Archive für Beiträge mit Schlagwort: NGO

von Fjordman

Aus dem Englischen übersetzt von: BeforeDawn

Druckversion (pdf)

Der Originalartikel erschien am 05. 06. 2006 unter dem Titel “Is the Nation State Obsolete?” in The Brussels Journal.

Martin van Creveld ist ein israelischer Militärhistoriker und -theoretiker, der in den Niederlanden geboren wurde, jetzt aber in Israel lebt. Er hat viele Bücher über Militärgeschichte und Strategie verfasst und an vielen militärischen Hochschulen in der ganzen westlichen Welt gelehrt. Ich bin politisch nicht immer der gleichen Meinung wie er; bei einer Suche im Internet fiel mir vor allem dieses Zitat auf: “Angesichts der gegenwärtigen Machtbalance lässt es sich nicht begründen, dass ein nuklearer Iran die Vereinigten Staaten bedrohen würde. Den Ausfällen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad zum Trotz, wird die Islamische Republik nicht einmal eine Bedrohung für Israel sein.” Ich widerspreche deutlich. Van Creveld ist Historiker und hat einen guten Ruf, seine Schriften sind klar und deutlich formuliert und bringen die Dinge auf den Punkt. Ich werde ihn dazu heranziehen, ein Licht auf die Kritik zu werfen, die heutzutage gegen den Nationalstaat vorgebracht wird. Die folgenden Zitate stammen aus seinen Aufsätzen bzw. aus den Heften The State: Its Rise and Decline und The Fate of the State, die beide im Internet zu finden sind.

217yzpqmybl_sl500_aa140_Um seinen Argumenten zu begegnen, werde ich Roger Scruton heranziehen, den herausragenden britischen Denker, von dem ich persönlich sehr viel halte. Die meisten Zitate von ihm sind aus seinem ausgezeichneten kleinen Buch The West and the Rest: Globalization and the Terrorist Threat von dem ein kleiner Teil ebenfalls online zur Verfügung steht. Überhaupt ist alles, was Roger Scruton schreibt, wert gelesen zu werden.

Van Creveld, wie viele andere auch, beginnt seine Erzählung über den modernen Staat mit dem Westfälischen Frieden, der den Dreißigjährigen Krieg im Jahr 1648 beendete. Dieser Krieg, der eigentlich eine Serie von Kriegen war, die 1618 wegen Konflikten zwischen Protestanten und Katholiken und wegen politischer Auseinandersetzungen im Heiligen Römischen Reich begann, wurde hauptsächlich in dem Gebiet, das wir heute Deutschland nennen, ausgetragen. Die Auswirkungen der Kämpfe in Mitteleuropa waren verheerend. In Deutschland kamen mehr als 20 Prozent der Bevölkerung ums Leben. Der Dreißigjährige Krieg war der letzte religiöse Krieg in Europa. Die Beschlüsse, auf die man sich im Westfälischen Frieden einigte, legten den Grundstein für das, was später die modernen Nationalstaaten werden sollten, indem festgelegt wurde, dass die Bürger der verschiedenen Staaten grundsätzlich den Gesetzen ihrer eigenen Regierungen unterworfen sein sollten, überdies wurde in mehr als einer Hinsicht die moderne Diplomatie des Westens in die Wege geleitet.

Den Rest des Beitrags lesen »

von Fjordman

Druckversion (pdf)

Übersetzung von Eisvogel

Original vom 30. 04. 2007 in The Brussels JournalTowards a Totalitarian Europe

Der frühere sowjetische Dissident Vladimir Bukovksy  hat gewarnt, die Europäische Union sei auf dem Weg zu einer etwas anderen Sowjetunion. Wenn Menschen, die auf den höheren Ebenen des EU-Systems gearbeitet haben, ebenfalls Ähnlichkeiten feststellen, wird es Zeit, dass man diese Überlegung ernst nimmt. Im Jahr 2002 berichtete Louis Michel, damals belgischer Außenminister und heute Mitglied der Europäischen Kommission, dem belgischen Parlament, dass die EU möglicherweise in Zukunft neben Europa auch Nordafrika und den Nahen Osten umfasse werde.

Das MEDA Programm, das wesentlichste finanzielle Instrument zur Einführung der euro-mediterranen Partnerschaft, gab zwischen 2000 und 2006 gemäß der offiziellen Website der EU 5.350 Millionen Euro (d.h. 5,35 Milliarden!) für seine verschiedenen Programme aus. Während des Zeitraums zwischen 1995 und 1999 flossen rund 86% der MEDA zur Verfügung stehenden Mittel nach Algerien, Ägypten, Jordanien, Libanon, Marokko, Syrien, Tunesien, die Türkei und an die palästinensische Autonomiebehörde. Die enge Kooperation der EU mit arabischen Ländern Ab 2007 wird MEDA durch das European Neighbourhood and Partnership Instrument ersetzt werden, das im Zeitraum von 2007 bis 2013 11 Milliarden Euro ausgeben soll, und zwar unter anderem für die Förderung der Kooperation zwischen europäischen und arabischen Ländern auf den Gebieten Energie und Transport, höhere Bildung und Mobilität von Lehrern, Forschern und Studenten, für den multikulturellen Dialog in Mensch-zu-Mensch-Kontakten einschließlich Verbindungen zu Einwanderern, die in EU-Ländern leben sowie auch Zusammenarbeit im Bereich der Zivilgesellschaften, kultureller Institutionen und dem Austausch junger Menschen.

Die Europäische Kommission, die mächtige Regierung der EU mit ihrer ausgedehnten legislativen Macht, soll die Zusammenarbeit mit Nichtregierungs-Organisationen (NGOs), Universitäten, Kirchen, religiösen Gemeinschaften und den Medien, die mit diesem Projekt in Zusammenhang stehen, koordinieren. Und das alles fußt auf Dokumenten, die im Internet verfügbar sind. Bat Ye’or, die Autorin des Buches Eurabia, hat vor der post-westlichen Kultur des Palästinianismus gewarnt, die durch solche Netzwerke schon seit Jahrzehnten vorangetrieben wird:

“In einer koordinierten Kampagne unter der Schirmherrschaft von Körperschaften der Europäischen Union, hat ein System, das Politik mit Märkten, Kultur, Universitäten, Medien und Meinungsmachern verbindet, seinen totalitären Griff über die Mitgliedsstaaten ausgestreckt, um eine verabscheuungswürdige Kultur von Lügen und Verleugnung zu verbreiten, die Europas pro-palästinensische Außenpolitik stützt.”

Die EU-Kommission und ihre wichtigsten Offiziellen treffen oft verschleiert unter unschuldig klingenden, halb-offiziellen Organisationen Übereinkünfte mit Arabern und setzen diese dann später still und leise als föderale EU-Politik um. Das ist möglich, weil Milliarden von Euro in einem System kursieren, in dem es nur sehr wenige Kontrollmöglichkeiten gibt. Die Europäer finanzieren so den Zusammenschluss – in Wahrheit die Kolonisierung – ihres Kontinent mit der islamischen Welt ohne ihr Wissen und ohne ihr Einverständnis. Es muss wohl das erste Mal in der menschlichen Geschichte sein, dass ein gesamter Kontinent mit bürokratischer Präzisionsarbeit ausgelöscht wird. Es stellt vielleicht den größten Verrat in der Geschichte der westlichen Zivilisation dar und dennoch wird es von den Medien weitgehend ignoriert.

Europa als Spielwiese von Supermächten?

Joschka Fischer, der ehemalige deutsche Außenminister warnte davor, Europa riskiere, zur Spielwiese aufkommender Supermächte des 21. Jahrhunderts werden. Er wünschte mehr Kooperation in der EU, um das zu vermeiden. Aber wir sind bereits eine Spielwiese für fremde Mächte, ganz speziell für islamische Nationen, die den untragbaren Bevölkerungszuwachs ihrer Länder bei uns abladen, welcher dann die einheimische Bevölkerung fast straflos schikaniert. Und das wird von der EU aktiv verursacht. Es wird für zukünftige Historiker eine interessante Aufgabe sein, zu enthüllen, wie viele wichtige führende EU-Politiker und EU-Bürokraten mit saudischen Petrodollars gekauft und bezahlt worden sind.

