Counterjihad

7. November 2009

Die Narodniki. Geschichte eines Geheimbundes

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Ermordung Zar Alexanders II.


Die Narodniki

Geschichte eines Geheimbundes

Von Thatcher


Die Narodniki („Volkstümler“, „Volksfreunde“) traten in den 1860er Jahren in Russland in Erscheinung. Ausgangspunkt dieser sozialrevolutionären Bewegung war ein marxistischer Geheimbund, der auf das Intellektuellenmilieu in den Städten einwirkte und bewirkte, dass sie sich den einfachen Arbeitern und der Landbevölkerung zuwandten, um ihre Botschaften im russischen Volk zu verbreiten. Später kam es dann über die Frage des Terrorismus zur Aufspaltung und zur völligen Dominanz der Narodniki durch den terroristischen Flügel. Die Grundsätze, die diese „Narodnaja wolja“ aufstellte, sind zum Muster für alle terroristischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts bis heute geworden (RAF, Al-Fatah, ETA, IRA, Al-Qaida).

Grundlegend für das Verständnis der frühen Form der Narodniki ist die marxistisch-revolutionäre Ausrichtung der Bewegung. Marx hatte ein ökonomistisch-deterministisches Geschichtsbild vertreten, demnach der Weg von der landwirtschaftlichen zur industriellen Wirtschaftsform zwangsläufig sei und ebenso zwangsläufig mit einer Verelendung der Arbeiterschaft einhergehe, die irgendwann, wenn diese Verelendung unerträglich geworden sei, in eine gewaltsame Revolution übergehe. Diese werde den ganzen gesellschaftlichen „Überbau“ (damit ist alles gemeint, was außer der Arbeiterschaft auch noch eine Gesellschaft, also ein Volk ausmacht: Kulturbetrieb, Behördenapparate, Militär, Herrscher, Kirche, Künstler, Universitäten u.v.m.) umstürzen und eine Diktatur des Proletariats errichten, die als quasi diesseitiges Paradies vorgestellt werden muss. Marx hat auch erstaunlich präzise vorhergesehen, dass diese sozialistische Diktatur ihrerseits extrem repressiv sein müsse:

„Frieden ist die Abwesenheit von jeder Opposition gegen den Sozialismus“,

und daher die umwertende Sichtweise postuliert, dass es einen „Dienst an der Arbeiterschaft“ darstelle, mit revolutionärem Eifer alles kleinzuschlagen, was der ohnehin feststehenden historischen Entwicklung im Wege stehe oder auch nur theoretisch in Opposition treten könne.

Die Narodniki sahen für Russland die Möglichkeit, den langen Gang von der ländlichen Wirtschaft, die das Land noch weitgehend im Griff hatte, ohne den Weg über die Industrialisierung und Massenverelendung direkt in Richtung „Sozialismus“ abzukürzen.

In Russland hatte Zar Alexander II. (herrschte 1855 – 1881) eine Modernisierung des Wirtschaftslebens durchgesetzt, indem er die Leibeigenschaft aufhob, die Industrialisierung in die Wege leitete und den Bau eines Eisenbahnnetzes in Angriff nehmen ließ. Für die einfache russische Landbevölkerung, an autoritäre Herrschaftsformen gewöhnt, waren diese Umbrüche verwirrend, und in genau diese Verunsicherung hinein traten die Volkstümler, indem sie den einfachen Bauern sagten, dass die Landgemeinde einen Sonderfall der Geschichte darstelle, der einzigartig sei, dass die Reformen des Zaren eine Verelendung mit sich bringen würden und dass es besser sei, auf der Basis der russischen Landgemeinde einen Sozialismus zu gründen.



Die Spaltung

Das war jedoch nur Propaganda, um die russische Bevölkerung in Opposition zum Zaren und zum „gesellschaftlichen Überbau“ zu bringen und unter ihnen eine sozialrevolutionäre Stimmung aufkommen zu lassen. Diese Bemühungen waren jedoch weitgehend erfolglos; das Volk weigerte sich, von den „Volkstümlern“ mit Revolution und Sozialismus beglückt und „erlöst“ zu werden. Diese Trägheit wurde manchmal damit begründet, dass die Bevölkerung noch in zu guten Verhältnissen lebe, die sich zunächst verschlechtern müssten, bevor das Volk revolutionär werden würde, manchmal aber auch damit, dass die Verhältnisse, in denen das Volk lebe, bereits zu ärmlich und verzweifelt seien, als dass es sich erheben könne. Egal was nun der Grund dafür war – einigen der Narodniki schien der Weg der „Volksbildung“ nicht erfolgversprechend genug. Eine radikale Fraktion wollte statt dessen mittels Terroranschlägen gegen die Obrigkeit die revolutionären Ziele verfolgen. Die repressive Reaktion des zaristischen Regimes kalkulierten sie dabei mit ein: diese würde dem Volk dessen unterdrückerische Natur bewußt machen. Es kam zur Spaltung der Narodniki in diejenigen, die den bisherigen Weg weitergehen wollten und diejenigen, die jetzt ausschließlich zum Terror greifen wollten. Diese nannten sich fortan „Narodnaja wolja“ (Wille des Volkes) und wurden von einem zentralen „Vollzugskomitee“ angeleitet. Jedoch war diese terroristische Fraktion der Narodniki so „erfolgreich“ mit ihrer Strategie, dass man in Russland unter dem Begriff „Narodniki“ bald nur noch „Terroristen“ verstand und sie diesen Namen bald auch offiziell wieder führten.


