Counterjihad

5. Februar 2009

Fjordman: Der Islam, der Westen und unser „gemeinsames Erbe“

Erstveröffentlichung unter dem Titel „Islam, the West, and Our ´Shared Heritage´“ in: Dhimmi Watch,  7. November 2008.

http://www.jihadwatch.org/dhimmiwatch/archives/023422.php

Übersetzung aus dem Englischen: BeforeDawn

Kaum eine Woche geht vorüber, ohne dass jemand behauptet, Muslime und Westler hätten ein „gemeinsames kulturelles Erbe“. Ich widerspreche dieser Behauptung entschieden. Das einzige, was wir Europäer und Muslime an „gemeinsamer Geschichte“ haben, ist, dass wir 1300 Jahre lang das Ziel des Djihad gewesen sind. Die Umdeutung der Geschichte des Westens ist inzwischen derartig schlimm, dass sogar William Shakespeare zum heimlichen Moslem erklärt wird. „Shakespeare hätte großen Gefallen am Sufismus gefunden“, hat der Islam-Wissenschaftler Martin Lings, selber ein Sufi, im Jahr 2004 gesagt. Wie der Guardian berichtet, hat Lings während der Islam Awareness Week in einer Vorlesung der International Shakespeare Globe Fellowship in Shakespeares eigenem Globe-Theater in London argumentiert, Shakespeares Werk „habe Ähnlichkeit mit den Lehren der islamischen Sufi-Sekte“.

Robert Spencer gab damals folgenden Kommentar dazu ab:

Shakespeare ist nur das letzte Beispiel dafür, dass bedeutende Vertreter der westlichen, christlichen Kultur islamkompatibel gemacht werden: erst kürzlich hat das Außenministerium der USA versichert, und das ohne den geringsten Beweis, dass Christoph Kolumbus (der Ferdinand und Isabella für die Vertreibung der Muslime aus Spanien gepriesen hat) von einem muslimischen Navigator unterstützt worden ist. Es ist ein bedenkliches Zeichen unserer Zeit, wenn ein solches Denken nicht nur auf islamverharmlosende Webseiten beschränkt ist, sondern auch vom Globe-Theater und vom amerikanischen Außenministerium übernommen wird – die ja nun kaum den kulturellen Rand repräsentieren -, ja sogar von Schulbuchverlagen. Der Zustand des amerikanischen Erziehungssystems ist heutzutage so erbärmlich, dass selbst die Lehrer diesen Geschichtsfantasien nichts entgegenzusetzen haben. Sie werden zu willfährigen Propagandisten der neuen Geschichtsdeutung: Seht! Von den Muslimen haben wir nichts zu befürchten. Shakespeare war auch einer von ihnen. Ach ja, und Goethe auch. Und Abraham Lincolns Mutter!

Das Lustige daran ist, dass es das Konzept „Theater“ im Islam des Mittelalters bzw. der frühen Neuzeit ja wohl kaum gegeben hat. Es hat kein muslimischer Shakespeare existiert, weil kein muslimischer Shakespeare möglich war. Dies ist eben ein weiterer Teil des griechisch- römischen Erbes, der nicht von den Muslimen „geteilt, bewahrt und an uns weitergegeben wurde“, weil sie nie daran interessiert waren, nicht einmal während ihrer Blütezeit.

Hebräisch war schon zur Zeit der Römer seit Jahrhunderten als gesprochene Sprache tot gewesen, es war nur mehr die Sprache der hebräischen Bibel, und ein Jude wie Jesus von Nazareth hatte sicherlich einige Kenntnisse des Hebräischen. Sehr wahrscheinlich war er auch mit den Sprachen zweier ehemaliger Reiche, die die Levante beherrscht hatten, vertraut, mit dem Aramäischen der Perser (und der Assyrer) und mit dem Griechischen, das die Sprache im Reich Alexanders des Großen war [*]. Eine Sprache, die er nicht kannte, war Latein. Wie weit er diese Sprachen auch selbst sprechen konnte, ist umstritten, aber es ist wahrscheinlich, dass er von allen dreien, Hebräisch, Aramäisch und Griechisch, gewisse Kenntnisse hatte. Jesus, der die christliche Religion begründete, konnte Griechisch wahrscheinlich auch in einem gewissen Maße sprechen. Ich bin mir ziemlich sicher, Mohammed konnte dies nicht.

