von Baron Bodissey, übersetzt von Deep Roots
Der Originalartikel “The Other September 11th” erschien am 11. September 2006 bei “Gates of Vienna”:
http://gatesofvienna.blogspot.com/2006/09/other-september-11th.html
Letztes Jahr am 11. September erstellte ich einen Gedenkartikel und schaute mir dann an, was die anderen Blogger an eigenen Erinnerungsartikeln geschrieben hatten. Es gab einige exzellente Artikel und Fotoessays, besonders bei Michelle Malkin, Dr. Sanity, und CUANAS, und alle so viel besser als mein eigener.
Also werde ich dieses Jahr etwas anderes machen: Ich werde der Ereignisse vor fünf Jahren gedenken, indem ich die Ereignisse vor 323 Jahren rekapituliere. Damit meine ich natürlich den anderen Nine-Eleven: den 11. September 1683, den Tag, an dem eine Allianz christlicher Armeen unter der Führung von Jan III Sobieski, dem König von Polen, vor den Toren von Wien eintraf.

Das Osmanische Reich hatte sich die ganze Zeit seit dem Fall Konstantinopels an die Türken und sogar davor schon nach Europa ausgebreitet. Wo immer die moslemischen Armeen auch hingingen, plünderten sie Städte, nahmen Sklaven, wandelten Kirchen in Moscheen um und bekehrten viele tausend gefangene Christen mit vorgehaltenem Schwert zum Islam.
Die Armeen des Sultans überrannten Griechenland, Bulgarien, Rumänien und Serbien. Sie verwandelten das protestantische Ungarn in einen willfährigen Vasallen und führten wiederholt Krieg gegen Österreich und Polen-Litauen. Die Osmanen hatten Pläne mit Wien, nachdem der Fall der Stadt den Weg ins Herz Österreichs und in die reichen Fürstentümer des südlichen Deutschlands öffnen würde.
Nachdem es ihnen nicht gelungen war, Wien bei der Belagerung von 1529 einzunehmen, bereiteten die Türken 1683 einen zweiten Versuch vor. Unter der Führung des Großwesirs Pasha Kara Mustafa und zusammen mit ihren tatarischen und malaiischen Verbündeten trafen sie ihre Vorbereitungen und kämpften sich zur Hauptstadt vor, wobei sie österreichische Dörfer und kleinere Städte auf ihrem Weg überrannten und viele Gefangene machten. Als die moslemischen Horden sich Wien näherten, floh König Leopold mit dem Großteil der Bürger nach Westen und ließ nur eine Garnison von etwa 11.000 Soldaten und 5.000 Freiwilligen aus der Bürgerschaft zurück, um die Stadt gegen die Türken zu halten. Die Wiener ebneten Gebäude rund um die Stadtmauern ein, um dem Feind die Deckung zu nehmen, und brachten Lebendvieh und Proviant in die Stadt, um sich auf eine Belagerung vorzubereiten.
Am 16. Juli 1683 begann die zweite Belagerung Wiens. Die winzige Garnison in der Stadt war kein Gegenspieler für Kara Mustafas Armee von 140.000 Mann, aber der Großwesir beschloß, die Stadt zur Kapitulationsbereitschaft auszuhungern, statt einen Frontalangriff gegen ihre Befestigungen zu versuchen.
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Einer der Hauptgründe dafür, daß die Türken solch einen Erfolg auf dem Balkan und in Osteuropa hatten, war der Umstand, daß ihre christlichen Feinde nicht in der Lage waren, sich gegen sie zu vereinigen. Nachdem das Kalifat und das Osmanische Reich ein und dasselbe waren, litt der Islam nicht unter solcher Zankerei, und es war eine geeinte Horde, die unerbittlich durch die Bergpässe und über die Ebenen auf Wien vorrückte.
Österreich und Polen warem seit langem traditionelle Feinde gewesen, die angesichts der gemeinsamen Bedrohung erst spät zu einer Allianz kamen. Polen war traditionellerweise mit Frankreich verbündet gewesen, aber die Franzosen waren sogar im Bündnis unaufrichtig, besonders unter Ludwig XIV, dem Sonnenkönig. Ludwig hatte Pläne mit den deutschen Staaten entlang des Rheins und betrieb seine Diplomatie mit einem Auge auf die Hauptchance in Luxemburg oder den Rheinfürstentümern.