Sergej Netschajew
Sergej Netschajew



Die Rolle Sergej Netschajews

Sergej Netschajew war der Prototyp eines skrupellosen, lügnerischen und zynischen Machtpolitikers. Sein jugendliches Alter (er war erst 22 Jahre alt) stellte ihn vor gewisse Probleme, die er stets dadurch löste, sich als Abgesandten größerer, einflussreicherer Revolutionäre darzustellen und seine Kontaktpersonen so darüber zu täuschen, dass er seine eigenen Pläne verfolgte. Der in Russland sehr bekannte Anarchist Bakunin befand sich im Genfer Exil und drohte seinen Einfluss in der Sozialistischen Internationale völlig an Marx zu verlieren, der, statt mit ihm zu debattieren, ihm seine Worte im Mund herumdrehte und ihn moralisch diffamierte. Netschajew erweckte unter seinen studentischen Anhängern den Eindruck, er sei verhaftet und in die Peter-und-Pauls-Festung gebracht worden. Tatsächlich reiste er aber in die Schweiz zu Bakunin und stellte sich als aus dem Gefängnis befreiter Abgesandter einer großen Gruppe russischer Revolutionäre dar, die begierig auf Anweisungen des großen Bakunin warteten. Und Bakunin tappte bereitwillig in die Falle. Mit den Bakuninschen Anweisungen, die er versandte, wollte Netschajew gegenüber dem alten Anarchisten nur den Eindruck erwecken, es gebe tatsächlich ein weitgespanntes revolutionäres Netz, auf das er Einfluss nehmen könne. Schließlich gelang es Netschajew, der mittellos war, Bakunin die Hälfte seines revolutionären Geldfonds abzujagen. Mit dem Geld finanzierte er seine Rückreise und den Aufbau seines eigenen revolutionären Netzes. Nun gab Netschajew den zahlreichen verstreuten Narodniki, von denen er wusste, den Anschein, er überbringe Nachrichten von hochgeheimen und unbekannten revolutionären Denkern, die selbstlos irgendwo im Land für die Sache arbeiteten – die Phantasie der Belogenen siegte jeweils über die triste Wirklichkeit.



Die Philosophie und die Statuten des Terrors

Im Kern wurden die Narodniki jetzt bereits zu einer Kaderpartei mit unbedingter Loyalität zur „Revolution“ geschmiedet, der sie in einem Akt der Nachahmung des Christentums sogar göttliche und erlösende Funktionen zuschrieben. Das geht aus den von Netschajew in seinem Tagebuch festgehaltenen Punkten zur Philosophie des Terrors hervor, die zur Grundsatzung des Geheimbundes der Narodniki wurden, nach einem Mordanschlag jedoch von der russischen Geheimpolizei gefunden wurden und u.a. Folgendes besagen:

1. Der Revolutionär ist ein vom Schicksal Gezeichneter. Er kennt keine persönlichen Interessen, Angelegenheiten, Gefühle, Bindungen. Er hat kein Eigentum, ja nicht einmal einen Namen.

2. Er hat in der Tiefe seines Wesens, nicht nur in Worten, sondern in der Tat, alle seine Beziehungen zu der bürgerlichen Ordnung und der ganzen Kulturwelt mit all ihren Gesetzen, Bräuchen und Sitten zerrissen. Er ist für sie ein unerbittlicher Feind, und wenn er weiter in ihr lebt, so tut er es nur deshalb, um sie desto sicherer zerstören zu können.

3. Der Revolutionär [...] kennt nur eine Wissenschaft – die Wissenschaft der Zerstörung. Dafür, und nur dafür, studiert er jetzt Mechanik, Physik, Chemie, vielleicht gar Medizin. Dafür studiert er Tag und Nacht die lebendige Wissenschaft von Menschen, Charakteren, Zuständen und Bedingungen der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung in allen möglichen Schichten. Das alleinige Ziel aber ist die schnellste Zerstörung dieser üblen Weltordnung.

[...]

5. Der Revolutionär [...] muss sich stählen, Foltern zu ertragen.

6. Hart zu sich selber, muss er auch hart zu den anderen sein. Alle zarten, verzärtelnden Gefühle der Verwandtschaft, der Freundschaft, der Liebe, der Dankbarkeit und sogar der Ehre selbst müssen in ihm erstickt sein von der einzigen kalten Leidenschaft für die revolutionäre Sache. [...] In seinem kaltblütigen und unermüdlichen Streben nach schonungsloser Zerstörung muss er bereit sein, selber umzukommen, oder mit seinen eigenen Händen alles umzubringen, was ihr im Wege steht.

[...]

8. Das Maß der Freundschaft und Ergebenheit zu einem Mitrevolutionär wird lediglich von dem Grad seiner Nützlichkeit in der revolutionären Praxis bestimmt.

[...]

10. Jeder Kamerad muss ständig einige Revolutionäre zweiten oder dritten Grades, d.h. nicht vollkommen Uneingeweihte, zur Hand haben und sie als einen Teil des allgemeinen revolutionären Kapitals betrachten, das zu seiner Verfügung gestellt worden ist. Er muss dieses ihm anvertraute Kapital sparsam verbrauchen und sich bemühen, aus ihm den größten Nutzen zu ziehen. [...]

11. Wenn ein Kamerad in Not gerät und es entschieden werden soll, ob er gerettet werden soll oder nicht, darf sich der Revolutionär nicht von persönlichen Gefühlen leiten lassen, sondern nur von dem Nutzen für die revolutionäre Sache. [...]

[...]

14. Für sein Ziel der schonungslosen Zerstörung darf, ja muss oft der Revolutionär in der Gesellschaft leben und sich ganz und gar nicht als der ausgeben, der er in Wirklichkeit ist. Der Revolutionär muss überallhin eindringen: in alle niederen und mittleren Schichten, in den Kaufmannsladen, in die Kirche, in das herrschaftliche Haus, in die bürokratische, die militärische Welt, in die Literatur, ja in die III. Abteilung*) und sogar in das Winterpalais.

*) Gemeint ist die III. Abteilung der zaristischen Geheimpolizei, die damals in ganz Russland gefürchtet war wegen ihrer Brutalität.

