifaschisten” verhindert worden. Thomas Landen schreibt hierüber in The Brussels Journal:

“Die Ereignisse in Köln vom letzten Wochenende zeigen, wogegen europäische Konservative Widerstand leisten. Eine Konferenz, die gegen den Bau einer von türkischen Radikalen betriebenen Großmoschee protestieren wollte, wurde von gewalttätigen Kriminellen verhindert, die die Unterstützung der Stadtverwaltung und der deutschen Medien gefunden hatten. Die internationalen Medien, einschließlich der sogenannten ´konservativen´, haben entweder überhaupt nicht über die Geschehnisse in Köln geschrieben oder sie haben die Konservativen als ´Neonazis´ gebrandmarkt und die Kriminellen als normale Bürger, die tapfer die Wiederkehr des Nationalsozialismus bekämpfen. Ein Beispiel für das Letztere kann man in der Londoner The Times finden.”

Hierzu das Magazin Der Spiegel: “Im Kölner Innenstadtbezirk um den Heumarkt erschienen etwa 40.000 Gegendemonstranten, viele in Clownskostümen, um die Zusammenkunft zu verhindern. Sie blockierten Nahverkehrszüge, um die Delegierten fernzuhalten, und vereitelten auch die Fahrt eines Touristenschiffs in der Gestalt eines Wals – mit dem Namen ´Moby Dick´ -, auf dem die Rechtsextremen gehofft hatten, eine Pressekonferenz abhalten zu können. Ein Sprecher von Pro Köln: ´Steine, Ziegel und Farbbomben wurden geschleudert und die Panoramafenster der Moby Dick eingeworfen´. Die Polizei beendete die Zusammenkunft nach 45 Minuten. Aktivisten von Pro Köln mussten ihre Mikrofone und andere Ausrüstung auf dem Heumarkt abbauen, während die überforderten Einsatzkräfte der Polizei versuchten, die Masse der Gegendemonstranten zurückzuhalten.”

Der Spiegel: “Die Polizei hatte sich auf etwa 1.500 Rechtsextreme vorbereitet, die unter der Leitung der örtlichen Pro-Köln-Initiative eine öffentliche Diskussion darüber abhalten wollten, was sie die ´Islamisierung Europas´ nennen.”

Die hoch angesehene amerikanische Autorin und Kolumnistin Diana West kommentierte: “Was man hier suggerieren will ist, dass ein gemäßigter, nicht-´rechtsextremer´ Bürger sich unmöglich vorstellen kann, dass Europa dabei ist, islamisiert zu werden – nur ´Rechtsextreme´ können das…. Die Anti-Islamisierungs-Konferenz beabsichtigte eine sachliche Diskussion. Aber die Stadt Köln stellte unter Beweis, dass sie weder von Sachlichkeit noch von Diskussionen etwas hält. ´Die Stadt ist bereit.´ Für die Herrschaft des Mobs.”

Die vermeintlich konservative Zeitung Die Welt führte eine Online-Umfrage durch, in der sie von den Lesern wissen wollte, ob sie es für in Ordnung hielten, die Anti-Islamisierungs-Konferenz zu verbieten. Nach Angaben des führenden Blogs Politically Incorrect waren um Mitternacht 86 Prozent nicht mit diesem Vorgehen einverstanden. Aber etwas später in der Nacht kamen plötzlich auf wunderbare Weise Tausende von Voten herein und die Umfrage endete mit genau 50 Prozent für das Verbot. Die Welt sperrte ihre Kommentarfunktion, weil viele Kommentatoren die Entscheidung kritisierten, das Pro-Köln-Treffen zu verbieten.

Mehrere Augenzeugen an diesem Wochenende waren vom Vorgehen der Polizei schockiert, die als Stellvertreter der linken ´Antifa´-Gruppen zu handeln schien (die nur vermeintlich Antifaschisten sind, da sie sich immer wieder haargenau so aufführen wie Faschisten).

Aviel, ein amerikanischer Jude, der am 20. September in Köln zusammengeschlagen wurde, berichtet:

“Mein [jüdischer] Freund Michael Kucherov war hier am Freitag das erste Opfer. Er wurde verprügelt, weil er versuchte, den Ort des ersten unserer [Pro Köln] Zusammenkünfte am Freitag zu betreten. Ich mache mir heftige Vorwürfe, dass ich zu dem Zeitpunkt nicht da war, um ihm zu helfen. Es zerreißt mich, wenn ich höre, dass ein Jude auf deutschen Straßen zusammengeschlagen wird. Nun, er sollte nicht der einzige Jude bleiben. Am nächsten Tag wollte ich zum Heumarkt. In der Eibahnstrasse [sic] wurde ich von den Antifa-Schlägern verprügelt. Beide Male, als wir zusammengeschlagen wurden, schrien sie ´Nazi´, was mir doch ziemlich seltsam vorkam. Michael hatte einen Anzug an, aber ich trug meine Kippa und war so leicht als Jude zu erkennen; so ist es doch verständlich, wie seltsam es uns vorkam, von Deutschen auf der Strasse zusammengeschlagen und als Nazi bezeichnet zu werden, wenn man Jude ist. Na ja, ich fahr also mit einer gebrochenen Rippe nach Hause, aber mein Stolz ist unverletzt. Ich hätte auch versuchen können, wegzulaufen, aber das kommt nicht in Frage, ich und weglaufen oder vor diesen Leuten niederknien. Nicht dieser Jude hier. Und noch eins: sie sollen es alle wissen, wir (die Juden) sind nicht alle Waschlappen. Während wir hier in Europa sind, wehren wir uns die ganze Zeit gegen Schläger und Islamisten und haben vor niemandem Angst. Diese Konferenz war der Grund, weshalb ich von Frankreich nach Deutschland gefahren bin. Wir stehen an der vordersten Linie in einem Kampf, der laufend finsterer wird.”

Ein Norweger, der unter dem Namen Målmannen bloggt, hat Ähnliches erlebt und viele Fotos von diesem Ereignis gemacht:

“Mehrmals habe ich beobachtet, dass Leute, die zu der Demonstration wollten, von den linken Gegendemonstranten angegriffen und weggejagt wurden. In einem Fall wurde eine alte Frau, die eine Menge Antiislamisierungs-Poster bei sich hatte, von einer Bande Antifa-Aktivisten attackiert. Der Rest der Menge rief ´Nazis raus´, als diese Kriminellen die alte Frau angriffen und ihr alle Poster wegnahmen und ihr dann befahlen zu verschwinden, falls sie in Ruhe gelassen werden wolle.”

Der spanische Blogger AMDG von La Yijad en Eurabia berichtet über seine Beobachtungen:

“Es war offensichtlich nicht möglich, auf den Heumarkt zu gelangen. Ich versuchte es durch eine der schmalen Gassen der Altstadt; auch dort war ein Sperrriegel von schwarz gekleideten Antifas mit Sonnenbrillen. Sie hatten es sogar gewagt, eins von diesen rot-weißen Absperrgittern vor sich aufzustellen. Ich sagte zu einem von ihnen, dass ich hindurchgehen wolle, sie antworteten, das komme nicht in Frage. Eine von ihnen sprach Spanisch, und ich fragte sie, ob sie einen amtlichen Auftrag hätten, sie bestätigte das mit den Worten `Wir sind das Amt´. Eine Linie von Einsatzkräften der Polizei befand sich nur zwei Meter hinter ihnen. Ich kann mir kein besseres Bild des heraufziehenden eurabischen Faschismus vorstellen: Die Polizei unterlässt es nicht nur, gegen sie vorzugehen, sie geben ihnen sogar Rückendeckung. Oder man könnte auch denken, dass die Antifa die Sturmabteilung der offiziellen Polizei ist.”

Eine ganze Anzahl von diesen Demonstranten für “Demokratie” und gegen “Extremismus” waren Kommunisten. 100 Millionen tote Opfer des Kommunismus im Verlauf einiger Generationen sind vermutlich kein Zeichen des Extremismus. Einige hatten sogar Plakate mit anti-israelischen Slogans und verkauften Plaketten mit dem Bild des marxistischen Massenmörders und Folterers Che Guevara. Es ist kein Geheimnis, dass radikale marxistische Organisationen in Deutschland noch immer starken Einfluss haben, wie übrigens auch in vielen anderen Ländern.

Vielen Beobachtern fiel der militant aussehende schwarze Outfit eines Teils der linksextremen Demonstranten auf, der sehr zu ihrem Auftreten zu passen schien. Da das Wort “faschistisch” heutzutage anscheinend für Islamismus-Gegner und “rassistische” Kritiker der massenhaften Einwanderung im allgemeinen und der muslimischen im besonderen reserviert ist, kann man es als eine reizvolle Aufgabe ansehen, einen passenden Begriff für die militanten Antifa-Gruppen zu finden. “Rote Nazis” könnte passen, aber in Anspielung auf ihre schwarze uniformähnliche Kleidung trifft “Schwarzhemden” es vielleicht doch am besten.

Der Blogger AMDG: “Ich finde, wir sollten diese Zusammenkunft jedes Jahr abhalten. Wir müssen den Europäern zeigen, dass die Linken die Nazis und die Faschisten sind. Wir müssen darauf insistieren, nur so lässt es sich vermitteln. Wir müssen die Gegendemonstranten auch mit Plakaten konfrontieren, auf denen Verse aus dem Koran stehen.”

Die Entscheidung, die Demonstration gegen die Islamisierung zum Schweigen zu bringen, wurde von der örtlichen Verwaltung, aber auch von Behörden auf Bundesebene und wahrscheinlich auch von supranationalen Stellen unterstützt. Thomas Steg, stellvertretender Sprecher der Bundesregierung, hat mitgeteilt, dass Berlin den “interkulturellen Dialog” fördere. Das deutsche Innenministerium hat ebenfalls die Konferenz kritisiert und festgestellt, dass “eine solche Versammlung von Populisten und Extremisten die Koexistenz, um die die Stadt und die Muslime sich bemüht haben, gefährdet.”

Der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma, in derselben “konservativen” Christlich-Demokratischen Union wie die Bundeskanzlerin Merkel, sagte im Rundfunk: “Wir wollen deren Konferenz nicht, und zusammen mit einer überwältigenden Mehrheit der Kölner werden wir sie verhindern.”

Meiner Meinung nach ist der Kölner Oberbürgermeister ein kollaborierender Dhimmi.

Mit seiner Handlungsweise verrät er seine Stadt, sein Land und seine Kultur. Sie war ein schändlicher Akt der Feigheit und der Beschwichtigung der Nazis unserer Zeit. Die wahren Erben der Nazis und der Kommunisten, sowohl in Hinsicht auf ihre totalitäre Gesinnung als auch in Hinsicht auf ihre Methoden, waren die linksextremen Schwarzhemden an diesem Tage, und nicht die, die gegen die Islamisierung ihres Kontinents demonstriert haben. Schramma sollte sofort zurücktreten. Es ist nichts weniger als eine internationale Schande, dass, nachdem Deutschland von den Nazis und den Kommunisten befreit worden ist, die Behörden einer bedeutenden Stadt im größten Land Europas vor totalitären Schlägern auf die Knie fallen und ihnen erlauben, die Straßen zu beherrschen.

Den Schwarzhemden wurde von der Verwaltung ganz bewusst zugestanden, diejenigen einzuschüchtern, die der offiziellen pro-islamischen Politik kritisch gegenüberstehen. Dies bestätigt meinen seit langem bestehenden Verdacht, dass die linksextremen Schläger, die in bestimmten Ländern die Kritiker der Einwanderung attackieren, der verlängerte Arm des Staates sind. Die “antifaschistische” AFA (Antifascistisk Aktion) in Schweden, zum Beispiel, brüstet sich öffentlich mit ihren regelmäßigen gewalttätigen Angriffen auf Menschen, die sie nicht mögen, und dieses seit Jahren. Die Medien und die Behörden wissen davon, aber unternehmen nichts. Um es kurz und bündig zu sagen: Ihnen gefällt es.

Die staatlich gesponserte Organisation Expo in Schweden hat zusammen mit AFA ein Buch über die Kritiker der Massenimmigration veröffentlicht. Expo hat jetzt ihr Material der größten politischen Partei im Land, den Sozialdemokraten, für den Gebrauch gegen ihre politischen Rivalen zur Verfügung gestellt. Die “respektable”, staatlich finanzierte Organisation Antirasistik Senter in Norwegen hat auf ihrer Homepage ein Link zur AFA Stockholm, die sie als “militante schwedische Antifaschisten” bezeichnet. Sie wissen also, dass AFA militant ist, aber offenbar nicht so sehr, dass sie nicht zu ihr verlinken würden. Sie verlinken auch zur Antifaschistischen Aktion (AFA) in Berlin, von der einige Mitglieder wahrscheinlich unter den mutigen “Antifaschisten” waren, die “rassistische ” ältere Damen und jüdische “Nazis” in Köln attackierten. Die anderen Organisationen, die dort erwähnt werden, laufen unter ´empfohlene Links´ und nicht etwa ´wichtige Links´. Dies alles wird von den Massenmedien und der politischen Klasse mit Schweigen übergangen.

Die norwegische Zeitung Dagens Næringsliv hat vor einiger Zeit die Tatsache enthüllt, dass die größte “antirassistische” Organisation im Land, SOS Racisme, am Ende der achtziger und zu Beginn der neunziger Jahre, also während des Zusammenbruchs des Kommunismus in Osteuropa, stark von Kommunisten unterwandert war. Diese Leute wechselten also direkt vom Kommunismus zum Multikulturalismus, was zeigt, dass zumindest einige von ihnen den Multikulturalismus als die Fortsetzung des Kommunismus mit anderen Mitteln ansehen.

Der vom Staat finanzierte Islamische Rat Norwegens (Islamsk Råd Norge) leugnet nicht, dass er “Anleitung” vom religiösen Führer der Moslembruderschaft Yusuf al-Qaradawi und seinem Fatwa-Rat erhält, wo man , unter anderem, darüber debattiert, ob Homosexuelle getötet werden sollten oder nicht. Al-Qaradawi hat auch Selbstmordattentate und die Heirat mit neunjährigen Mädchen befürwortet. Inzwischen hat ein Sozialist namens Lars Gule, der schon einmal auf der Reise nach Israel mit Dynamit im Rucksack festgenommen wurde, auf einem vielgelesenen Blog vorgeschlagen, dass der Geheimdienst mich überwachen solle, weil ich ein gefährlicher “Rechtsextremist” sei.

Einer der ausländischen Konferenzteilnehmer, der flämische Politiker Filip Dewinter, kritisierte den Kölner Oberbürgermeister Schramma und verglich ihn mit Freddy Thielemans, dem sozialistischen Bürgermeister von Brüssel, der 2007 und 2008 Demonstrationen zum Gedenken an die Terroropfer des 11. September 2001 in den USA verboten hatte, weil er es nicht mit den örtlichen Muslimen verderben wollte. Dewinter sagte: “Brüssel und Köln haben Bürgermeister, die vor der Islamisierung auf die Knie fallen und sich ergeben.”

Ich habe von Freitag, den 19., bis Dienstag, den 23. September, die Startseite des großen amerikanischen “Anti-Djihad”-Blogs Little Green Footballs (LGF) besucht, um zu kontrollieren, was der Blogger Charles Johnson über die Demonstration geschrieben hatte. Soweit ich sehen konnte, hüllte er sich über dieses Thema in völliges Schweigen. aber ich habe keinen Zweifel, dass er von dem Ereignis wusste. Am 8. September schrieb er über “Faschisten, die in Köln den Anti-Djihadismus gekidnapped haben” und stellte fest: “Hier haben wir es wieder: eine All-Star-Mannschaft der europäischen Faschisten bemächtigt sich der Anti-Djihad-Bewegung und missbraucht sie für ihre eigenen kranken politischen Ziele.”

Einer von diesen “faschistischen Bastarden” (Johnsons Worte) war Dewinter mit seinem Projekt “Städte-gegen-die-Islamisierung”. Mr. Johnson selbst bemerkte, dass die Führer der Islamischen Republik Iran, die nicht gerade ein Leuchtfeuer der Toleranz und der Aufklärung ist, die Europäische Union (interessanterweise nicht Deutschland) drängten, zu intervenieren und die geplante “anti-islamische” Konferenz zu stoppen, und er zog daraus den Schluss, dass “die iranischen Mullahs sich keine bessere Propaganda hätten wünschen können”.

Die Iraner übten mehrmals Druck auf die EU aus und bestellten den französischen Botschafter ein – Frankreich hatte zu der Zeit die rotierende EU-Präsidentschaft inne – , um ihrer tiefen Besorgnis über die nachgiebige Haltung der EU gegenüber anti-islamischen Gefühlen in Europa Ausdruck zu verleihen, und schlugen vor, europäische Behörden sollten die Konferenz verbieten. Müssten nicht der “Anti-Djihadist” Johnson und sein Anhang darüber beunruhigt sein, dass sie sich mit einem repressiven, den Terrorismus fördernden islamischen Staat auf derselben Seite gegen Westler, die für ihre Freiheit kämpfen, wiederfinden? Anscheinend sind sie es nicht.

Nur ein paar Tage vorher hatte der “faschistische Bastard” Filip Dewinter in Florenz den “Oriana-Fallaci-Preis” für seine Arbeit mit “Städte gegen Islamisierung” erhalten. Der Preis ist nach der mutigen italienischen Islamkritikerin Oriana Fallaci benannt. Ironischerweise hat Mr. Johnson jahrelang ein Foto der Fallaci auf seiner Homepage gehabt, aber zu der Zeit, als er seinen Beitrag schrieb, war es plötzlich auf geheimnisvolle Weise verschwunden. Ich vermute, sie gehört auch zu den Faschisten, genau so wie Dewinter, ich selbst und jeder andere, der nicht an den Mythos eines gemäßigten Islam glaubt. Auch der niederländische Politiker Geert Wilders scheint ja nicht an die Existenz eines gemäßigten Islam zu glauben. Wann wird LGF ihn zum Faschisten erklären?