Die Vorstellung, die EU würde zur Supermacht werden, ist lachhaft. Europa ist im angehenden 21. Jahrhundert ein globaler Witz, ein dekadenter, schwacher und erbärmlicher Kontinent, von seinen Feinden verachtet, von seinen Freunden bemitleidet. Außenstehende erwarten nicht, dass Europa auch nur irgendetwas Neues erschaffen könne, einige wären sogar erstaunt, wenn es überleben würde. Dieses Bild wird nicht gerade besser durch Spitzenpolitiker, die ihr eigenes Volk nicht nur aufgegeben haben, sondern es auch attackieren, die ihr historisches Vermächtnis an ihre schlimmsten Feinde ausverkaufen und jenen, die sich dagegen wehren, einen Maulkorb verpassen.Man kann eine dynamische Macht nicht künstlich mit bürokratischen Entscheidungen herbeiführen, man tut es durch die Macht des Gesetzes – durch Gesetze, die im Konsens mit dem Volk, und mit dessen Bestem im Sinn erlassen werden und die daher auch vom Volk respektiert werden – mit Respekt vor Privateigentumsrechten und damit, den Staat so weit wie möglich außen vor zu halten. Es gibt keine Abkürzungen. Es ist lächerlich, zu glauben, dass dieses marode kopflastige Frankenstein-Monster Europa wettbewerbsfähiger machen könne.

Ich bin nicht gegen Zusammenarbeit europäischer Länder in welcher Form auch immer, aber definitiv dagegen, dass das in Gestalt einer pan-europäischen Diktatur mit einer massiven Bürokratie geschieht. Ich verstehe das Argument, dass einzelne Nationalstaaten mit Ausnahme vielleicht von Deutschland, zu klein sind, um mit China oder Vergleichbarem zu konkurrieren. Mag sein. Aber wir müssen Prioritäten setzen: Das Überleben kommt zuerst; die Schaffung einer dynamischen Wirtschaft kommt als zweites. Die einfache Wahrheit ist, dass die EU eine tödliche Bedrohung für das erstere darstellt und absolut nichts zur Erreichung des letzteren tut.

Belgien als Blaupause für die EU?

Paul Belien, der Herausgeber des Brussels Journal, hat in seinem Buch A Throne in Brussels argumentiert, Belgien werde als Blaupause für die größere Europäische Union benutzt. Im Jahr 2000, verabschiedeten belgische Behörden den so genannten “Schnelle Staatsbürgerschaft”-Akt. 1960 waren 7.3% der Bevölkerung Brüssels Ausländer. Heute ist die Zahl auf 56.5% gestiegen. Nach Jan Hertogen, einem marxistischen Soziologen, ist diese Bevölkerungs-Ersetzung “eine eindrucksvolle und einzigartige Entwicklung mit europäischer oder sogar weltweiter Perspektive. “Ja, ist es wahrscheinlich tatsächlich beispiellos in der menschlichen Geschichte, dass ein Land seine Hauptstadt an andere übergeben hat, ohne dass ein einziger Schuss fiel, obwohl diese Meisterleistung zur Zeit auch in vielen anderen europäischen Städten vollbracht wird.”

Gibt es in Belgien keine Opposition dagegen? Doch, es gibt sie, aber sie wird totgeschwiegen oder sogar unterbunden. Der flämisch-nationalistische Vlaams Blok wurde wegen “Rassismus” verboten und wechselte seinen Namen. Der Rassismus bestand darin, dass regierungsamtliche Statistiken über die überproportional hohe Verbrechensrate von Einwanderern zitiert wurden. Der Richter entschied, dass “Wahrheit keine Verteidigung ist”.

Père Samuel, ein türkischstämmiger katholischer Priester und einer der wenigen, die noch die Sprache Jesu – aramäisch – sprechen, wurde wegen einer Bemerkung, die er 2002 machte, vom belgischen Zentrum für Chancengleichheit und gegen Rassismus (CEOOR) wegen “Aufstachelung zum Rassenhass” angezeigt. Er hatte gesagt: “Jedes sorgfältig islamisch sozialisierte Kind, das in Europa geboren wird, ist eine Zeitbombe für westliche Kinder in der Zukunft. Die letzteren werden verfolgt werden, sobald sie zur Minderheit geworden sind.” Er behauptet, dass eine islamische Invasion Europas stattfindet und warnt vor einem drohenden Bürgerkrieg.

Belgien ist ein künstlicher Staat, der von einer französischsprachigen bürokratischen Elite dominiert wird und damit als Laborexperiment dafür angesehen werden kann, was die EUrabier mit dem Rest des Kontinents vorhaben, wie zum Beispiel Bevölkerungs-Ersetzung – weitgehend durch Moslems – und die Opposition dagegen zum Schweigen zu bringen, indem man sie mit gesetzlichen Maßnahmen schikaniert und der einheimischen Bevölkerung de facto das Wahlrecht entzieht.

Redefreiheit in der EU

Artikel 10 in der Europäischen Konvention der Menschenrechte sichert angeblich die Redefreiheit, verwendet aber mehr Text darauf, festzustellen, was in den Grenzen der Redefreiheit nicht enthalten ist, als darauf, was in ihnen enthalten ist. Ideen zu kriminalisieren, ist gefährlich. Wie John Stuart Mill in seinem Buch On Liberty darlegte, ist Redefreiheit das Fundament wahrer Freiheit.

Der schwedische Schriftsteller John Järvenpää argumentiert, dass einer der Vorteile der Redefreiheit der ist, dass politisch inkorrekte Ansichten andere zwingen, rational gegen sie zu argumentieren. Im Jahr 2007 kam die EU überein, Aufstachelung zu Rassismus und Fremdenfeindlichkeit im gesamten Block der 27 Nationen zu kriminalisieren. Diejenigen, die gegen das neue Gesetz verstoßen, sehen sich mit einer Gefängnisstrafe von bis zu drei Jahren konfrontiert, und zwar für “öffentliches Aufstacheln zu Gewalt oder Hass, das sich gegen eine durch Rasse, Hautfarbe, Religion oder nationale oder ethnische Herkunft definierte Personengruppe oder ein Mitglied einer solchen Gruppe richtet.” Der Ausdruck “Aufstacheln zum Hass” gegen eine “Religion” wird von Moslems zweifellos dazu benutzt werden, Islamkritiker zum Schweigen zu bringen, ganz besonders seit der Europäische Rat beschlossen hat, Islamophobie dem Antisemitismus gleichzustellen.Das unter Verschluss stehende Handbuch der EU, das auch 2007 herausgegeben wurde, untersagt Regierungen von “Djihad” zu sprechen oder Islam mit Terrorismus zu verknüpfen.

Aber da wir nun pan-europäische Antirassismus-Gesetze haben und auch pan-europäische Richtlinien zum Verbot, jegliche Verbindung zwischen Islam und Gewalt zu erwähnen, bedeutet das, dass es unmöglich gemacht wird, über den Djihad zu sprechen, dem die Europäer ausgesetzt sind. Der Zweck dieser Gesetzgebung kann kein anderer sein, als den Kritikern der Masseneinwanderung einen Maulkorb zu verpassen. Robert Spencer schrieb:

“Bald wird Eurabia der alten Sowjetunion gleichen, in der Dissidenten heimlich Samisdat-Literatur vertrieben und sich harten Bestrafungen gegenübersahen, wenn die Behörden entdeckten, was sie taten. Europäer, die sich darüber sorgen, was vor sich geht, werden nach Westen reisen und dort Bücher kaufen müssen, in denen die Wahrheit über den islamischen Djihad steht, und diese zu Hause unter den wachsamen Augen der EU-Bürokraten verteilen müssen.”

Back in the E.U.S.S.R?