Es folgt eine Auflistung der Komponenten der „üblen Gesellschaftsordnung“ und eine Festlegung, was mit welcher Priorität zu zerstören sei und welche Personen zu diesem Zweck zu töten seien. Abschließend heißt es:

22. Überzeugt davon, dass die Befreiung und die Erreichung des Glücks für die arbeitenden Massen nur auf dem Weg der alleszerstörenden Volksrevolution möglich sind, wird die Geheimgesellschaft mit aller Kraft und mit allen Mitteln zur Verbreitung dieser Plagen und Übel beitragen, die die Geduld des Volkes endlich brechen und es zum allgemeinen Aufstand zwingen müssen.“

Durch diesen philosophischen Ansatz ist vieles vorweggenommen, was sämtliche späteren revolutionären Bewegungen bis heute praktizieren: Netschajew hatte erkannt, dass jede tatsächliche Gesellschaft auf Wertungsmustern beruht, die für sie typisch sind und die üblicherweise religiös begründet oder zumindest befestigt werden. Will man die so begründete Gesellschaft revolutionieren, so wird man dieses Wertesystem dekonstruieren müssen. Auf direkte Weise kann das nicht geschehen, wohl aber, indem man die tatsächlichen Werte als „falsche“, als „scheinbare“ Werte diffamiert, die der Verwirklichung des „wahren“ Wertes (der Revolution) im Wege stehen und daher als „unterdrückerisch“, als „böse“ dargestellt werden müssen. Es wird der Anschein erweckt, dass höhere Werte als die tatsächlich praktizierten existieren, zu deren Verwirklichung die alten Werte, die „nebenbei“ das Fundament der Gesellschaftsordnung bilden, restlos beseitigt werden müssten. Und jede ideologische Bewegung variiert seitdem diesen Ansatz: Die Feministinnen diffamierten Familie und Mutterschaft als Unterdrückungs- und Sklavensystem, aus der die (selbstverständlich sozialistisch angehauchte) „Emanzipation“ die „Befreiung“ darstelle (dass aus dieser dann sehr schnell „das Recht, durch Arbeit eigenes Geld zu verdienen“ wurde, hat, wie wir inzwischen wissen, ganz andere Gründe). Die Frankfurter Schule richtete ihre destruktiven Theorien gegen die moderne Kulturproduktion, die den darin gefangenen Menschen ein „falsches Bewußtsein“ vorgaukele, weshalb sie die Notwendigkeit einer radikalen Revolution nicht erkennen könnten. Die RAF sprach von der tatsächlichen Welt nur als dem „Schweinesystem“, dessen handelnde Personen als „Charaktermasken“ gar keine wirklich selbstbestimmt handelnden Subjekte, sondern nur Illusionen seien, deren Persönlichkeit jedenfalls keine Sentimentalitäten auslösen dürfe, die gegen ihre Ermordung hätten sprechen können – solche Sentimentalität wäre ohne Zweifel Teil des „falschen Bewußtseins“ gewesen, das die „herrschenden Cliquen“ zwecks Unterdrückung der revolutionären Massen permanent und lückenlos über die Gehirne gezogen hätten. Auch die sogenannte „Kunst nach Auschwitz“ lebt davon, die alten Werte, die die Kunstproduktion zuvor bestimmt hatten (Ästhetik, Überhöhung, Idealisierung), „überwunden“ zu haben und folglich rostiges Eisen auf jeden öffentlichen Platz zu stellen und jeden als „ewiggestrig“ zu diffamieren, der darin eine Verschandelung des öffentlichen Raumes sieht. Für das moderne Theater, das hauptsächlich vom plakativen Bruch „überkommener Vorstellungen und Tabus“ lebt, ließe sich Ähnliches sagen, und die Aufzählung von Einkleidungen des immergleichen revolutionären Gedankenguts, das wieder und wieder die Idee der Überwindung der „falschen Werte“ zugunsten (scheinbar) „höherer“ Werte variiert, ist hiermit noch lange nicht abgeschlossen.

Auf der Basis dieses Gedankensystems wurden die „Statuten des Terrors“ für die Mitglieder formuliert, die damit verpflichtet wurden,

1. „[...] alle Geistes- und Seelenkräfte für die revolutionäre Sache hinzugeben, ihretwillen alle Familienbande, Sympathien, Liebe und Freundschaft aufzugeben,

2. wenn nötig, das Leben hinzugeben ohne Rücksicht auf sich und andere,

3. nichts zu besitzen, das nicht gleichzeitig der Organisation gehörte,

4. seinem individuellen Willen zu entsagen und ihn den Mehrheitsbeschlüssen der Organisation unterzuordnen,

[...]

6. in allen Beziehungen öffentlichen und privaten Charakters, in allen offiziellen Handlungen und Erklärungen sich nie als Mitglied, sondern sich stets nur als Beauftragter des Volkskomitees zu bezeichnen.

Auch aus diesen Statuten kommt uns einiges wieder sehr bekannt vor von moderneren Implementierungen der terroristischen Philosophie, z.B. dass das Private stets politisch und das Politische privat zu sein habe, dass Freundschaften und sogar Familienbande nichts zählen, sobald es auch nur zum Verdacht „konterrevolutionärer“ Umtriebe käme, dass man sich immer als von „höherer Stelle“ legitimiert ansieht, zumindest bezeichnet, auch ohne dies wirklich zu sein.