Die LGF-Leute denken, wir Europäer müssen beweisen, dass wir ideologisch 100 Prozent “rein” sind, bevor uns das Recht gewährt wird, für unser Weiterbestehen zu kämpfen. Man stelle sich vor, ein Haus steht in Flammen. Die Feuerwehr ist gerade angekommen, um das Feuer zu löschen, aber der Nachbar erlaubt ihnen nicht, das Wasser aus dem öffentlichen Netz zu gebrauchen, weil er fürchtet, es könne unrein sein. Er will nur den Gebrauch von heiligem Wasser zulassen – destilliertem heiligen Wasser – und das auch nur, wenn es von einer lesbischen Priesterin geweiht wurde, die das Wahlrecht für illegale Einwanderer fordert. Da die Feuerwehrleute solches Wasser nicht vorrätig haben, brennt das Haus ab, aber der Nachbar tröstet sich damit, dass wenigstens die übrig gebliebene Asche ideologisch rein ist. Dies ist die Einstellung von Little Green Footballs gegenüber der Bedrohung, der sich die westliche Welt gegenüber sieht. Ihre Einstellung läuft darauf hinaus, dass das Wasser gefährlicher ist als das Feuer selbst, und dass sie deshalb mit ihren Regenschirmen auf die Feuerwehrleute einschlagen und dabei “faschistische Bastarde!” schreien.

Ihre Denkweise scheint zu sein, dass wenn man wahllos an irgendeinem Europäer kratzt, ein Nazi sichtbar wird, der nur darauf gewartet hat, herauszukommen. Es sind überhaupt nur zwei Arten von Europäern möglich: unterwürfige Kriecher und eben die Nazis. Wenn wir nicht zu jenen gehören, dann müssen wir logischerweise zu diesen gehören. Diese Einstellung verrät einen durchgängigen Hass, der alles verteufelt, was Europäer tun, um ihre Würde und ihr Erbe zu beschützen, und spiegelt den Multikulturalismus wieder, der eine anti-westliche, besonders aber eine anti-europäische Hassideologie ist.

Einer der Gründe, warum in der Wolle gefärbte Antisemiten (David Duke wäre ein typisches Beispiel) unzuverlässige Verbündete sind, ist, dass sie Juden so sehr hassen, dass sie zu vernünftigem Denken nicht in der Lage sind und deshalb mit den Moslems gemeinsame Sache machen, verbunden durch den gleichen Hass. Dasselbe trifft auf in der Wolle gefärbte Antieuropäer zu, von denen es viele sogar auf “konservativen” Webseiten, wie eben LGF, gibt. Sie haben einen irrationalen Hass, eine Wolke, die ihren Verstand verdunkelt und sie daran hindert, die Welt zu sehen wie sie ist. In gewisser Hinsicht haben die Leute von LGF mehr mit David Duke gemeinsam als sie zuzugeben bereit sind. Wenn man solchen hirnlosen Antisemitismus und Antiamerikanismus als ein Problem ansieht, dann sollte man diese hirnlose antieuropäische Einstellung genauso sehen.

An diesem Wochenende haben wir erleben müssen, wie Menschen, die anderer Meinung sind – darunter auch Juden -, von Kriminellen bedroht, beschimpft und in einigen Fällen auch verprügelt wurden. Diese “antifaschistischen” Schwarzhemden stehen in enger Beziehung zu den gewalttätigen totalitären Bewegungen vergangener Generationen, in Hinsicht auf ihre Kleidung, auf ihre Mentalität und auf ihre Bereitschaft, die Meinungsfreiheit mit brutaler Gewalt zu unterdrücken. Kurzum, sie gleichen Faschisten und Kommunisten (einige von ihnen waren auch Kommunisten). Was hat Little Green Footballs, wo man nie die Gelegenheit auslässt, Faschisten zu brandmarken, hierüber geschrieben? Bislang absolut nichts. Es gibt in der Tat Menschen in Europa, die sich wie Faschisten aufführen, und sie erhalten heimliche Unterstützung von LGF, während ihre Opfer als “Faschisten” denunziert werden.

Ich habe mehr als ein halbes Jahr lang beobachtet, wie eine Anzahl anständiger Menschen, darunter Pamela Geller, Paul Belien, Diana West, Baron Bodissey und Dymphna vom Blog Gates of Vienna, und darüber hinaus noch viele andere, zum Ziel der bösartigen Verleumdungskampagne von Charles Johnson und Little Green Footballs wurden; etwas derartiges habe ich in meinem ganzen Leben nicht gesehen. Nachdem Mr. Johnson eine irrsinnige Hexenjagd gegen eine jeden Monat anwachsende Zahl imaginärer Faschisten betrieben hat, zieht er es jetzt plötzlich vor, die Augen zu verschließen und zu schweigen, wenn sehr reale Faschisten mit Gewalt ihre Kritiker in einer westlichen Großstadt zum Schweigen bringen. Ich gebe zu, ich bin wütend, und ich denke, ich habe auch das Recht dazu.

Es ist jetzt an der Zeit, dass sich Mr. Johnson öffentlich bei den zahlreichen Menschen entschuldigt, die er seit dem Herbst 2007 verleumdet hat, und anfangen sollte er bei denen, die ich hier erwähnt habe. Nicht deren Glaubwürdigkeit steht hier auf dem Spiel, sondern seine. Wenn er weiter die Bemühungen derjenigen, die gegen die islamische Infiltration angehen, untergraben will, dann wird es für LGF sehr schwer werden, sich überhaupt noch als Antidjihad-Webseite zu präsentieren. Irgendwann kommt der Punkt, wo der immer geringer werdenden Zahl von Leuten in der Nordhemisphäre, die noch nicht von dieser Webseite verbannt worden sind, nichts anderes übrig bleibt als sich zu fragen, ob ihr Betreiber nicht einfach die Seite gewechselt hat und jetzt zum Reich der Finsternis gehört.

Januar 18, 2009

Die Dekonstruktion der Mehrheitsgesellschaft hat nichts mit dem Islam zu tun. Ach nein?

Erstmals veröffentlicht unter dem Titel „On Deconstructing the Majority: Nothing To Do With Islam? Really?“ in The Brussels Journal, 10. Dezember 2008

Hier ist ein aufschlussreiches Interview (in norwegischer Sprache, mit englischer Übersetzung hier) mit dem führenden Multikulturalisten meines Landes, Professor Thomas Hylland Eriksen von der Universität Oslo, der Millionensummen an Fördergeldern von der Regierung für seine Projekte kassiert hat und so etwas wie eine nationale Berühmtheit ist. Es ist ein paar Monate alt, aber ich habe es erst jetzt entdeckt. Er spricht offen aus, dass das Wichtigste, was aus seiner Sicht nun ansteht, sei

“deconstruct the majority [population] so thoroughly that it can never be called the majority again.”

Ende des Zitats. Und dies ist die Agenda der Multikulturalisten in allen westlichen Ländern. Täuschen Sie sich nicht. Ich habe ihm eine Erwähnung in meinem Buch „Defeating Eurabia“ gewidmet:

Thomas Hylland Eriksen, Professor für Sozialanthropologie an der Universität Oslo, leitet ein vom Staat gefördertes Multi-Millionen-Projekt, das abzuschätzen versucht, wie die neue multikulturelle Gesellschaft funktionieren wird. Er ist ein Karrieremultikulturalist und eine intellektuelle Berühmtheit in seinem Land, trägt häufig zu öffentlichen Debatten bei und lebt, wie er selbst sagt, in einem langweiligen, weißen monokulturellen Teil der Stadt, abgeschottet von den Auswirkungen kultureller Diversität. Hylland Eriksen hat den Tod (westlicher) Nationalstaaten proklamiert, als würde er Vergnügen daraus ziehen, und hat festgestellt, dass der Nidaros-Dom, die berühmteste Kirche des Landes, in unserer multikulturellen Gesellschaft nicht länger als nationales Symbol dienen sollte.

Herr Eriksen hatte einen Streit mit Ole Jørgen Anfindsen, der die zweisprachige Qualitätswebsite HonestThinking.org betreibt und vor den Auswirkungen unkontrollierter Masseneinwanderung warnt. Nach Hylland Eriksen
„bestehen Kosmopoliten auf einer Welt, die aus mehr Farben als nur schwarz und weiß besteht. In einer solchen Welt sind die Probleme, vor denen Ole Jørgen Anfindsen warnt, nicht nur kleinlich, sondern irrelevant.“

Vor welchen Problemen warnt denn Herr Anfindsen? Nun, er hat Berechnungen veröffentlicht, wonach bei gleichbleibender Einwanderung die einheimischen Norweger innerhalb von zwei Generationen eine Minderheit in ihrem eigenen Land sein werden. Angesichts der Tatsache, dass ethnische Gruppen, die im eigenen Land in die Minderheit gedrängt werden, schwere Zeiten durchmachen, und dass sie in jedem Falle dann verfolgt werden, wenn die Neuankömmlinge Moslems sind, sollte man annehmen, dass dies eine interessante Information ist. Für die selbsternannten „multikulturellen Kosmopoliten“ aber ist es „kleinlich und irrelevant“, auch nur die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass dies ein Problem darstellen könnte. Eriksen nennt Anfindsen „dumm und ignorant“ und deutet an, dass

„Anfindsens Agenda von einer Art pervertierten Christentums (er hat einen christlichen Hintergrund) inspiriert ist“.

Ja, Anfindsen hat tatsächlich einen christlichen Hintergrund. Disqualifiziert ihn das, sich Sorgen darüber zu machen, dass seine Enkel Verfolgungen ausgesetzt sein könnten? Herr Eriksen sorgt sich, wie andere westliche Multikulturalisten, über „Islamophobie“, ist aber mehr als bereit, das Christentum durch den Dreck zu ziehen. Ein Zeitungsessay, an dem Eriksen mitgeschrieben hat, fragt:

„Verlangt er [Anfindsen] etwa, dass wir noch einmal die offensichtliche Tatsache wiederholen, dass der Mord an Theo van Gogh, verschiedene Terrorakte und Morddrohungen gegen Zeitungsverlegers nichts mit dem Islam zu tun haben?“

Nichts mit dem Islam zu tun? Wirklich?

Mohammed Bouyeri, als Kind marokkanischer Eltern geboren in Amsterdam, tötete Theo van Gogh, als der am 2.November 2004 mit seinem Fahrrad unterwegs war, schoss und stach auf ihn ein, bevor er ihm die Kehle durchschnitt, und heftete mit dem Messer einen Zettel an seinen Körper.

„Ich tat es ausschließlich aufgrund meines Glaubens“, sagte er seinen Richtern, den Koran fest in der Hand. „Ich möchte, dass Sie wissen, dass ich aus Überzeugung handelte und dass ich ihm nicht das Leben nahm, weil er Holländer war und ich Marokkaner“, sondern weil er glaubte, dass van Gogh in seinem Film, der die Behandlung muslimischer Frauen kritisiert hatte, den Islam beleidigt hatte.

Das heißt also: Ein friedlicher christlicher Bürger wird verdächtigt, eine dunkle, geheime Agenda zu haben, während ein muslimischer Mörder, der mit seinen islamischen Motiven prahlt, nichts mit dem Islam zu tun haben soll?

Eine serbische Ärztin aus dem früheren Jugoslawien, wo kürzlich eine multikulturelle Gesellschaft in einem schrecklichen Bürgerkrieg zusammenbrach, warnte vor den Auswirkungen ungehinderter Masseneinwanderung nach Westeuropa. Thomas Hylland Eriksen antwortete, indem er ihr ihren „Mangel an Visionen“ vorwarf.

Anscheinend wird dein Wert als Intellektueller daran gemessen, wie grandios Deine Ideen sind. Je größer deine Visionen, desto blendender dein Geist und desto größer dein Prestige. Ob diese Visionen mit der Wirklichkeit und mit der menschlichen Natur übereinstimmen, ist zweitrangig. Tatsächlich würden es viele der selbsternannten Intellektuellen als Zumutung empfinden, sich mit den kleinlichen Überlegungen ihrer bodenständigeren Mitbürger auseinanderzusetzen, die sich mit den Auswirkungen seiner Ideen im wirklichen Leben herumschlagen müssen. Dass Menschen durch seine Ideen zu Schaden kommen könnten, entmutigt ihn nicht. Für wirklich große Menschheitsfortschritte müssen Opfer gebracht werden.

Möglichst von anderen.

Bookmark Buttons

Januar 15, 2009

Wird Holland das 21. Jahrhundert überleben?

Veröffentlicht in Gates of Vienna, 19. September 2008

Übersetzung von Thatcher

Werfen wir einen Blick auf die Niederlande. Islamische Praktiken erhalten dort mehr und mehr öffentliche Akzeptanz. Im Gespräch ist es, islamische Feiertage zu öffentlichen Feiertagen zu machen, da Holland eine “judeo-christlich-islamische” Gesellschaft sei, was immer das bedeuten soll. Es gibt Pläne für ein Krankenhaus nur für Moslems, und der frühere Justizminister Piet Hein Donner sagte, dass die Holländer Moslems mehr Freiheit geben sollten, sich gemäß ihrer Traditionen zu verhalten: “Für mich steht fest: wenn zwei Drittel der niederländischen Bevölkerung wollen, dass morgen die Scharia eingeführt wird, dann sollte die Möglichkeit dazu bestehen”, so meint er. “Es wäre eine Schande zu sagen: ‘Das ist nicht erlaubt!’”

Dieser Gedanke ist bei weitem nicht weit hergeholt. Inoffizielle Scharia-Gerichte sind seit Jahren in größeren europäischen Städten aktiv und erhalten schrittweise offizielle Anerkennung. Im September 2008 wurde bekanntgegeben, dass britische Behörden auf bestimmten Gebieten Entscheidungen von Scharia-Gerichten formell anerkennen werden. Das heißt, dass Großbritannien sich nicht nur kulturell, sondern auch de jure seinen neuen moslemischen Herren ergeben hat. Die politischen Eliten werden keinen wie auch immer gearteten Widerstand gegen die fortgesetzte Islamisierung liefern.

Großbritannien ist eines der schlimmsten Länder der westlichen Welt, was eine Menge aussagt, wenn man weiß, wie schlimm viele andere sind, aber es gehört zu einer anwachsenden Gruppe von Nationen, in denen die Behörden mehr oder minder vor der islamischen Herrschaft kapituliert haben, offen die islamische “Kultur” befördern und diejenigen, die Widerstand leisten, anfeinden. Man könnte Schweden, die Niederlande, Belgien und wahrscheinlich Frankreich zu dieser Liste hinzufügen, die weiter anwächst. Norwegen, Spanien, Österreich, Deutschland und andere liegen nicht weit dahinter.

Die Niederlande, die jahrhundertelang ein Hafen für diejenigen waren, die nach mehr geistiger Freiheit strebten, wird zu einer immer totalitäreren Gesellschaft als eine direkte Folge der Masseneinwanderung im Allgemeinen und der moslemischen Zuwanderung in Besonderen. Dies ist der Grund, warum der einsichtige Hans Janssen, Professor für Moderne Islamische Ideologie an der Utrechter Universität, sagte, dass eine friedvolle Gesellschaft, die weiterhin existieren möchte, “einen Weg finden müsse, sich mit nicht-friedlichen Mitteln gegen Leute zu verteidigen, die nicht friedlich sind.” Nach Professor Janssen sprächen moslemische Fundamentalisten oft Drohungen aus, aber niederländische Medien blieben stumm über diese Drohungen.

Der öffentlich-rechtliche Sender NPS produziert ein Fernsehprogramm mit dem Auftrag, der niederländischen Bevölkerung eine positive Sicht auf Moslems und andere Immigrantengruppen zu vermitteln. Inzwischen, im Jahr 2008, wurde aufgedeckt, dass ein Polizist marokkanischer Abstammung innerhalb des Rotterdamer Polizeikorps als Spion des marokkanischen Geheimdienstes enttarnt wurde. Er leitete ein Projekt, das 57 marokkanische Problemjugendliche für die Arbeit als Bodenpersonal am Rotterdamer Flughafen vorbereiten sollte. Das Büro des Öffentlichen Strafverfolgers (Openbaar Ministerie ~ oberste Staatsanwaltschaft der NL, A.d.Ü.) entschied, ihn nicht zu belangen, angeblich weil dies negative Stimmung über die “multikulturelle” Gesellschaft erzeugen könne. Sogar nachdem dies bekannt geworden war, arbeitete der als Spion eines fremden Landes enttarnte Polizist weiter am Rotterdamer Flughafen. Das Management des Flughafens sah keinen Grund, ihm die Beschäftigung zu verweigern.

