von Fjordman  

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Veröffentlicht unter dem Titel “On Science and Religion” in Dhimmi Watch, 28. August 2008.

Übersetzung aus dem Englischen von: BeforeDawn

 

Zunächst möchte ich mitteilen, dass ich kürzlich ein Essay veröffentlicht habe, in dem ich darlege, dass meiner Ansicht nach der Islam nicht reformierbar ist. – Alle meine Essays können online kostenlos wiederveröffentlicht werden, aber dieses kann auch im Druck erscheinen, sofern ich als Autor genannt werde.

Ich habe eine ganze Reihe von Büchern über die Geschichte der Wissenschaft gelesen. Eines von ihnen ist das Buch Die Anfänge des abendländischen Wissens von David C. Lindberg, der auch das Buch Auge und Licht im Mittelalter – Die Entwicklung der Optik von al Kindi bis Kepler  geschrieben hat, aus dem ich demnächst im Herbst mehr zitieren werde, wenn ich ein mehrteiliges Essay über die Geschichte der Optik herausbringe. Lindberg ist ein guter Wissenschaftler, und seine Bücher sind eine lohnende Lektüre, allerdings nicht ganz ohne kleinere Schwächen.

Das Kapitel 8 in seinem Buch über die Geschichte des abendländischen Wissens hat den Titel “Islamische Wissenschaft”. Lindberg ist nicht der einzige, der diesen Begriff verwendet, ich persönlich befürworte ihn aber nicht. Niemand spricht von “buddhistischer Wissenschaft” oder “christlicher Wissenschaft”, so dass ich auch keinen Grund sehe, warum man den Begriff “islamische Wissenschaft” gebrauchen sollte. Er ist irreführend, denn was es auch immer an Wissenschaft in Ländern unter islamischer Herrschaft gab, basierte weitgehend auf Beiträgen von Nicht-Muslimen und auf vorislamischem Wissen. Einige benutzen stattdessen den Begriff “arabische Wissenschaft”, aber auch das ist nicht viel besser, denn von denen, die zwar nominell Muslime waren, war ein übergroßer Teil Perser, und nicht Araber. Welchen Begriff sollte man also gebrauchen? “Wissenschaft des Mittleren Ostens” könnte eine Möglichkeit sein, da er die Region, aber nicht die Religion hervorhebt.

Ich glaube nicht, dass D. C. Lindberg hinreichend erklärt, warum die wissenschaftliche Tradition in der islamischen Welt, trotz vielversprechender Anfänge, stagnierte. Wer dieses besser verstehen möchte, sollte sich das Buch Rise of Early Modern Science: Islam, China and the West von Toby E. Huff vornehmen, und zur Ergänzung das Kapitel 8 ” Relations between Science and Religion” in dem Werk von Edward Grant Science and Religion, 400 B.C. to A.D. 1550: From Aristotle to Copernicus. Ich werde ausführlich aus Grants Buch, und – in geringerem Umfang – aus dem von Huff in diesem Essay zitieren, und werde auch Seitenangaben zu jedem Zitat beifügen, so dass auch andere, wenn sie möchten, das Material nutzen können.

Am Ende des 11. Jahrhunderts hatte man in Westeuropa bemerkt, dass sowohl Muslime als auch Byzantiner Zugang zu philosophischen und wissenschaftlichen Texten hatten, die es hier nicht gab. Nachdem man den Muslimen im Jahr 1085 Toledo in Spanien und im Jahr 1091 Sizilien abgenommen hatte, übersetzten mehrere Gelehrte griechische und arabische Texte, vornehmlich aber die griechischen, weil Griechisch eine verwandte indoeuropäische Sprache war, Arabisch aber nicht. Eine große Anzahl der in Arabisch verfassten Werke waren selbst Übersetzungen aus dem Griechischen, und es war eben sinnvoller, sie direkt aus dem byzantinischen Griechisch zu kopieren, da es so möglich war, den Text präziser, mit weniger Fehldeutungen als aus dem Arabischen, wiederzugeben. So kam es vom 12. Jahrhundert bis zur zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts zu einer größeren Welle von Übersetzungen.

Auf den Gebieten der Optik, der Astronomie, der Medizin und der Mathematik wurden viele Werke übersetzt, aber den größten Einfluss hatte die Naturphilosophie des Aristoteles. Die beiden wichtigsten Übersetzer vom Griechischen ins Lateinische waren Jakob von Venedig (gest. nach 1147) als erster und der flämische Gelehrte Willem van Moerbeke (etwa 1215 – 1286) als letzter der bedeutenden Aristoteles-Übersetzer.