Die Blutspur des Terrors

Mit diesen Statuten ausgestattet, konnten die Narodniki das mörderische Werk beginnen. Die Zahl der Gouverneure, Beamten und Polizeioffiziere, die ihnen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zum Opfer fielen, ist Legion. Allein siebenmal versuchten sie – jeweils ohne Erfolg – den Zaren zu ermorden, doch waren bei diesen Versuchen jedes Mal etliche Unbeteiligte getötet worden. Bei einem dieser Mordversuche hatte sich ein Mitglied der Narodniki als Tischler am Winterpalais anstellen lassen und 50 Soldaten des finnischen Wachbataillons mit einer Bombe in den Tod gerissen, doch kein Mitglied der Zarenfamilie ernsthaft verletzen können. Der achte Versuch, ausgeführt am 1. März 1881 (15. März nach gregorianischem Kalender), sollte schließlich erfolgreich sein. Er ging von einem Milchgeschäft aus, von dem aus die Narodnika Sofija Perowskaja und ihre Gruppe (es überrascht, wie viele Frauen unter den Mitgliedern der Terrororganisation waren – auch die RAF und andere Bewegungen bedienten sich des Affekts vieler westlicher Männer, in Frauen keine Gewalttäterinnen erblicken zu wollen) in langer und mühevoller Arbeit einen Tunnel unter eine Straße getrieben hatte, die der Zar gewohnheitsmäßig benutzte. In diesem Tunnel wollten sie eine Mine zur Explosion bringen. Der Plan wurde jedoch verraten, und so gerieten sie in Panik und beschlossen, den Sprengstoff als Bomben direkt auf die Zarenkutsche zu werfen. Dabei wurde einer der Attentäter selbst zerfetzt, eine unbeteiligte Person getötet und der Zar so schwer verwundet, dass er Stunden später starb.

Die Schuldigen für diese Mordtat wurden schnell gefaßt, abgeurteilt und hingerichtet. Die Reaktion des russischen Staates war hingegen so, wie sie sich die Narodniki gewünscht hatten: Weder der direkte Nachfolger, Alexander III., noch sein Enkel Nikolaus II. wollten das Schicksal Alexanders II. erleiden und wiesen die danach aufgestellte Geheimpolizei „Ochrana“ an, die politische Szene Russlands streng zu kontrollieren und mit unerbittlicher Härte jede oppositionelle Gruppe zu zerschlagen. Die Narodniki hatten einen totalen Überwachungsstaat herbeigebombt, der schließlich 1917 im Rahmen der Russischen Revolution tatsächlich auf revolutionäre Weise „überwunden“, tatsächlich jedoch nur in ein noch weit schlimmeres totalitäres System überführt wurde. Auch an diesen Vorgängen waren die Narodniki führend beteiligt – die grausame politische Philosophie und Praxis Lenins ist durch die Notizen Netschajews und die „Statuten des Terrors“ bereits weitgehend vorweggenommen.

Der bei diesem Anschlag ums Leben gekommene Attentäter hieß Grinewitzki und war Jude. Dieser Umstand führte dazu, dass den Juden, die im intellektuellen Milieu der Städte überrepräsentiert waren, eine führende Rolle innerhalb der Narodniki zugeschrieben wurde und sie im Folgenden stark sowohl unter Repressionen des zaristischen Polizeiapparates als auch unter Pogromen der einfachen Bevölkerung zu leiden hatten. Inwieweit es Juden waren, die die Gedanken der Terroristen maßgeblich geprägt hatten, und inwiefern diese Schuldzuweisung also zutreffend war, ist natürlich bis heute heftig umstritten. Unter den Bolschewiki, die später Russland revolutionieren sollten, waren sie in so starkem Maße überrepräsentiert, dass manche sogar von den Juden als einem „Tätervolk“ sprechen – was natürlich, wie jedes Abstempeln ganzer Völker für Untaten Einzelner (wie uns Deutschen schmerzhaft bewußt sein sollte), ein Irrweg ist.

Jede politische Gruppierung, die sich an Philosophie und Statuten der Narodniki – ob gewollt oder ungewollt – orientiert, kann gar nicht anders, als revolutionär zu sein, und wenn eine „gemäßigte“ Partei, wie sie z.B. die SPD lange Zeit zu sein beansprucht hat, von solchen Kräften unterwandert und umgekrempelt wird, dann wird auch sie zum nihilistischen, revolutionären Vehikel herabsinken, dem es letzten Endes auch gleich sein wird, welches Leid und welchen gesellschaftlichen Schaden die Subjekte anrichten, die man unter dem Deckmantel allgemeiner Toleranz und Wurstigkeit gewähren läßt. Einhalt gebieten kann dem, wenn überhaupt etwas, nur ein unerschütterliches Bewußtsein für diese grundlegende Achillesferse menschlicher Wertorientierung, an der die zerstörerische Philosophie des Nihilismus ansetzt.



Der Begriff des Nihilismus

Erstmals verwendete Iwan Sergejewitsch Turgenjew in seinem Roman „Väter und Söhne“ von 1862 für die von den Narodniki praktizierte politische Philosophie diesen Begriff. Damit ist jede Haltung beschrieben, die die tatsächlich fundamentalen Werte einer Gesellschaft vernichten will zugunsten eines angeblich höheren Ziels. Jede terroristische oder sozialrevolutionäre Bewegung kleidet dieses Konzept in jeweils eigene Begriffe, die jedoch alle das Ziel haben, die wertmäßige Leere ihres Denkens mit einer Maske aus schönem Schein zu umgeben, denn ohne diese wäre die Revolutionsbewegung unattraktiv für die potentiellen Anhänger.