All diese sich zankenden Staatswesen waren katholisch und theoretisch unter der Führung Roms vereint. Papst Innozenz XI erkannte die von den Osmanen ausgehende Gefahr und rief alle Herrscher Mitteleuropas im Namen Gottes und der Kirche auf, sich gegen den gemeinsamen Feind zu vereinigen und Wien zu retten.
Ludwig XIV lehnte es ab, seinem Pontifex zu gehorchen, und setzte sein Intrigieren fort.
Jan Sobieski andererseits war bereit, dem Aufruf des Papstes zu folgen. Um in den Krieg ziehen zu können, brauchte er jedoch gemäß dem polnischen Gesetz die einstimmige Zustimmung der polnischen Reichsversammlung. Der Botschafter des französischen Königs bearbeitete Mitglieder der Reichsversammlung mit massiven Schmiergeldern, damit sie gegen Sobieskis Unternehmen stimmten. Während des Großteils des Sommers schien es, als würde Sobieski nicht nach Wien reiten können.
Zum Glück für die Österreicher und für die Christenheit autorisierte Papst Innozenz den päpstlichen Nuntius in Krakau zum vollen Einsatz der Ressourcen des Vatikans. Der Nuntius war in der Lage, Ludwig beim Bestechen zu überbieten, aber nur knapp. Schlußendlich erreichte die Reichsversammlung Einstimmigkeit und autorisierte ihren König, zum Entsatz Wiens zu reiten.
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Als der König von Polen Anfang September nach Wien aufbrach,war die Wiener Garnison in verzweifelter Lage. Die Stadtbewohner waren am Verhungern, und die Stadt hatte durch das türkische Bombardement schwere Schäden erlitten. Die Geschütze der osmanischen Armeen waren von minderwertiger Konstruktion und nicht in der Lage, die Stadtmauern zu bezwingen, sodaß die Türken sich dem Tunnelbau zugewandt hatten. Sie hatten reichlich Schießpulver, und ihre Pioniere gruben Stollen unter die Mauern und ließen eine Anzahl von Sprengladungen hochgehen, die schweren Schaden verursachten und Breschen in den Mauern öffneten. Die Wiener scharten sich zur Errichtung von Barrikaden in den Lücken zusammen und schafften es, die Türken draußen zu halten, aber es war nur eine Frage der Zeit, bis Kara Mustafa erfolgreich sein würde. Die Wiener Garnison bereitete sich auf einen letzten Abwehrkampf innerhalb der Stadtmauern vor.
Es war in diesem letztmöglichen Moment am Abend des 11. September, als Jan Sobieski an der Spitze einer Streitmacht von 40.000 Polen und ihrer deutschen und österreichischen Verbündeten auf einem Hügel nördlich der Stadt ankam. Die Schlacht begann bald darauf in den frühen Morgenstunden des 12. September.
Die Österreicher und Deutschen attackierten die Türken zuerst in der Mitte und am linken Flügel. Die Türken führten einen Gegenangriff, hielten aber einen bedeutenden Teil ihrer Truppen zurück in der Erwartung, durch eine Bresche in der Mauer in die Stadt einzudringen. Gerade an diesem Morgen hatte der Großwesir eine zweite und stärkere Sprengladung vorbereitet, die unter der Löbelbastei hochgehen und die Stadt ein für allemal den türkischen Streitkräften öffnen sollte.
Zum Pech für Kara Mustafa hatten die Österreicher innerhalb der Stadt eine Gegentunneloperation gestartet. Die österreichischen “Maulwürfe” spürten den türkischen Stollen auf, fanden die Sprengladung und entschärften sie.
Ungefähr zur selben Zeit führte der König von Polen, an der Spitze mit den furchterregenden Flügelhusaren und mit 20.000 Mann hinter sich, einen Kavallerieangriff den Hügel hinab und in die rechte Flanke der osmanischen Armee. Die Husaren waren eine der gefürchtetsten Kampftruppen ihrer Zeit, und es hieß, daß das Geräusch des Windes durch die Federn ihrer künstlichen Flügel die Pferde des Feindes entnervten und abergläubische Soldaten in Panik trieb.
Die Schlacht war in drei Stunden vorüber. Der König stieß durch die türkischen Linien, und beim Anblick seines Erfolges machte die Wiener Garnison einen Ausfall aus der Stadt und traf von hinten auf die Türken. Demoralisiert durch diese Angriffe und die mißlungene Durchbrechung der Mauer flohen die Türken eilig nach Osten und ließen ihre Zelte, Waffen, Kriegsbanner, Proviant und Sklaven zurück.