Die Europäische Union ist im Grunde ein Versuch – und zwar bislang ein ziemlich erfolgreicher – in Zusammenarbeit unter den Eliten der europäischen Nationalstaaten unrechtmäßig Macht an sich zu reißen, das demokratische System zu umgehen und eventuell abzuschaffen, ein Staatsstreich in Zeitlupe. Es funktioniert, weil es die nationalen Parlamente immer noch gibt und die meisten Menschen nicht sehen, wie viel sich geändert hat. Sehen ist glauben. Wenn eine kleine Gruppe von Menschen beschließen würde, offen am demokratischen Prozess vorbei zu agieren und anfangen würde, Gesetze einzuführen, der die Öffentlichkeit nicht zustimmt, gäbe es eine Rebellion. Aber genau das hat die EU getan. Sie waren nur klug genug, diese Tatsache unter vielen Schichten undurchdringlichen, bürokratischen Neusprechs zu verbergen, um sicher zu stellen, dass die Durchschnittsbürger das Ausmaß dessen, was vor sich geht, nicht abschätzen können. Ideen wie “den Frieden voranbringen” dienen als Vorwand – ein hingeworfener Knochen, um die leichtgläubigen Massen zu täuschen und etwas zu verschleiern, das im Kern nichts anderes als der nackte Griff nach der Macht ist.

Die EU kann die nationalen Eliten damit bestechen, indem sie an ihre Eitelkeit und ihr Gefühl der Wichtigkeit appelliert, indem sie sie von einer nationalen Ebene auf eine “internationale Ebene” erhöht, ihnen schöne Autos gibt und Posten mit fantastisch klingenden Bezeichnungen, deren Machtfülle nicht von so dummen prosaischen Dingen wie dem Willen des Volkes beschränkt wird.Indem sie Multikulturalismus und Masseneinwanderung fördern, hoffen die EUkraten eine neue, größere politische Einheit zu erschaffen, indem sie die älteren Nationalstaaten zerschlagen. Und darüber hinaus ist es einfacher, Menschen zu kontrollieren, wenn diese keine besondere kulturelle oder nationale Identität haben. Diese nur sich selber dienenden Eliten verraten das Vertrauen der Menschen, denen sie eigentlich dienen sollten, indem sie sie als Versuchstiere in einem verhängnisvollen Sozialexperiment benutzen, bei dem sie ihre Kultur zerstören und Moslems importieren, die sie angreifen. Sie verachten vermutlich ihr eigenes Volk, das all dies widerspruchslos hinnimmt und die lächerlichen Ausreden dafür glaubt. Einheimischen Europäern, die in ihren eigenen Städten nicht mehr sicher sind, wurde ihre Geschichte geraubt und sie haben mehr Einwanderung in einer kürzeren Zeitspanne zugelassen als vermutlich irgendein anderes Volk in der Menschheitsgeschichte, und dennoch wird ihnen mit Einschüchterung und Repressionen begegnet, wenn sie sich weigern, noch mehr davon zu akzeptieren. Das ist bösartig, man kann es nicht anders ausdrücken. Der Journalist John O’Sullivan schreibt:

“Einige Verteidiger der EU behaupten, dass dieses zugegebenermaßen undemokratische Provisorium durch zunehmende Machtfülle des Europäischen Parlaments ausgeglichen wird. Aber damit wird die repräsentative Natur des Euro-Parlaments massiv übertrieben. Obwohl formal demokratisch gewählt, gibt es keine kontinentumspannende europäische öffentliche Meinung, der es Rechenschaft schuldig sein könnte.” Er fügt hinzu. “Es war lokaler Nationalismus in Großbritannien und dem besetzten Teil Europas, der für den Großteil der Moral sorgte, mittels der faschistischen Ideologien widerstanden werden konnte.”

Dieser letzte Punkt, nämlich dass Nazideutschland von stolzen Nationalstaaten wie den USA und (vor langer Zeit auch) Großbritannien besiegt wurde, ist bei den EU-Eliten vollkommen verloren gegangen. Das Kommissionsmitglied Margot Wallström behauptete, dass jene, die sich der Zusammenlegung der einzelnen Nationalitäten widersetzten, eine Rückkehr zu dem Nazihorror der 1930er und 40er Jahre riskierten. Die Kommissionsmitglieder gaben eine gemeinsame Deklaration des Inhalts ab, die EU-Bürger sollten mit einem Ja zur EU-Verfassung den Toten des 2. Weltkriegs Tribut zollen.

Die Verfassung wird den auch jetzt schon mächtigen Eliten, die niemandem Rechenschaft schuldig sind, noch mehr Macht verschaffen. Die EUkraten sagen im Grunde, weil ja möglicherweise jemand irgendwann in der Zukunft unser demokratisches System bedrohen könne, können wir es auch gleich abschaffen und es in geordneter Art und Weise tun. Und während Verfassungen traditionell die grundlegenden Funktionsweisen des Staates umreißen, verläuft sich die vorgeschlagene EU-Verfassung in Hunderten von Seiten und verrät einen fast Scharia-änlichen Willen, alle Aspekte des Lebens zu regulieren. Sie ist ein Kontrollinstrument, eine Blaupause für einen autoritären Staat.

Nazideutschland war ein totalitärer Staat, aber derartige Gesellschaften können auch transnational sein wie es die Sowjetunion war, der die EU mehr als nur oberflächlich ähnelt: Ein künstlicher Superstaat der von einer autoritären Bürokratie geführt wird, die sich über den Willen des Volkes hinwegsetzt und der Bevölkerung ihre Ideologie aufzwingt. Sind wir “back in the E.U.S.S.R”?

Die Nähe der EU zu totalitären Staaten

Obwohl die EU aufgrund ihrer transnationalen Natur der Sowjetunion am meisten ähnelt, gibt es auch Ähnlichkeiten mit Nazideutschland. Die EU wurde mit der Perfektionierung der Technik der Großen Lüge erschaffen, deren Verfechter der Nazi-Propagandaminister Joseph Goebbels war: Setze den Leuten massive Lügen vor, so groß, dass sie sich nicht vorstellen können, dass irgendjemand derartig dreist lügen könnte, und sie werden diese Lügen glauben, zumindest eine Zeit lang. Es sollte auch erwähnt werden, dass Adolf Hitler seiner Bewunderung für die kriegerische Natur des Islam Ausdruck verlieh. Die Bewunderung beruhte auf Gegenseitigkeit.

Muhammad Amin al-Husayni, der Mufti von Jerusalem, war ein arabischer Nationalist und leidenschaftlicher Antisemit, der während des 2. Weltkriegs eng mit Nazideutschland zusammenarbeitete. Später ging die Führung über die palästinensischen Araber an Husaynis Neffen Jassir Arafat über, ein sehr enger Freund der EU, der im Jahr 2002 ein Interview gab, in dem er über “unseren Helden al-Husayni” sprach. Wenn die EU uns angeblich vor dem Horror Nazideutschlands bewahren soll, dann ist es bemerkenswert, in wie vieler Hinsicht sie dieses kopiert, wie zum Beispiel im Flirt mit arabischen “Männern fürs Grobe” und in der Bewunderung für den Islam.

Die islamische Einwanderung, die von der EU vorangetrieben wird, hat in Europa die größte Antisemitismus-Welle seit dem Aufstieg von – nun äh – Nazideutschland ausgelöst und könnte die noch verbliebenen Juden dazu veranlassen, zu gehen. Dass die Europäer diese Organisation unterstützen sollten, um ein neues totalitäres Regime zu verhindern, ist ein kranker Witz. Die EU ist totalitären Staaten näher als die angeblich bösen Nationalstaaten, die sie ersetzen will.

Da es keinen europäischen Demos gibt, keine unpolitische Loyalität oder öffentliche Gemeinschaft, und weil die Legislative der ungewählten EU-Kommission übertragen wurde, gibt es keine Möglichkeit, dass die EU als Demokratie in auch nur irgendeinem vernünftigen Sinn des Wortes gelten kann. Die EU kann höchstens ein gigantisches Jugoslawien werden; entweder von einer autoritären Oligarchie vergleichbar der Titos regiert werden oder in Bürgerkriegen auseinander brechen.