Es ist doch im Wesentlichen immer so: Jede „richtige“, auf spezifischen Werten und deren Ordnung beruhende Gesellschaft pflanzt sich aus eigenem Antrieb fort, indem Männer und Frauen harmonisch zusammenleben und -wirken, indem sie grundsätzlich zu den fundamentalen Werten und der von diesen begründeten Ordnung Ja sagen, indem eine Offenheit für Kinder besteht, indem ausreichend Kinder geboren werden, die in das bestehende Wertemuster hineinerzogen werden, es annehmen und verteidigen und weitergeben und weitertragen. Jede umstürzlerische Bewegung, die die dafür notwendigen Wertmuster („Familienwerte“) aufgibt, hat schon mal das grundsätzliche Problem, dass kein Nachwuchs auf natürliche Weise zustandekommt – die Frage der Rekrutierung kommt auf, und sie wird durch Parasitierung an den Menschen, die in der umzustürzenden Ordnung leben, gelöst. Diese werden manipuliert, beeinflusst und der Ordnung, der sie entstammen, überdrüssig gemacht, so dass sie sich der revolutionären Bewegung, die mit ihren „besseren“, „edleren“, „höheren“, „vom Establishment unterdrückten“ Scheinwerten natürlich kräftig hausieren geht, anschließen. Im Falle der deutschen ‘68er gelang dies beim maßgeblichen, wenn nicht gar beim größeren Teil einer ganzen Generation; der Feminismus, der sich an den Frauen schadlos hält, war gleichfalls so erfolgreich, dass er bis heute den jungen Frauen die – seiner Ansicht nach korrekten – Gewichtungen von Familie und Beruf diktieren kann.

Doch diese Propaganda ist nur Tünche über einer wertmäßigen Leere, die von den einfacheren Geistern niemals, von den intelligenteren meist zu spät erkannt wird, und ehe man sich versieht, ist ein großer Batzen wertvoller, nicht gelebter Lebenszeit verloren an ein zukunftloses, nicht nachhaltiges Gedankenkonstrukt. Zum Glück scheint es so zu sein, dass die Töchter von Feministinnen die Nase gestrichen voll vom Feminismus haben und die Kinder von ‘68ern nichts mehr mit dieser zerstörerischen pseudointellektuellen Philosophie am Hut haben wollen. Sie haben den Nihilismus, der ihnen implizit gepredigt wurde, überwunden – aber nicht, wie Nietzsche es wollte, durch Schaffung tatsächlich neuer Werte, sondern dadurch, dass sie zu der Einsicht gelangt sind, dass nur auf der Basis der alten Werte Familie, Vaterland, Gemeinwohl, Solidarität, Transzendenz (Gott) ein nachhaltiges Leben möglich ist, das sich selbst auch durch eine neue, selbst gezeugte und geborene Generation als tragfähig erweist. Und wenn diese Überwinder des Nihilismus gegen die letzten Vertreter der leeren Scheinbarkeit die Stimme erheben, dann schallen ihnen zwar zunächst heftigste Ablehnungen, moralische Diffamierungen und Einschüchterungen entgegen. Diese sind aber letzten Endes nur Bestätigungen dafür, dass die um ihre Lebenszeit Betrogenen genau das doch noch erkennen; sie stemmen sich nur noch gegen die Erkenntnis, dass sie Betrogene sind.



Bedeutung für heutige Sozialisten, Sozialdemokraten und Revolutionsbewegungen

Daher kann auch keine „revolutionäre“ Bewegung, die sich zu radikal gegen die notwendigen Bedingungen menschlichen Lebens wendet, länger als eine Generation bestehen bleiben. Der Nihilismus tritt zwar immer wieder in Erscheinung, doch die nihilistischen Bewegungen sterben – im wahrsten Sinne des Wortes – bald aus. Eine nachhaltigere Bewegung kann durchaus ihre revolutionären Absichten haben, doch muss sie ein Minimum an Kompromissen mit der menschlichen Natur eingehen, um sich halten zu können. Stalin etwa war als Sozialist immer noch einer der menschenverachtendsten Schlächter der Weltgeschichte, doch kam er dem russischen Volk insofern entgegen, als dass er die orthodoxe Religion etwas mehr gewähren ließ – insbesondere in der Zeit des II. Weltkrieges – und den Reproduktionsbedingungen in den Familien nicht auch noch Hindernisse zumutete. In der Öffentlichkeit riskierte zwar sein Leben, wer auch nur den Verdacht erregte, gegen Väterchen Stalin zu sein, doch das Private war in seinem Reich nicht politisch. Und auch wenn er ganze Volksgemeinschaften innerhalb der Sowjetunion zwangsumsiedeln ließ, so tat er dies doch unter Wahrung ihrer Eigenschaft als Völker – nur dass diese dann eben woanders als Völker lebten. Dass Stalin versucht hätte, durch Vermischung der einzelnen Nationen den Sowjetmenschen herbeizuzüchten, ist mir nicht bekannt.

Von dem Russen Lenin weiß man, dass er die nichtrussischen Sowjetrepubliken durch die Ansiedlung russischer Familien zu russifizieren versuchte, doch strebte er nicht ein Aufgehen des russischen Volkes in einem „Sowjetvolk“ an. Stalin vergrößerte als Georgier den Einfluss Georgiens innerhalb der Sowjetunion, indem er Abchasien und Südossetien der georgischen (grusinischen) SSR angliederte. Beide Sowjetführer waren als Angehörige ihres jeweiligen Volkes viel nationalistischer, als sie vermutlich selber ahnten.

Im Gegensatz dazu kennt die sozialrevolutionäre Betätigung, die heute sämtliche politischen Parteien und gesellschaftlichen Strömungen unterwandert und durchdringt und die wir heute allerorten in den westlichen Ländern verspüren, derartige nationalen Restbestände nicht. Hier wird auch das Private noch restlos politisch gemacht: Die Schwulenbewegung arbeitet sich in Parteien, Kirchen und Medien zu immer einflussreicheren Positionen hoch und verbreitet eine Propaganda, die bereits Grundschulkinder vom Weg der gesunden Entwicklung des Geschlechtstriebes abbringen soll. Alle Dinge, die die (z.T. ungewollte, aber dennoch zur Selbsterhaltung benötigte) Fortpflanzung der weißen, westlichen Völker – wie auch aller anderen Völker, die in den Einflussbereich dieser Ideologie geraten – unterdrücken, werden nach Kräften mit Unmengen öffentlichen Geldes gefördert: Frühaufklärung, Verhütungspillen, Kondome, Nidationshemmer, Abtreibungspillen, Saugglocken, Ausschabungen, Absaugungen, Spätabtreibungen und dergleichen mehr. Was von den Völkern übrig bleibt, wird gezielt mit Angehörigen fremder Kulturkreise angereichert und demnächst anscheinend noch gezwungen, sich mit diesen auch geschlechtlich zu vermischen, so dass der Neue Mensch – wie von Graf Coudenhove-Kalergi „vorausgesehen“ – nicht nur durch mediale Dauermanipulation, sondern auch genetisch, durch Vermischung der Erbsubstanz, zustandekommt. Als Belege genügen hier die Rede des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy, die dieser am 17. Dezember 2008 an der École Polytechnique gehalten hat, sowie die bekannte Äußerung von Herrn Geißler, in der multikulturellen Zukunft müsse es „Hans nicht mehr länger mit der Grete treiben“.