Die Belagerung war gebrochen und die Stadt gerettet. Jan III Sobieski wurde als der Held von Wien empfangen. Obwohl zu diesem Zeitpunkt noch nicht offensichtlich, war die osmanische Flut vor den Toren Wiens zum Stillstand gekommen und im Sinken begriffen, hatte ihren langen Rückzug über die nächsten zwei Jahrhunderte durch den Balkan und Griechenland bis nach Kleinasien begonnen.
Und was wurde aus den Fürsten?
Pascha Kara Mustafa wurde später in diesem Jahr in Belgrad hingerichtet und zahlte den höchsten Preis für sein monumentales Versagen. Jan Sobieski kehrte als Held nach Polen zurück. Österreich gewann nach und nach seine verlorenen Territorien zurück und dann noch einige dazu.
Und König Ludwig führte seine Kampagne gegen die deutschen Staaten fort; in Abwesenheit ihrer Verteidiger waren Luxemburg und andere kleine deutsche Staaten zum Widerstand nicht in der Lage und wurden von den Franzosen annektiert.
Langfristig waren die guten Beziehungen zwischen Polen und seinen Nachbarn im Westen nicht von Dauer; mit dem Abebben der türkischen Bedrohung kehrten die alten Feindseligkeiten zurück. Kaum ein Jahrhundert später vollzogen Österreich, Preußen und Rußland die finale Aufteilung Polens, und der polnische Staat hörte zu bestehen auf, bis er 1918 am Ende des Großen Krieges wiedergeboren wurde.
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Was an Jan III Sobieski auffällt, ist die Qualität seiner Führerschaft. Wichtiger als Waffen, Mannstärke, Taktik, Nachschub und sogar Mut, ist Führerschaft das, was den Unterschied in jedem Krieg ausmacht. Als Jan Sobieski seine Männer jenen Hügel hinab in die osmanische Flanke führte, war es seine Präsenz an der Spitze des Sturmritts, die seine unerschrockene Natur und absolute Entschlossenheit demonstrierte. Charakter kann nicht vorgetäuscht werden, und Männer, die diese Art von Charakter in ihrem Anführer erkennen, werden ihm durch die Tore der Hölle folgen.
Die Aufhebung der Belagerung Wiens erinnert mich an einen anderen Konflikt, eine Hemisphäre und fast zwei Jahrhunderte von Wien 1683 entfernt.
Während die Reiche Rußlands und Österreichs die Osmanen im mittleren 19. Jahrhundert immer weiter zurückdrängten, hatte die junge amerikanische Republik ihre größte Existenzkrise durchzustehen, den Krieg zwischen den Staaten, alias der Amerikanische Bürgerkrieg.
Der Charakter der Führerschaft im Bürgerkrieg war recht offensichtlich. Die Armeen des Nordens waren jenen des Südens zahlenmäßig weit überlegen, und der Norden war besser versorgt, technisch fortgeschrittener und besser bewaffnet.
Und doch war die von General George McClellan befehligte riesige Unionsarmee in der Anfangsphase des Krieges nicht in der Lage, gegen eine viel kleinere und schlecht versorgte konföderierte Armee bedeutende Fortschritte zu machen. Dieses Patt widerspiegelte den Charakter von McClellan, der ein schwacher, unschlüssiger und überheblicher Befehlshaber war.


Die Erfolge der Konföderation während derselben Periode waren ebenfalls dem Charakter eines einzigen Mannes geschuldet: General Thomas Jonathan “Stonewall” Jackson. Der Charakter seiner Führerschaft war solcherart, daß er bei zahlreichen Anlässen die Männer unter seinem Kommando aus erschöpfter Verzweiflung zu beispiellosen Leistungen auf dem Schlachtfeld anspornen konnte. Es waren nicht seine Ermahnungen, noch seine schmissigen Reden, noch seine Verproviantierung der Beauftragten; es war sein Beispiel als Anführer, das seine Männer zu unerschütterlicher Loyalität und Hingabe inspirierte.
Im Romney-Feldzug, gleich nach Neujahr 1862, hatte Jackson einen Auftrag erhalten, der seinen Männern lange Märsche in scheußlichem Wetter zum Oberlauf des Potomac im heutigen West Virginia abverlangte.