Im Gegensatz dazu versuchte die holländische Arbeitspartei (PvdA) ein (damaliges) Mitglied mundtot zu machen, der sich für die Rechte moslemischer Apostaten einsetzte, denn sie befürchteten, dass er der Partei in den Wahlen schaden könne. Wie die meisten anderen linksgerichteten Parteien der westlichen Welt bekommt sie überproportional viele Stimmen von Immigranten. Der fragliche Mann, der tapfere Ex-Moslem Ehsan Jami, ehsanjami2entschied im Frühjahr 2008, seine Organisation von Ex-Moslems, die sich der traditionellen Todesstrafe für das Verlassen des Islam widersetzen, aufzulösen. Er behauptet, dass die Menschen wegen Drohungen von Moslems davor zurückschrecken, der Organisation beizutreten.

slotervaart2
Slotervaart

Slotervaart, ein marokkanisches Viertel in Amsterdam, ist von Aufruhr und Brandstiftung gequält worden. Genau wie in vergleichbaren Gegenden in Schweden, Frankreich und anderenorts riskieren die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdiensten Angriffe auf Leib und Leben, wenn sie sich dort hineinbegeben. Westeuropas größere Städte sind berüchtigt geworden für ihre sich rasch ausbreitenden “No-Go”-Zonen, von Birmingham, London und Bradford über Marseille, Paris, Antwerpen und Brüssel bis nach Kopenhagen, Berlin und Hamburg. Jetzt gibt es viele Gegenden, in die sich nicht einmal die Polizei ohne massive Verstärkung wagt. In bestimmten städtischen Bereichen nehmen Feuerwehr und Rettungsdienste Anrufe aus moslemischen Vierteln ungern entgegen, in denen “Jugendliche” Feuer an öffentlichen Gebäuden gelegt haben, um der Feuerwehr, wenn sie kommt, einen Hinterhalt zu stellen.

oosterweibus
Oosterwei-Bus

Mitte September 2008 gab der ÖPNV in der holländischen Stadt Gouda bekannt, dass er nicht mehr durch das Viertel Oosterwei fahren werde. Diese Entscheidung fiel infolge von Beschwerden seitens der Busfahrer, die berichtet hatten, dass sie auf ihrer Strecke durch das Gebiet von der marokkanischen Jugend bespuckt, bedroht und ausgeraubt würden, die außerdem systematisch gegen die Busse getreten hätten.

Schon vorher ist bekannt geworden, dass Marokkaner, Türken und andere Moslems in den Niederlanden Direktiven aus ihren Heimatländern empfangen. Ethnische Türken haben Anweisungen aus der Türkei bekommen, wie sie in den niederländischen Wahlen abstimmen sollen.

geertwilders
Geert Wilders

Ebenfalls Mitte September 2008 sagte der Politiker Geert Wilders während einer Rede im Parlament, dass Marokkaner die Niederlande kolonisierten. Nach Wilders’ Worten kämen die Marokkaner nicht, um sich zu integrieren, sondern “um die Holländer zu unterjochen” und um über sie zu herrschen. “Wir verlieren unsere Nation an marokkanischen Abschaum, der vergewaltigend, bespuckend und unschuldige Leute belästigend durchs Leben geht”, sagte Wilders. “Sie nehmen unser Arbeitslosengeld, unsere Häuser und unsere Ärzte gern an, nicht aber unsere Regeln und Werte”, so Wilders weiter. Nach seiner Meinung gebe es “zwei Nationen”. Die Nation des Kabinetts ist die der “Klimahysteriker und der unkontrollierten Islamisierung”. Die andere Nation, “meine Nation”, so Wilders, “ist die der Menschen, die die Rechnung bezahlen müssen und die von moslemischen Straßenterroristen ausgeraubt und bedroht werden”.

Sieben Minuten nachdem diese Rede begonnen hatte, geschah “ein technischer Fehler” in der Fernsehübertragung, der wundersamerweise zu der Sekunde behoben war, als Wilders’ Rede zu Ende war. Das Staatsfernsehen ist berüchtigt für seine pro-multikulturelle Schlagseite und glaubt, dass Wilders böse sei.

_______________________________________________

Wie ich in meinem Online-Essay “Demokratie und die Voreingenommenheit der Medien” schrieb, sollte die Presse, die Vierte Gewalt im Staate, in demokratischen Gesellschaften eigentlich die Aufgabe haben, darauf zu achten, dass die Regierung ihre Sache ordentlich macht, und ebenso Debatten zu Themen von öffentlichem Interesse anstoßen. In der Praxis haben wir jetzt anscheinend eine Situation, in der die politischen Eliten mit den Medien dabei kooperieren, sicherzustellen, dass manche Themen nur unzureichende oder unausgewogene Aufmerksamkeit bekommen, während andere Themen sogar völlig außen vor bleiben. Zusammen bilden sie eine neue Politische Klasse.

Vor dem Aufstieg des Außenseiter-Politikers Pim Fortuyn war die politische Szene Hollands zum größten Teil eine geschlossene Gesellschaft, deren Mitglieder, ungeachtet ihrer Parteizugehörigkeit, ähnliche Ansichten im weitestmöglichen Sinne hatten. Viele der Journalisten gehörten ebenfalls zu diesem Club. Falls die Mehrheit der Bevölkerung auf empfindlichen Gebieten nicht ganz der gleichen Meinung war wie diese Elite — und das allerempfindlichste Thema war moslemische Einwanderung —, so spielte das kaum eine Rolle. Weil alle die, die in Machtpositionen waren, in grundsätzlicher Übereinstimmung waren, konnte der Wille des Volkes ohne Risiko ignoriert werden. Journalisten und rivalisierende Politiker — man bemerke, dass sie im Gleichschritt agierten — diffamierten Fortuyn als einen gefährlichen “Rechtsextremisten”. Auf indirekte Weise führte dies zu seiner Ermordung durch einen Linksaktivisten, der aussagte, dass er ihn im Interesse der Moslems getötet habe, weil er für Minderheiten “gefährlich” gewesen sei.

Pim Fortuyn wurde indirekt von den politischen, kulturellen und medialen Eliten ermordet, wohingegen Theo van Gogh von Moslems ermordet wurde. Das Parlamentsmitglied Ayaan Hirsi Ali wurde aus dem Land getrieben. Der islamkritische Parlamentarier Geert Wilders ist noch da, doch ist er ähnlichen Diffamierungen ausgesetzt wie Fortuyn, er sei ein Rassist, erhält täglich Todesdrohungen von Moslems und wenig zurückhaltende Hinweise aus dem Establishment, dass er seine Kritik der moslemischen Masseneinwanderung leiser vortragen solle. Der holländische Geist zwischen 2001 und 2008 scheint gebrochen worden zu sein, da die Dinge langsam zur Normalität zurückkehren. Die erweiterten politischen Eliten haben die öffentliche Debatte wieder einmal fest unter Kontrolle, und der peinliche Bauernaufstand wurde erfolgreich niedergeschlagen.

Vielleicht ist die Chance Hollands, sich zu retten, mit Fortuyn gestorben. Ich hoffe nicht. Ich habe die Niederlande immer geliebt, und es wäre äußerst traurig, wenn eine ehemals große Nation, die so viel Zeit und Energie darauf verwendet hat, das Meer draußen zu behalten, von einer Flutwelle der Scharia-Barbarei zerstört würde.

nekschotsolidarity
Solidarität mit Gregorius Nekschot

Im Mai 2008 wurde der Comiczeichner, der unter dem Pseudonym Gregorius Nekschot arbeitet, der erste Comiczeichner der westlichen Welt, der verhaftet wurde. Er wurde in seiner Wohnung festgenommen und zur Befragung in Gewahrsam genommen, weil er in Verdacht geraten war, “Comics veröffentlicht zu haben, die Moslems und Menschen mit dunkler Hautfarbe diskriminieren”. Zur gleichen Zeit entwickelte die Stadt Amsterdam Unterrichtsmaterial, das Kinder vor der Politik des islamkritischen Politikers Geert Wilders warnt. MP Wilders nannte die Kampagne “krankmachend”.

fitna
Fitna

Wilders’ Film “Fitna” vom März 2008 rief heftige Reaktionen von Moslems auf der ganzen Welt sowie Verurteilungen von Dhimmi-Beschwichtigern der westlichen Welt hervor. Obwohl der Kurzfilm nichts anderes tat, als den Koran und Äußerungen moslemischer Führer zu zitieren, verurteilte ihn der Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki-Moon als beleidigend anti-islamisch. “Es gibt keine Rechtfertigung für Hassreden oder Aufstachelung zur Gewalt”, sagte Ban in einem Statement. “Das Recht der freien Rede steht hier nicht auf dem Spiel.” Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechtem, Louise Arbour, trat ihm zur Seite, indem sie den Tonfall und den Inhalt von “Fitna” verurteilte und anmerkte, dass die Holländer und andere jegliche Befürwortung rassischen oder religiösen Hasses, die eine Aufstachelung zur Diskriminierung oder zu Feindschaften begründe, verbieten sollten. In einfachen Worten: Sie sollten Islamkritik verbieten.

Es gibt bereits Beispiele kleiner holländischer Webseiten, die für das Veröffentlichen islam- und moslemkritischer Kommentare der Leser verfolgt worden sind, und damit ist ein Präzedenzfall für die Unterdrückung der freien Rede im Internet geschaffen. Dies trotz der Tatsache, dass viel beleidigenderes Material routinemäßig in islamischen Onlineforen gepostet wird, das aber niemals bestraft wird. Ähnliche Entwicklungen laufen in anderen europäischen Ländern. Dazu wird nicht nur seitens der nationalen Behörden, sondern auch seitens EU-Offizieller ermuntert, die ihren Wunsch, Blogs und ähnliche Webseiten stärker zu “regulieren”, ausgedrückt haben, weil diese häufig dem Multikulturalismus der Masseneinwanderung und der EU-Politik im Allgemeinen kritischer gegenüberstehen als die Mainstream-Medien.

Dies bedeutet, dass niederländische Behörden den Forderungen islamischer Länder nachgeben und ihren neuen moslemischen Herren zu Füßen knien. Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass erheblicher politischer Druck auf die Polizei und andere ausgeübt wird, um multikulturalistische Sprachkodizes in Kraft zu setzen und Abweichler unter den Einheimischen zum Schweigen zu bringen. Weil wir klar sehen, dass Moslems negative Bemerkungen über die Einheimischen schreiben dürfen, aber die Einheimischen keine negativen Bemerkungen über die islamische Kultur machen dürfen, bedeutet dies, dass die Einheimischen de facto Bürger zweiter Klasse in ihrem eigenen Land sind. Dies ist in Übereinstimmung mit dem Status, der gemäß der Scharia für sie vorgesehen ist, was bedeutet, dass die Behörden jetzt die Vollstrecker des Islamischen Rechts sind.

Manche Beobachter sagen, die politischen Eliten in Westeuropa seien “machtlos” gegenüber der Straßengewalt. Aber sie sind aggressiv bei der Unterdrückung von Kritik an fortgesetzter Masseneinwanderung, was ein Anzeichen dafür ist, dass sie nicht so sehr machtlos als vielmehr aktiv feindschaftlich gegenüber den Einheimischen sind.

scanpix
Brüssel, 11. September 2007

In Brüssel, Belgien, belästigen moslemische Banden die Einheimischen täglich. Es hat jüngst etliche Fälle gegeben, bei denen einheimische Mädchen von Einwanderern im Herzen der Hauptstadt der EU gruppenvergewaltigt worden sind, aber als die Einheimischen am 11. September 2007 gegen die Islamisierung ihres Kontinents protestieren wollten, wurde die Demonstration von dem sozialistischen Bürgermeister von Brüssel verboten, dessen regierende Partei schwer von Moslems unterwandert ist. Diejenigen, die dennoch versuchten, ihren friedlichem Protest auf die Straße zu bringen, wurden von der Polizei verhaftet.

euroclock
Euroclock

Dutzende von Jungen und Mädchen wurden in dem Utrechter Stadtviertel Overvecht systematisch von einer Gruppe älterer Jungen missbraucht, eingeschüchtert und misshandelt. Kinder im Alter von 8, 9 oder 10 Jahren wurden in Büsche gezogen und dazu gezwungen, sexuelle Akte an den einige Jahre älteren Jungen zu vollziehen. Die meisten der Kinder, die hierin verwickelt sind, sind marokkanischer Abstammung. Ein Mitglied des Stadtrates sagte, dass diese Probleme nicht angesprochen würden. “Dies geht nun seit fast einem Jahr so. Die Leute reden und reden und reden. Aber nichts wird getan”, sagte sie.

Im März 2007 randalierten einheimische Holländer aus Utrecht, um gegen die Belästigung durch moslemische Jugendliche und die Untätigkeit der Regierung zu protestieren. Die Behörden unterdrückten diese Randale sofort, indem das Gebiet weiträumig abgesperrt wurde und Überwachungskameras installiert wurden, um nichtmoslemische Holländer zu kontrollieren, aber sie haben praktisch gar nichts unternommen, um das zugrunde liegende Problem der Gewalt durch Einwandererbanden zu lösen. Der Fall ist bei weitem nicht einzigartig.

Solche Vorfälle zeigen, dass die Behörden im gesamten Westeuropa sich jetzt der Umsetzung der fortgesetzten Masseneinwanderung und dem Multikulturalismus gewidmet haben, ganz egal, was die Einheimischen davon halten. Wenn sie sich beschweren, werden sie zum Schweigen gebracht. Die Holländer haben mit einer deutlichen Mehrheit “Nein” gesagt zu der vorgesehenen EU-Verfassung, die ihr Land formell abgeschafft hätte, genau wie dies die irischen und die französischen Wähler getan haben, doch sie werden ganz schlicht ignoriert. Zur gleichen Zeit reagieren die EU-Eliten gehorsamst auf Aufforderungen aus islamischen Ländern, “Stereotypen und Vorurteile”, die auf den Islam abzielen, zu verbieten. Die europäischen politischen Eliten setzen die Tagesordnungen unserer Feinde um und ignorieren die Interessen ihrer eigenen Völker. Demzufolge sind sie Kollaborateure und Verräter und sollten entsprechend behandelt werden.

Die interessante Frage ist diese: Beschwichtigen die Eliten nur den Islam, was sie ganz gewiss tun, oder fördern sie ihn aktiv und instrumentalisieren sie ihn für ihre eigenen Belange? Wie der iranische Ex-Moslem Ali Sina es in seinem exzellenten Buch “Understanding Muhammad” ausdrückt: “Islam war ein Werkzeug der Unterdrückung. Nach Mohammed verwendeten andere seinen Kult zum gleichen Zweck.” Vielleicht geschieht dies auch in der EU?

agora
Die Agora

Ali Sina verwirft das mulitkulturelle Konzept, demnach alle Kulturen (außer der europäischen, die böse sei und ausgemerzt werden solle) erhaltenswert seien:

“Wenn irgendeine Kultur erhalten werden muss, dann ist es die westliche, hellenisch-christliche Kultur. Es ist diese Kultur, der die Auslöschung droht. Dieser Kultur allein verdanken wir die Aufklärung, die Renaissance und die Demokratie. Dies sind die Grundlagen unserer modernen Welt. Es wäre ein schrecklicher Fehler, diese Kultur nicht zu bewahren. Wenn wir nichts tun, sehen wir einer Zukunft entgegen, in der Demokratie und Toleranz verblassen und die primitiveren Instinkte des Islam die Menschheit unterjochen werden. Nicht alle Kulturen sind gleich geschaffen. [...] Der Islam ist keine Kultur. Er ist die Antithese der Kultur. Er ist Barbarei, Wildheit und Unzivilisiertheit. ‘Islamische Zivilisation’ ist ein Selbstwiderspruch, während ‘islamischer Terrorismus’ eine Tautologie ist. Wir schulden unsere Freiheit und die moderne Zivilisation der westlichen Kultur. Es ist diese Kultur, die jetzt angegriffen wird und Schutz braucht.”

Wie ich es in meinem Essay “Der Wohlfahrtsstaat ist tot; lang lebe der Wohlfahrtsstaat” ausgedrückt habe: Die Amerikaner sagen “Wir vertrauen auf Gott”. Ist der Wohlfahrtsstaat, auf einer sehr tiefen, unterbewussten Ebene, ein Ersatz für Gott? Ein allgegenwärtiger Staat anstelle eines allgegenwärtigen Gottes? Die Europäer haben den Glauben an Gott in Auschwitz und in den Schützengräben des Ersten Weltkrieges verloren. Wir vertrauen nicht länger auf Gott, also verlegen wir unser Vertrauen auf den Staat, um eine kleine Oase der Sicherheit auf einem Kontinent zu schaffen, der eine solch turbulente Geschichte hatte.

Das Motto ist “Sicherheit von der Wiege bis zur Bahre”. Doch gerade jetzt bietet der Wohlfahrtsstaat in großen Teilen Westeuropas klar weder finanzielle noch physische Sicherheit, erst recht nicht für die Einheimischen. Er bezahlt für noch mehr Wiegen moslemischer Einwanderer, während er manche der Einheimischen zu früh in ihr Grab führt. Steuern sind eine Form verschleierter Djiziyya, der Kopfsteuer, die die unterwürfigen Nichtmoslems unter moslemischer Herrschaft bezahlen müssen, von uns genommen und denen gegeben, die unsere Länder kolonisieren.

Der Wohlfahrtsstaat brütet Passivität und Gehorsam gegenüber der Agenda des Staates, weil so viele durch den Lebensunterhalt von ihm abhängen. Für Herrscher kann dies sehr nützlich sein. Der erklärte Zweck des Wohlfahrtsstaates ist es, die Armut abzumildern, aber wir sollten uns daran erinnern, dass eine mächtige Staatsbürokratie, die sich um alle Lebensbereiche kümmert, einen Großteil der Macht denen überlässt, die an der Spitze dieser Bürokratie stehen, die Menschen beherrscht, die durch Jahrzehnte staatlicher Indoktrination und Einmischung ins Privatleben pazifiziert und entmännlicht wurden. Ich vermute, dass einer der Gründe, weshalb sich die Europäer die machtvolle EU-Bürokratie gaben, die große Teile der europäischen Angelegenheiten regelt, ist, dass wir daran bereits auf nationaler Ebene angepasst wurden.

guncollection
Waffensammlung

Mein allgemeiner Rat an alle Westler ist, sich umgehend zu bewaffnen. zuallererst geistig mit Wissen über den Feind und Stolz auf die eigene Kultur und das eigene Erbe, aber auch physisch mit Schusswaffen und der Fähigkeit, diese zu gebrauchen. Friedrich Nietzsche sagte im neunzehnten Jahrhundert: “Gott ist tot.” Im frühen einundzwanzigsten Jahrhundert wäre es hübsch zu sagen: “Der Staat ist tot”, der Ersatzgott, auf den wir unser Vertrauen gerichtet hatten, nachdem der erste Gott gestorben war.