Die langsame aber stetige Erstickung der Redefreiheit durch Gesetzgebung und die Gewalt des islamischen Djihad, zeigen einen verhängnisvollen Trend auf: Europa entwickelt sich in eine totalitäre Richtung. Das kann nicht gestoppt oder umgekehrt werden, bevor wir nicht die islamische Einwanderung stoppen, was wiederum nicht geschehen wird, wenn wir nicht die Europäische Union auflösen. Sich der EU zu entledigen ist der Schlüssel zu Europas Überleben, das im Augenblick sehr fraglich ist.

 von Fjordman

Druckversion (pdf)

Original erschienen auf Gates of Vienna am 01. Oktober 2006: Human Rights Fundamentalism, NGOistan and the Multicultural Industry in Gates of Vienna.

Ins Deutsche übersetzt von Thatcher

Der Respekt gegenüber Individuen und die Menschenrechte werden häufig – und zu Recht – als entscheidende Faktoren angeführt, die die westliche Zivilisation vom Islam trennen. Ohmyrus, einer der Experten auf der iranischen Ex-Muslim-Seite http://www.faithfreedom.org, erklärt bedeutende Unterschiede zwischen der westlichen und der islamischen Sichtweise der Menschenrechte:

“Im August 1990 trafen sich Repräsentanten von 54 muslimischen Ländern in Kairo und unterzeichneten die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam. Was also sind Islamische Menschenrechte und inwiefern unterscheiden sich diese von der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR)?

Die Kairoer Erklärung erlaubt die Steinigung als Bestrafung, verbietet es Muslimen, ihre Religion zu wechseln, verbietet Zinswucher, gibt Frauen nicht die gleichen Rechte und teilt die Welt in Moslems und Ungläubige auf. Sie stellt fest, dass Moslems die ‘beste Nation’ seien, deren Pflicht es sei, dafür zu sorgen, dass Sie wie sie selbst werden. Die Kairoer Erklärung der Menschenrechte ist ein schroffes Dokument, das von einem schroffen Glauben herkommt.”

Deshalb sind Menschenrechte eine wichtige Komponente unserer Verteidigung gegen die Scharia. Wie dem auch sei; ist es genauso möglich, dass das Konzept der Menschenrechte zu weit getrieben und zu einer sich selbst zerstörenden Idee wird? Gibt es so etwas wie einen Menschenrechts-Fundamentalismus?

In West Yorkshire, Großbritannien, hat ein Krankenhaus den Besuchern verwehrt, neugeborene Babys anzuschauen, aus der Angst, deren Menschenrechte könnten verletzt werden. Debbie Lawson, die für die Entbindungsstation zuständige Managerin, sagte: “Das Anschauen sollte der Vergangenheit angehören, denn es sind kleine Leute mit den gleichen Rechten wie Sie und ich.”

Der norwegische Arzt Ståle Fredriksen glaubt, Hausaufgaben zu geben verletze die Menschenrechte von Schulkindern. Er bezieht sich auf Artikel 24 in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der besagt: “Jedermann hat das Recht auf Erholung und Freizeit, einschließlich vernunftiger Begrenzung der Arbeitsstunden.” Dr. Fredriksen glaubt, dass Schulkinder in Norwegen dieses Recht nicht haben.

Zugegebenermaßen sind diese Beispiele ziemlich extrem und scheinen vor allem verrückt zu sein. Doch diese Mentalität könnte unter anderen Umständen weniger lustige Konsequenzen haben. Das traditionelle islamische Recht schreibt für Moslems, die den Islam verlassen wollen, die Todesstrafe vor, ebenso für Personen, die Mohammed oder den Islam mit blasphemischen Aussagen “beleidigen”. Wie sollen Leute, die befürchten, Babys anzuschauen oder Schulkindern Hausaufgaben aufzugeben verletze deren Menschenrechte, mit Menschen umgehen, die denken, dass denen, die Mohammed beleidigen, der Kopf abgeschnitten gehört?

Im August 2006 sagte Dennis Parker von der American Civil Rights Union (ACLU) einer Pressekonferenz Folgendes: “Der Preis, der für Rassenprofiling zu zahlen ist, ist zu hoch. Alle Menschen sollten ungeachtet ihrer Rasse, ihrer Volkszugehörigkeit oder ihrer Religion in gleicher Weise behandelt werden.” Die Pressekonferenz, veranstaltet vom Council on American-Islamic Relations (CAIR), hob den Fall einer im Irak geborenen US-Familie hervor, deren Mitglieder behaupteten, sie seien am John F. Kennedy Airport sechs Stunden festgehalten, befragt und durchsucht worden, nur Tage nachdem Großbritannien einen Plan islamischer Terroristen vereitelt hatte, mehrere US-Flugzeuge zu sprengen.

In den alten Tagen pflegten die Leute Dinge auszusprechen wie “Lieber Tod als Entehrung”. In unserer Epoche ist daraus geworden “Lieber Tod als Diskriminierung”. Westler würden lieber von islamischen Terroristen getötet werden als Moslems ein Profiling zuzumuten, denn dies wäre “Rassismus”, was beinahe wörtlich schon eine Todsünde ist, möglicherweise die einzig verbliebene Sünde in einer Welt, in der es kein Gut und Böse gibt und alles erlaubt und “gleich” ist.

Die ideologische Krankheit des Westens könnte Egalitarismus genannt werden, wovon der Multikulturalismus, aber auch der radikale Feminismus und manchmal auch ökonomischer Marxismus, Bestandteile darstellen. Jeder soll gleich sein; nicht nur vor dem Gesetz, sondern auch ihre Entscheidungen sollten gleichwertig sein. Hat jemand nicht exakt das gleiche Niveau wie die anderen erreicht, so stellt dies eine “Diskriminierung” dar und erfordert korrigierende staatliche Eingriffe.

Das Erschreckende daran ist, dass Egalitarismus nicht mehr nur auf die politische Linke beschränkt ist. Er hat auch seinen Weg in das gefunden, was früher einmal die politische Rechte war.

Bjørn Stærk ist der große alte Mann unter den norwegischen Bloggern. Auch wird er nach lokalen Maßstäben für einen Vertreter des rechten Flügels gehalten. Nach seiner Ansicht wird der Terrorismus nur enden, wenn die Terroristen seiner überdrüssig werden:

Mutig ist es, ruhig in einem Flugzeug hinter einer Reihe verdächtig ausschauender Araber zu sitzen, seine eigenen Ängste zu ignorieren, denn Sie wissen, dass diese Ängste irrational sind, und weil, sogar wenn eine Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie Terroristen sind, es für Sie wichtiger ist, die offene und tolerante Gesellschaft zu bewahren, als diese Reise zu überleben. Mutig ist es, darauf zu bestehen, dass Araber im Rahmen der Flugsicherheit nicht sorgfältiger durchsucht werden als irgendjemand anders, denn Sie glauben, dass es wichtiger ist, Menschen nicht aufgrund ihrer Rasse zu diskriminieren, als den potentiellen Terroristen davon anzuhalten, an Bord eines Flugzeugs zu kommen.

Neun afghanischen Asylsuchenden, die mit vorgehaltener Waffe ein Flugzeug entführt hatten, um nach Großbritannien zu kommen, sollte nach einer Entscheidung des obersten Gerichts der Zugang ins Land als ordentliche Flüchtlinge gewährt werden, und ihnen sollte erlaubt werden, dort frei zu leben und zu arbeiten. Sir Andrew Green, der Vorsitzende von Migration Watch UK, sagte, dass Großbritannien die Europäische Vereinbarung über die Menschenrechte (ECHR) ablehnen solle.

Der Schriftsteller Robin Harris bemerkte, dass “die traditionelle britische Sichtweise ist, dass Rechte negativ formuliert sein sollten: wir sollten alles das tun dürfen, was das Gesetz nicht verbietet.” So war das angelsächsische Recht von Anfang an gestaltet, während der ganzen Zeit seit der Magna Charta von 1215, die der Macht des Königs Grenzen auferlegte.

