Über Christentum und Islam
von John Quincy Adams
Übersetzung: BeforeDawn
Vorbemerkung: Die meines Erachtens beste kurzgefasste Darstellung des Islam stammt von einem amerikanischen Präsidenten – nein, natürlich nicht vom gegenwärtigen – sondern von John Quincy Adams (1767-1848), dem 6. Präsidenten der Vereinigten Staaten (1825-1829).
Original in: John Quincy Adams: “Christianity—Islamism.” “Unsigned essays dealing with the Russo-Turkish War, and on Greece”; ursprünglich veröffentlicht in: The American Annual Register for 1827—1829 (New York, 1830), chs. x-xiv, pp. 267—402.
Die übersetzten Textauszüge in: Andrew G. Bostom: „John Quincy Adams Knew Jihad“, Frontpage Magazine, September 29, 2004; http://97.74.65.51/readArticle.aspx?ARTID=11283.
John Quincy Adams
(…) Und er [Jesus] erklärte, dass der Genuss der Glückseligkeit im Jenseits die Belohnung für den tätigen guten Willen im Diesseits sei. Sein ganzes Gesetz lässt sich unter die Vorschrift der Liebe fassen; Friede auf Erden und guter Wille den Menschen gegenüber war von Anfang an das Ziel seiner Sendung; und die machtvolle Demonstration der Unsterblichkeit des Menschen war das, was den mehr als irdischen Tribut an den Ruhm Gottes im höchsten Maße darstellte. (…) Der erste Sieg der Religion Jesu war der über die ungesitteten Leidenschaften seiner Jünger. Er erhöhte den menschlichen Charakter auf der Stufenleiter des Seienden. Im christlichen Moralsystem ist der Mensch ein unsterblicher Geist, der für eine kurze Zeitspanne in einem irdischen Tabernakel gefangen ist. Freundlichkeit seinen Mitsterblichen gegenüber erstreckt sich über den gesamten Kompass seiner irdischen Pflichten, und das umfassende Versprechen der Glückseligkeit gilt seinem Leben im Jenseits. Der Wesenskern seiner Lehre ist, den geistigen über den rohen Teil seiner Natur zu erheben.
Im siebten Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung verkündete ein umherziehender Araber, aus der Linie der Hagar, der Ägypterin, in dem sich die Kraft einer überragenden Intelligenz mit der übernatürlichen Energie eines Fanatikers und dem betrügerischen Geist eines Schwindlers verband, ein Bote vom Himmel zu sein, und verbreitete Elend und Täuschung über einen ausgedehnten Teil der Erde. Aus der erhabenen Konzeption des Mosaischen Gesetzes übernahm er die Glaubenslehre von der Existenz eines allmächtigen Gottes und verband diese unauflöslich mit der tollkühnen Unwahrheit, dass er selbst sein Prophet und Gesandter sei. Aus der Offenbarung Jesu übernahm er den Glauben und die Erwartung sowohl des ewigen Lebens als auch der künftigen Strafe, zog diese aber in den Staub der Erniedrigung, indem er alle Belohnungen und Strafen seiner Religion mit der Gewährung oder der Verweigerung der geschlechtlichen Leidenschaft verband. Er vergiftete den Fluss des menschlichen Glücks an der Quelle durch die Herabwürdigung des weiblichen Geschlechts und die Gestattung der Vielehe, er erklärte unterschiedslose Vernichtung im Krieg gegen den Rest der Menschheit zum Bestandteil seiner Religion. Das Wesen seiner Lehre war körperliche Gewalt und sexuelle Lust, um den rohen über den geistigen Teil der menschlichen Natur zu erheben. – Zwischen diesen beiden Religionen, die also ihrem jeweiligen Charakter nach im Gegensatz stehen, hat jetzt ein Krieg von mehr als zwölfhundert Jahren gewütet. Dieser Krieg jedoch wütet weiter, und er kann auch nicht anders aufhören als durch die Auslöschung dieses Schwindels, dem die göttliche Vorsehung es gestattet hat, die sittliche Vervollkomnung des Menschen so lange zu verhindern.
(…)
Da das zentrale Prinzip seines Glaubens die Unterwerfung anderer durch das Schwert ist, kann es auch nur mit Gewalt geschehen, dass seine falschen Lehren beseitigt werden und seine Macht ausgelöscht wird.