Jeden Tag bekommen wir mehr Beweise dafür, dass die staatlichen Behörden völlig unfähig sind, auch nur den Anschein von Sicherheit und Freiheit für ihre Bürger zu wahren. Das Einzige, dessen der Staat noch fähig zu sein scheint, ist, unsere Kinder mit Hass auf ihre eigene Zivilisation zu indoktrinieren und uns unser Geld wegzunehmen, so dass es denen gegeben werden kann, die unsere Länder kolonisieren und unsere Kinder, verbal und physisch, missbrauchen.

fredensborgexplosion1
Fredensborg

Meine Wette gilt noch, dass Großbritannien, oder vielleicht Dänemark, das erste westliche Land ist, das einem Bürgerkrieg aufgrund moslemischer Einwanderung ins Auge sieht, aber die Niederlande sind ebenfalls ein möglicher Kandidat dafür. Ich frage mich nur, ob die Holländer mental schon eine gebrochene Nation sind. Ihre politischen Eliten haben sich für die förmliche Kapitulation entschieden, werden die Scharia in Kraft setzen und jeden als “Extremisten” in Acht und Bann tun, der dagegen ist. Gebürtige Holländer müssen sich entweder wehren oder ihr Land verlassen und es aus der Ferne sterben sehen, wie es eine signifikante Zahl von ihnen schon getan haben.

Was in Westeuropa jetzt passiert, ist ein Lehrbuchfall einer Situation, in der der Gesellschaftsvertrag nicht länger aufrechterhalten wird. Die Einheimischen zahlen extrem hohe Steuersätze an Nationalstaaten, die ihre Grenzen nicht länger beschützen und sowohl unwillig als auch unfähig sind, ein nacktes Minimum an Recht und Ordnung aufrecht zu erhalten. Die Gesetze werden jedenfalls nicht mehr mit unseren Interessen im Sinn verabschiedet, sondern von passionierten Multikulturalisten und Globalisten, die besonders unseren Interessen feindlich gesinnt sind. Die Europäische Union ist geradezu die Definition einer Tyrannei.

Wie John Locke es in Second Treatise on Government (deutsch: Über die Regierung) sagt:

Der Grund, warum Menschen in die Gesellschaft eintreten, ist der Schutz ihres Eigentums, und der Zweck, weshalb sie eine Gesetzgebung wählen und autorisieren, ist, dass dort Gesetze gemacht und Regeln aufgestellt werden können, als Wächter und Zäune für alle Mitglieder der Gesellschaft, um der Macht und dem Machtbereich jedes Teils und jedes Mitglieds Grenzen aufzuerlegen und sie abzumildern. [...] Wann immer sich die Gesetzgebung müht, das Eigentum der Menschen wegzunehmen oder zu zerstören, oder sie zu Sklaven unter Willkürherrschaft zu degradieren, so versetzt sie sich in einen Kriegszustand mit dem Volk. [...] Durch diesen Vertrauensbruch verwirkt sie die Macht, die ihr das Volk für ganz andere Zwecke in die Hände gegeben hat, und die Macht gelangt zurück in die Hände der Menschen, die ein Recht haben, ihre ursprüngliche Freiheit wiederaufzunehmen und durch die Aufrichtung einer neuen Gesetzgebung (einer solchen, wie sie sie für passend halten) für ihre eigene Sicherheit zu sorgen, welche der Zweck ist, weshalb sie in der Gesellschaft sind.

jefferson
Thomas Jefferson

Thomas Jefferson schrieb:

“Ich halte einen kleinen Aufstand von Zeit zu Zeit für eine gute Sache und für genauso notwendig in der politischen Welt wie Stürme in der physischen.”

Er schrieb auch:

“Gesetze, die das Tragen von Waffen verbieten, [...], entwaffnen nur diejenigen, die weder geneigt noch bestimmt sind, Verbrechen zu begehen. [...] Solche Gesetze machen die Dinge schlechter für die Angegriffenen und leichter für die Angreifer; sie dienen eher zur Ermutigung denn zur Abschreckung vom Mord, denn einen unbewaffneten Mann kann man mit größerer Zuversicht angreifen als einen bewaffneten Mann.”

Wir würden gut daran tun, diese Worte wohl zu beherzigen.

Großbritannien: verhaftet wegen einer “rassistischen” Puppe

Veröffentlicht in The Brussels Journal, 21. September 2008

Übersetzung von Thatcher
 
Während das Scharia-Recht offizielle Anerkennung als Teil des britischen Rechtssystems gefunden hat und Moslems stolz von der Eroberung der westlichen Welt reden, ist eine britische Frau wegen einer vermutlich “rassistischen” Puppe verhaftet worden, die sie in ihrem Fenster aufgestellt hatte. In Al-Britannien kann ein moslemischer Mann staatliche Leistungen für Kinder von mehreren Ehefrauen beanspruchen und damit prahlen, das Land zu unterwerfen und seine bisherigen Einwohner auf den Status von Bürgern zweiter Klasse oder Schlimmerem zu reduzieren, aber man kann keine “rassisch unsensible” Puppe in seinem eigenen Haus haben, erst recht nicht, wenn man weiß ist.

Inzwischen schlägt eine einflussreiche Regierungsberaterin für “ethische” Fragen vor, dass es für Leute, die an Altersdemenz leiden, eine “Verpflichtung zum Sterben” geben solle, weil sie eine finanzielle Last für den Staat seien. Man erinnere sich, dass dies ein Land ist, in dem Abdullah aus Pakistan staatliche Leistungen für alle seine vierzehn Kinder beanspruchen kann, die er mit vier Frauen hat. Ältere Briten müssen sterben, mit oder ohne “Anregung”, so dass der Staat es sich leisten kann, für all die Nigerianer und Bangladeshis zu bezahlen, die das Land überfluten. Der “Wohlfahrtsstaat” bedeutet heute nichts weiter, als dass die Einheimischen extrem hohe Steuersätze bezahlen sollen, damit ihre eigene ethnische Ersetzung und eventuelle Ausrottung finanziert wird. Das nennt sich dann “Toleranz und Verschiedenheit”.

Diese Vorfälle scheinen unzusammenhängend, doch sie sind es nicht. Lassen Sie sich nicht täuschen: Das Belästigen der Einheimischen, um sie mental zu zersetzen und jede Idee zu zerstören, die sie um der Verteidigung ihres Landes gegen fremde Kolonisierung willen hegen, ist eine mit Absicht verfolgte Strategie auf Seiten der Behörden und der herrschenden multikulturalistischen Oligarchie, ob man diese nun mit der Labour Party oder mit der Europäischen Union identifiziert (beides wäre korrekt). Natürlich spielt sich dies in der gesamten westlichen Welt ab, nicht nur in Großbritannien, doch Großbritannien ist erwiesenermaßen das schlimmste Beispiel von allen. Verhaftungen wegen “rassistischer” Puppen sind mir nicht einmal aus Schweden, Belgien oder al-Kanada bekannt, und diese Länder sind allesamt Fälle von selbstmörderischem Multikulturalismus. Großbritannien ist im Jahr 2008 nach Christus nicht mehr das Land, das uns allen Shakespeare oder Newton gab; es ist das weltgrößte Freiluftgefängnis; ein vergrößertes marxistisches Umerziehungslager; eine Horrorgeschichte, in der die Behörden einen kulturellen und demographischen Krieg gegen das einheimische Volk führen. Die einzige gute Nachricht ist, dass mir auffällt, dass gebürtige Briten Tag für Tag böser werden und nicht lautlos in die Dunkelheit abtreten werden.

Januar 12, 2009

Europas Niedergang – Hurra, wir kapitulieren!

Veröffentlicht in The Brussels Journal, 17. September 2008,

Übersetzung von Thatcher

Diese Geschichte ist äußerst ernst gemeint. Die Europäische Union ist jetzt an dem Punkt angelangt, das zu tun, worauf sich erfahrene Bürokraten schon vor Jahren in Treffen mit islamischen Nationen geeinigt haben, wie es Bat Ye’Or in ihrem Buch über Eurabien dokumentiert hat: Scharia-Recht in europäischen Ländern offiziell anerkennen.

Ein Zitat aus dem Blog “Gates of Vienna”, 16. September 2008:

Moslems, die in den Ländern der EU leben, werden in Zukunft in der Lage sein, sich nach schariatischem Recht scheiden zu lassen. Das glaubt die EU-Kommission, die empfiehlt, dass ein Ehepaar wählen können sollte, dem Recht welchen Landes sie im Fall der Scheidung folgen wollen — solange sie irgendeine Art von Verbindung zu dem Land haben, für das sie sich entscheiden. Aufgrund dänischer Opt-out-Vorkehrungen wird diese EU-Regelung sich nicht direkt auf Dänemark auswirken. Doch der Sprecher der dänische Volkspartei, Morten Messerschmidt, ist immer noch sehr besorgt wegen dieses Vorhabens: “Es ist eine komplett schwachsinnige Idee, dass die Kommission die Möglichkeit gewährt, unmenschliches Scharia-Recht in der EU anzuwenden”, sagte er MetroXpress.

Ein Zitat von Serge Trifkovic aus dem Chronicles Magazine-Blog, 16. September 2008:

Britische Zeitungen berichten, dass Scharia-Recht offiziell in Großbritannien in Kraft gesetzt worden ist, indem Scharia-Gerichten die Macht gegeben wurde, Fälle nach moslemischem Zivilrecht zu regeln, bemerkenswerterweise auch bei Fällen, wo es um das Schlagen von Ehefrauen geht. Gordon Browns Labour-Regierung “hat in aller Stille die Machtübertragung an Scharia-Richter abgesegnet, so dass sie Fälle von Scheidung und Finanzstreitigkeiten bis hin zu häuslicher Gewaltanwendung entscheiden dürfen.” Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass islamische Entscheidungen ab jetzt mit der vollen Macht des Justizsystems, durch die County Courts oder den High Court, vollstreckbar werden. [...]

Entgegen dem christlichen Konzepts von Legitimität der Regierung (Röm 13,1) verurteilt der Islam die Akzeptanz jeder anderen Form des Rechts (als der Scharia, A.d.Ü.) als Rebellion gegen Allahs Oberhoheit (Koran 5;50). Moslems glauben, dass die Scharia als Richtschnur für die Gültigkeit jeglichen positiven Rechts verwendet werden solle. Christus anerkannte die Herrschaft der menschlichen Regierung als legitim, als er sagte: “Gebt daher dem Kaiser, was des Kaisers, und Gott, was Gottes ist” (Matthäus 22;21). Im Islam gibt es dagegen keine solche Unterscheidung zwischen Weltlichem und Göttlichem. Die Scharia ist mitnichten ein “religiöses Gesetz”, sondern eine Vermischung von politischer Theorie und Strafrecht, das die Bestrafung von Übertretern durch das Schwert des Staates vorsieht. Um legitim zu sein, muss alle politische und gesetzgeberische Macht bei denen liegen, die Allahs Autorität und seinem offenbarten Willen gehorchen, der durch seinen Propheten herabgesandt wurde (Koran 5;59). Die Scharia soll auf die ganze Menschheit angewendet werden, so wie der Koran für die ganze Schöpfung gilt. Alles Recht, das damit nicht vereinbar ist, ist null und nichtig, und zwar nicht nur für Moslems, sondern für die gesamte Menschheit. Juden, Christen und Heiden sind ebenfalls der Scharia unterworfen, und vom Standpunkt Mohammeds her können sie sich nicht auf die Urteile und moralischen Prinzipien vorheriger Offenbarungen berufen (Koran 4;60). Der Rückgriff auf jede andere Autorität ist nicht nur ungerechtfertigt, sondern satanisch. Die Nichtmoslems sind in allen Angelegenheiten nach den Gesetzen des Islam zu richten, “ob ihnen das gefällt oder nicht, ob sie zu uns kommen oder nicht”. Die Scharia steht über der Vernunft, über dem Gewissen, über der Natur. Ihr fehlender Anspruch an moralische Grundlagen ist ausdrücklich festgeschrieben: es gibt keinen “Geist des Gesetzes” im Islam, keine Würdigung der Konsequenzen von Taten. Weder die Offenbarung noch die Tradition dürfen in Frage gestellt werden, geschweige denn dürfe irgendein anderer juridischer Standard angewendet werden — auf keinen Fall dürfe man sich auf ein “Naturrecht” berufen, das der Mensch als solcher inhärent besäße. (Koran 5;45)

Januar 6, 2009

Vierzehn Jahrhunderte Krieg gegen die europäische Zivilisation

Veröffentlicht am 30.September 2008 in Gates of Vienna,

übersetzt von Before Dawn

Das folgende Essay ist ein Zusammenschnitt einiger früherer Online-Essays, unter anderen Who Are We, Who Are Our Enemies – The Cost of Historical Amnesia; Why We Should Oppose an Independent Kosovo; Refuting God´s Crucible und The Truth About Islam in Europe.

 

“Der Djihad, der islamische sogenannte Heilige Krieg, ist mehr als 1300 Jahre lang in Europa, Asien, Afrika und im Nahen und Mittleren Osten Realität gewesen, aber dieses ist die erste Geschichte der Kriege der Muslime in Europa, die veröffentlicht wird. Hunderte von Büchern jedoch sind erschienen über das Gegenstück auf der christlichen Seite, die Kreuzzüge, mit denen der Djihad oft verglichen wird, obwohl sie weniger als zweihundert Jahre dauerten und nicht wie dieser universell geführt wurden, sondern im wesentlichen auf das Heilige Land beschränkt waren. Hinzu kommt, dass die Kreuzzüge seit 700 Jahren vorbei sind, während der Djihad immer noch andauert. Er ist das am wenigsten beachtete und beschriebene historische Großereignis, ja er ist weitgehend ignoriert worden. So räumt zum Beispiel die Encyclopedia Britannica den Kreuzzügen achtzig mal so viel Platz ein als dem Djihad.”

Dieses Zitat stammt aus dem Buch von Paul Fregosi Jihad in the West (1998). Fregosi musste damals feststellen, dass es schwierig war, einen Verleger für sein Buch über die Geschichte des islamischen Heiligen Krieges in Europa vom 7. bis zum 20. Jh. zu finden, da der Fall Salman Rushdie noch in frischer Erinnerung war.

The Legacy of Jihad by Andrew BostomEinige Jahre später erschien The Legacy of Jihad von Andrew G. Bostom, das wohl bislang umfassendste und gelehrteste Buch zu diesem Thema. Er hat auch einen Aufsatz über, wie er es nennt, “Amerikas ersten Krieg gegen den Terrorgeschrieben. Thomas Jefferson und John Adams, damals Amerikas Botschafter in Frankreich bzw. Großbritannien, trafen sich 1786 in London mit dem tripolitanischen Botschafter in Großbritannien Sidi Haji Abdul Rahman Adja. Diese späteren amerikanischen Präsidenten versuchten einen Friedensvertrag zu verhandeln, der den Vereinigten Staaten die Verheerungen der djihadistischen Piraterie ersparen sollten – die Versklavung und den Tod, die von den so genannten Barbareskenstaaten ausgingen, die den heutigen Ländern Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen entsprechen.

Barbary PiratesBostom stellt fest, dass “ein aggressiver Djihad schon 200 Jahre, bevor sie die bestimmende internationale Macht im Nahen Osten wurden, gegen die Vereinigten Staaten geführt wurde.” Israel hat nichts damit zu tun. Die djihadistische Piraterie der Barbaresken hatte schon mit der frühen arabisch-islamischen Expansion im 7. und 8. Jahrhundert begonnen. Francisco Gabrieli stellt fest:

“Entsprechend dem gegenwärtigen Verständnis der internationalen Beziehungen sind die damaligen Geschehnisse als Piraterie zu bezeichnen, aber sie entsprechen auch gänzlich dem Konzept des Djihad als einer religiösen Pflicht. Die Eroberung Kretas im Osten sowie auch ein beträchtlicher Teil der Kriegführung der Korsaren entlang der Küsten Italiens und der Provence gehören zu den augenfälligsten Merkmalen solcher ´nicht-staatlichen Unternehmungen´, die zu der Dominanz der Araber im Mittelmeer beitrugen.”

Eine prototypische Razzia der muslimischen Seestreitkräfte ereignete sich im Jahre 846, als eine Flotte arabischer Djihadisten an der Mündung des Tibers erschien, bis nach Rom vordrang, die Stadt einnahm und aus der Peterskirche alles Gold und Silber wegschleppte, das sich dort befand. Dass der Vatikan mit einer Mauer umgeben und so zu einer “Stadt innerhalb der Stadt” wurde, war die Reaktion auf die beständige Drohung durch die islamischen Kriegszüge.

Bostom schreibt, dass “bis zum Juni/Juli 1815 die unter kompetenter Führung stehenden amerikanischen Seestreitkräfte ihren Kriegsgegnern von der Babareskenküste in einer raschen Folge eine Reihe von vernichtenden Niederlagen beigebracht hatten. Dieser Erfolg inspirierte dann die Mächte der Alten Welt, sich gegen die Piraten zu erheben.

Heute scheinen einige Araber, wenn sie die Tributzahlungen der Jizya vom Westen fordern, sich nach den guten alten Tagen zurückzusehnen. Der Führer Libyens und Förderer des Terrorismus Muammar al-Gaddhafi hat bekannt gegeben, dass die europäischen Nationen 10 Milliarden Euro pro Jahr an Afrika zahlen sollen, als Unterstützung bei dem Versuch, die Migranten zu stoppen, die auf der Suche nach einem besseren Leben nordwärts nach Europa fluten. Er fügte kurz und bündig hinzu: “Die Erde gehört allen. Warum sie [die jungen Afrikaner] nach Europa auswandern – dies sollte von den Europäern beantwortet werden.” Abgesehen davon, dass dies ein klares Beispiel dafür ist, wie die Migration, oder richtiger, das Abladen überschüssiger Bevölkerung, im 21. Jahrhundert ein Werkzeug der Erpressung geworden ist, bedeutet dies eine Wiederkehr des Zeitalters, in dem Tripolis Tributzahlungen von Europa fordern konnte.