Edward Grant (S. 166) schreibt: “Willem van Moerbeke übersetzte mindestens 48 Abhandlungen des Aristoteles, darunter sieben über Mathematik und Mechanik, die zum ersten Mal ins Lateinische übertragen wurden (Grant 1974, S. 39-41; Minio-Paluello 1974, S. 436-438); es sind wirklich eindrucksvolle Übersetzungen. Er war auch der erste, der die biologischen Arbeiten des Aristoteles vom Griechischen ins Lateinische übersetzte. Bei den übrigen naturphilosophischen Werken fand Moerbeke es nützlich, einige frühere Übersetzungen, darunter auch mindestens drei des Jakobus von Venedig, zu revidieren und zu vervollständigen. Darüber hinaus übersetzte Moerbeke auch aus der späten Antike stammende griechische Kommentare zu Werken des Aristoteles, wie z. B. den Kommentar zu seiner Schrift De Anima von Johannes Philoponus, sowie den Kommentar zu De Caelo von Simplicius de Cilicia. Einer der Ersten, die sich Moerbekes Übersetzungen zunutze machten, war Thomas von Aquin.”

Grant fährt fort (S. 167): “Mit Moerbekes monumentalen Arbeiten war im letzten Viertel des 13. Jahrhunderts die gesamte Naturphilosophie des Aristoteles in Übersetzungen aus dem Griechischen und Arabischen verfügbar. Obwohl in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts viele wissenschaftliche Arbeiten aus dem Arabischen ins Lateinische übersetzt wurden von Übersetzern wie Plato von Tivoli, Adelard von Bath, Robert von Chester, Hermann von Kärnten, Dominicus Gundissalinus, Peter Alfonso, Johannes von Sevilla und anderen, sind die frühesten Übersetzungen von Aristoteles´ Werken über die Naturphilosophie anscheinend in Spanien in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts entstanden. Der bei weitem bedeutendste Übersetzer dieser Werke war aber Gerhard von Cremona (ungefähr 1114 – 1187), der überhaupt mehr naturwissenschaftliche und medizinische Arbeiten als alle anderen aus dem Arabischen ins Lateinische übersetzt hat.”

Zu diesen Dutzenden von Übersetzungen von Gerhard von Cremona und seinen Mitarbeitern gehört wahrscheinlich auch das Werk über die Optik (De Aspectibus oder Opticae Thesaurus) von Alhazen, das ebenfalls nicht griechischer Sprache vorlag. Sicherlich ist es historisch zutreffend, dass diese bedeutende Übersetzungsarbeit aus dem Arabischen einigen Einfluss auf Europa hatte, unser Blick soll sich aber darauf richten, wie diese unterschiedlichen Kulturen dieses Wissen nutzten.
Wir haben hier das Beispiel dreier unterschiedlicher Kulturen, der islamischen, der des christlichen Ostens (Byzanz) und der des christlichen Westens, die Zugang zu weitgehend demselben Material hatten, aber damit zu unterschiedlichen Endergebnissen gelangten. Ich habe sehr viel über die Geschichte der mechanischen Uhren und der Augengläser gelesen, beides europäische Erfindungen der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. In keinem anderen Kulturbereich gibt es Entsprechendes zu diesen Erfindungen, die wesentliche Voraussetzungen waren für spätere wissenschaftliche und technologische Fortschritte, die von genauerer Zeitmessung abhingen. Auch die Konstruktion von Mikroskopen und Teleskopen war in gewisser Weise eine Weiterführung der Erfindung der Augengläser und des Gebrauchs von Glaslinsen.

Ich könnte nichts an bedeutsamem Wissen nennen, zu dem die Europäer zu dieser Zeit nicht genau so wie die Muslime Zugang gehabt hätten. Wenn überhaupt, dann hatte man im Mittleren Osten mehr Wissen zu seiner Verfügung, da man in regelmäßigem Kontakt zu den großen Kulturen Asiens stand und die griechische Naturlehre um indische und chinesische Entdeckungen erweitern konnte. Den Europäern war der direkte Kontakt mit diesen Kulturen verwehrt, weil sie durch einen großen Block feindlicher Muslime von ihnen geographisch isoliert waren. Die einzig mögliche Schlussfolgerung aus der Tatsache, dass es die Europäer waren, die mechanische Uhren erfunden haben, ist, dass sie kreativer und effizienter als die Muslime mit dem ihnen zur Verfügung stehenden Wissen umgingen. Die Muslime hätten das Gleiche tun können, aber sie taten es nicht. Sie haben es schlicht und einfach nicht geschafft.

In dieser Hinsicht ist das Byzantinische Reich noch rätselhafter, da die Gelehrten dort offenbar die Schatzkammer der Naturwissenschaft, über die sie in ihrer eigenen griechischen Sprache verfügten , nicht zu nutzen wussten. Byzanz war im wesentlichen eine Theokratie, da der Kaiser sowohl das Oberhaupt der Kirche als auch des Staates war.