Nach Harris: “Wir erwarten vom Staat kein positives Recht auf bestimmte Vorteile, auf einen Arbeitsplatz, auf ein Haus oder auf eine gute Bildung. Doch genau diese Art von Rechten ist es, die Kontinentaleuropäer inzwischen erwarten. Wegen der Europäischen Vereinbarung über die Menschenrechte (ECHR) ist es jetzt unmöglich, Ausländer abzuschieben, die eine Bedrohung für die Sicherheit des Landes darstellen”, oder die Kontrolle über die Einwanderung zu behalten.

In Norwegen hat das Einwanderungsdirektorat allen iranischen Asylbewerbern Aufenthaltsrecht gewährt, falls die Bewerber behaupteten, homosexuell zu sein, sogar dann, wenn diese Aussage wenig Substanz hatte, was oft vorkam, oder offensichtlich falsch war. Homosexualität ist im Iran strafbar, doch die Forderungen an einen Beweis dafür sind extrem hoch, so dass solche Bestrafung in der Praxis nur selten vorkommt. Schwule vor Verfolgung zu schützen klingt in der Theorie schön, doch sofern dies mit absolut keiner Anforderung zum Nachweis mehr versehen ist, wird es zu der selbstmörderischen Entscheidung, die eigenen nationalen Grenzen abzuschaffen.

Egalitarismus und Menschenrechts-Fundamentalismus werden besonders tödlich in Verbindung mit Anspruchsmentalität, positivem Rechtsbegriff und der Idee, dass Gruppenrechte vor individuellen Rechten gehen.

Es ist möglich, dass alle Mitglieder einer Gesellschaft ihre negativen Rechte zugleich haben, so wie Freiheit von Unterdrückung und Tyrannei. Das schließt die Rechte auf “Leben, Freiheit und dem Streben nach Glück”, ein, wie es Thomas Jefferson in der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten ausdrückte.

Dies wird erheblich schwieriger, wenn erst einmal die Idee positiver Rechte eingeführt worden ist, wie etwa das Recht auf einen Arbeitsplatz. Diese Rechte erfordern, dass andere aktiv dafür tätig werden, dass Ihr Recht gewährleistet ist.

In “The Case for Souvereignty” beschreibt Jeremy A. Rabkin, wie Jürgen Habermas, Deutschlands meistgefeierter Philosoph, den Begriff “Weltinnenpolitik” geprägt hat. Habermas spricht davon, eine Struktur internationaler Gesetze und Behörden einzurichten, die alle Regierungen in ihren Regierungspflichten kontrollieren und anweisen soll.

Wie dem auch sei; eine internationale Behörde, die in der Lage ist, universalen Frieden zu sichern, würde Mittel benötigen, Frieden zu erzwingen. Sie würde die Autorität benötigen, jeden Streit zu schlichten, der anderweitig zu Krieg führen könnte, und alle konfliktträchtigen Ansprüche auf die Verteilung von Ressourcen innerhalb und zwischen Staaten zu regeln.

Wie Rabkin beizeiten fragt:

“Wer könnte eine Weltbehörde mit solch immenser Macht kontrollieren oder begrenzen? Selbst wenn sie durch eine formelle Verfassung begrenzt wäre – wer hätte die Möglichkeit sicherzustellen, dass die Weltbehörde innerhalb ihrer vorgeschriebenen Grenzen bleibt? Könnten hundert kleinere Nationen das halbe Dutzend größter Nationen überstimmen? Oder wäre es einer Milliarde Chinesen, einer Milliarde Inder und einer halben Milliarde Südostasiaten möglich, eine dauerhafte Mehrheit zu bilden, die dem Rest der Welt das Recht und die Rechtsprechung diktiert?

Es ist nicht schlecht für die Welt, wenn unabhängige Länder auch unabhängig bleiben. Es ist nicht schlecht für die Welt – oder vielleicht besonders für kleine Länder.”

Rabkin beschreibt, wie die US-Gründerväter das Bundesrecht (und die Bundesverfassung) zum “höchsten Gesetz im Lande” machten. Er denkt, dass

“die Gründer entsetzt gewesen wären bei dem Gedanken, die Bundesregierung könne wiederum irgendeiner supranationalen oder internationalen Einheit untergeordnet sein, die dann auf diesem Wege Priorität über die Amerikanische Verfassung und amerikanische Gesetze beanspruchen könnte.”

Doch das ist genau, was in Europa passiert:

“Alle Mitgliedsstaaten der EU haben sich selbst an eine Vorgehensweise gebunden, in welchem der EU-Gerichtshof bloße Verträge als nationalen Verfassungen übergeordnet behandelt – und nationale Gerichte geben den Beschlüssen dieses Europäischen Gerichtshofes den Vorrang, sogar gegen ihre eigenen Parlamente und gegen ihre eigenen nationalen Verfassungen.”

Die EU setzt immer einen irgendwie gearteten Konsens voraus, der – wie vermutet wird – von Bürokraten und Richtern entdeckt werden wird. Auf lange Sicht ist

“die amerikanische Vorgehensweise verdammt, aufmerksamer gegen Bedrohungen der Sicherheit zu sein”, da die Vorgehensweise der EU “immer davon ausgeht, dass Menschen von Verhandlungen beschützt werden könnten, weil die Europäer höchste Macht an ein ‘Konstrukt’ abgegeben haben, das keine Armee hat. Die Struktur hält die Europäer dazu an, tatsächliche Bedrohungen ihrer Sicherheit dauerhaft gering zu achten.”

Rabkin spricht ebenfalls von der Möglichkeit, die Vereinigten Staaten könnten die Vereinten Nationen verlassen, “um uns daran zu erinnern, was wir bei der UN wollen – nicht eine Weltregierung, sondern einfach ein Werkzeug für unsere Diplomatie.”

Ein Internationaler Strafgerichtshof (ICC) existiert bereits. Wie wird dieser funktionieren innerhalb eines weltweiten Strafjustizsystem ohne einen Weltstaat? Und welche anderen internationalen Gerichtshöfe werden später noch eingerichtet? Wird deren Zuständigkeit auf Völkermorde und Kriegsverbrechen beschränkt sein, oder werden sie sich in viel empfindlichere Bereiche ausdehnen? Werden islamische Länder versuchen, die Scharia durch diese Gerichte global durchzusetzen? Bereits jetzt versuchen sie, Islamophobie und Diffamierung des Islam durch die UN zu verbieten.

Infolge des Mohammed-Karikaturen-Djihads 2006 sagte ein Editorial in der Baltimore’s Jewish Times die Erschaffung eines Internationalen Religionsgerichtshofes voraus, zusammengesetzt aus christlichen, muslimischen und jüdischen Klerikern:

“Jeder, der findet, dass seine oder ihre Religion beleidigt worden sei, könnte sich an den Internationalen Religionsgerichtshof wenden, um einen Beschluss in der Sache zu erwirken, und dieser Gerichtshof würde dann darüber befinden, ob eine Strafe verhängt werden sollte. Es läge in der Verantwortung der Regierung des Landes, auf dessen Territorium die Tat stattgefunden hat, diese Strafe zu vollstrecken.”

In der Geschäftswelt hat sich das Outsourcing oder die vertragliche Übertragung von Aufgaben an externe, auf begrenzte Tätigkeiten spezialisierte Unternehmen sehr verbreitet. Wie auch immer, dem Outsourcing sowohl von Redefreiheit als auch von Einwanderungskontrolle wurde bisher in westlichen Nationen nicht genug Aufmerksamkeit entgegengebracht.

Innerhalb dieser Länder haben wir ein Labyrinth verschiedener Organisationen, manchmal mit, manchmal ohne staatliche Unterstützung, die zusammengesetzt eine wichtige Komponente der Macht-Maschinerie ausmachen. Vielleicht können wir diese kollektiv als die Multikulturelle Industrie bezeichnen, denn viele von ihnen leben vom Multikulturellen Projekt – und haben ihr persönliches Prestige damit verbunden. Und genau wie die Ölindustrie sich jedem widersetzt, der gegen ihre Interessen handelt, wird die Multikulturelle Industrie sich jedem widersetzen, der das Multikulturelle Projekt kritisiert.