Hier ist die Schilderung einer Begebenheit im Romney-Feldzug, wie von Brigadier-General John D. Imboden erinnert:
Auf jenem schrecklichem Wintermarsch ertrug Jackson alles, dem auch jeder Gefreite ausgesetzt war. Eines Morgens nahe Bath verfluchten ihn einige Männer, nachdem sie halb erfroren unter ihren schneebeladenen Decken hervorgekrochen waren, als die Ursache ihrer Leiden. Er lag ganz in der Nähe unter einem Baum, ebenfalls eingeschneit, und hörte dies alles; und ohne sich etwas anmerken zu lassen, kroch er demonstrativ ebenfalls heraus, schüttelte den Schnee ab und machte ein paar scherzhafte Bemerkungen zu den nächsten Männern, die keine Ahnung hatten, daß er in der Nacht herbeigeritten war und sich zwischen ihnen niedergelegt hatte. Die Begebenheit machte in ein paar Stunden ihre Runde durch die kleine Armee, versöhnte seine Gefolgsleute mit allen Härten der Expedition und stellte seine Popularität wieder voll her.
Also das ist Führungsqualität.
Andere Teile von Stonewall Jacksons Karriere erinnern an Sobieski. Wie der polnische König bereitete der Konföderiertengeneral in den Schlachten von Front Royal und Strasburg einer zahlenmäßig überlegenen Streitmacht eine völlige Niederlage und schickte die Bundestruppen in eiliger Flucht nach Norden, wobei sie Gepäck, Artillerie und Fuhrwerke zurückließen.
Jackson, der die Chance eines Durchbruchs zum Potomac sah, folgte den Unionstruppen das Shenandoah-Tal hinab auf Winchester zu. Als er erkannte, daß er seinen Soldaten durch taktische Kühnheit einen realen Kampf ersparen und sein Ziel erreichen könnte, drängte er sie bis an die Grenzen ihrer Ausdauer, um Winchester zu erreichen, bevor die Unionstruppen dort eintreffen konnten.
Bevin Alexander erzählt die Geschichte in Lost Victories: The Military Genius of Stonewall Jackson (S. 68):
Vor allem wollte Jackson einen beherrschenden Hügel südwestlich von Winchester einnehmen, um die Bundestruppen daran zu hindern, ihn in großer Zahl und mit Artillerie zu besetzen. Er trieb seine Soldaten bis tief in die Nacht hinein vorwärts. Um ungefähr 1 Uhr nachts am 25. Mai schlug Col. Samuel V. Fulkerson, der Führer der Dritten Brigade von Jacksons Division vor, die Männer eine Stunde oder zwei rasten zu lassen.
“Colonel,” antwortete Jackson, “ich stehe hinter keinem Mann zurück in Sympatie für die tapferen Männer unter meinem Kommando; aber ich habe die Pflicht, sie heute nacht schwitzen zu lassen, damit ich ihnen morgen ihr Blut ersparen kann.” Die Armee, sagte er, müsse bis zum Tageslicht unter den Hügeln von Winchester in Stellung sein. “Ihr sollt jedoch,” fügte Jackson hinzu, “zwei Stunden Rast haben.”
Die Kolonne hielt an. Tausende Rebellensoldaten sackten in ihren Spuren zusammen und schliefen auf der Straße ein.
Um 4 Uhr morgens am Sonntag, dem 25. Mai ließ Jackson, der Wache gehalten hatte, während seine Männer schliefen, die Kolonne entlang durchsagen, daß die Männer aufstehen sollten. Sie waren schnell wieder unter Waffen und auf dem Weg.
Er hielt Wache, während seine Männer schliefen. Kein Wunder, daß seine Männer bereit waren, ihm durch die Tore der Hölle zu folgen: er ertrug alles, was sie ertrugen, und noch mehr.
Wie Sobieski war Jackson immer vorneweg. Er kehrte gerade von der Schlacht nahe Chancellorsville 1863 zurück, als eine irrtümlich abgefeuerte Rebellenkugel seinen Arm traf. Er verlor seinen Arm, und dann sein Leben, und der Süden verlor den Krieg.
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Stonewall Jackson war ein taktisches und strategisches Genie, wie seine wiederholten Erfolge gegen einen zahlenmäßig überlegenen Feind bewiesen. Seine Züge werden wie die Hannibals von Taktikern studiert werden, solange Menschen Krieg gegeneinander führen.