Edward Grant (Science and Religion, S. 228): ” Im Byzantinischen Reich sind bis zum Ende des 6. Jhdt. die wichtigen Beiträge zur Naturlehre von einer Reihe von Kommentatoren des aristotelischen Werkes gemacht worden, wie z. B. von Alexander von Aphrodisias (Ende 2./Anfang 3. Jhdt n. Chr.), von Themistius (ca. 317 – 388), von Simplicius, und als Wichtigstem, von dem christlichen Neuplatoniker Johannes Philoponus, dessen Ideen großen Einfluss auf die islamische und die lateinische Naturphilosophie haben sollten. Jedoch wurde das wissenschaftliche Niveau im Jahr 529 ernsthaft beeinträchtigt, als Kaiser Justinian aus religiösen Gründen die Schließung der Platonischen Akademie in Athen anordnete und damit eine größere Zahl von Philosophen zwang, Byzanz zu verlassen und nach dem Osten zu gehen. Von da an spielten Philosophie und Naturwissenschaft im intellektuellen Leben von Byzanz nur noch eine geringe Rolle. Dies ist überraschend, wenn man sich überlegt, dass die byzantinischen Gelehrten – im Vergleich zu ihren zeitgenössischen Kollegen im Islam und im lateinischen Westen – in einer wirklich begünstigten Situation waren, da ihre Muttersprache ja Griechisch war. Sie konnten all die griechischsprachigen Werke, die im Oströmischen Reich, vor allem in Byzanz selbst, seit dem 5. und 6. Jahrhundert v. Chr. zusammengetragen worden waren, lesen, studieren und deuten, ohne die Probleme der Übersetzung zu haben.

Als Alhazen sein Werk über die Optik schrieb, verließ er sich weitgehend auf arabische Übersetzungen ursprünglich byzantinischer Manuskripte in griechischer Sprache über Mathematik, Philosophie und Medizin. Wiederum Grant (S. 229): “Es ist ein Paradox der Geschichte, dass die Kulturen des Islam und Westeuropas beträchtlich zum menschlichen Wissensvorrat beigetragen haben, obwohl sie auf Übersetzungen angewiesen waren und ihnen oft wichtige frühere Texte nicht zur Verfügung standen, während die Byzantiner, die die griechische Sprache beherrschten und leichten Zugang zu den Manuskripten ihrer großen griechischen Vorgänger hatten, es nicht vermocht haben, aus diesem Glücksfall Kapital zu schlagen.”

Das byzantinische Reich war zwar kulturell nicht erstarrt, es gab einige “Renaissancen” von kurzer Dauer, und seine Bewahrung älteren Wissens war von unschätzbarem Wert, aber es hat im Verlauf des Mittelalters nur wenige Werke von bleibender Bedeutung hervorgebracht. Ich glaube immer noch, dass meine Schlussfolgerung in dem Online-Essay The Legacy of Byzantium , inspiriert durch Timothy Gregorys faszinierendes Buch A History of Byzantium“, im wesentlichen zutreffend ist: “Es ist wahr, dass das byzantinische Reich eine schlechte Presse hat. Die Gelehrten James E. McClellan III und Harold Dorn fassen die etablierte Meinung in Science and Technology in World History (dt.: Harold Dorn, James E. McClellan – Werkzeuge und Wissen) zusammen, wenn sie feststellen, dass ´Byzanz nie zu einem Mittelpunkt bedeutender selbständiger Wissenschaft wurde´. Es ist sicher eine der großen historischen Ironien, dass das von den Byzantinern bewahrte griechisch-römische Wissen einen größeren Einfluss im Westen als im Byzantinischen Reich selbst gehabt hat. Obwohl die Tatsache, dass man sich Jahrhunderte lang an den Frontlinien des islamischen Dschihad befand, nicht gerade hilfreich war, ist dies doch keine hinreichende Erklärung dafür, dass Byzanz nicht vermochte, eine moderne Naturwissenschaft zu entwickeln. Wenn man sich mit dem Byzantinischen Reich beschäftigt, wird man unweigerlich feststellen, dass die Trennung von Kirche und Staat, wie sie im Westen nach dem Investiturstreit (Wormser Konkordat 1122) stattfand, dort nie erfolgte. Byzanz blieb ein ziemlich autokratischer Staat, in dieser Hinsicht China – und später Russland – in mancher Hinsicht ähnlicher als Westeuropa. Parlamente, sich selbst verwaltende Städte und eine Vielzahl von Universitäten haben sich im christlichen Westen entwickelt, aber nicht im christlichen Osten.

Jedoch auch in der islamischen Welt wurden griechische Logik und Naturphilosophie niemals völlig akzeptiert, und was es an anfänglicher Akzeptanz gegeben hatte, wurde fast völlig durch den äußerst einflussreichen islamischen Theologen Al Ghazali (1058-1111) beseitigt, der die Naturphilosophie als gefährlich für den islamischen Glauben ansah und dem Konzept des mathematischen Beweises skeptisch gegenüberstand.