(…)
Beständiger Krieg gegen alle, die leugnen, dass Mohammed der Gesandte Gottes ist, ist die Vorschrift des Korans. Die Besiegten mögen sich durch Tributzahlungen ihr Leben erkaufen; die Siegreichen mögen durch falsche und trügerische Friedensversprechungen besänftigt werden; und der gläubige Anhänger des Propheten mag sich den gebieterischen Notwendigkeiten der Niederlage ergeben; aber der Befehl, den moslemischen Glauben mit dem Schwert zu verbreiten, ist immer verpflichtend, sobald er in die Tat umgesetzt werden kann. Die Befehle des Propheten können gleichermaßen mit Betrug und mit Gewalt ausgeführt werden. Von der mohammedanischen Treue und Glaubwürdigkeit haben wir selbst erinnerungswürdige Beispiele erlebt. Als unser tapferer [Stephen] Decatur den algerischen Piraten gezüchtigt hatte, bis er bereit war, seinen Anspruch auf Tributzahlungen der USA aufzugeben, unterzeichnete er einen diesbezüglichen Vertrag: aber der Vertragstext war in der arabischen Sprache aufgesetzt worden und in der unsrigen, und unsere Unterhändler, denen die Sprache des Koran unbekannt war, unterzeichneten die Vertragsfassungen in beiden Sprachen, da sie sich nicht vorstellen konnten, dass es einen Unterschied zwischen ihnen gebe. Noch bevor ein Jahr vergangen ist, verlangt der Dey [Hussein III. der letzte Dey von Algier (1830 wird Algerien französische Kolonie); Anm. d. Ü.], unter Androhung einer Wiederaufnahme des Krieges, eine Entschädigung in Geld für die von Decatur aufgebrachte Fregatte, unser Konsul verlangt eine Grundlage für diesen Anspruch, woraufhin der arabische Vertragstext vorgelegt wird, von ihm selbst unterzeichnet, der einen zusätzlichen Artikel enthält, der die Entschädigung festlegt, im völligen Widerspruch zu dem Vertrag, wie er geschlossen worden war. (…) Solcherart ist der Geist, der die Herzen von Menschen regiert, denen Verrat und Gewalt als Prinzipien der Religion gelehrt werden.
(…)
Dieser Appell an den natürlichen Hass der Muselmanen gegen die Ungläubigen ist völlig im Einklang mit den Vorschriften des Korans. Das Vertragsdokument macht keinen Versuch, dies zu verschleiern, und es gibt auch nicht vor, dass die Feindschaft jener, die es als die Ungläubigen bezeichnet, irgendetwas anderes ist als die notwendige Folge des Hasses, den die Muselmanen ihnen gegenüber hegen – der Abschnitt selbst ist ein überzeugendes Beispiel für den konträren Charakter der beiden Religionen. Die grundlegende Doktrin der christlichen Religion ist die Auslöschung des Hasses im menschlichen Herzen. Sie verbietet es, ihn auszuleben, sogar gegenüber Feinden. Es gibt keine christliche Glaubensrichtung, die diese Lehre leugnet oder missversteht. Alle verstehen sie gleich, alle kennen ihre Verpflichtungen an; und wie mangelhaft auch immer, in Anbetracht der Absichten der göttlichen Vorsehung, ihre Umsetzung sich im Handeln der Christen erwiesen hat, so ist sie doch nicht völlig wirkungslos geblieben. Sie hat sich auf den Umgang der Nationen untereinander ausgewirkt. Sie hat die Schrecken des Krieges gemildert, sie hat die Härten der Sklaverei vermindert, sie hat das tägliche Zusammenleben der Menschen humaner gemacht. Die uneingeschränkte Anerkennung einer Pflicht ist allerdings nicht hinreichend, ihre Ausführung zu garantieren. Es gibt noch immer die Leidenschaft des Hasses, sie erweist sich in den Herzen der Christen als zu mächtig. Sie können ihr aber nicht nachgeben, es sei denn unter Aufgabe ihrer Prinzipien und der bewussten Verletzung ihrer Pflichten. Kein staatliches Papier, von christlicher Hand verfasst, hätte, ohne die Vorschriften ihres Herrn und Gebieters zu zertrampeln, mit einer offenen Proklamation des Hasses gegen einen Teil der Menschheit beginnen können. Für den Osmanen ist sie die Grundlage seines Umganges. (…)