Robert C. Davies, Professor für Geschichte an der staatlichen Universität von Ohio, hat eine neue wissenschaftliche Zählmethode in seinem Buch Christian Slaves, Muslim Masters entwickelt, die annehmen lässt, dass möglicherweise 1,25 Millionen europäische Christen von den muslimischen Barbaresken in die Sklaverei verschleppt worden sind, und dies lediglich in der Zeitspanne von 1530 bis 1780 – eine Anzahl, die vorherige Schätzungen weit übersteigt. Er sagt:

Christian Slaves, Muslim Masters“Versklavt zu werden war eine sehr reale Gefahr für jeden, der das Gebiet des Mittelmeeres bereiste oder der an den Küsten Italiens, Frankreichs, Spaniens oder Portugals oder, weit im Norden, Englands oder Islands lebte. Ein großer Teil der Literatur zu diesem Thema vermittelt den Eindruck, dass die Zahl der Sklaven nicht sehr groß war, und spielt die Wirkung der Sklaverei auf Europa herunter. In den meisten Berichten wird die Sklaverei nur an einem bestimmten Ort oder nur während eines kurzen Zeitabschnitts betrachtet. Aber wenn man eine geographisch und zeitlich breitere Perspektive einnimmt, dann werden der enorme Umfang dieser Sklaverei und die Stärke ihrer Wirkung klar.”

Korsaren aus nordafrikanischen Städten – Tunis, Algier etc. – griffen Schiffe im Mittelmeer und im Atlantik an, aber auch Küstenorte, um Männer, Frauen und Kinder gefangen zu nehmen. Die Wirkung war gewaltig – Frankreich, England und Spanien verloren jeweils Tausende von Schiffen, und die spanischen und italienischen Küsten waren auf weiten Strecken fast völlig von ihren Bewohnern verlassen.

Auf ihrem Höhepunkt übertrafen die Zerstörung und Entvölkerung einiger Gebiete wahrscheinlich das, was die europäischen Sklavenhändler später im Inneren Afrikas anrichteten. Das Leben der europäischen Sklaven war oft nicht besser als das der Opfer des transatlantischen Sklavenhandels, der zu dem in Afrika schon bestehenden islamischen noch hinzukam. “Was die täglichen Lebensbedingungen angeht, hatten die Sklaven des Mittelmeerbereichs es sicherlich nicht besser”, schreibt Davies. Während die afrikanischen Sklaven auf den Zucker- und Baumwollplantagen Mittel- und Nordamerikas bis zur Erschöpfung arbeiten mussten, war die Arbeit der europäischen Sklaven oft genau so hart und forderte genau so viele Opfer, in Steinbrüchen, bei großen Bauprojekten und vor allem beim Rudern der Galeeren der Korsaren.

Während des größten Teils des 17. Jahrhunderts verloren allein die Engländer jedes Jahr mehr als 400 Seeleute an die Sklavenjäger. Ein amerikanischer Sklave berichtete, dass allein zwischen 1785 und 1793 im Mittelmeer und im Atlantik 130 amerikanische Seeleute von den Algeriern versklavt wurden (was zu der späteren militärischen Reaktion der Amerikaner führte). In seinem Buch White Gold beschreibt Giles Milton, wie reguläre Djihad-Razzien in Europa bis nach Island ausgedehnt wurden. Sogar während der Regierungszeit Elisabeths I., in der Shakespeare seine Theaterstücke und Gedichte schrieb, liefen junge Engländer Gefahr, in ihren Dörfern an der Küste von muslimischen Piraten überrascht oder beim Fischfang auf See entführt zu werden: “Am Ende des schrecklichen Sommers 1625 berechnete der Bürgermeister von Plymouth, dass etwa 1000 Fischerboote zerstört und eine ähnliche Zahl von Bewohnern der Dörfer in die Sklaverei verschleppt worden waren.” Solches ereignete sich in weiten Teilen Europas, so zum Beispiel auch in Wales und Südirland:

“Im Jahr 1631 segelten 200 islamische Soldaten zum Dorf Baltimore, stürmten mit gezogenen Schwertern an Land, zur völligen Überraschung der Dorfbewohner. [Sie] entführten insgesamt 237 Männer, Frauen und Kinder und nahmen sie mit nach Algier…. Der französische Geistliche Pierre Dan hielt sich zu der Zeit in der Stadt [Algier] auf…. Er wurde Zeuge des Verkaufs der Gefangenen bei der Sklavenauktion. ´Es war ein Mitleid erregender Anblick, sie auf dem Marktplatz ausgestellt zu sehen…. Frauen wurden von ihren Männern getrennt und Kinder von ihren Vätern…, auf der einen Seite wurde ein Ehemann verkauft, auf der anderen seine Frau, und ihre Tochter wurde aus ihren Armen gerissen ohne die Hoffnung, dass sie sich je wiedersehen würden`.”

Der Engländer Thomas Pellow wurde 23 Jahre lang in marokkanischer Sklaverei gehalten, nachdem er 1716 als Kajütenjunge auf einem kleinen englischen Schiff von Piraten von der Barbareskenküste gefangen genommen wurde. Er wurde so lange gefoltert, bis er zum Islam übertrat. Wochenlang wurde er geschlagen und ausgehungert, und er gab endlich nach, nachdem sein Folterer dazu übergegangen war, “sein Fleisch von den Knochen zu brennen, was dieser Tyrann, unter vielen Wiederholungen, aufs Grausamste durchführte”.

God´s Crucible: Islam and the Making of Europe, 570-1215 wurde von David Levering Lewis, dem amerikanischen Historiker und zweimaligen Gewinner des angesehenen Pulitzer-Preises, geschrieben. Er stellt fest, dass Muslime nur Ungläubige, nicht aber ihre Glaubensbrüder versklavt haben. Warum sollte das aber weniger schlimm sein?

Wie Robert Spencer in seinem Buch Religion of Peace schreibt:

Der Koran sagt, dass die Anhänger des Propheten ´hart gegen die Ungläubigen sind, doch barmherzig zueinander´ (48:29), und dass die Ungläubigen ´die Schlechtesten der Geschöpfe´ sind (98:6). Es steht jedem frei, die Goldene Regel auf einen muslimischen Glaubensbruder anwenden, aber nach den Gesetzen des Islams darf dieselbe Achtung nicht den Ungläubigen entgegengebracht werden. Das ist der eine prinzipielle Grund, weshalb für die islamische Welt die hauptsächliche Ressource an Sklaven die Nicht-Muslime sind, egal ob Juden, Christen, Hindus oder Heiden. Die meisten Sklaven waren im Djihad gefangene Nicht-Muslime.”

Während der gesamten islamischen Geschichte wurde die Sklaverei als selbstverständliche Institution angesehen. Dass sie schließlich abgeschafft wurde, ist auf Druck aus dem Westen zurückzuführen, insbesondere auf Bemühungen des britischen Empires. Wiederum Spencer:

“Es gab auch keine muslimische Bewegung, die die Abschaffung forderte, es gab keinen Clarkson, keinen Wilberforce oder Garrison. Als der Sklavenhandel endete, wurde er nicht durch Bemühungen von Muslimen beendet, sondern durch militärischen Einsatz der Briten. Dennoch gibt es Belege dafür, dass unter der Oberfläche die Sklaverei in einigen muslimischen Ländern weitergeht – besonders in Saudi-Arabien, das die Sklaverei erst 1962 abgeschafft hat, im Jemen und in Oman, die die legale Sklaverei 1970 beendet haben, und im Niger, wo die Sklaverei bis 2004 legal war. Im Niger wird das Verbot weitgehend ignoriert, und etwa eine Million Menschen leben in persönlicher Unfreiheit. Sklaven werden als Kinder herangezogen, sie werden vergewaltigt und ganz allgemein wie Tiere gehalten. Es gibt sogar Fälle von Sklaverei unter Muslimen in den USA. Ein Saudi namens Homaidan al-Turki wurde im September 2006 zu 27 Jahren Gefängnis verurteilt, weil er eine Frau in seinem Haus in Colorado als Sklavin gehalten hatte. Zu seiner Verteidigung brachte al-Turki vor, er sei das Opfer anti-muslimischer Vorurteile.”

Sklaverei als Teil des Djihad war in Afrika und in vielen Gebieten Asiens weit verbreitet. Der indische Historiker K. S. Lal stellt fest, dass, wo immer die Djihadisten ein Territorium eroberten, “sie ein spezifisches System der Sklaverei entwickelten, das dem jeweiligen Klima, dem Terrain und der Bevölkerung entsprach”. Als die muslimischen Armeen nach Indien eindrangen, “machte man die Menschen in großer Zahl zu Sklaven, um sie dann entweder in andere Länder zu verkaufen oder um sie im Lande selbst in verschiedenen mehr oder weniger untergeordneten Tätigkeiten zu beschäftigen”.

Hingegen beklagt, zusammenfassend gesagt, God´s Crucible die Tatsache, dass Karl Martell, “der Hammer”, den vorrückenden islamischen Djihad in der Schlacht von Tours bzw. Poitiers im Jahr 732 zum Halten gebracht hat:

“Hätten Abd al-Rahmans Männer an jenem Oktobertage die Oberhand behalten, wäre wahrscheinlich der nach-römische Okzident einem kosmopolitischen muslimischen regnum eingegliedert worden, das nicht durch Grenzen behindert – so lässt sich mutmaßen -, das frei von einer Priesterkaste von dem Dogma der Gleichheit der Gläubigen beseelt gewesen wäre und allen Glaubensrichtungen Respekt erwiesen hätte. Seltsamerweise ist diese Spekulation französischen Ursprungs. Vor vierzig Jahren haben zwei Historiker, Jean-Henri Roy und Jean Deviosse die Segnungen eines muslimischen Triumphes bei Poitiers aufgezählt: Astronomie, Trigonometrie, die arabischen Ziffern, der Korpus der griechischen Philosophie. Nach ihren Berechnungen, ´hätten wir [die Europäer] 267 Jahre gewonnen. Uns wären vielleicht die Religionskriege erspart geblieben.´ Um die Logik dieser beunruhigenden Analyse auf den Punkt zu bringen: der Sieg von Karl dem Hammer, so muss man es sehen, hat sehr zur Schaffung eines wirtschaftlich rückständigen, balkanisierten, in Brüderkriege verstrickten Europas beigetragen, das in seiner Selbstdefinition als Opponent des Islams religiöse Verfolgung, kulturelle Zerstückelung und erbliche Aristokratie zu Vorzügen erklärte.”

David Levering Lewis verhehlt seine Sympathie mit dieser Sichtweise nicht: er schreibt, dass die karolingische Ordnung, von Karl (lat. Carolus) Martell und seinem Enkel Karl dem Großen errichtet, von “religiöser Intoleranz, intellektueller Verarmung, sozialer Verkalkung und ökonomischer Primitivität” gekennzeichnet gewesen sei. Seltsamerweise erwähnt er flüchtig, dass es eine “anhaltende Auswanderung aus al-Andalus in die christlichen Königreiche” gegeben habe. Warum sind sie in die christlichen Länder gegangen, deren Wirtschaft kaum “besser als spät-steinzeitlich” gewesen sei, wenn das Leben in al-Andalus doch so angenehm war? Lewis macht die Feststellung: “Am Ende des 8. Jahrhunderts war Europa militärisch stark genug, um sich gegen den Islam zu verteidigen, was zum Teil auf Karl den Großen und seine Vorgänger zurückzuführen ist. Die Frage war, ob es ihm politisch, ökonomisch und kulturell zum Vorteil gereicht hat, dass es dazu in der Lage war.”

EuroMed mapGod´s Crucible erscheint zu einer Zeit, in der Spanien und Portugal unter islamischer Okkupation als Modell für die Koexistenz mit dem Islam gefeiert werden. Die Europäische Union hat vor kurzem bekannt gegeben, dass sie beabsichtige, ihr Gebiet um Nordafrika und den muslimischen Mittleren Osten zu erweitern. In einer konzertierten Aktion wird versucht, den Islam als etwas zu präsentieren, das für uns keineswegs bedrohlich, ja sogar als etwas, das uns wohlgesonnen ist. Im Mai 2008 pries Europas größtes Wochenmagazin Der Spiegel al-Andalus als ein “multikulturelles Modell” für Europa: “Fast 800 Jahre lang haben die Einwohner von al-Andalus, wie die arabischen Dynastien ihr Reich auf der iberischen Halbinsel nannten, den Juden, Christen und Muslimen erlaubt, im Geist des gegenseitigen Respekts zu koexistieren – eine Situation, die allen zugute kam.” Dass Richard Fletcher in seinem Buch Moorish Spain feststellt, dass “das maurische Spanien keineswegs eine tolerante und aufgeklärte Gesellschaft war – auch nicht in der Epoche seiner höchsten kulturellen Entwicklung –”, spielt für ihn keine Rolle.

Die Europäische Union, der Europarat und zahlreiche islamische Organisationen arbeiten hart daran, europäische Schulbücher zugunsten des Islams umzuschreiben. Der Deutsche Hans-Gert Pöttering (CDU) hat im Europäischen Parlament gesagt, Schulbücher sollten auf intolerante Darstellungen des Islams hin durchgesehen werden, um sicherzustellen, dass keine “Vorurteile” verbreitet werden. Er schlug vor, die EU solle mit der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) zusammenarbeiten, um ein Komitee zur Revision von Schulbüchern zu gründen. Das OIC wünscht die weltweite Umarbeitung von Schulbüchern mit dem Ziel, jede Kritik am Islam zu entfernen, die Erwähnung der Opfer von 1400 Jahren islamischen Djihads zu tilgen und die Errungenschaften der “islamischen Zivilisation” zu verherrlichen.

Robert Spencer schreibt in Religion of Peace?: Why Christianity Is and Islam Isn´t: Die Apologetin des Islam Karen Armstrong formuliert die vorherrschende Weisheit klar und deutlich, wenn sie sagt, dass “es bis 1492 im muslimischen Spanien ein friedliches und fruchtbares Zusammenleben von Juden und Christen gab – eine Koexistenz, die anderswo in Europa unmöglich war”. Sogar das U.S. State Department hat verkündet, dass “während der islamischen Epoche in Spanien Juden, Christen und Muslime in Frieden und gegenseitigem Respekt miteinander gelebt und so eine vielfältige Gesellschaft geschaffen haben, in der ein lebhafter Ideenaustausch stattfand”.

Wer sich mit dieser Ansicht nicht zufrieden geben möchte, kann mit der Lektüre des Online-Essays Andalusian Myth, Eurabian Reality von Bat Ye´or und Andrew G. Bostom beginnen:

“Nur selten gab es Perioden des Friedens im Emirat von Cordoba (756-912), ebenso in der Zeit danach. Al-Andalus war das Musterbeispiel für ein Land des Djihad. Einmal im Jahr, manchmal auch zweimal, wurden die christlichen Königreiche im Norden Spaniens, das Baskenland, das Rhonetal in Frankreich von Plünderkommandos heimgesucht, die mit Sklaven und sonstiger Beute zurückkehren sollten. Andalusische Korsaren drangen mit Waffengewalt in die Küstengegenden Siziliens und des italienischen Festlandes, ja sogar in die ägäische Inselwelt, ein und machten Beute und legten Feuer, wohin sie kamen. Tausende wurden in die Sklaverei nach Andalusien deportiert, wo der Kalif sich eine Miliz von Zehntausenden christlicher Sklaven aus allen Teilen Europas hielt, sowie einen Harem von gefangenen Christinnen.”

David Levering Lewis erwähnt “eine kleine Gruppe fanatischer andalusischer Christen, sowohl Priester wie Laien, die sich in sinnlosen religiösen Provokationen engagierten, indem sie öffentlich Moscheen, den Koran und den Namen des Propheten entweihten”. Angesichts dessen hatte der Kadi (islamischer Richter) von Cordoba – der Ärmste! –keine andere Wahl als dreizehn Christen mit dem Tode zu bestrafen, “ein Urteil, das der Herrscher Mohammed I. bestätigte (851/852), denn unter der malikitischen Sharia war Milde für diese Christen ausgeschlossen oder galt wenigstens als politisch unklug”.

Unglücklicherweise stellten diese militanten Christen, wie Lewis sie nennt, sich taub gegenüber den Ermahnungen, in geziemender Weise sich den Muslimen zu unterwerfen, und so ergingen weitere Todesurteile:

“Etwa zwanzig mozarabische Märtyrer wurden im Jahr 853 oder 854 hingerichtet, und später noch ein weiteres Dutzend. Eine zweite Welle von christlicher Blasphemie im Jahr 859 führte zur Exekution von dreizehn weiteren, zusammen mit zwei Töchtern einer vornehmen muslimischen Familie aus dem weit entfernten Huesca, die trotzig ihre Konversion zum christlichen Glauben offenbart hatten.”

Lewis glaubt:

“Eine Meinungsumfrage bei Andalusiern aller Glaubensrichtungen hätte die überwältigende Missbilligung dieser mozarabischen Märtyrer gezeigt. Diese christlichen Extremisten stellen eine Verirrung dar, nicht weil sie sich damit außerhalb des Geistes ihrer Epoche stellten, sondern weil sie dem Ablauf der Epochen vorgegriffen haben – nämlich um die drei Jahrhunderte bis zu den Jahrzehnten nach der Schlacht von Clavijo, die von intensivem kulturellen Nationalismus und religiöser Intoleranz beherrscht waren.”