So sagt Edward Grant (S. 238): “[Al Ghazali] subsumiert die Mathematik unter die philosophischen Wissenschaften (d. h. Logik, Naturwissenschaft, Theologie bzw. Metaphysik, Politik, und Ethik) und folgert, dass ein Student dieser Disziplinen ´von den Übeln und der Verderbnis der Philosophen angesteckt wird. Wenige nur sind es, die sich diesen Studien widmen, ohne der Religion beraubt und der Zügel der Gottesfurcht entledigt zu werden´ (Watt 1953, S. 34). In seinem großen philosophischen Werk Die Inkohärenz der Philosophen greift Al Ghazali die antike Philosophie an, vor allem die Sichtweisen des Aristoteles, indem er die Ideen von zwei der wichtigsten islamischen Kommentatoren seiner Philosophie, nämlich al-Farabi und Avicenna, vorstellt und kritisiert. Nach der Kritik ihrer Ansichten zu zwanzig philosophischen Problemen, darunter die Frage nach der Ewigkeit der Welt, die These, dass Gott nur Allgemeinbegriffe, aber keine Einzeldinge kenne, und, dass es keine Wiederauferstehung nach dem Tode gebe, erklärt er: ´Alle diese drei Theorien stehen in heftigem Gegensatz zum Islam. An sie zu glauben heißt die Propheten der Täuschung anzuklagen und ihre Lehren als eine heuchlerische Falschdarstellung zu betrachten in der Absicht, das Volk für sich zu gewinnen. Und dies ist eine unverschämte Gotteslästerung, zu der sich kein Muslim, welcher Glaubensrichtung auch immer, bekennen würde´.

Ibn Warraq fasst dies in seinem modernen Klassiker “Warum ich kein Muslim bin” so zusammen: “Der orthodoxe Islam ging aus der Begegnung mit der griechischen Philosophie als Sieger hervor. Der Islam wies die Vorstellung zurück, dass die Wahrheit allein mit der menschlichen Vernunft zu erreichen sei, und ergab sich in den Trost des unhinterfragten Glaubens an die höhere Wahrheit der göttlichen Offenbarung. Welches Datum auch immer man ansetzt für diesen Sieg des orthodoxen Islam (vielleicht im 9. Jahrhundert mit der Bekehrung von al-Aschari, oder im 11. Jahrhundert mit den Werken Al Ghazalis), es ist, so glaube ich, ein wirkliches Desaster für alle Muslime, ja, in der Tat, für die ganze Menschheit.

Al Ghazali, dessen Einfluss nicht überschätzt werden kann, vertrat eine streng orthodoxe Position in der Frage der Anwendung von Gewalt gegen Nicht-Muslime. Robert Spencer zitiert Al Ghazali in seinem ausgezeichneten Buch Religion of Peace? Why Christianity is and Islam isn´t” über die Wichtigkeit des Dschihad gegen die Ungläubigen: ” Man muss wenigstens einmal im Jahr in den Dschihad (d. h. Kriegszüge oder bewaffnete Razzien) ziehen. . . . Man mag ein Katapult gegen sie benutzen, wenn sie sich in einer Festung befinden, sogar wenn unter ihnen Frauen und Kinder sind. Man mag sie in Flammen setzen und/oder sie ertränken. … Wenn jemand der ahl al-kitab [Leute des Buches] versklavt wird, ist seine Ehe [automatisch] ungültig. … Man möge ihre Bäume fällen. … Man muss ihre nutzlosen Bücher vernichten. Die Dschihadis mögen als Beute nehmen, was immer ihnen gefällt. … Sie mögen so viel Nahrungsmittel stehlen wie sie brauchen.”

Ein weiterer muslimischer Denker, der Nordafrikaner Ibn Chaldun (13. Jhdt.), hatte ebenfalls die traditionelle Sichtweise des Dschihad und teilte das tiefe Misstrauen gegenüber der Philosophie. Edward Grant (S. 242): “Selbst ein so aufgeklärter Autor wie Ibn Chaldun (1332 – 1406) war ein Feind der Philosophie und seiner Vertreter. Wegen seiner großen Universalgeschichte (Kitab al ibar), mit ihrem ersten umfangreichen Teil Die Einleitung (al Muqqadimah) , wird Ibn Chaldun als der erste Verfasser einer Weltgeschichte angesehen. Franz Rosenthal, der Übersetzer der Einleitung ins Englische schreibt: ´Die Muqqadimah war in der Tat der erste großangelegte Versuch, die die politischen und sozialen Organisationen bestimmenden Gruppenbeziehungen als von der Umwelt und der Psyche beeinflusst zu sehen und zu untersuchen´ (Rosenthal 1973, S. 321). Obwohl Ibn Chaldun ein so brillianter Historiker war, enthielt die Muqqadimah ein Kapitel “Eine Widerlegung der Philosophie – Wie sie ihre Schüler korrumpiert”. Hier verdammt er die Ansichten der Philosophen und verkündet seinen muslimischen Glaubensbrüdern, dass ´die Probleme der physischen Welt für uns keinerlei Relevanz haben in Bezug auf die religiösen Angelegenheiten oder in Hinsicht auf unsere Lebensführung. Deswegen müssen wir sie unbeachtet lassen´. Er sah das Studium der Logik als für die Gläubigen gefährlich an, es sei denn, sie hätten sich tief in den Koran und die islamische Religionswissenschaft versenkt und sich so gegen ihre Methoden gewappnet.”