Warum man wertkonservativ sein muss

Um diesen Artikel zu verfassen, musste ich mich eingehender mit der russischen Geschichte beschäftigen, was für mich ein völlig neues Gebiet ist. Dennoch stellen die Narodniki ein brauchbares Beispiel dafür dar, dass eine konkrete Gesellschaftsform stets auf tatsächlichen Wertsetzungen beruht. Wenn man diese tatsächlichen, lebbaren Werte zu Scheinwerten, zu Illusionen erklärt, wie dies sämtliche linken Bewegungen bis in unsere Tage hinein tun, und behauptet, die „wahren Werte“ müssten erst noch zu Tage treten, oder müssten, nachdem sie verdrängt worden wären, wieder „freigelegt“ werden, oder eine Reihe von – unlebbaren – Werten müsse an ihre Stelle gesetzt werden, dann wird mit einem bombastischen Anspruch, der sich um seine klaffende Diskrepanz zur Wirklichkeit nicht mehr zu kümmern braucht, die auf den tatsächlichen Werten beruhende Gesellschaftsform zerstört und vernichtet, und eine willkürliche Schreckensherrschaft tritt statt dessen ihr Regiment an.

Daher möchte ich diesen Artikel abschließen mit einem deutlichen Plädoyer gegen alle Scheinwerte, die nur zwecks Abspenstigmachung der Menschen von wahren, gesellschaftsstabilisierenden oder Gesellschaft überhaupt erst ermöglichenden Werten postuliert werden. Auch wenn man nicht sein ganzes Leben lang auf sie hereinfällt, so stehlen sie dem Individuum doch wertvolle Lebenszeit und wesentliches Lebensglück. Und eine nicht unerhebliche Zahl an reflexionsunfähigen Menschen bleibt in diesen nihilistischen Scheinwerten ihr Leben lang gefangen und sorgt dafür, dass die jeweilige nihilistisch-revolutionäre Bewegung auch dann, wenn ihr Ende gekommen ist, noch weitermachen und vielleicht Rache an den unwilligen, revolutionsträgen Menschen nehmen kann.

Es soll auch ein Plädoyer an die jungen Menschen sein, die in Schulen und Universitäten, in Ausbildung und im Beruf mit Situationen konfrontiert werden, in denen sie zum Schweigen gebracht werden sollen, wenn sie einen nihilistischen Scheinwert als solchen erkannt haben. Macht den Mund auf, bringt Euresgleichen zum Nachdenken und schweigt nicht! Wenn man Euch davon abbringen möchte, auf eigenen Beinen zu stehen, selbst zu denken und natürlicherweise eine Familie zu gründen – macht es bitte. Gebt Euren Kindern eine Reihe grundlegender, sinnstiftender und Gesellschaft ermöglichender Werte mit auf den Weg, warnt sie aber vor all jenen, die von vermeintlich höheren Werten reden: Jeder höhere Wert als das menschliche Leben an sich ist kein Wert, sondern ein nihilistischer Fallstrick und Irrweg!



Quellen

[1] Klaus-Rüdiger Mai, Geheimbünde – Mythos, Macht und Wirklichkeit. Bastei-Lübbe Verlag Bergisch Gladbach, 2006

10 Kommentare »

  1. Netschajew nannte sein Werk übrigens „Der revolutionäre Katechismus“. Hier kann man alle 26 Punkte in deutscher Sprache nachlesen:

    http://www.physiologus.de/komment/lit/netscha.htm

    Im Alter von 25 Jahren wurde er wegen des Mordes an seinem Kameraden Iwanow gefangengenommen und starb 10 Jahre später in der Peter-und-Pauls-Festung in St. Petersburg.

    An der Stelle, wo Zar Alexander II. ermordet wurde, ließ sein Sohn die Bluterlöser-Kirche errichten.

    Im Artikel wird eine Rede des französischen Staatspräsidenten Sarkozy vom letzten Dezember erwähnt. Wem sie noch unbekannt ist – hier ist der Link zum Video:

    http://www.dailymotion.com/video/x7rblb_sarkozy-relever-le-dfi-du-mtissage_news

    Hier gibt es eine Mitschrift dieser Rede:

    http://www.elysee.fr/download/?mode=press&filename=17.12_Ecole_Polytechnique.pdf

    Besonders interessant ist der Part um Minute 12:09, wo Sarkozy vom veröffentlichten Redetext abweicht: Er sagt sinngemäß, dass die bisher von den Franzosen praktizierte „Inzucht“ (consanguinité) in Zukunft für schwere Probleme sorgen und man deswegen die „Vermischung“ in Angriff nehmen werde.

    Kommentar von Thatcher — 7. November 2009 @ 13:30

  2. Ich bin gerade auf eine Webseite gestoßen, wo der Nihilismus auf den Punkt gebracht wird:
    „STAAT.NATION.KAPITAL.SCHEISSE“
    Und wie heißt das Neue, das sie dort anbieten?
    „Kapitalismus“! Also dasselbe nochmal, nun aber richtig!
    http://www.einheit-und-freiheit.de/

    Nihilistischer als die gegenwärtige Radikale Linke
    ist wohl auch noch keine Generation von Linken gewesen, denn welche konkrete Vision einer besseren Welt nach der Auflösung der Familien, Ethnien, Nationen, Rassen und der kapitalistischen Wirtschaftsordnung hätten sie? Dazu hört man praktisch nichts: es stellen sich nach ihrer Vorstellung dann offenbar automatisch Friede, Freude und Eierkuchen ein, und alle Probleme sind gelöst!