Aber es war sein Charakter, die Qualität seiner Führerschaft, die definierten, wer er war. Es ist möglich, daß ein solcher Anführer einen Krieg verliert, aber für eine Armee, der diese Art von Führung fehlt, wird es fast unmöglich sein zu gewinnen.
Die Natur des Krieges hat sich im letzten Jahrhundert so sehr verändert, daß es für kommandierende Generäle nicht länger möglich ist, ihre Männer im Feld zu führen. Selbst wenn sie dies tun wollten, hätte es nicht die taktische Bedeutung wie damals, als Jan Sobieski einen Kavallerieangriff hügelabwärts gegen eine feindliche Truppe führen konnte, die mehr als viermal so groß war wie seine eigene.
Und dennoch… Man sehnt sich danach, diese Art von Charakter in unseren Führern zu sehen. Wir haben ein kurzes Aufleuchten davon gesehen bei Rudy Giuliani in den Tagen nach 9-11, und als der Präsident sich ein Megaphon schnappte und auf den Schutthaufen von Ground Zero stieg. Aber heutzutage gibt’s hauptsächlich Wortspenden und Pressekonferenzen und Positionspapiere und Besprechungen – die ganze Natur der Führerschaft hat sich geändert.
Sicher, auf Zugs- und Kompanieebene im Irak und in Afghanistan wird dieselbe Art inspirierender Führerschaft jeden Tag gezeigt, wo die Leutnants eine höhere Verlustrate haben als jeder andere Rang. Die Milblogger sorgen dafür, daß wir alle uns dessen bewußt sind. Aber auf Brigadeebene sind solche Aktionen nicht länger möglich.
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Lange nach dem Ende des Konflikts gab Col. G.F.R. Henderson seine Bewertung von Jacksons unheimlichem Genie ab:
Er lernte auch, sich in die Lage seines Gegners zu versetzen und seine Schwäche zu erkennen. Er lernte, in einem Wort, daß Krieg eher ein Kampf zwischen zwei Intellekten ist als ein Konflikt der Massen; und aufgrund dieses Wissens spielte er mit solch außergewöhnlichem Können auf den Herzen seiner Feinde.
Der Krieg, in dem wir uns gerade jetzt befinden, ist ein Informationskrieg, wie Owen Johnson ihn so meisterhaft in seinen neulichen Artikeln auf Shrinkwrappeds Blog beschrieben hat. Am Schluß der Serie sagt Mr. Johnson dies:
In diesem Krieg gibt es keine Nichtkombattanten. Nicht nur sind wir alle in den Augen unserer Feinde militärische Ziele, sondern wir alle nehmen auch am Kampf teil. Jede Meinung, die wir formen und ausdrücken, jede Schlußfolgerung und jedes Argument, das wir machen, und besonders jede Wählerstimme, die wir abgeben, beeinflußt unseren Feind und wirkt sich auf unseren kollektiven Willen aus. Wir müssen uns dessen bewußt sein.
Und deshalb bin ich hier und schreibe dies. Jede Wirkung, die ich auf die Ereignisse unserer Zeit haben kann, wird bestenfalls winzig sein. Aber wenn es viele tausend von uns gibt, die dasselbe tun…
Wenn Krieg ein Kampf zwischen zwei Intellekten ist, und wenn dies ein Informationskrieg ist, dann findet die intellektuelle Schlacht nicht zwischen General Franks und Saddam Hussein statt. Nicht mal zwischen George W. Bush und Mahmoud Ahmadinejad.
Sie findet statt zwischen Katie Couric und Osama bin Laden.
Zwischen Pinch Sulzberger und Ayman al-Zawahiri.
Will irgendjemand auf diese Auseinandersetzungen wetten?
Aber es gibt eine Menge informationellen Kanonenfutters da draußen in diesem Krieg, und eine Menge potentieller Charaktere, die reif sind für die Führerschaft. Leute wie Wretchard und James Lileks und Mark Steyn sind da draußen und sorgen für Gedankenklarheit und Einsichten, deren es unter unseren Führern und in unseren Medien schmerzlich mangelt. Wenn die Dinge schlimm genug werden, werden Leute wie sie natürlicherweise zu Führern aufsteigen, weil wir sie dann brauchen werden.