In meinem Online-Essay “The West, Japan, and Cultural Secondarity” diskutiere ich die Ideen des französischen Denkers Rémi Brague, wie er sie in seinem Buch Eccentric Culture: A Theory of Western Civilization darlegt. Seine These ist, dass bei den Muslimen der Instinkt zur Selbstkritik und zur Wertschätzung “des Anderen” weitgehend fehlt. Sie haben zwar Werke aus dem Griechischen und anderen Sprachen wie Sanskrit und Persisch übersetzt, aber für gewöhnlich haben sie diese Originale nicht aufbewahrt. Dadurch wurden in der islamischen Welt “Renaissancen”, das Zurückgehen zu den Quellen, um sie in neuer Weise zu deuten, unmöglich. Er zitiert Ibn Chaldun mit folgender Aussage aus der Muqaddimmah: “[Die Muslime] wünschten die Wissenschaften der ausländischen Nationen kennen zu lernen. Sie eigneten sie sich durch Übersetzungen an. Sie haben sie in die Form ihrer eigenen Sichtweisen gepresst. Sie haben diese fremden Zungen herausgelöst, sie ihrem eigenen Idiom angepasst und so haben sie deren Leistungen übertroffen. Die Manuskripte in den nicht-arabischen Sprachen wurden vergessen, waren zerstreut und verloren. Alle Wissenschaften existierten schließlich nur noch in Arabisch, ihre systematischen Arbeiten waren in arabischer Schrift, so dass, wer diese Wissenschaften studieren wollte, Kenntnis der Bedeutung arabischer Worte und der arabischen Schrift haben musste. Sie kamen ohne die Kenntnis all der anderen Sprachen aus, weil sie ausgewischt waren und kein Interesse mehr an ihnen bestand.”

Die Logik wurde weiter als Hilfsdisziplin in der scholastischen Theologie (kalam) und in vielen religiösen Schulen des Islam genutzt, aber es gab doch so viel Feindseligkeit gegenüber der Philosphie, dass die Philosophen sich veranlasst sahen, möglichst wenig in Erscheinung zu treten. Gelehrt wurde sie meist nur in privatem Rahmen, nicht in den anerkannten Institutionen. Dazu Edward Grant (Science and Religion, S. 239): “Wenn man sich die Übersetzungen in den ersten Jahrhunderten des Islam ansieht, stellt man fest, dass die griechische Philosophie, besonders die von Aristoteles, ihre stärkste Unterstützung von einigen über die ganze islamische Welt verstreuten Einzelpersonen erhalten hat.

Wie schon erwähnt, gehörten zu diesen größten islamischen Philosophen Al Kindi, Al Razi, Ibn Sina und Ibn Ruschd, die auch alle mehr oder weniger unter Verfolgung zu leiden hatten. Al Kindis Fall verrät wichtige Aspekte des intellektuellen Lebens im Islam. Er war Aristoteles´ erster islamischer Kommentator und wurde zunächst von zwei Kalifen, Al Mamun und Al Mutassim, mit Wohlwollen aufgenommen, aber unter Al Mutawakkil war es damit vorbei. Nach Pervez Hoodbhoy “war es nicht schwierig für die Ulema (die religiösen Gelehrten), den Herrscher davon zu überzeugen, dass dieser Al Kindi sehr gefährliche Überzeugungen hege. Mutawakkil befahl bald, die persönliche Bibliothek des Gelehrten zu konfiszieren. … Aber das reichte noch nicht. Der sechzigjährige Philosoph erhielt auch noch fünfzig Peitschenhiebe in Gegenwart einer großen Menschenmenge, die sich versammelt hatte. Beobachter berichten darüber, dass die Menge bei jedem Hieb lautstark ihrem Beifall Ausdruck verlieh.” (Hoodbhoy 1991, S. 111) Auch die anderen Gelehrten hatten einiges an Verfolgung zu erdulden, einige mussten sogar vor der Gefahr fliehen.

Im lateinischen Westen war die Situation grundlegend anders. Es gab zwar gelegentliche Opposition gegen den Gebrauch der Ratio und im 13. Jhdt. an der Universität zu Paris einen Versuch, die Werke des Aristoteles zu verbannen, aber das dauerte nur kurz und schlug schließlich fehl. Weitere Versuche, die Verwendung der Logik und der Naturphilosophie zu verbieten, fanden nicht mehr statt, obwohl Kritik an bestimmten Interpretationen noch gelegentlich vorkam. Nach 1250 und bis zum Ende des Mittelalters wären Attacken gegen die Vernunft auf Befremden gestoßen und nicht mehr akzeptiert worden.