Afonso IIIDie von ihm erwähnte “religiöse Intoleranz” ist nicht der Heilige Krieg gegen die Christen und Juden in Spanien und Portugal; es ist die Reconquista, die christliche Wiedereroberung der iberischen Halbinsel. Für gewöhnlich datiert man ihren Beginn mit Pelayo [dem Gründer des ersten neuen christlichen Reiches, Asturien; Anm. d. Übersetzer] im Jahr 718. Am Anfang kam sie nur langsam voran, gewann aber an Fahrt im elften Jahrhundert. Die Portugiesen waren 1249 unter König Afonso III. befreit worden. Das Konzept eines “Heiligen Krieges” war ursprünglich dem Christentum fremd und kam erst durch die Jahrhunderte lange Konfrontation mit dem islamischen Djihad nach Europa.

Lewis selbst stellt (in korrekter Weise) fest, dass Menschen während “dieses goldenen Zeitalters der Toleranz” wegen ihrer Kritik am Islam hingerichtet wurden. Ist es nicht beunruhigend, das zu lesen, wenn man bedenkt, dass unsere Regierungen und die Medien wollen, dass al-Andalus jetzt als das Muster für unsere Koexistenz mit dem Islam dient? Gegen den Islam und gegen Mohammed gerichtete “Blasphemie” wird nach dem Gesetz der Sharia mit dem Tode bestraft, weshalb ja auch der niederländische Filmemacher Theo van Gogh 2004 in Amsterdam von einem Moslem ermordet wurde.

Sogar für jene Nicht-Muslime, die die islamische Ordnung akzeptieren, ist das Leben hart, angesichts der schwerwiegenden wirtschaftlichen Nachteile und mit dem Wissen um die beständige Gewaltdrohung. Die Wissenschaftlerin Bat Ye´or ist eine Expertin für das “Dhimmitum” (arab. dhimma), das System der Unterdrückung von Nicht-Muslimen unter islamischer Herrschaft, wie sie es in ihrem Buch Islam and Dhimmitude beschreibt. Sie schreibt folgendes über das System der Sklaverei im Djihad:

“Als Amr im Jahr 643 Tripolis (Libyen) eroberte, zwang er die jüdischen und christlichen Berber, als Teil der zu leistenden “Jizya” ihre Frauen und Kinder als Sklaven der arabischen Armee zu übergeben. Von 652 bis zu seiner Eroberung 1276 wurde Nubien gezwungen, jedes Jahr ein Kontingent an Sklaven nach Kairo zu senden. Verträge mit den Städten Transoxaniens (Zentralasien jenseits des Amu Darja), mit Sidschistan (Ostiran), Armenien und dem Fessan (Südlibyen) unter den Omajjaden und den Abbasiden forderten die jährliche Entsendung von Sklaven beiderlei Geschlechts. Die hauptsächliche Quelle jedoch für den Nachschub an Sklaven blieben die Überfälle auf Dörfer im Bereich des Dar-al-Harb (”Gebiet des Krieges” = noch nicht islamische Gebiete) und regelrechte Kriegszüge, die tiefer in die Länder der Ungläubigen eindrangen und dort Städte und ganze Provinzen menschenleer zurückließen.”

Hierzu Robert Spencer:

“Obwohl die Gesetze des ´Dhimmitums´ (des Status der Unterordnung der Juden und Christen) mit unterschiedlicher Härte durchgesetzt wurden, kam es aber nie zu ihrer Aufhebung, und in Zeiten relativer Milde lebten die unterworfenen Bevölkerungen immer in der Furcht vor einer erneuten Strenge ihrer Anwendung. Die muslimischen Herrscher vergaßen nie, dass der Koran verlangt, dass sowohl die Juden als auch die Christen ´in dem Gefühl des Unterdrücktseins´ leben müssen. Ein bemerkenswertes Beispiel wird von dem Historiker Philip Hitti berichtet: ´Der Kalif al-Mutawakkil ordnete in den Jahren 850 und 854 an, dass Christen und Juden hölzerne Teufelsfiguren an ihren Häusern anzubringen, ihre Grabstätten einzuebnen, gelbe Oberbekleidung zu tragen, an die Kleidung ihrer Diener zwei gelbe Flicken anzubringen hätten … und ausschließlich Maultiere und Esel auf Holzsätteln reiten dürften, die mit zwei granatapfelgroßen Kugeln am Sattelkranz zu kennzeichnen wären´.”

Ein tunesischer Jude bemerkte im Jahre 1888:

Dem Juden ist es in diesem Land verboten, die gleiche Kleidung zu tragen wie ein Moslem, auch soll er keinen roten Tarbusch tragen. In der Öffentlichkeit kann man sehen, wie er sich tief vor einem muslimischen Kind verbeugt und ihm das traditionelle Vorrecht zugesteht, sich von ihm ins Gesicht schlagen zu lassen, eine Geste, die sehr ernste Folgen haben kann. Tatsächlich hat der Schreiber dieser Zeilen solche Schläge empfangen. Der Täter wird hierfür nicht bestraft, denn dies ist seit unvordenklichen Zeiten so üblich gewesen.”

Maimonides, der berühmte jüdische Philosoph und Arzt des Mittelalters, der aus dem islamisch beherrschten Spanien wegen des zunehmend aggressiver werdenden Djihads fliehen musste, schrieb:

“Die Araber haben uns hart unterdrückt und schreckliche und diskriminierende Gesetze gegen uns erlassen. … Nie zuvor hat ein Volk uns so geplagt, entwürdigt, erniedrigt und gehasst wie sie.” Juden war es möglich, das jüdische Gesetz den Christen zu lehren, aber die Muslime deuten, was ihnen gelehrt wird “nach ihren irregeleiteten Prinzipien und sie unterdrücken uns deswegen. Aus diesem Grund … hassen sie alle [Nicht-Muslime], die unter ihnen leben. Christen aber gestehen zu, dass der Text der Tora, so wie wir ihn haben, nicht zu beanstanden ist.”

Wie verhält es sich mit Wissenschaft und Gelehrsamkeit? Der Wissenschaftler Toby E. Huff, Autor des Buches The Rise of Early Modern Science: Islam, China and the West warnt, dass, wenn der Islam Europa übernommen hätte, spätere westliche wissenschaftliche Errungenschaften unmöglich gewesen wären:

“Wenn Spanien auch noch bis in spätere Jahrhunderte ein islamisches Land geblieben wäre – sagen wir, bis zur Zeit von Napoleon – hätte es auch alle die ideologischen, rechtlichen und institutionellen Defekte der islamischen Zivilisation beibehalten. Ein dem islamischen Recht unterworfenes Spanien wäre unfähig gewesen, neue Universitäten zu gründen, die auf dem europäischen Modell rechtlich autonomer Körperschaften basieren, da es solche Körperschaften nach islamischem Recht nicht gibt. Hinzu kommt, dass das islamische Bildungsmodell auf dem absoluten Primat des ´fiqh´, der Rechtsstudien, beruht, sowie auf dem Grundsatz, dass die große Tradition der Vergangenheit unbedingt bewahrt werden muss. Dies spiegelte sich symbolisch in der ´ijaza´ wieder, der persönlich durch einen Gelehrten gegebenen Erlaubnis, das tradierte Wissen weiterzugeben, einer Praxis völlig verschieden von der des Westens, bei der aufgrund des in einem Examen demonstrierten Wissens ein Prüfungsgremium über das Erreichen des akademischen Grades entscheidet. Die spanischen Universitäten, die tatsächlich im 13. Jahrhundert gegründet wurden, zunächst in Palencia (1208-9), dann in Valladolid und Salamanca (1227-8) usw., befanden sich alle in seit langem wieder christlichen Gebieten, und ihre Verfassungen orientierten sich an denen von Paris und Bologna.”

Bassam TibiDas gelehrte Wissen der Griechen wurde nie in die regulären Lehrpläne der islamischen Schulen aufgenommen, so wie es an den europäischen Universitäten geschah. Der deutsch-syrische Autor Bassam Tibi weist darauf hin, dass “Wissenschaft” in der islamischen Medresse Studium des Korans, der Hadithe, der arabischen Geschichte usw. bedeutet:

“Einige Historiker des Islam übersetzen ´madrasa´ fälschlicherweise mit ´Universität´. Das ist einfach nicht zutreffend. Wenn wir unter Universität die ´universitas litterarum´ verstehen, oder – ohne dem Eurozentrismus zu verfallen – die ´universitas magistrorum´ im Paris des 13. Jahrhunderts in Betracht ziehen, dann können wir nicht anders als zu dem Entschluss gelangen, dass die Universität als der Sitz freier und unbehinderter Forschung auf der Basis der Ratio eine von Europa eingeführte Neuerung in der Geschichte der Menschheit ist.”

Nach dem führenden Wissenschaftler Edward Grant (Science and Religion, 400 B.C. to A.D. 1550: From Aristotle to Copernicus) ist der Islam eine Theokratie, in der Religion und Staat eine Einheit bilden. Es gibt also keinen von der islamischen Religion getrennten säkularen Staatsapparat:

“[Die Medressen] hatten als ihren eigentlichen Auftrag die Lehre des Islams und beachteten die ´fremde Lehre´ nur wenig, die, wie wir gesehen haben, letztlich aus der von den Griechen sich herleitenden Naturlehre bestand. Die dort entwickelten analytischen Fächer hatten definitiv nicht den gleichen Status wie die religiösen und theologischen und spielten an den Medressen, den Zentren der islamischen höheren Bildung, nur am Rande eine Rolle. Lediglich die Fächer wurden gelehrt, die dem Koran und dem religiösen Recht die Überlegenheit zusprachen. Eines von diesen war Logik, die nicht nur für die Semantik als nützlich angesehen wurde, sondern auch als hilfreich zur Vermeidung von Fehlern bei der Schlussfolgerung. Die eigentliche Funktion der Medressen war jedoch, ´das Wissen zu bewahren und die orthodoxe Lehre zu verteidigen´ (Mottahadeh 1985, S. 91). Die meisten islamischen Theologen sahen die Naturlehre nicht als ein Fach an, das zu einem besseren Verständnis der Religion verhelfen könne, sondern, im Gegenteil, als ein Fach, das gefährlich für den Glauben sei, weil es die islamische Lehre von innen her zerstören könne. Die Naturlehre blieb in den islamischen Ländern immer eine Disziplin am Rande und wurde niemals in das Bildungssystem integriert, wie es im lateinischen Christentum geschah.”

All zu viele islamische Naturphilosophen lebten in Unsicherheit und Angst. Grant stellt fest:

“Ohne die Trennung von Kirche und Staat und den sich daraus ableitenden Entwicklungen hätte der Westen keine tiefverwurzelte Naturphilosophie hervorbringen können, wie sie mit Hilfe eines ausgedehnten Netzwerks von Universitäten in ganz Europa verbreitet wurde und das Fundament für die großen wissenschaftlichen Fortschritte des sechzehnten und siebzehnten Jahrhunderts legte, Fortschritte, die bis zum heutigen Tag andauern.”

Das Zeitalter der Entdeckungen im fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert resultierte aus dem Bemühen, den Muslimen aus dem Weg zu gehen und wieder den direkten Kontakt zu den Kulturen Asiens, ohne die Mittlerfunktion der Muslime, zu finden. Norman Davies beschreibt es in seinem monumentalen Werk Europe: A History so:

“Die Eroberungen des Islams machten Europa zur Hauptbasis des Christentums. Zur selben Zeit schnitt der große Bogen des muslimischen Territoriums buchstäblich die Christen von jedem direkten Kontakt mit anderen Religionen und Kulturen ab. Die Barriere des kriegerischen Islams verwies die [europäische] Halbinsel auf sich selbst, indem sie viele der früheren kommerziellen, intellektuellen und politischen Verbindungswege trennte oder wenigstens umlegte.”

Piraterie, Versklavung und Angriffe auf europäische Länder als Mittel und Wege des Djihad waren vom siebten Jahrhundert bis zum Ende der Barbareskenstaaten im neunzehnten eine beständige Bedrohung. Manche argumentieren, dass, wenn – wie es jetzt immer häufiger geschieht – westliche Touristen entführt werden, wozu die Aussicht auf Lösegeldzahlungen europäischer Regierungen ermutigt, es diese Bedrohung ist, die jetzt wieder erneut in Erscheinung tritt.

Der Djihad geht bis zum heutigen Tag auf dem Balkan weiter, eine Region, die Jahrhunderte lang unter brutaler türkischer Herrschaft war. Hierzu die Autorin Ruth King:

“Als Serbien im 12. Jahrhundert die Unabhängigkeit von der byzantinischen Oberherrschaft erlangte, waren seine wirtschaftlichen, kulturellen, sozialen und religiösen Institutionen die am weitesten entwickelten in Europa. Serbien fungierte als Brücke zwischen der griechisch-byzantinischen Zivilisation und der beginnenden Renaissance im Westen. Das Zentrum der serbischen orthodoxen Kirche befand sich im Kosovo, wo Kirchen, Klöster und klösterliche Gemeinschaften gegründet worden waren. Eine Art Zensus im Jahr 1330, die Charta des Klosters Dečani, listete die erfassten Dörfer und Haushalte auf, von denen nur zwei Prozent albanisch waren. Die Ottomanen besetzten Serbien 1389 und festigten ihre Herrschaft 1459 und trieben damit große Teile der Balkanhalbinsel und des angrenzenden Südosteuropa in ein Dunkles Zeitalter unter dem Diktat des Korans.”

Am Beginn des 20. Jahrhunderts machten serbische Christen ungefähr zwei Drittel der Bevölkerung des Kosovo aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlaubte der kommunistische Diktator Tito den aus ihrer Heimat geflohenen Serben nicht zurückzukehren und ordnete keine Grenzkontrollen an, als Tausende von Albanern in den Kosovo zogen. Dies führte später zu einem Anwachsen der Gewalt gegen christliche Serben.

King schreibt:

“Am Anfang stellten die Medien die Situation im Kosovo ausgewogen dar. So zum Beispiel im Juli 1982 die New York Times: ´Serben sind von den Albanern Verfolgungen ausgesetzt gewesen, haben ihre Sachen gepackt und die Gegend verlassen. Die albanischen Nationalisten haben einen Zwei-Punkte-Plan: erstens, eine, wie sie es nennen, ethnisch reine albanische Republik zu errichten, und zweitens, mit Albanien zu fusionieren und ein Großalbanien zu gründen. Etwa 57.000 Serben haben den Kosovo in den letzten 10 Jahren verlassen.´ Fünf Jahre später, 1987, berichtete die Times immer noch über die Verfolgung der Serben innerhalb des Kosovo. ´Slawische orthodoxe Kirchen sind angegriffen, Brunnen sind vergiftet und die Ernte ist verbrannt worden; slawische junge Männer sind mit Messern attackiert worden. Junge Albaner hat man dazu aufgerufen, serbische Mädchen zu vergewaltigen… Offizielle in Belgrad sehen die ethnische albanische Herausforderung als eine Gefahr für die Grundlagen des multinationalen Experiments namens föderales Jugoslawien… Ethnische Albaner sind in der autonomen Provinz Kosovo inzwischen in fast jedem Lebensbereich bestimmend, einschließlich der Polizei, der Justiz, der Beamtenschaft, der Schulen und der Fabriken.´”

Kosovo independenceEs war diese Situation, die zu dem Aufstieg des serbischen Nationalistenführers Slobodan Milošević führte. Jedoch, wie Ruth King sagt:

“Die Brutalität des Milošević-Regimes machte zwar in der Tat die Lage schwieriger, aber er ist längst weg, die KLA (Armee zur Befreiung des Kosovo) fährt aber fort mit ihren Angriffen auf Serben, auf ihre Kirchen, ihre Priester, ihre Häuser, sogar auf Zivilisten, die in den Cafés sitzen, und dies direkt vor den Augen der Truppen der USA und der UNO.”

Bosniens Kriegspräsident Alija Izetbegović starb 2003, gepriesen als moderater Moslemführer. Wenig wurde in den westlichen Medien über die Islamische Deklaration von 1970 gesagt, in der er “einen Kampf zur Schaffung einer großen islamischen Föderation von Marokko bis Indonesien, vom tropischen Afrika bis Zentralasien” befürwortete und forderte:

“Die islamische Bewegung sollte damit beginnen, ja, sie muss damit beginnen, die Macht zu übernehmen, sobald sie moralisch und numerisch stark genug ist, nicht nur die existierenden nicht-islamischen Regierungen zu stürzen, sondern auch eine neue islamische Staatsgewalt aufzubauen.”

Hugh Fitzgerald stellt es so dar:

“Man muss sich vor Augen führen, wie einerseits den Serben zugeschriebene Gewalttätigkeiten übertrieben, während andererseits die an ihnen verübten Grausamkeiten heruntergespielt oder völlig ignoriert wurden. Aber was am meisten beunruhigte war, dass nichts in seinem historischen Zusammenhang gesehen wurde: nichts über die Jahrhunderte muslimischer Herrschaft. Wäre die Vorgeschichte gleich von Anfang an erörtert worden, hätten die westlichen Regierungen vielleicht die tiefen Ängste verstanden, hervorgerufen durch Izetbegović, als er über seine Absicht schrieb, einen muslimischen Staat in Bosnien zu gründen und die Sharia nicht nur dort, sondern überall auf dem Balkan, wo einst Muslime geherrscht hatten, einzuführen, und sie hätten versucht, diese Ängste zu verringern. Hätte die westliche Welt auch nur das geringste mitfühlende Verständnis dafür gezeigt, was das in der Phantasie vieler Serben (und auch unter Christen woanders auf dem Balkan und in Griechenland) auslöste, dann hätte es vielleicht nie eine so gewalttätige serbische Reaktion gegeben und vielleicht wäre jemand wie Milošević nie an die Macht gekommen.”