Wenn die Zeit der Schwierigkeiten da ist, wird ein virtueller Holger Danske aus den Kellern von Kronborg hervorsteigen, die Spinnweben aus seinem Bart schütteln, seinen Helm aufsetzen, sein Schwert ergreifen und erneut zur Verteidigung des Reiches antreten. Karl Martell wird seinen Hammer nehmen und sich dem Streit anschließen. Jan III Sobieski wird sich von seinem Ruhelager erheben, die Flügelhusaren aktivieren und einen Kavallerieangriff auf dem Informationshighway anführen. Ein Stonewall Jackson der Blogosphäre wird auftauchen, sich den roten Bart kratzen, tief in den Geist des Feindes schauen und entdecken, wie man dessen Schwächen zu seiner Überwindung nutzen kann.
An einem strahlenden Septembermorgen im Jahr 1683 erreichte die zweite Flut des Großen Islamischen Dschihad ihren Höhepunkt und begann abzuebben.
An einem strahlenden Septembermorgen im Jahr 2001 war die dritte Flut des Großen Islamischen Dschihad auf ihrem Höchststand.
Aber auch sie wird abebben. Sobieski ist da draußen und wartet darauf, geweckt zu werden für den Ruf zur Aufhebung der Belagerung vor den Toren Wiens.
Baron Bodissey | 9/11/2006 12:07:00 AM
Ausgewählte Kommentare:
Baron,
Stonewall Jackson war militärisch ein großartiger General, aber vergessen wir nicht, daß er für eine Nation (die Konföderation) kämpfte, die zur Verteidigung der Sklaverei geschaffen wurde.
Jackson für 9/11 zu verwenden, wo wir doch für die Freiheit und gegen den Islamofaschismus kämpfen, der uns versklaven würde (und bereits Millionen in Afrika versklavt), erscheint mir höchst unangemessen.
Ich bin kein Militärhistoriker, aber sicher hättest du einen brillanten amerikanischen General finden können, der wirklich FÜR uns gekämpft hat?
Die Konföderation ist nicht vorrangig zur Verteidigung der Sklaverei entstanden, sondern zum Erhalt der Selbstbestimmung. Würden Männer zu Millionen sterben für das Recht, Schwarze als Besitz zu behandeln? Ich zweifle aufrichtig daran. Würden Männer in diesem Ausmaß sterben, um für die Bewahrung ihres Heimatlandes und ihrer Unabhängigkeit zu kämpfen? Ja.
Denkt daran, daß nur 1/10 der männlichen Bevölkerung, die Sklaven besitzen konnte, es auch tatsächlich tat. Bedenkt auch, daß der Großteil der Plantagenbesitzer Whigs waren, die gegen den Krieg waren mit der Begründung, daß er den Handel (und somit ihren Profit) unterbrechen würde. Erinnert euch, daß Abraham Lincoln die Verfassung suspendierte und Zeitungen zwangsweise schließen ließ. Erinnert euch, daß die Emanzipationserklärung nur für die Gebiete galt, die direkt unter Kontrolle der Unionsarmee standen, und daß Lincoln voll dafür war, die Schwarzen zurück nach Afrika zu verschiffen.
Was ich höchst unangemessen finde, ist das Ausmaß historischer Unwissenheit, die heutzutage im Netz verbreitet ist.
Dessenungeachtet ein großartiger Artikel, Baron. Einer für kommende Zeitalter.
Zero –
Ich habe über jemanden geschrieben, der für uns gekämpft hat. Ich bin ein Virginier, und er kämpfte für das Souveräne Commonwealth von Virginia, für meine Vorfahren, und nicht für die Sklaverei. Er besaß keine Sklaven, aber er war seinem Heimatland loyal.
Ironischerweise wurde sein Geburtsort ein Teil von West Virginia und lag somit in der Union.
Mein Ur-Urgroßvater kämpfte für die Konföderation, und sein Heim wurde von den Yankees bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Ich werde mich nicht von ihm distanzieren, auch wenn die Sache, für die er kämpfte, ungerecht war.
Stonewall Jackson ist inspirierend wegen der Qualität seines Charakters, nicht wegen der Sache der Konföderation. Es ist ein Glück für uns alle, daß Gott ihn zu dem Zeitpunkt zu sich nahm, als Er es tat, weil ansonsten der Süden vielleicht gewonnen hätte.