Der Islam hingegen ist dem Grunde nach eine Theokratie, in der Religion und Staat eine Einheit bilden. In den islamischen Schulen, den Medressen, stand generell “Islamische Wissenschaft” auf dem Lehrplan, das heißt, Theologie, arabische Sprachlehre, der Koran und die Hadithen; Griechisch und andere nicht-muslimische Lehre war “fremde Lehre” und wurde nie in das eigentliche Curriculum aufgenommen.

Wiederum Grant (S. 243): “[Die Medressen] hatten als ihren eigentlichen Auftrag die Lehre des Islam und beachteten die “fremde Lehre” nur wenig, die, wie wir gesehen haben, letztlich aus der von den Griechen sich herleitenden Naturlehre bestand. Die dort entwickelten analytischen Fächer hatten definitiv nicht den gleichen Status wie die religiösen und theologischen und spielten an den Medressen, dem Zentrum der islamischen höheren Bildung, nur am Rande eine Rolle. Lediglich die Fächer wurden gelehrt, die dem Koran und dem religiösen Recht die Überlegenheit zusprachen. Eines von diesen war Logik, die nicht nur für die Semantik als nützlich angesehen wurde, sondern auch als hilfreich zur Vermeidung von Fehlern bei der Schlussfolgerung. Die eigentliche Funktion der Medressen war jedoch, ´das Wissen zu bewahren und die orthodoxe Lehre zu verteidigen´ (Mottahadeh 1985, S. 91). Die meisten islamischen Theologen sahen die Naturlehre nicht als ein Fach an, das zu einem besseren Verständnis der Religion verhelfen könne, sondern, im Gegenteil, als ein Fach, das gefährlich für den Glauben sei, weil es die islamische Lehre von innen her zerstören könne. Die Naturlehre blieb in den islamischen Ländern immer eine Disziplin am Rande und wurde niemals in das Bildungssystem integriert, wie es im lateinischen Christentum geschah.”

In Europa dagegen wurde die griechische Naturphilosophie vollständig in das Curriculum der Universitäten integriert, wie Grant erklärt (s. 244f.): “Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass an den Universitäten ausgebildete Theologen die Naturphilosophie nicht nur in ganzem Umfang akzeptierten, sondern dass auch viele, wenn nicht die meisten, von ihnen die Literatur dieser Disziplin beträchtlich erweiterten. Aus diesem Grund ist es ohne Einschränkung richtig, sie “naturphilosophische Theologen” zu nennen. Sie waren in beiden Disziplinen gleichermaßen zuhause und darauf bedacht, zur Lösung theologischer Probleme so weit wie möglich die Naturphilosophie heranzuziehen, ohne dabei die Naturphilosophie ´theologisieren´ zu wollen. Dies erklärt, warum einige Theologen des Mittelalters in ihrer Bedeutung mit säkularen Naturphilosophen auf die gleiche Ebene gestellt werden können, wie z. B. John Buridan und Albert von Sachsen, während andere, wie Albertus Magnus und Nicole Oresme, noch von deutlich größerer Bedeutung sind. Durch ihre Arbeit hatten die Theologen des Westens vollen Anteil an der Entwicklung der Naturphilosophie, deren Institutionalisierung an den Universitäten des späten Mittelalters wiederum ihre weite Verbreitung ermöglichte. Nichts dergleichen fand im Byzantinischen Reich oder im Islam statt. “

Einer der wichtigsten Vorzüge, dessen sich das katholische Europa in diesem Zeitalter erfreute, war die Trennung von Kirche und Staat. Edward Grant (S. 246f.): “[Byzantiner und Muslime] bezahlten einen hohen Preis für die fehlende Trennung von Kirche und Staat. In beiden Gesellschaften wurde die Naturphilosophie des Aristoteles als potentiell gefährlich betrachtet, weil sie Begriffe und Ideen enthielt, die für beide Religionen feindlich waren, und weil das Gefühl verbreitet war, dass Gelehrte, die sich zu sehr auf die Naturphilosophie konzentrierten, die Religion entweder vernachlässigten oder zu dem Schluss kämen, sie wäre der Naturphilosophie unterlegen. Die fehlende Trennung von Geistlichkeit und Regierung machte den institutionellen Vorteil zunichte, den der Islam gegenüber dem Christentum des Westens hatte. Während letzteres eine zentralisierte hierarchische Organisation mit einer einzelnen Person von unbegrenzter Autorität an der Spitze – dem Papst – darstellte, war der Islam ohne Hierarchie und dezentral organisiert. Was es dort an Autorität gab, ging von lokalen Religionsführern aus, die sich auf die jeweiligen muslimischen Gemeinschaften stützten. Unter diesen Umständen könnte man erwarten, dass Freiheit der Wissenschaft und die Pflege einer lebendigen naturphilosophischen Tradition innerhalb der dezentralisierten
islamischen Religion wahrscheinlicher gewesen wäre als innerhalb der stark zentral organisierten katholischen Kirche Westeuropas. Wie wir wissen, passierte das Gegenteil: der Westen entwickelte eine lebendige Naturphilosophie, wohingegen sie im Islam zu einer verdächtigen, nur am Rande geduldeten Disziplin wurde, deren Studium sich sogar als gefährlich erweisen konnte.”