    Dagegen muss man den 68ern zugute halten, dass sie eine Vision einer besseren Welt hatten, wie sie sie nach hartem Studium der Marxschen Bände und endlosen Diskussionen sich erarbeitet hatten und: viele von ihnen haben sich daran gemacht, diese Vision zu verwirklichen: in Projekten in der Dritten Welt oder hier in Europa. Umso länger hat es natürlich auch gedauert, bis wenigstens bei einigen die Einsicht kam, dass alles an der Realität vorbeiging, andere 68er hingegen versuchen es immer noch (und haben jetzt die Macht!)

    Bei den jetzigen, jüngeren, Radikallinken gibt es neben welchen, die es nochmal mit dem Kommunismus versuchen wollen, die, die hauptsächlich von der postnationalen Utopie bestimmt sind und in Ermangelung konkreter Vorstellungen nur ihr täglichen Gezeter und Gegeifere gegen den Rassismus anzubieten haben und immer nur vom Staat
    mehr Geld gegen Rechts und für die Migranten fordern – möglicherweise direkt, um ihn finaziell kaputtzumachen. Von Werten und Strukturen in dieser neuen Gesellschaft scheinen sie nicht die geringste Vorstellung zu haben; sie scheinen auch nicht das Geringste selbst für ihre neue Gesellschaft tun zu wollen: die Flut an Migranten wird die Zerstörung allein schon bewirken; ansonsten: nihil!

    Ein Gradmesser für den Nihilismus linker Bewegungen ist meiner Meinung nach der Grad an Hass: bei den Narodniki und ihrem Anführer, bei der RAF, bei der jetzigen Antifa stand bzw. steht der Hass, der Wille zur Zerstörung im Vordergrund, nicht, oder fast nicht, oder nicht mehr, eine ethische Motivation als Basis des politischen Handelns: also reiner Nihilismus. Anderen Teilen sozialistischer Bewegungen muss man schon ein ethisches Fundament zusprechen – auch in der Form eines säkularisierten Christentums – , aber die Lust an der Zerstörung ist auch immer in einem gewissen Grade dabei. Und in dem Maße – da stimme ich völlig zu -, wo der „unorganische“ Bruch gewollt wird, wo diktatorisch über „falsches“ und „richtiges“ Bewusstsein befunden wird, wo im Namen einer höheren Moral Gewalt und Terror gerechtfertigt werden, sind dies die Symptome eines dahinterstehenden Nihilismus, der sich anders nicht gegen das Bestehende durchsetzen kann.

    Und auch: überall dort, wo der Versuch gemacht wird, das Bestehende durch eine Einschränkung der Meinungsfreiheit zu bekämpfen – die EU wird wohl in den nächsten Wochen da wieder einen kleinen Schritt weitergehen. Die EU, die ja nun wirklich für NICHTS steht als für ihren eigenen Machtwillen!

    Kommentar von BeforeDawn — 8. November 2009 @ 19:56

  3. Th & DR,
    seht mal in die Statistik! :-)

    Kommentar von BeforeDawn — 8. November 2009 @ 20:07

  4. Sarkozy hat mit seiner Anregung zu Mischehen innerhalb Frankreichs Recht. Eine solche Durchmischung muss zumindest als das kleinere Übel im Vergleich zum Geburtendschihad zwischen mehreren innerfranzösischen Parallelgesellschaften gesehen werden. Zur Stabilisierung der Nation braucht man einerseits eine starke Eindämmung jedweder Elendswanderung in die sozialen Netze, und andererseits eine gewisse Neigung zur Homogenisierung mithilfe von gruppenübergreifenden Ehen. Sarkozy drängt auf beides, aber auf ersteres leider nicht entschieden genug, was aber nicht nur an ihm sondern auch an den Zwängen des politisch-korrekten Umfeldes liegen kann.

    Kommentar von cattivista — 9. November 2009 @ 11:40

  5. Heute ist es an mir, Dir zu gratulieren, Thatcher!
    Da hast Du ein beachtliches (und hochinteressantes) Opus geschrieben – danke für die Arbeit!

    Das mit Sarkozy ist in der Tat ein starkes Stück – und hier muß ich cattivista widersprechen (und Sarkoleon sowieso):
    In einem Land mit wahrscheinlich immer noch 45 – 50 Millionen echten Franzosen, die noch dazu von drei indoeuropäischen Völkergruppen abstammen – Kelten, Römern und Germanen (Franken, Normannen) kann von einer Inzuchtgefahr nicht die geringste Rede sein. Und wie eine solche Vermischung gegen den Geburtendschihad helfen sollte, erschließt sich mir nicht. Wenn die Franzosen mit nichtmoslemischen Einwanderern vermehrt Kinder zeugen können, dann können sie das auch untereinander.