Skull Tower at NišIm Jahr 1809, nach der Schlacht am Berg Čegar (in der Nähe von Niš), wurden auf Anordnung des türkischen Befehlshabers Hurschid Pascha an der Straße nach Istanbul die Schädel der getöteten serbischen Soldaten zu einem Turm, dem Schädelturm, zusammengemauert. Heute noch drei Meter hoch, wurde der Schädelturm aus 952 Schädeln [Wikipedia: 1836 Schädel; Anm. der Übersetzer] errichtet als Warnung an das serbische Volk, sich nicht gegen ihre muslimischen Herrscher zu erheben. Einige Jahre später wurde eine Kapelle über diesen Schädeln gebaut.

Ähnliche Djihad-Massaker wurden nicht nur an den Serben begangen, sondern auch an den Griechen, den Bulgaren und anderen Nicht-Muslimen, die sich im Laufe des 19. Jh. nach und nach gegen das Reich der Ottomanen erhoben. Prof. Vahakn Dadrian und andere haben deutlich den Djihad als einen entscheidenden Faktor bei dem armenischen Genozid im frühen 20. Jahrhundert identifiziert.

Efraim Karsh schreibt:

“Orgien des Blutvergießens waren die Antwort der Osmanen auf die nationalistischen Ziele ihrer europäischen Untertanen. Der griechische Unabhängigkeitskrieg in den zwanziger Jahren des 19. Jh., die Aufstände der Donaukosaken von 1848 und der begleitende Krimkrieg, die Gewaltausbrüche auf dem Balkan in den Siebzigern, der griechisch-türkische Krieg von 1897 waren alle schmerzliche Beweise, was es kostet, sich der Herrschaft eines islamischen Reiches zu widersetzen.”

In seinem Buch Onward Muslim Soldiers zitiert Robert Spencer aus einem Brief des amtierenden britischen Konsuls in Sarajewo, James Zohrab:

“Der Hass der Christen auf die bosnischen Muselmanen ist groß. Über einen Zeitraum von fast dreihundert Jahren waren sie ausgedehnter Unterdrückung und Grausamkeit unterworfen. Für sie galt kein anderes Gesetz als die Laune ihrer Herren… Die Unterdrückung kann jetzt nicht mehr so offen wie früher fortgeführt werden, es verbietet sich jedoch anzunehmen, dass die Christen jetzt gut behandelt und beschützt würden, nur weil die Amtsträger der Regierung nicht mehr offen als Unterdrücker auftreten.”

In der Gegenwart benutzt die islamische Welt den Balkan als Startrampe für den Djihad gegen den Rest Europas. “In Bulgarien gibt es religiöse Zentren, die islamischen Gruppen gehören, die hauptsächlich aus Saudi-Arabien finanziert werden”, warnt der Leiter des bulgarischen militärischen Geheimdienstes. Nach seinen Angaben befinden sich diese Zentren im südlichen und südöstlichen Bulgarien, wo die hauptsächlich türkischstämmigen Muslime des Landes konzentriert sind und “Verbindungen zu ähnlichen Organisationen im Kosovo, in Bosnien und in Mazedonien haben. Für sie ist Bulgarien eine Transitroute nach Westeuropa”. Er sagt, erste Schritte seien ergriffen worden zu verhindern, dass terroristische Gruppen sich in Bulgarien, das eine gemeinsame Grenze mit der Türkei hat, eine feste Basis verschaffen. Der muslimischen Minderheit in Bulgarien gehören etwas mehr als 10 Prozent der Bevölkerung an.

Die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien hat ein Gesetz erlassen, das den ethnischen Albanern erlaubt, in Gegenden, in denen sie in der Mehrheit sind, die albanische Nationalflagge zu zeigen. Diese Entscheidung kam zustande nach sieben Monaten heftiger Kämpfe gegen albanische Separatisten im Jahr 2001 und aufgrund von Druck durch die Europäische Union, die immer bereit ist, es den Muslimen rechtzumachen.

Ethnische Albaner machen etwa 25 Prozent der mazedonischen Bevölkerung aus. Sollte der demographische Trend in etwa so verlaufen wie im Kosovo, wo die überwiegend muslimischen Albaner ihre nicht-muslimischen Nachbarn zahlenmäßig überflügelt haben, könnte es sein, dass die Mazedonier zukünftig in ernsthafte Schwierigkeiten geraten.

Armenian GenocideMartti Ahtisaari, ehemaliger Präsident Finnlands und später Chefunterhändler der UN für den Kosovo, versetzte Serbien in Zorn, als er feststellte, dass “die Serben als Volk schuldig sind”, auf diese Weise andeutend, dass sie dafür würden zahlen müssen, möglicherweise mit dem Verlust des Kosovo. Ich bin anderer Meinung als Herr Ahtisaari. Es ist eine Sache, die Brutalität des Milošević-Regimes zu kritisieren. Es ist eine völlig andere Sache zu behaupten, dass “die Serben als Volk schuldig sind”. Wenn man ein Volk auf dem Balkan als schuldig bezeichnen kann, sind es die Türken, nicht die Serben. Die Türken haben Jahrhunderte lang eine Blutspur durch einen beträchtlichen Teil Europas und des Mittelmeers gezogen, mit dem Völkermord an den Armeniern im 20. Jahrhundert als Höhepunkt. Die Türkei weigert sich nach wie vor, dies anzuerkennen, geschweige denn, sich dafür zu entschuldigen.

Dimitar Angelov erläutert die Wirkung des osmanischen Djihad auf die unterworfenen Bevölkerungen des Balkans:

“… die Eroberung der Balkanhalbinsel durch die Türken im Verlauf von etwa zwei Jahrhunderten brachte den nicht abzuschätzenden Verlust materieller Güter, zahllose Massaker, Versklavung und Vertreibung eines großen Teils der Bevölkerung – kurz, einen allgemeinen und lang andauernden materiellen Niedergang, genau wie es auch in Kleinasien der Fall war, nachdem es durch denselben Eindringling erobert war. Dieser Niedergang ist umso eindrücklicher , wenn man sich in Erinnerung ruft, dass in der Mitte des 14. Jahrhunderts, als die Osmanen sich auf der Halbinsel festsetzten, die dort existierenden Staaten – Byzanz, Bulgarien und Serbien – schon ein hohes Niveau der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung erreicht hatten…. Die Feldzüge Murads II. (1421-1451) und besonders die seines Nachfolgers, Mohammeds II., (1451-1481) in Serbien, Bosnien, Albanien und in dem byzantinischen Fürstentum des Peloponnes waren von außerordentlich zerstörerischem Charakter.”

Diese osmanische Tradition des Djihad wird von der “säkularen” Türkei bis heute fortgesetzt. Michael J. Totten besuchte im Jahr 2005 Varoscha, Zyperns Geisterstadt. Während der türkischen Invasion Zyperns 1974 wurde die Stadt verlassen, ist jetzt durch einen Zaun abgesperrt und wird von Patrouillen der türkischen Besatzer kontrolliert. Die Türken haben die Insel aufgeteilt. Die griechisch-zypriotischen Bewohner von Varoscha hatten anfangs gehofft, innerhalb von Tagen wieder in ihre Häuser zurückkehren zu können. Stattdessen beschlagnahmten die Türken die leere Stadt und riegelten sie mit einem Stacheldrahtzaun ab.

Im März 2006 berichtete der Italiener Luigi Geninazzi aus derselben Gegend. 180.000 Menschen leben im nördlichen Teil der Insel, 100.000 von ihnen sind Siedler vom türkischen Festland. Nach Geninazzi konkretisiert sich die Islamisierung Nordzyperns in der Zerstörung von allem, was einmal christlich war. Yannis Eliades, Direktor des byzantinischen Museums von Nikosia, schätzt, dass 25.000 Ikonen aus den Kirchen in der türkisch besetzten Zone verschwunden sind. Stupende byzantinische und romanische Kirchen, imposante Klöster, Mosaiken und Fresken sind geplündert, entweiht und zerstört worden. Viele hat man zu Restaurants, Bars und Nachtklubs gemacht. Geninazzi hat Hüseyin Özel, Sprecher der Regierung der selbstproklamierten türkischen Republik von Nordzypern, darauf hingewiesen, dass die meisten Moscheen auf griechisch-zypriotischem Gebiet restauriert worden sind, und ihn gefragt, warum heute immer noch Kirchen zu Moscheen gemacht würden. Der türkisch-zypriotische Funktionär mit weit ausgebreiteten Armen: “Es ist eine osmanische Sitte …”

Yosef Bodansky, Direktor der Congressional Task Force on Terrorism and Conventional Warfare in Washington, hat die Feststellung gemacht, dass der Balkan das “Sprungbrett für den islamischen Extremismus” in Europa ist, mit der Islamischen Republik Iran als der wichtigsten Kraft im Hintergrund. Iran und Saudi-Arabien haben Geld, Waffen und Personal während des Kriegsgeschehens in den neunziger Jahren geliefert, und auch die Terrororganisation Al-Qaida hatte dort eine Basis. Saudi-Arabien hat mehr als 1 Milliarde Dollar allein in der Region um Sarajewo für Projekte investiert, die auch die Errichtung von 158 Moscheen einschließen. Sarajewo ist inzwischen zu einer fast völlig muslimischen Stadt geworden.

Kosovo church burnsMiroljub Jevtic, Professor an der Universität von Belgrad und Autor einer Reihe von Büchern zum Thema Islam und Politik, glaubt, dass die westliche Welt eine Loslösung des Kosovo vom christlichen Serbien und die Schaffung eines unabhängigen (muslimischen) Staates per Dekret befürwortet. Das Hauptargument derer, die dieses Szenario unterstützen, besonders in den USA, ist, dass sich so ihr Image in den Augen der islamischen Welt verbessern und “der Einfluss der ´Extremisten´ neutralisieren” lässt.

Jevtic bemerkt:

“Die Tatsache, dass seit Ankunft der NATO im Kosovo mehr als 150 christliche Kirchen zerstört und gut 400 Moscheen gebaut wurden oder noch im Bau sind, ist für die Muslime der Beweis, dass, wenn es einen Glauben gibt, der vom wahren Gott unterstützt wird, es der Islam ist! Denn, warum passiert es, dass der Gott der Christen, dass Jesus, die Zerstörung von Kirchen dort nicht verhindert, wo er, Jesus, verehrt wird? Warum verhindert er nicht zur gleichen Zeit, dass Moscheen dort gebaut werden, wo seine Existenz als Gottes Sohn geleugnet wird? Und vor allem: warum lässt er dies in der Gegenwart von Männern zu, die Waffen tragen und sich als Christen bekennen?”

Miroljub Jevtic warnt, dass die Unterstützung der Forderungen der albanischen Muslime durch die Europäische Union in übler Weise nach hinten losgehen könne:

“Dem Kosovo die Unabhängigkeit zu gewähren, wird als Beweis angesehen werden für den Wunsch Europas, nicht mehr existieren zu wollen, da es die Ausbreitung des Islams nicht nur erlaubt, sondern sogar aktiv unterstützt, indem es jenen hilft, die Kirchen zerstören, Nonnen vergewaltigen, Kreuze bespucken und geweihte Darstellungen Christi mit Exkrementen beschmieren.”

Die Muslime im Kosovo sind allerdings nicht undankbar dafür, dass nach den ethnischen Säuberungen unter den christlichen Serben Dutzende von Kirchen und Klöstern unter den Augen der NATO-Soldaten zerstört worden sind. Die Kosovo-Albaner planen, ihren “Retter”, den ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton, zu ehren, indem sie ein Standbild von ihm errichten. Jedoch wurden 2007 vier Albaner aus dem Kosovo, zusammen mit anderen Muslimen, wegen einer Verschwörung verhaftet, die das Ziel hatte, in einem Angriff auf Fort Dix, einer Militärbasis in New Jersey, “so viele Soldaten zu töten wie nur möglich”.

Die Regierungen des Westens arbeiten mit Druck daran, die staatliche Unabhängigkeit für eine Gruppe zu erreichen, die kürzlich eine “Osama-bin-Laden-Moschee” im Kosovo errichten wollte. Dieser Name wurde schließlich aus Public-Relations-Gründen geändert, denn den Albanern war klar, dass sie die politische Unterstützung der Amerikaner brauchten. Im Juni 2007 wurde der amerikanische Präsident George W. Bush bei seinem Besuch von einer Gruppe von Albanern, die angeblich seine Uhr gestohlen hatten, als Held gefeiert. “Lieber früher als später muss man sagen: Genug ist genug – der Kosovo ist unabhängig”, rief Bush jubelnden Albanern zu. Die Süddeutsche Zeitung kommentierte später: “Warum sollten sich die Albaner mit der Autonomie zufrieden geben, wenn George W. Bush ihnen schon ihren eigenen Staat versprochen hat?”

Präsident Bush erklärte nach den Attacken der Djidadisten auf die USA im Jahr 2001 einen “Krieg gegen den Terror”. Alles, was er sechs Jahre später erreicht hat, ist, dass die amerikanischen Steuerzahler finanziell bluten müssen und die amerikanischen Soldaten buchstäblich, während sie im Irak die Auslöschung nicht-muslimischer Gemeinden überwachen. Jetzt unterstützt seine Regierung die Bemühungen für die Unabhängigkeit muslimischer Förderer des Terrorismus auf dem Balkan und in Palästina. George W. Bush riskiert, als einer der schlechtesten Präsidenten der amerikanischen Geschichte in Erinnerung zu bleiben.

In einem Kommentar mit dem Titel “Haben wir die falsche Seite bombardiert?” schrieb der ehemalige kanadische UNPROFOR- Kommandeur Lewis MacKenzie:

“Die Kosovo-Albaner haben auf uns wie auf einer Stradivari gespielt. Wir haben ihre gewalttätige Kampagne für ein ethnisch reines und unabhängiges Kosovo subventioniert und so indirekt unterstützt. Wir haben ihnen nie die Schuld an der Gewalt der 90er Jahre angelastet und wir stellen sie immer noch als die gebrandmarkten Opfer dar, trotz des gegenteiligen Beweises. Wenn sie ihre Unabhängigkeit mit Hilfe unserer Steuergelder zusammen mit Geldern von bin-Laden und al-Qaeda erreichen, dann möge man doch bitte über dieses Signal der Ermutigung nachdenken, das damit an andere vom Terror unterstützte Unabhängigkeitsbewegungen auf der ganzen Welt gesendet wird.”

Patrick SookhdeoIch habe einmal eine Rede von Patrick Sookhdeo gehört, einem mutigen ehemaligen Moslem, der neben anderen das Buch Global Jihad: The Future in the Face of Militant Islam veröffentlicht hat. Sookhdeo hatte eine Menge ausgezeichneter – und Angst einflössender – Untersuchungen der Islamisierung Westeuropas, und besonders Großbritanniens, durchgeführt. Er erinnerte sich an ein Gespräch mit einem höheren Regierungsbeamten eines westlichen Landes über das, was geschehen würde, wenn die Muslime in, sagen wir mal, Großbritannien oder den Niederlanden erklärten, sie wollten die Gesetze des Landes nicht länger akzeptieren und eine separate islamische Republik bilden. Der Beamte erwiderte, dass man das wahrscheinlich ruhig hinnehmen müsste. Angesichts der muslimischen Unruhen in Frankreich und anderswo, die mehr und mehr einem Bürgerkrieg ähneln, ist diese Frage nicht länger mehr nur hypothetisch.

Die Autorin Julia Gorin hat gewarnt: “Ein unabhängiges Kosovo wird Sezessionisten weltweit ermutigen”, und: “die Geschichte wird zeigen, was alle sich weigern einzusehen: der gegenwärtige Weltkrieg begann offiziell in Jugoslawien” (in den Jahren nach 1990).

Map of the Balkans

Den Djihadisten die Unabhängigkeit im Kosovo nach den ethnischen Säuberungen unter Nicht-Muslimen zuzugestehen ist ein äußerst gefährlicher Präzedenzfall. Es ist nicht nur unmoralisch, die Freiheit oder sogar die Existenz kleinerer Nationen, seien es nun die Serben oder die Israelis, zu opfern, um die eigene Haut zu retten. Wie das Beispiel der Tschechoslowakei vor dem Zweiten Weltkrieg zeigt, ist es auch kontraproduktiv. Die Unterstützung der Unabhängigkeitsbemühungen der muslimischen Albaner im Kosovo wird nicht zu einer Stabilisierung des Balkans führen; sie wird eher zu einer Balkanisierung des Westens führen. Der neue Gangsterstaat wird als Startrampe für djihadistische Aktivitäten gegen Nicht-Muslime dienen, genau so wie ein unabhängiger Staat der Palästinenser im Mittleren Osten es würde. Im Falle des Kosovo haben die Russen Recht, und die westlichen Führer, sowohl in der EU als in den USA, haben Unrecht. Die Serben haben genug gelitten und müssen nicht auch noch vom Westen den Dolch in den Rücken bekommen.

Janos (Johann) Hunyadi, ungarischer Krieger und Heeresführer, ist heutzutage außerhalb Ungarns und des Balkans fast völlig unbekannt, aber er hat wahrscheinlich mehr als irgendein anderer dazu beigetragen, die türkische Invasion im 15. Jahrhundert aufzuhalten. Seine Taten umspannten sämtliche Länder Südosteuropas, er führte internationale Armeen und verhandelte mit Königen und Päpsten. Er starb an der Pest, nachdem er 1456 eine osmanische Flotte außerhalb Belgrads vernichtet hatte. Er bremste das Vordringen der Muslime und hat so vielleicht verhindert, dass Europa an den Islam fiel, und in einem weiteren Sinne hat er vielleicht dazu beigetragen, die westliche Zivilisation in Nordamerika und auch in Australien zu retten. Jedoch kaum einer im Westen weiß, wer er ist. Unsere Kinder lernen seinen Namen nicht, sie hören in der Schule nur von den Übeln des westlichen Kolonialismus und den Gefahren der “Islamophobie”.