Paulus, also derjenige, der die christliche Lehre mehr als irgendeiner außer Jesus formte, war Jude, aber zugleich auch römischer Bürger. Obwohl das Verhältnis zwischen dem römischen Staat und den Anhängern der neuen Religion kompliziert war (einige frühe Christen wurden von den römischen Behörden hingerichtet, einschließlich des Begründers selbst), breitete sich der christliche Glaube aus und eroberte schließlich das römische Imperium von innen. Das Christentum war von Anfang an eine römische Religion. Es ist wohl zutreffend zu sagen, dass es zwar der jüdischen Weltsicht entsprungen ist, aber in einer griechisch-römischen Umgebung Gestalt erhielt und in der Quelle der griechischen Philosophie und des römischen Rechts getauft wurde.

Als die amerikanischen Gründerväter im achtzehnten Jahrhundert diskutierten, wie ihre junge Republik verfasst sein sollte, waren sie nicht nur vom englischen Parlament und vom französischen Denker Montesquieu (der wiederum vom politischen System der Briten inspiriert war) beeinflusst, sondern, unter anderem, auch von Beschreibungen der Demokratie Athens in den politischen Texten des Aristoteles und der römischen Republik in den Schriften Ciceros. Keiner diese Texte war je in arabischen, persischen oder türkischen Übersetzungen verfügbar gewesen. Cicero hatte auf das europäische Denken von der Renaissance bis zur wissenschaftlichen Revolution in der Aufklärung einen sehr großen Einfluss ausgeübt, war aber von den Muslimen völlig unbeachtet geblieben. Das Römische Recht ist, anders als die Sharia, die unwandelbar ist und ein religiöses Apartheids-System darstellt, rein weltlich, und gesellschaftlichem Wandel gegenüber prinzipiell offen. Es wurde von den Europäern übernommen, nicht aber von den Muslimen, die sogar während des sogenannten „Goldenen Zeitalters“ am Konzept der Demokratie – also der Selbstregierung der Menschen auf der Basis von menschengemachten Gesetzen als einem Teil des griechischen Erbes – keinerlei Interesse gezeigt hatten.

Einer der Gründe, warum die griechische Naturphilosophie im Mittelalter so schnell an den europäischen Universitäten rezipiert wurde, im scharfen Gegensatz zu den islamischen Medressen, war die Vertrautheit der frühesten christlichen Theologen mit der griechischen Philosophie, deren Terminologie und Vorstellungswelt sie teilweise übernahmen. Für die Muslime, die von der arabischen Halbinsel gekommen waren, war das griechisch-römische Erbe ein fremder Eindringling, den ihr kulturelles Immunsystem nicht akzeptieren wollte und schließlich zurückwies. Das soll nicht heißen, dass sie nicht bei ihm Anleihen machten, wenn es ihnen passte. Das taten sie, aber sie betrachteten es nie als ihr „Eigenes“. Für das Christentum war die griechisch-römische Kultur ein Elternteil, der andere war das geistige Vermächtnis des Judentums, so wie es in der hebräischen Bibel zu finden ist. Dies hatte konkrete Folgen, wie z. B. die positive Einstellung zur Bildenden Kunst (Bildhauerei u. Malerei), die sich vom griechisch-römischen Elternteil herleitete und an der die Muslime niemals Anteil hatten.

Kunst ist niemals nur „Kunst“, sondern sie spiegelt immer auch die Weltsicht einer bestimmten Kultur. Die islamische Kunst ist durchweg ziemlich steril gewesen. Die Muslime haben in der Malerei einige Miniaturen geschaffen, aber niemals irgendetwas, das der Kunst des Westens oder der der griechischen Antike vergleichbar ist, und praktisch überhaupt keine Skulpturen. Im Gegensatz dazu hatte die griechische Kunst nach den Eroberungen Alexanders des Großen in den Grenzregionen Nordindiens einen beträchtlichen Einfluss auf die frühe buddhistische Kunst, insbesondere auf die Bildhauerei. Man könnte also überzeugend argumentieren, dass der Westen in größerem Maße ein „griechisches Erbe“ mit den buddhistisch beeinflussten Kulturen Asiens teilt als mit den Muslimen. Für mich verweist das Unvermögen der islamischen Welt, sich das Wissen der Griechen wirklich zu eigen zu machen, auf ihr Unvermögen, den griechischen Geist, wie er sich in Kunst und Politik darstellt, überhaupt zu erfassen.