    Diese perverse Zersetzung der einheimischen europäischen Völker läuft auf allen Ebenen, bis hin zu absurden „Einzelfällen“ – schaut euch mal diesen Artikel von „Gates of Vienna“ an:

    http://gatesofvienna.blogspot.com/2009/11/run-gorgons-are-coming.html#readfurther

    Darin geht es um ein junges schottisches Paar, das heiraten wollte (Brautkleid und Ringe schon gekauft, Kirchentermin fixiert, Braut in der 29. Schwangerschaftswoche) und dem vom „Social Service“ zwei Tage vor dem Hochzeitstag mitgeteilt wurde, daß sie nicht heiraten dürften.
    Begründung: die 17jährige Braut könne nicht verstehen, was Ehe bedeutet, weil sie Lernschwierigkeiten habe (sie geht immerhin aufs College), und sie wäre deshalb auch nicht intelligent genug, ein Kind großzuziehen. Die Behörden wollten dem jungen Paar nach der Geburt nur ein paar Stunden mit ihrem Baby gewähren, dann wollten sie ihnen das Kind wegnehmen und zu Pflegeeltern geben. Und das ganze ohne Anhörung der beiden, und ohne Berufungsmöglichkeit.
    Natürlich sind die beiden durchgebrannt…

    Hier werden also zwei jungen Einheimischen ganz natürliche Rechte verwehrt (Ehe und Elternschaft) mit einer Begründung, derzufolge man wahrscheinlich mindestens der Hälfte aller Pakis und sonstigen Moslems in Großbritannien die Ehe (und die Verwandtenehe sowieso grundsätzlich allen) untersagen müßte.

    Auch wenn dies nur ein „Einzelfall“ ist, so zeigt er doch eine generelle Linie auf, die unsere „Eliten“ überall in Europa verfolgen.

    Kommentar von Deep Roots — 9. November 2009 @ 23:15

  6. Dieser „Einzelfall“ ist einfach unglaublich, Deep Roots. Solche Dinge könnten der Einschüchterung dienen; ich kann nur jedem raten, sich durch angsteinjagende Geschichten wie diese – ob sie stimmen oder nicht – nicht davon abschrecken zu lassen, eine Familie mit dem/der Bestgeeigneten „vom eigenen Volksstamm“ zu gründen. Inzuchtgefahr besteht, sagen jedenfalls die Zoologen, für eine Population erst, wenn der Bestand deutlich in den dreistelligen Bereich absinkt.

    Aber, und das ist der viel wichtigere Punkt:
    Niemand könnte mir erklären, was ein solches Verhalten der Behörden mit Islamisierung, Dhimmitude oder vorauseilendem Gehorsam gegenüber den „neuen Herren“ Europas zu tun haben soll. Was sollte es die kümmern, mit wem wir Weißen Nachwuchs zeugen?? Das hat sie vierzehn Jahrhunderte lang auch nicht gekümmert!

    Nein, falls das stimmen sollte, dann sind das Pläne von GANZ anderen Kräften. Welche – dazu werden noch Wetten angenommen.

    Kommentar von Thatcher — 10. November 2009 @ 00:24

  7. Sehe ich auch so, Thatcher!
    Der Empfehlung von Before Dawn folgend, habe ich mir gerade die Statistik angesehen – Dein Artikel hat die besten Zugriffswerte aller bisher hier veröffentlichten Texte. Alle Achtung!

    Kommentar von Deep Roots — 10. November 2009 @ 01:02

  8. Kewil hat den Artikel auf seinem Blog veröffentlicht:

    http://fact-fiction.net/?p=3232

    Allerdings nicht als Textbeitrag, sondern indem er auf das pdf, das ich ihm schickte, verlinkt. Es ist nicht ganz das Gleiche wie das, das hier angeboten wird.

    Kommentar von Thatcher — 12. November 2009 @ 13:40

  9. Und die totalitären Herrscher in GB machen munter weiter:

    Atemluftsteuer kommt

    http://www.timesonline.co.uk/tol/news/environment/article6909046.ece

    November 9, 2009

    Carbon ration account for all proposed by Environment Agency

    If people used up their yearly ration early, they would have to buy extra from those who had not used their full allowance

    By Ben Webster, Environment Editor

    Everyone should be given an annual carbon ration and face financial penalties if they exceed it, under a proposal by the Environment Agency.

    Lord Smith of Finsbury, the agency’s chairman, will say today that rationing is the fairest and most effective way of meeting Britain’s legally binding targets for cutting greenhouse gas emissions.

    People would be given a “carbon account” and a unique number that they would have to submit when making purchases of carbon-intensive items such as petrol, electricity or airline tickets. As with a bank account, people would receive statements showing the carbon weight of each purchase and how much of their ration remained.

    If they used up their ration within a year, they would have to buy extra credits from those who had not used their full allowance.

    Man beachte auch die Kommentare! Da ist kein einziger mehr, der das in irgendeiner Form als sinnvoll erachtet. Diejenigen, die sowas aushecken, müssen sehr sicher sein, dass das „cannon fodder, unfortunately, which populates the Earth“ (also der Weiße Mann; danke, Mr. David Lang, für die Offenheit bereits 1987) ihnen auch dann nicht gefährlich wird, wenn es VOLLSTÄNDIG VERSTEHT, was zu welchem Zweck gespielt wird.

    Das werden die früher oder später auch bei uns bringen.

    Damit sind unsere ganzen Bemühungen um Einwirkung auf die öffentliche Meinung wohl wirkungslos.

    Kommentar von Thatcher — 17. November 2009 @ 19:23

  10. Thatcher,
    was kann man schon von jemandem erwarten, der Kulturminister unter Blair war!
    http://en.wikipedia.org/wiki/Chris_Smith,_Baron_Smith_of_Finsbury

    Der Artikel zeigt sehr schön die Verachtung, die diese Leute für die Wähler haben, und ihre Bereitschaft, sich über den Wählerwillen hinwegzusetzen – typische sozialistische Utopisten, die sich im Besitz einer höheren Moral wähnen.

    Was für eine Bürokratie wäre für die Umsetzung dieses Vorschlags nötig!

    Die Leserbriefe zeigen zwar, dass es noch genug Briten gibt, die ihren Verstand beisammen haben – aber ich fürchte auch, dass es langfristig noch schwieriger sein wird, die Entwicklung zum Umwelttotalitarismus zu stoppen, als die Polit-“elite“ zur Einsicht zu bringen, dass die islamische Zuwanderung fatale Folgen hat.

    Kommentar von BeforeDawn — 18. November 2009 @ 15:08


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