Dazu kommt noch ein anderes, internationales Netz von Nichtregierungs-Organisationen, NGOs. Weil viele von ihnen eine entschieden anti-westliche und proislamische Schlagseite haben, werde ich sie kollektiv NGOistan nennen.

Ziemlich oft bilden Vertreter von Multikultureller Industrie, von NGOistan und von antirassistischen Organisationen gemeinsame Teams, manchmal in Verbindung mit UN-Bürokraten, um die nationale Einwanderungspolitik zu beeinflussen. Regelmäßig denunzieren sie auch Fürsprecher strengerer Einwanderungspolitik als “demokratiefeindliche Kräfte”, was etwas ironisch ist angesichts der Tatsache, dass die meisten dieser Gruppen und Einzelpersonen von keinem Volk gewählt wurden und keines repräsentieren. Ist es nicht gerade anders herum? Sollte es nicht vielmehr dem Volk eines Nationalstaates erlaubt sein, darüber zu entscheiden, wer sich in ihren Ländern ansiedeln darf, statt Bürokraten und selbsternannten Wächtern der Wahrheit ohne öffentliches Mandat?

Zu viele NGOs haben eine politische Agenda, die dazu tendiert, antiwestlich und antikapitalistisch zu sein. Alan Dershowitz, Rechtsprofessor an der Harvard-Universität, reagierte auf Kritik seitens der Menschenrechts-NGO Amnesty International an israelischen Militäroperationen, die Angriffe der djihadistischen Hisbollah-Organisation im Libanon verhindern sollten, folgendermaßen:

“Hätte man von den Alliierten verlangt, den Zweiten Weltkrieg unter den Einsatzrichtlinien auszukämpfen, die von Amnesty International einseitig auf Israel angewendet werden, so hätte unsere ‘großartigste Generation’ den Krieg wohl verloren. Wenn das Angreifen ziviler Infrastruktur ein Kriegsverbrechen darstellte, dann wäre moderne Kriegführung komplett unzulässig, und Terroristen hätten freie Hand, Demokratien anzugreifen und sich vor Vergeltungsschlägen hinter Zivilpersonen zu verstecken. Terroristen werden de facto gegen alle Konsequenzen ihrer Grausamkeiten immunisiert.”

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz wollte die israelischen Soldaten besuchen, die von der Hisbollah entführt worden waren, um sicherzugehen, dass sie human behandelt würden. Doch die Hisbollah unterliegt nach internationalem Recht keinerlei Verpflichtungen. Sie ist kein Nationalstaat. Doch zur gleichen Zeit scheinen viele Leute entschlossen, sicherzustellen, dass Hisbollah alle Vorteile des internationalen Rechts genießen kann, ohne sich diesem selbst beugen zu müssen.

Der französische Philosoph und Kulturkritiker Alain Finkielkraut glaubt, dass Europa die Menschenrechte zu seinem neuen Evangelium gemacht habe. Hat sich der Menschenrechtsfundamentalismus dem Zustand einer Quasireligion angenähert? Haben wir eine neue Art Schriftgelehrter bekommen, die das ausschließliche Recht beanspruchen, ihre Heiligen Schriften zu interpretieren, um die Absolute Wahrheit zu offenbaren, und die den wenigen Ketzern “Blasphemie!” entgegenschreien, die es wagen, ihre Autorität in Frage zu stellen? Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ist ein großartiges Dokument, aber sie wurde von Menschen geschrieben, und sie könnte deshalb menschliche Schwächen enthalten. Wir sollten es nicht behandeln, als wäre es eine in Stein gemeißelte Offenbarung Gottes. Weit weniger sollten wir das veritable Labyrinth aus Regelungen und wohlmeinenden Menschenrechtsresolutionen für unfehlbar halten, die demokratische Nationen praktisch unfähig machen, sich selbst zu verteidigen?

Multikulturalisten weisen gewalthaltige Verse aus dem Koran zurück und fordern, dass sie “in ihrem historischen Zusammenhang” gelesen werden sollen. Doch die gleichen Multikulturalisten werden rasend und nennen Sie einen “Faschisten”, wenn Sie die UN-Flüchtlingskonvention hinterfragen. Sollten denn nicht UN-Vereinbarungen ebenfalls in ihrem historischen Zusammenhang gelesen werden? Die UN-Flüchtlingskonvention wurde im Jahr 1951 geschrieben, als die Kommunikation langsamer war, als Weltbevölkerung und Migration viel geringer waren als heute, als wir noch keine innerhalb unserer Länder operierenden islamischen Terrorgruppen hatten, keine Dritte-Welt-Ghettos in unseren größeren Städten, und als die Nationalstaaten es noch schafften, ihre territoriale Integrität zu behaupten. Ist es dann nicht vernünftig, sie jetzt, wo sich die Umstände geändert haben, eines zweiten Blickes zu würdigen?

Wenn demokratische Nationen von selbstmörderischen Menschenrechtsregelungen in die Knie gezwungen werden, während undemokratische Staaten jede Übereinkunft, die sie unterzeichnen, einfach ignorieren – bedeutet das dann nicht, dass die Gefahr besteht, dass die Menschenrechte und das internationale Recht die demokratischen Länder, die sie tatsächlich beachten, schwächen?

Dies sind keine einfachen Fragen, und mit ihnen werden wir uns denmächst lange Zeit auseinanderzusetzen haben. Aber nur eines ist sicher: Gesellschaften, die zu sanft geworden sind, um ihre Territorien zu beschützen, sind zu sanft geworden, um zu überleben. Der Westen könnte sich zu weit in die Richtung verirrt haben, allzu gut gemeinte Vereinbarungen zu unterzeichnen, die von den Realitäten menschlichen Lebens bereinigt sind. Die westliche Zivilisation könnte eine Korrektur nötig haben, und zwar schon bald.

Von Fjordman

Druckversion (pdf)

Übersetzung: Eisvogel

Originaltitel: Political Correctness – The Revenge of Marxism; erschienen am 14. 6. 2006 in Gates of Vienna.

FrontPage Magazine: Sie haben die scharfsinnige Beobachtung gemacht, dass Political Correctness Schlechtigkeit hervorruft und zwar durch “die Gewalt, die sie den Seelen der Menschen antut, indem sie sie zwingt, etwas zu sagen oder stillschweigend zu akzeptieren, was sie nicht wirklich glauben, anstatt es in Frage zu stellen.” Können Sie das ein bisschen näher erläutern?

Theodore Dalrymple: “Political Correctness ist kommunistische Propaganda im Kleinen. Während meiner Studien kommunistischer Gesellschaften bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass es nicht der Zweck kommunistischer Propaganda war, zu überzeugen oder zu überreden oder gar zu informieren, sondern zu demütigen; und deshalb war sie umso besser, je weiter sie von der Realität entfernt war. Wenn Menschen gezwungen sind, zu schweigen, wenn ihnen die offensichtlichsten Lügen erzählt werden, oder – schlimmer noch – wenn sie gezwungen sind, diese Lügen auch noch selber zu wiederholen, dann verlieren sie ein für alle Mal ihren Sinn für Redlichkeit. Sich mit offensichtlichen Lügen einverstanden zu zeigen, bedeutet, dass man mit der Schlechtigkeit kooperiert und ein gewisse Art auch selber schlecht wird. Die Kraft, sich irgendetwas zu widersetzen, bröckelt dadurch oder wird sogar ganz zerstört. Eine Gesellschaft von kastrierten Lügnern ist leicht zu kontrollieren. Ich denke, wenn man die Political Correctness untersucht, wird man feststellen, dass sie den gleichen Effekt hat, und das ist auch beabsichtigt.”

Ich habe Menschen, die in ehemaligen kommunistischen Ländern aufgewachsen sind, sagen hören, dass wir im Westen durch den Multikulturalismus mindestens genau so gehirngewaschen sind wie sie es durch den Kommunismus waren, möglicherweise sogar noch mehr. Sogar in der Blütezeit des Ostblocks waren in all diesen Ländern Gruppen von Dissidenten aktiv. Das Beängstigende ist, dass ich manchmal glaube, diese Leute haben Recht.