Das System der europäischen Universitäten hatte zu jener Zeit in keiner der bedeutenden Kulturen der Welt eine wirkliche Entsprechung. Wie Toby Huff in seinem Buch (S. 234) sagt: “Gleichfalls sollten wir nicht unterschätzen, was für ein großer Schritt die Entscheidung war – die teilweise auf die antike Tradition zurückgriff -, das Studium der Philosophie und aller Aspekte der natürlichen Welt zu einem offiziellen öffentlichen Unternehmen zu machen. Wenn uns dies als nichts Besonderes erscheint, dann liegt das an unserer eurozentrischen Perspektive, die uns vergessen lässt, dass man das Studium der Naturwissenschaften in den islamischen Lehranstalten des Mittleren Ostens vermied und solche Untersuchungen nur an sorgfältig abgeschirmten privaten Orten durchgeführt wurden. In ähnlicher Weise gab es in China keine selbstbestimmten, von der Staatsverwaltung unabhängigen Stätten der Gelehrsamkeit, es gab nur solche, die völlig von dem Wohlwollen des Zentralstaates abhängig waren. Und die Philosophen hatten auch nicht die Freiheit, autonom das Feld ihrer Forschungen zu definieren, wie es im Westen üblich war.”

Edward Grants Arbeit ist wichtig, weil er die Rolle aufgedeckt hat, die die Universitäten bei der Schaffung der Voraussetzungen zur späteren Wissenschaftlichen Revolution gespielt haben. Er kommt zu dieser Schlussfolgerung (S. 248): “Ohne die Trennung von Kirche und Staat und den Entwicklungen, die daraus folgten, hätte der Westen nicht die in der Antike verwurzelte Naturphilosophie entwickelt, die mit Hilfe eines weitgespannten Netzes von Universitäten in Europa verbreitet wurde und die wiederum die Grundlage für die großen wissenschaftlichen Fortschritte des 16. und 17. Jahrhunderts. legte, Fortschritte, die bis heute andauern.”

Das Buch von John Gibbin The Scientists: A History of Science Told Through the Lives of its Greatest Inventors ist eine faszinierende, leicht zu lesende Lektüre über weitere Entwicklungen in der wissenschaftlichen Tradition des Westens (weniger der anderen Kulturen) im 16. Jahrhundert und später.

Toby E. Huff stimmt in seinem ausgezeichneten Buch mit Grants Einschätzung der Wichtigkeit des Universitätssystems überein (S. 344): “Eine sachliche Untersuchung des Bildungshintergrundes der bedeutenden Wissenschaftler des 15. bis 17. Jahrhunderts zeigt, dass eine große Mehrheit von ihnen tatsächlich eine Universitätsausbildung hatte. Wie John Gascoigne gezeigt hat: ´Fast genau 87% der zwischen 1450 und 1650 geborenen europäischen Wissenschaftler, die für würdig befunden wurden, in das Dictionary of Scientific Biography aufgenommen zu werden, hatten eine Universitätsausbildung´. Und wichtiger noch: ´Ein großer Anteil von ihnen hatte darüber hinaus Karriereposten an einer Universität inne´. Im Zeitraum 1450 – 1650 waren dies 45 Prozent, und im Zeitraum 1450 – 1550 51 Prozent. Wenn man bestimmte Wissenschaftler herausgreift, dann muss man ohne weiteres anerkennen, dass Kopernikus, Galilei, Tycho Brahe, Kepler und Newton alle herausragende Wissenschaftler waren, hervorgegangen aus den europäischen Universitäten, die ja als scholastisch und einer freien Entfaltung abträglich galten. Kurzum, soziologische und historische Berichte über die Rolle der Universität als eines Ortes der Erkenntnis und eines Inkubators wissenschaftlichen Denkens und Argumentierens sind sehr stark unterschätzt worden.”

Nichts dergleichen existierte in der islamischen Welt. Universitäten konnten in Spanien und Portugal erst errichtet werden, als diese Länder von den Christen wiedererobert waren. Huff (S. 212): “Wenn Spanien auch in späteren Jahrhunderten noch ein islamisches Land geblieben wäre – sagen wir, etwa bis zur Zeit Napoleons – hätte es auch alle die ideologischen, rechtlichen und institutionellen Defekte der islamischen Zivilisation behalten. Ein dem islamischen Recht unterworfenes Spanien wäre unfähig gewesen, neue Universitäten zu gründen, die auf dem europäischen Modell rechtlich autonomer Körperschaften basieren, da es solche Körperschaften nach islamischem Recht nicht gibt. Hinzu kommt, dass das islamische Bildungsmodell auf dem absoluten Primat des fiqh, der Rechtsstudien, beruht, sowie auf dem Grundsatz, dass die große Tradition der Vergangenheit unbedingt bewahrt werden muss. Dies spiegelte sich symbolisch in der ijaza wieder, der persönlich durch einen Gelehrten gegebenen Erlaubnis, das tradierte Wissen weiterzugeben, einer Praxis völlig verschieden von der des Westens, bei der aufgrund des in einem Examen demonstrierten Wissens ein Prüfungsgremium über das Erreichen des akademischen Grades entscheidet. Die spanischen Universitäten, die tatsächlich im 13. Jahrhundert gegründet wurden, zunächst in Palencia (1208-9), dann in Valladolid und Salamanca (1227-8) usw., befanden sich alle in seit langem wieder christlichen Gebieten, und ihre Verfassungen orientierten sich an denen von Paris und Bologna.”