Ich könnte noch hinzufügen, dass Christen und Juden – genau wie die meisten vorislamischen Völker des Mittleren Ostens, von den alten Ägyptern und Sumerern zu den Phöniziern und Persern – Wein, Bier und andere alkoholische Getränke als Teil ihrer Kultur, ja sogar als Teil ihres religiösen Ritus betrachtet haben. Muslime haben dies ausdrücklich nicht getan. Der Mittlere Osten wandelte sich während der Islamisierung von einem Weltzentrum der Zivilisation zu einem Weltzentrum der Gegenzivilisation, wobei Genuss von Wein und Bier als akzeptierter Teil der Kultur eben der vorislamischen Zeit und dem außerislamischen Bereich bis heute entspricht. Die Japaner hatten Trinkspiele in ihrem Mittelalter. Sie haben sie immer noch, nur dass sie jetzt „Karaoke“ heißen. Ich weiß von keiner fortgeschrittenen Kultur, von der chinesischen bis zu der der Majas im vorkolumbianischen Mittelamerika, die nicht den Genuss irgendeiner Art von gegorenem Getränk gekannt hätte. Wein ist Kultur. Wein – und Bier.

Die Vorstellung eines „gemeinsamen Monotheismus“ ist ebenfalls falsch. Vom islamischen Standpunkt aus ist das Christentum mit seinem Konzept der Dreieinigkeit schon eine gemäßigte Form der Vielgötterei. Die religiösen Texte sind durchaus verschieden, ganz zu schweigen von der Art des persönlichen Vorbilds, das die Gründer der beiden Religionen, Jesus und Mohammed, jeweils gewesen sind. Der Islam wurde durch militärische Eroberung und die Schaffung eines Imperiums zu einer der großen Weltreligionen, das Christentum hingegen, indem es allmählich ein bereits bestehendes Imperium, das Römische Reich, übernahm. Hinzu kommt, dass die zoroastrischen und jüdischen Gemeinschaften im Mittleren Osten (Israel ausgenommen) alle fast völlig von den Muslimen ausgelöscht worden sind, während die christlichen Gemeinschaften sich alle in ernsthaftem Niedergang befinden.

Eine Forscherin aus Dänemark, Tina Magaard, hat Jahre mit der Analyse der Originaltexte der verschiedenen Religionen verbracht, vom Buddhismus bis zur Religion der Sikhs, und kommt zu dem Schluss, dass die islamischen Texte bei weitem die kriegerischsten unter denen der bedeutenderen Religionen sind. Sie propagieren Terror und Kampf in einem weit größeren Ausmaß als die grundlegenden Texte anderer Religionen. „Die Texte des Islam zeichnen sich dadurch aus, dass sie in größerem Umfang zu Gewalt und Aggression gegen Anhänger anderer Religionen aufrufen. Es gibt auch unverhüllte Aufrufe zum Terror. In der Islamforschung ist dies lange ein Tabu gewesen, aber es ist eben eine Tatsache, der wir uns stellen müssen“, sagt Magaard. Zusätzlich gibt es Hunderte von einzelnen Aufrufen im Koran, die Anhänger anderer Religionen mit Gewalt zu bekehren. „Wenn es denn so ist, dass viele Muslime den Koran als das buchstäbliche Wort Gottes ansehen, das keiner Interpretation oder Umformulierung unterzogen werden darf, dann haben wir ein Problem. Es ist nicht zu leugnen, dass die Texte zu Schrecken und Gewalt aufrufen. Folglich muss es als gerechtfertigt angesehen werden, den Muslimen selbst die Frage zu stellen, wie ihre Beziehung zu dem Text ist, wenn sie das, was dort steht, wörtlich nehmen“, sagt sie.

Das Hauptproblem mit dem Islam ist nicht, dass er eine dumme Religion ist, wie einige Leute sagen, sondern dass er eine gewaltorientierte ist. Ich persönlich betrachte Scientology als einen dummen Glauben, jedoch habe ich noch kaum Leute gehört, die sagen. sie lebten in der Furcht, Tom Cruise werde ihnen – Texte von L. Ron Hubbard rezitierend – den Kopf abschlagen und dann ein Video der Tat ins Internet stellen. Christentum und Judentum sind NICHT wie der Islam. Unter allen größeren Religionen ist das Konzept des Djihad im Islam einzigartig.

Wir haben mit den Muslimen das Menschsein gemeinsam, so wie mit jedem anderen auch, aber wir teilen mit ihnen nicht ein gemeinsames Erbe. Sogar das naturwissenschaftlich-technische Erbe der Griechen wurde unterschiedlich verwendet, wie ich demnächst in meiner Geschichte der Optik zeigen werde.

 [*] Anm. des Ü.: Es gilt als gesichert, dass das (semitische) Aramäisch die Muttersprache von Jesus war. Es war, neben dem (indoeuropäischen) Persischen, eine der offiziellen Verkehrssprachen des Persischen Reiches. Fjordmans Darstellung ist hier also nicht ganz korrekt.

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