Aber wie kann das möglich sein? Wir haben doch Meinungsfreiheit hier? Und wir haben doch keine Gulags?

Es ist schlicht und einfach so, dass wir den Kalten Krieg niemals so entschieden gewonnen haben, wie wir es hätten tun sollen. Ja, die Berliner Mauer fiel und die Sowjetunion brach zusammen. Dadurch fiel die militärische Bedrohung für den Westen weg, und der ökonomische Hardcore-Kommunismus erlitt als glaubwürdige Alternative einen Rückschlag. Jedoch war einer der wirklich großen Fehler, die wir nach dem Kalten Krieg machten, zu verkünden, der Sozialismus sei nun tot und daher nichts mehr, über das man sich Sorgen machen muss. Und hier stehen wir nun, fast eine Generation danach, und müssen erkennen, dass marxistische Rhetorik und marxistisches Denken jede Schicht unserer Gesellschaft von den Universitäten bis hin zu den Medien durchdringt. Islamischer Terrorismus wird durch “Armut, Unterdrückung und Ausgrenzung” erklärt, was eine klassische marxistische Interpretation ist.

Was geschehen ist, ist, dass – während der “harte” Marxismus der Sowjetunion zumindest vorerst zusammengebrochen sein mag – der “weiche” Marxismus der westlichen Linken sogar noch stärker geworden ist, teilweise sicher auch dadurch bedingt, dass er als weniger bedrohlich wahrgenommen wurde. Die “harten” Marxisten hatten interkontinentale Atomraketen und sagten offen, dass sie uns “beerdigen” wollten. Die weichen Marxisten reden von Toleranz und mögen durchaus weniger bedrohlich wirken, aber ihr Ziel, den bösen kapitalistischen Westen zu stürzen, bleibt dasselbe. Tatsächlich sind sie sogar noch gefährlicher, weil sie ihre wahren Ziele unter verschiedenen Bezeichnungen verbergen. Vielleicht sollten wir diese Form eher “Stealth- Sozialismus” anstatt weichen Sozialismus nennen.

Einer der Leser von Fjordmans Blog brachte es einmal damit auf den Punkt, dass wir niemals eine der Entnazifizierung vergleichbare sorgfältige Entmarxifizierung nach dem Kalten Krieg hatten. Er hatte dabei die ehemalige Sowjetunion und die Länder Osteuropas im Sinn, aber er hätte vermutlich auch deren marxistischen Mitläufer, die Sympathisanten und Apologeten im Westen, mit einschließen sollen. Wir haben uns niemals voll der Konfrontation mit der marxistischen Ideologie gestellt und klar aufgezeigt, dass das Leid, das sie über Hunderte von Millionen Menschen gebracht hat, ein direktes Ergebnis marxistischen Gedankenguts war. Wir haben einfach nur angenommen, der Marxismus sei jetzt tot und sind zur Tagesordnung übergegangen. Dadurch haben wir es ermöglicht, dass viele ihrer Ideale zu neuen Formen mutieren konnten und dass viele ihrer Helden ihre Arbeit ohne Unterbrechung fortsetzen konnten, manchmal voller Rachegefühle und mit neuem Eifer auf dem Weg zum nächsten Angriff auf den kapitalistischen Westen.

Jetzt zahlen wir den Preis dafür. Der Marxismus hat nicht nur überlebt, er floriert und ist in gewisser Hinsicht sogar stärker geworden. Linke Ideen zum Multikulturalismus und de-facto-offenen Grenzen haben in der öffentlichen Debatte die virtuelle Vorherrschaft übernommen, während ihre Kritiker verunglimpft und dämonisiert werden. Dadurch, dass sie ihre Ziele unter Etiketten wie “Antirassismus” und “Toleranz” verbergen, haben Linke ein Ausmaß von Zensur der öffentlichen Debatte erreicht, vor dem sie niemals zu träumen gewagt hätten, wenn sie offen verkündet hätten, dass ihre Intention die Umwandlung der westlichen Zivilisation und die Zerstörung ihrer Grundpfeiler ist.

Die Linken sind nach dem Kalten Krieg ideologische Waisenkinder geworden oder vielleicht sollten wir sie doch besser als ideologische Söldner bezeichnen. Obwohl die real existierende Alternative zum Kapitalismus nicht funktioniert hatte, ebbte ihr Hass auf unser System niemals ab, er wandelte sich nur in andere Formen um. Multikulturalismus ist nichts weiter als ein anderes Wort für “teile und herrsche”. Man spielt verschiedene ethnische und kulturelle Gruppen gegeneinander aus und zerstört so den Zusammenhalt der westlichen Gesellschaft von innen heraus.

Die Menschen, die in den ehemaligen kommunistischen Ländern leben, wussten und anerkannten zumindest, dass sie Teil eines gigantischen Sozialexperiments waren und dass die Medien und Autoritäten ihnen Propaganda vorsetzten, um Unterstützung für dieses Projekt zu gewinnen. Wir im angeblich freien Westen hingegen sind ebenfalls Teil eines exakt genauso radikalen, utopischen und potentiell gefährlichen gigantischen Sozialexperiments in Form von Multikulti und islamischer Einwanderung, das darauf aus ist, unsere ganze Gesellschaft von Grund auf umzuwandeln, aber wir weigern uns immer noch, es überhaupt nur wahrzunehmen.

In Norwegen, einem kleinen skandinavischen Land, in dem bis vor kurzem noch 99% der Bevölkerung weiß und lutheranische Christen waren, werden einheimische Norweger bald eine Minderheit in ihrer eigenen Hauptstadt und später in ihrem ganzen Land bilden. Und immer noch beharren norwegische Politiker, Journalisten und Universitätsprofessoren darauf, dass das nichts sei, worüber man sich Sorgen machen müsse. Multikulturalismus ist nicht neu und Immigration ist es auch nicht. In der Tat wurde vor hundert Jahren unser König in Dänemark geboren und daher ist es ja auch ganz normal – nichts weiter als Business as usual – wenn wir eine Hauptstadt haben, die von Pakistanis, Kurden, Arabern und Somalis dominiert wird. Die massivste Umwandlung des Landes in tausend Jahren und wahrscheinlich der ganzen bekannten Geschichte wird behandelt, als ob das die natürlichste Sache der Welt wäre. Nur alleine die Andeutung, dass daran vielleicht etwas nicht in Ordnung sein könnte, wird umgehend als “Rassismus” niedergeschrieen.

Eric Hoffer hat ausgeführt, dass “es offensichtlich ist, dass eine missionierende Massenbewegung alle existierenden Gruppenbindungen zerbricht, wenn ihre Gefolgschaft eine gewisse Größe annimmt. Der ideale potentielle ‘Konvertit’ ist ein Individuum, das alleine steht und kein kollektives Umfeld hat, zu dem es sich zugehörig fühlt und in dem es sich verlieren kann, um dadurch die Kleinheit, Bedeutungslosigkeit und Schäbigkeit seiner individuellen Existenz zu maskieren. Wo eine Massenbewegung auf eine sich in Auflösung und Verfall befindliche Familien-, Stammes- und Landesstruktur trifft, muss sie nur hingehen und die Ernte einfahren. Wo sie auf intakte Strukturen trifft, muss sie angreifen und zerstören.” Das stimmt exakt mit dem Benehmen großer Teile der westlichen Linken unserer Zeit überein.