Es gibt einen weiteren, sehr wichtigen, theologischen Aspekt, nämlich dass Muslime das Verhalten Allahs generell als nicht vorhersagbar ansehen, während Christen wie Juden dazu neigen, Gott als verlässlich zu sehen, da er die Welt auf der Basis von logischen Naturgesetzen, die vom Menschen entdeckt und verstanden werden können, geschaffen hat. Toby E. Huff (S. 116): “Kurzum, die Europäer des Mittelalters hatten ein Menschenbild entwickelt, dass so von Rationalität und Vernunft durchdrungen war, dass die philosophische und theologische Spekulation eine Sphäre atemberaubender Untersuchungen wurde, deren Ergebnisse – zur Bestürzung aller – weit von dem entfernt waren, was die Orthodoxie erwarten ließ. Überdies fand diese theologische und philosophische Spekulation in den Zitadellen der westlichen Gelehrsamkeit, in den Universitäten, statt. Die christliche Theologie hatte den Menschen nicht nur mit einer ganzen Reihe von neuen Methoden und Motivationen ausstaffiert, sondern hatte ihm auch verschiedene Verstandesfähigkeiten zugesprochen, deren Potential keine Grenzen kannte.”

Beklagenswert ist, dass jetzt am Beginn unseres 21. Jahrhunderts, dieses Universitätssystem, wie sich zeigen lässt, nicht mehr so funktioniert wie zuvor. Ibn Warraq drückt es in seinem großartigen Buch Defending the West so aus: “Indem sich der Westen der Political Correctness ergibt und sich vom Geld der Saudis und der anderen Araber bestechen lässt, hört er auf, dem eigentlichen Zweck der Universität Ehre zu erweisen. In den letzten Jahren haben Saudi-Arabien und andere islamische Länder (z. B. Brunei) an renommierten westlichen Universitäten Lehrstühle für Islamische Studien eingerichtet, die dazu angehalten sind, den Islam in einem günstigen Licht zu zeigen.

Wissenschaftliche Forschung mit dem Ziel der Erkenntnis objektiver Wahrheit scheint nicht länger die Absicht zu sein. Eine kritische Untersuchung der Quellen des Korans wird behindert. Professoren wie David Esterman haben sogar ihre Posten verloren, weil sie den Islam in einer Weise gelehrt haben, die von Saudi-Arabien nicht gebilligt wird. Die Universitäten Georgetown und Harvard haben je 20 Mio. $ vom saudischen Prinzen Al Walid bin Talal für islamische Studienprogramme angenommen. Das Carter Center, vom ehemaligen Präsidenten Jimmy Carter gegründet, wird teilweise von bin Talal finanziert. Diese Gelder können den ursprünglichen Zweck aller akademischen Bildung, nämlich die Suche nach der Wahrheit, nur untergraben. Jetzt sollen wir nur die “islamische Wahrheit” haben, so wie sie von der saudischen Königsfamilie akzeptiert wird, einer Familie, die Terrorismus, Feindschaft gegen den Westen und Antisemitismus seit mehr als dreißig Jahren finanziert hat.”

Dies ist Korruption und Einschüchterung durch das Gewähren und Entziehen von Finanzen, aber schon seit längerem scheinen die westlichen Universitäten sich mehr und mehr damit zu beschäftigen, ihre eigene Zivilisation zu ´dekonstruieren´ und die barbarischsten Kulturen und Regime der Erde zu preisen. Nun ist dies durchaus nicht generell der Fall. Es wird noch immer auch großartige Arbeit an den Universitäten des Westens geleistet, wofür Prof. Grant selbst ein lebendiger Beweis ist. Aber man kann kaum leugnen, dass freie Forschung und gute Lehre im Niedergang begriffen sind. Wie dies geschehen ist, wie das westliche Universitätssystem von einem großen Vorteil gegenüber der islamischen Welt zu etwas werden konnte, das wie ein Problem aussieht, ist eine interessante Frage, die aber in einem eigenen Essay behandelt werden muss. Indem er uns erinnert hat, wie einzigartig dies System einmal gewesen ist, hat Edward Grant eine ausgezeichnete Arbeit geleistet.