Westeuropa ist heute eine seltsame und sehr gefährliche Mischung aus Arroganz und Selbsthass. Von Thailand bis Indien stiften Muslime Aufruhr und greifen ihre nicht-muslimischen Nachbarn an. Es ist äußerst anmaßend zu glauben, dass das Resultat in den Niederlanden, in Großbritannien oder Italien, oder auch in den USA oder Kanada, irgendwie anders sein wird als es sonst überall gewesen ist. Das wird es nicht. Wenn wir so bescheiden wären, auf den Rat der Hindus in Indien oder sogar auf den unserer christlichen Vettern in Südosteuropa zu hören, hätten wir solche Probleme, wie wir sie jetzt haben, nicht.

Andererseits, wenn wir nicht eine solche Kultur des Selbsthasses pflegten, die uns die eigenen kulturellen Traditionen zugunsten eines bedeutungslosen Multikulturalismus lächerlich erscheinen lässt, hätten wir wahrscheinlich auch nicht die massive muslimische Einwanderung zugelassen. Es muss ja nicht ein Widerspruch bestehen zwischen dem Stolz auf das eigene kulturelle Erbe und dem Wissen, dass es auch noch Lektionen von anderen zu lernen gibt. Für einen klugen Menschen ist beides möglich. Für uns im Westen offenbar keins von beiden.

Sun Tzu, ein Zeitgenosse des großen chinesischen Denkers Konfuzius, hat vor 2500 Jahren Die Kunst des Krieges geschrieben, ein äußerst einflussreiche Buch über militärische Strategien. Dieses Buch verdient es, von vorne bis hinten gelesen zu werden; eines der berühmtesten Zitate daraus ist jedoch dieses:

“Es wird gesagt, wenn man seine Feinde und auch sich selbst kennt, dann wird man auch in hundert Schlachten nicht in Gefahr kommen; wenn man zwar sich selbst, nicht aber seine Feinde kennt, wird man eine Schlacht gewinnen und eine andere verlieren; wenn man aber weder sich selbst noch seinen Feind kennt, dann wird man in jeder einzelnen Schlacht in Gefahr geraten.”

Der Westen hat vergessen, wer unsere Feinde sind, schlimmer aber noch, wir haben vergessen, wer wir sind. Wir werden einen hohen Preis für diese geschichtliche Amnesie zu zahlen haben.

Dezember 30, 2008

Der Westen und die weltweite Mathematik

Gespeichert unter: Thatcher — Manfred @ 8:28

Veröffentlicht zuerst am 14. November 2008 bei Gates of Vienna, übersetzt von Thatcher

Dieser Beitrag wurde aus Fjordmans verstreuten Kommentaren zu früheren Beiträgen hier und hier zusammengestellt.

Ich habe “Greek Thought, Arab Culture” von Dimitrios Gutas gelesen, ein überraschend langweiliges Buch. Gutas behandelt die Bagdader Bewegung, die Texte ins Arabische übersetzte, als eine große Errungenschaft. Es war zwar sicherlich eine Errungenschaft, aber er gibt zu, dass sie sehr von der zuvor etablierten persischen zoroastrischen Ideologie des Übersetzens und der Bibliotheken profitierte. Auch gibt er zu, dass Moslems ausschließlich naturwissenschaftliche Werke übersetzten, nicht aber zum Beispiel die Epen Homers. Kurz erwähnt er, dass sie einige Werke aus dem Sanskrit und dem Persischen übersetzten, doch von den indischen sagt er fast nichts. Das indische Zahlensystem war wichtig und sollte erwähnt werden, obwohl die griechischen Texte klar die wichtigsten waren.

Moslems hatten Zugang zu griechischen, persischen und sanskritischen Werken. Theoretisch gesehen hätten sie die gesamten indoeuropäische Sprachfamilie erforschen können. Das haben sie aber nicht. Europäer taten das. Zwar stimmt es, dass Moslems einige lohnende Arbeit in der Mathematik geleistet haben, aber wir sollten uns daran erinnern, dass die drei wichtigsten mathematischen Traditionen der Antike die griechische, die mesopotamische (von der die griechische gelernt hatte und die die persische fortsetzte) und die indische waren. Das bedeutet, dass die nahöstlichen Moslems zugleich direkten Zugang zu allen drei der der bedeutendsten mathematischen Traditionen der Erde hatten. Sie machten einige Fortschritte in der Algebra, doch es wäre auch sehr erstaunlich, wenn sie überhaupt keine wichtige mathematische Arbeit geleistet hätten.

Ein Buch auf meiner Leseliste, das ich bisher noch nicht gelesen habe, ist “The Shape of Ancient Thaught: Comparative Studies in Greek and Indian Philosophies” von Thomas McEvilley. Mein Eindruck aus dem, was ich darüber gelesen habe, ist, dass er den indischen Einfluss auf die griechische Kultur überbetont. Heutzutage sagt jeder, dass die griechische Kultur “in Wahrheit” irgendwo anders erfunden wurde (man denke an das schwarze Athen). Wir wissen aber sehr gut, dass die Ägypter, Mesopotamier und Phönizier die Griechen beeinflussten, doch haben die Griechen das offen zugegeben, und diese Kulturen gehörten alle zur Welt des östlichen Mittelmeerraums, während Indien weit weg lag.

Es gibt eine Denkschule, die behauptet, dass Platos politisches System in “Politeia” (Der Staat) das hinduistische Kastensystem widerspiegelt, und dass der griechische Atomismus vom indischen importiert worden sei. Bisher habe ich keinen überzeugenden Beweis dafür gesehen, und es ist schwierig einzusehen, wie dieser Einfluss vor der hellenistischen Zeit nach Griechenland hätte gelangen sollen, doch die Frage lohnt der Untersuchung. Wir können Spuren eines mit Indien gemeinsamen proto-indoeuropäischen mythologischen Erbes finden, wenn es auch verblasst ist.

- – - – - – - – -

Die chinesische mathematische Tradition war zwar bedeutend, aber weniger einflussreich als die indische. Ich bin versucht zu sagen, dass China eine Hardware-Zivilisation war, während Indien eine Software-Zivilisation war. Die Wahrheit ist, dass in Anbetracht der Größe ihrer Wirtschaft und Bevölkerung die Chinesen überraschend schwach in der Mathematik und allgemein in den abstrakten Wissenschaften waren. Dies beweist, dass ein gewisses Wohlstandsniveau für das Wachstum moderner Wissenschaften (sehr arme Leute konzentrieren sich aufs Überleben, nicht darauf, die Infinitesimalrechnung oder die vergleichende Sprachwissenschaft zu erfinden) eine notwendige, aber keineswegs hinreichende Bedingung ist. Die Chinesen glaubten, dass die Erde flach sei, bis ins siebzehnte Jahrhundert AD, und diesen Irrtum korrigierten sie erst, nachdem ihre Astronomie durch die europäische Astronomie praktisch umgeworfen worden war. Dies geschah, nachdem europäische (griechische) Astronomen seit zweitausend Jahren wussten, dass die Erde kugelförmig war; ein Wissen, dass trotz populärer Mythen, die das Gegenteil behaupten, während des Mittelalters niemals verloren gegangen ist.

Asiatische Raketen wogen zumeist etliche Kilogramm und urden durch Schießpulver angetrieben. Keine von ihnen wäre in der Lage gewesen, die irdische Schwerkraft zu überwinden, die Atmosphäre zu verlassen und das Sonnensystem zu erforschen. Tatsächlich hatten die Asiaten niemals einen Begriff von “Schwerkraft”. Raumfahrt ist die Erfindung einer einzigen Zivilisation, und zwar der westlichen. Keine der asiatischen Nationen kam jemals auch nur in die Nähe, etwas Ähnliches selbst zu erreichen, nicht einmal die Japaner. Tatsächlich wäre die Menschheit ohne den Beitrag der Europäer noch Jahrhunderte davon entfernt, das Sonnensystem erforschen zu können.

Vom vierzehnten Jahrhundert AD, also seit der Italienischen Renaissance, bis ins zwanzigste Jahrhundert wurden fast alle wichtigen weltweiten Fortschritte in der Mathematik von Europäern geleistet. Ich bin versucht zu sagen, dass die europäische Führerschaft in der Mathematik stärker war als in allen anderen wissenschaftlichen Disziplinen. Vielleicht ist die einfachste Erklärung dafür, dass die wissenschaftliche Revolution in Europa erfolgte, die, dass die Sprache der Natur in Mathematik verfasst ist, und dass die Europäer mehr als andere Zivilisationen getan haben, das Vokabular dieser Sprache zu entwickeln — oder zu entdecken.

Haben prähistorische Europäer Fahrzeuge mit Rädern erfunden?

Gespeichert unter: Thatcher — Manfred @ 6:57

Veröffentlicht in Gates of Vienna, 28. September 2008

Übersetzung von Thatcher

Ich habe schon zuvor über die indoeuropäischen Sprachen geschrieben;sie sind ein faszinierendes Fenster zur europäischen und eurasischen Vorgeschichte. Proto-Indoeuropäisch gab es fast sicher als eine lebende Sprache um 3500 vor Christus, denn es enthält Wörter, die sich auf Fahrzeuge mit Rädern beziehen, die zu dieser Zeit erfunden wurden. Die indoeuropäische Expansion erfolgte mit hoher Wahrscheinlichkeit aus der Schwarzmeerregion des südöstlichen Europa heraus, nach dieser Erfindung. Die proto-indoeuropäische Sprache begann kurz danach auseinanderzubrechen und war fast sicher gegen 2500 vor Christus ausgestorben, zu einem Zeitpunkt, da die verschiedenen Zweige des Indoeuropäischen sich langsam entwickelten. Die Ausbreitung des Indoeuropäischen hatte den fernen Westen, Süd- und Nordeuropa zu dieser Zeit noch nicht erreicht. Zum Beispiel haben die Menschen, die Stonehenge in England erbauten, keine indoeuropäische Sprache gesprochen. Die Kelten der Eisenzeit erschienen auf den Britischen Inseln nach der Fertigstellung von Stonehenge.

Es gibt keine schriftlichen Zeugnisse der proto-indoeuropäischen Sprache selbst. Es wurde im vierten Jahrtausend vor Christus gesprochen, als nur Sumerisch und vielleicht Ägyptisch als Schriftsprachen existierten. Die ersten schriftlichen Zeugnisse indoeuropäischer Sprachen sind vom Hethitischen und von Linear-B (Altgriechisch) aus dem zweiten vorchristlichen Jahrtausend, als das Proto-Indoeuropäische schon seit vielen Jahrhunderten tot war. Doch weil die vergleichende Sprachforschung als Wissenschaft sehr verfeinert worden ist, können wir sie durch die später belegten indoeuropäischen Sprachen große Teile des Vokabulars des Proto-Indoeuropäischen rekonstruieren. Eines der besten Bücher zu diesem Thema ist “The Oxford Introduction to Proto-Indo-European and the Proto-Indo-European World” von J.P. Mallory und D.Q. Adams, das ich bisher nicht gelesen habe. “The Horse, the Wheel, and Language: How Bronze-Age Riders from the Eurasian Steppes Shaped the Modern World” von David W. Anthony, das ich gelesen habe, ist faszinierend. In den Worten Anthonys:

 

Die Erforscher der indoeuropäischen Sprachen verbessern ihre Methoden und machen neue Entdeckungen. Sie haben die Grundformen und Bedeutungen Tausender Wörter des proto-indoeuropäischen Vokabulars rekonstruiert — dies selbst ist eine verblüffende Möglichkeit. Diese Wörter können untersucht werden, um die Gedanken, Werte, Sorgen, familiären Beziehungen und religiösen Überzeugungen des Volkes zu untersuchen, das sie gesprochen hat. Doch zuerst müssen wir uns überlegen, wo und wann sie lebten. Wenn es uns gelingt, das proto–indoeuropäische Vokabular mit einem gewissen Bestand an archäologischen Überbleibseln zu kombinieren, dann sind wir vielleicht auch in der Lage, über die üblichen Grenzen archäologischen Wissens hinauszugehen und eine viel reichere Kenntnis dieser besonderen Vorfahren zu erwerben. Mit vielen anderen teile ich den Glauben, dass die proto-indoeuropäische Heimat in den Steppen nördlich des Schwarzen und des Kaspischen Meeres gelegen hat, in der heutigen Ukraine und Russland. Heute haben wir stärkere Hinweise auf einen Ursprung in der Steppe als früher, teils wegen der dramatischen neuen Entdeckungen der Archäologen in der Steppe.

Wahrscheinlich waren es die Völker der eurasischen Steppen, die als erste das Pferd zähmten, doch die ersten Fahrzeuge mit Rädern waren dem Anschein nach Ochsenkarren. Der schnellere, von Pferden gezogene Streitwagen wurde später entwickelt und trug seinen Teil zu einer anderen Phase der indoeuropäischen Ausbreitung bei. Zwischen 1500 und 1200 vor Christus findet man auf der gesamten eurasischen Landmasse von Pferden gezogene Wagen – von den Grenzregionen des China der Shang-Dynastie über Ägypten und Anatolien bis nach Schweden. Dies stimmt überein mit der Periode der alten Veda und der Heraufkunft des vedischen Sanskrit in Indien. Völker, die indoeuropäische Sprachen sprechen, wurden im gesamten Gebiet nachgewiesen.

Die Chinesen führten, neben anderen Dingen, das Pferd und den Radwagen während des zweiten Jahrtausends vor Christus aus den westlichen Regionen Eurasiens ein. Folglich gab es Kontakte zwischen West-, Mittel- und Ostasien mindestens tausend Jahre vor dem, was allgemein als der Anfang der Seidenstraßenzeit angesehen wird. Elena E. Kuzmina spricht dies an in “The Prehistory of the Silk Road”.
In “The Making of Bronze Age Eurasia” schreibt Philip L. Kohl über frühe Tonmodelle von Scheibenrädern und Überbleibsel hölzerner Räder und Wagen mit Holzrädern:

Solche Fahrzeuge gehören zu den frühesten bekannten Beispielen radgebundener Fortbewegung, die in den eurasischen Steppen gefunden wurden. Sie könnten, grob geschätzt, zeitgleich — oder vielleicht einige Jahrhunderte später —zu den heute ältesten bekannten, gut dokumentierten Karren entstanden sein, die in Mooren in Nordwestdeutschland und in Dänemark gefunden wurden (Hayden 1989, 1991: ptc. 7, und Häusler 1981, 1994). Basierend auf der heutigen Beweislage ist es genauso plausibel, dass sich die Technik des radgebundenen Fortbewegung von Nordwesten Europas und seinen Wäldern aus, wo es harte, dafür verwendbare Hölzer gab, von Norden nach Süden ausgebreitet hat, in die offeneren Steppen des Südwestens und dann weiter südlich nach Mesopotamien, wie dass es andersherum abgelaufen ist (siehe Bakker et al., 1999). Der wichtige Punkt ist nicht, wo diese revolutionierende Technik zuerst aufgekommen ist, sondern eher, wie schnell sie sich während der Bronzezeit über das westliche Asien, Eurasien und Europa verbreitet hat, und so die Verbindungen bestätigt, die zwischen getrennten Kulturen in dem ganzen großen Bereich bestanden.

Es ist wahr, dass sich diese Technik schnell verbreitet hat, doch die frühesten Belege dafür finden sich in Europa. Es ist gut möglich, dass Radfahrzeuge, eine der wichtigsten Erfindungen in der Menschheitsgeschichte, von vorgeschichtlichen Europäern erfunden worden sind und mit der indoeuropäischen Expansion in Zusammenhang stehen. Das proto-indoeuropäische Wort für “Rad” steht in Verbindung mit Wörtern für “drehen”, “rollen”, während die Wörter für das Rad im Sumerischen und Semitischen Lehnwörter aus dem Indoeuropäischen sind. Wieder Kohl:

[Es] ist ungefähr Mitte des vierten Jahrtausends vor Christus, dass radgebundene Fortbewegung zuerst erscheint und sich über einen großen Raum erstreckt, in dem Kulturen miteinander in Verbindung stehen, vom nördlichen Europa bis ins südliche Mesopotamien (Bakker et al., 1999). Eine genaue Entscheidung auf archäologischer Basis, in welcher Region oder in welcher archäologischen Kultur Radfahrzeuge zuerst entwickelt wurden, könnte sich als unmöglich erweisen, und zwar aus dem einfachen Grund, dass sich die Technik so rapide über den großen Raum verbreitete. Die Frage nach der Herkunft ist sowieso viel weniger entscheidend als dieses Konvergenzphänomen, dieser beinahe gleichzeitige Nachweis für den frühen Gebrauch von Radfahrzeugen vom nördlichen Deutschland und dem südlichen Polen nach Süden über Anatolien ins südliche Mesopotamien, das um 3500 vor Christus beginnt oder unmittelbar nach dem Zusammenbruch der riesenhaften Tripolje-Siedlungen [...] Kurz nach der Einführung der radgebundenen Fortbewegung können wir Beweise für deren massenhaften Gebrauch in den westeurasischen Steppen durch Ausgrabungen kurganischer Horte dokumentieren, die Wagen mit dreiteiligen Holzrädern enthielten. Dabei handelt es sich nicht um Wagen einer Krieger-Aristokratie, sondern um die schweren Wagen von Rinderhirten, die eine Form von mobiler Hirtenkultur des Bronzezeitalters entwickelten, die sich vom klassischen eurasischen Nomadentum, das geschichtlich und völkerkundlich erst später beschrieben wurde, fundamental unterschied.

Nächste Seite »

Bloggen Sie auf WordPress.com.