Ich bin stolz darauf, ein Virginier zu sein, ohne deshalb die Sache der Sklaverei zu unterstützen. Es gab 1862 viele Virginier, die so fühlten. Jeder hier mit einer tiefen Familiengeschichte kann dir wahrscheinlich ähnliche Geschichten erzählen.
Noch einmal: Ich unterstütze nicht die Sache der Konföderation. Ich hisse niemals die Konföderierte Kriegsflagge, wie es manche in meiner Nachbarschaft tun. Unsere Sache war nicht gerecht, aber einige der Männer, die für den Süden kämpften, gehörten zu den besten Soldaten, die jemals ins Feld zogen.
Stonewall Jackson wird wegen seines Genies und Charakters eine Inspiration für Soldaten sein, lange nachdem die Sache, für die er gekämpft hat, im Nebel der Zeit verloren und vergessen ist.
Als ich deinen Bericht über die Schlacht von Wien las, fragte ich mich, ob Tolkien sie als Modell für “Herr der Ringe” verwendet hat.
Wien (Gondor) umzingelt von Horden der Orks (Türken). Alle Hoffnung dahin, bis die polnische Kavallerie (Rohan) erscheint und in die Flanke stürmt. Und der König von Frankreich spielt inmitten all dessen sein eigenes Spiel (Saruman)
“ Einer der Hauptgründe dafür, daß die Türken solch einen Erfolg auf dem Balkan und in Osteuropa hatten, war der Umstand, daß ihre christlichen Feinde nicht in der Lage waren, sich gegen sie zu vereinigen. Nachdem das Kalifat und das Osmanische Reich ein und dasselbe waren, litt der Islam nicht unter solcher Zankerei, und es war eine geeinte Horde, die unerbittlich durch die Bergpässe und über die Ebenen auf Wien vorrückte.“
„Ludwig hatte Pläne mit den deutschen Staaten entlang des Rheins und betrieb seine Diplomatie mit einem Auge auf die Hauptchance in Luxemburg oder den Rheinfürstentümern.“
„Ludwig XIV lehnte es ab, seinem Pontifex zu gehorchen, und setzte sein Intrigieren fort.“
Moslems, die bei ihrem Angriff auf Europa Erfolg haben, weil ihre christlichen Feinde sich gegen sie nicht einig sind… die Franzosen intrigieren diplomatisch mit dem moslemischen Feind gegen die Mit-Christen, um materieller Gewinne wegen…
Sagtest du tatsächlich „vor 323 Jahren“, Baron…?
In Wirklichkeit gibt es nichts, was Brigadekommandeure daran hindert, von vorne zu führen. Es ist der unglückliche Nebeneffekt moderner Technologie, daß sie es ermöglicht, das zu vermeiden. (Und das umfaßt natürlich all diejenigen, die sich von Power-Point-Shows ablenken lassen, was leider wohl die meisten von ihnen sind).
Stonewall Jackson wird wegen seines Genies und Charakters eine Inspiration für Soldaten sein, lange nachdem die Sache, für die er gekämpft hat, im Nebel der Zeit verloren und vergessen ist. Zustimmung.
Ich bin kein Militärhistoriker, aber sicher hättest du einen brillanten amerikanischen General finden können, der wirklich FÜR uns gekämpft hat? Wenn das von zero kommt, heißt das wohl: ein brillanter amerikanischer General, der für die Juden gekämpft hat?
Ich zitiere hier einfach mal Lawrence Auster.
Der 423. Jahrestag von Europas Errettung:
Nach dem 11. September kommt der 12. September – das heißt, der 12. September 1683, der Tag, an dem die europäischen Mächte unter der Führung des polnischen Königs Jan Sobieski die Türken in der Schlacht von Wien besiegten und den Versuch der Moslems, die Stadt einzunehmen, beendeten. Die große osmanische Macht ging dann weiter zurück, was tausend Jahren unaufhörlicher moslemischer Angriffe gegen Europa ein Ende setzte und die moderne Welt möglich machte … bis natürlich im späten 20. Jahrhundert ein Europa, das sich nicht länger daran erinnerte oder darum scherte, was Moslems waren, oder was Europa selbst war, seinen alten Feind in Form von Millionen moslemischer Einwanderer wieder willkommen hieß, als ob es dieses Jahrtausend der Furcht und des Kampfes und der Verluste nie gegeben hätte.
Danke an Lawrence Auster von VFR dafür, daß er uns daran erinnert hat.