Der deutschen Autor Hans-Peter Raddatz hat in seinem Buch “Allahs Frauen” die destruktive Multikulti- Haltung, die so viele Beamte, Journalisten, Politiker und Anwälte in Deutschland und der EU einnehmen, exakt analysiert. Insbesondere dokumentiert er, wie die deutschen Grünen den Abbau und die Auflösung der christlichen “Leitkultur”, die bis dahin den Grundpfeiler Deutschlands und des Westens gebildet hatte, in ihr Programm aufgenommen haben. Raddatz ist der Ansicht, dass die Jahrzehnte der islamischen Einwanderung als Instrument benutzt werden, mittels dessen man die Institutionen, Normen und Ideen zum Zusammenbruch bringt, den die Linken früher mit wirtschaftlichen Mitteln erreichen wollten. Von mächtigen Position in Medien, öffentlichen Einrichtungen und Bildungswesen aus arbeiten diese Multikulturalisten an dem großen Projekt, die westliche Gesellschaft zu erneuern, die ihrer Ansicht nach gescheitert ist.

Die norwegische Zeitung Dagens Næringsliv enthüllte, dass die größte “antirassistische” Organisation des Landes – SOS Rasisme – massiv von Kommunisten und extremen Linken unterwandert ist. Sie unterwanderten die Organisation in den späten 80er und frühen 90er Jahren, in anderen Worten während des Zusammenbruchs des Kommunismus in Osteuropa. Sie gingen direkt vom Kommunismus zum Multikulturalismus weiter, was eigentlich ein Hinweis darauf sein sollte, dass zumindest einige von ihnen Multikulti als Fortsetzung des Kommunismus mit anderen Mitteln sehen. Es spricht Bände über die enge Verbindung zwischen ökonomischem Marxismus und Kulturmarxismus. Sie unterscheiden sich nur in den Mitteln, mit denen sie dasselbe Ziel erreichen wollen.

Große Teile der politischen Linken sind einfach nur damit beschäftigt, ihre Opponenten als böse zu entlarven anstatt rational gegen deren Ansichten zu argumentieren. Jedem, der die massive Einwanderung und Multikulti kritisiert, das Etikett “Rassist” oder gar “Faschist” anzukleben, ist so selbstverständlich geworden, dass norwegische Anti-Islamisten ein neues Wort dafür kreiert haben: “Hitling”, das man mit “zum Hitler machen” grob ins Deutsche übersetzen könnte. Die Logik, die hinter “Hitling” steht, ist ungefähr die folgende: “Du hast einen Bart. Adolf Hitler hatte auch einen, also musst Du wie Hitler sein. Adolf Hitler liebte Hunde. Du hast auch Haustiere, Du musst wie Hitler sein. Adolf Hitler war Vegetarier. Du magst Karotten, Du bist genau wie Hitler.”

Jeder “Rechte” kann mit solchen Anschuldigungen geschwächt werden. Erstaunlicherweise funktioniert es umgekehrt fast nie. Obwohl der Marxismus während des 20. Jahrhunderts vermutlich 100 Millionen Menschen getötet hat und in jeder einzelnen Gesellschaft, in der er ausprobiert wurde, gescheitert ist, wird es scheinbar kaum als Stigma empfunden, ein Linker zu sein. Dass Linke damit davonkommen können und auch noch die moralische Deutungshoheit für sich reklamieren können, zeigt mehr als klar, dass wir den Kalten Krieg nicht gewonnen haben. Wir haben einfach unser Wachpersonal abgezogen, als die Berliner Mauer fiel und niemals richtig die Ideologie, die hinter ihr stand, verurteilt. Das fällt jetzt auf uns zurück.

Ein Mitglied einer Anti-Immigrations-Partei in Großbritannien hat festgestellt, dass im Großbritannien des 21. Jahrhunderts die Beschuldigung, ein Rassist zu sein, “das gleiche ist, was die Beschuldigung, eine Hexe zu sein, im Mittelalter war.” Er hat wahrscheinlich Recht, was dann aber auch bedeutet, dass Antirassismus ganz wörtlich zu einer modernen Hexenjagd geworden ist.

Naomi Klein, eine kanadische Aktivistin und Autorin des Buches “No Logo”, ist eine Ikone der westlichen Linken. Sie behauptet, dass der wahre Grund für islamischen Terrorismus westlicher Rassismus sei, der bis zu den persönlichen Erlebnissen von Sayyid Qutb in den 40er Jahren in den USA zurückgeht. Sayyid Qutb war ein Vordenker des modernen islamischen Jihads. “Das wahre Problem” schließt sie “ist nicht zu viel Multikulti sondern zu wenig.” Mehr Multikulti”, so behauptet sie “würde den Terroristen das aus der Hand nehmen, was stets ihr größtes Rekrutierungsmittel war: Unseren Rassismus.”

Robert Spencer dagegen ist von Kleins Logik und ihrem historischen Wissen nicht sehr beeindruckt: “Der weltverändernde Zorn Qutbs?” Ist das wirklich der Zorn Qutbs? Kann der neuzeitliche islamische Terrorismus wirklich auf ihn zurückgeführt werden, auf seine Rassismus-Erfahrungen in Colorado? Man sollte annehmen, dass wenn das der Fall wäre, es dann keine Hinweise auf politischen oder gewalttätigen Islam in der Zeit vor 1948 geben dürfte. Aber in der Tat wurde die Muslimbruderschaft, der Qutb angehörte, nicht 1948 sondern 1928 gegründet, und auch nicht von Qutb sondern von Hasan Al-Banna. Es war Al-Banna, nicht Qutb, der schrieb: “nach [islamischer] Tradition gibt es eindeutige Hinweise auf die Verpflichtung, die Buchbesitzer [d.h. Juden und Christen] zu bekämpfen, und auch darauf, dass Gott jene, die sie bekämpfen, doppelt belohnt. Der Jihad richtet sich nicht nur gegen Polytheisten sondern gegen alle, die den Islam nicht annehmen.”

Auch Paul Berman stimmt mit Kleins Interpretation nicht überein. Ihm zufolge zeigt Qutbs Buch aus den 40er Jahren “Social Justice and Islam” (Soziale Gerechtigkeit und Islam), dass er schon vor seine Reise in die USA “sehr gefestigt in seinem islamischen Fundamentalismus war”, obwohl es möglicherweise nach seinem Zusammentreffen mit westlicher “Unmoral” schlimmer geworden ist. Nach Berman war nach Qutbs Einschätzung das wahrhaft gefährliche Element des amerikanischen Lebens “weder der Kapitalismus noch die Außenpolitik noch der unglückselige Kult um Unabhängigkeit von Frauen. Das wahrhaft gefährliche Element in Amerika liegt in der Trennung von Kirche und Staat – das moderne politische Erbe der alten christlichen Trennung zwischen dem Heiligen und dem Profanen.” Die wahren Helden des Islam sollten sich zu etwas sammeln, was Qutb in seinem Buch Milestones(Meilensteine) eine Vorhut nannte. “Diese Vorhut wahrer Moslems soll das Kalifat wieder auferstehen lassen und den Islam in alle Welt tragen, wie Mohammed es getan hatte”. Sowohl Milestones als auch Teile von Qutbs vielleicht bedeutsamsten Werk In the Shade of the Qur’an (Im Schatten des Koran) sind online auf Englisch verfügbar. In Milestones schreibt er, dass der Jihad so lange weitergehen wird, bis alle Welt dem Islam zustimmt, dass “der Islam in diese Welt gekommen ist, um Gottes Regeln auf Gottes Erde zu errichten. (…) Der Islam hat das Recht dazu, alle Hindernisse, die sich ihm in den Weg stellen, zu beseitigen,” er hat das Recht, überall auf der Welt “alle Hindernisse – seien es Institutionen oder Traditionen – die dem entgegenstehen, zu zerstören. (…) Gottes Herrschaft auf Erden kann nur durch das islamische System errichtet werden.” Was hat das mit westlichem Rassismus zu tun? Warum begann der Jihad schon tausend Jahre bevor der westliche Kolonialismus jemals islamische Länder berührte? Was ist mit den zig Millionen Menschen, die in Indien im Rahmen des islamischen Jihad massakriert wurden? Geschah das auch aufgrund von westlichem Rassismus? Dazu sagt Naomi Klein nichts, sie beschuldigt einfach nur den Westen. Und sie ist weit davon entfernt, die einzige zu sein, die dieser Selbsttäuschung verfallen ist.

In seinen Kommentaren zu den Jihad-Unruhen in Frankreich im Herbst 2005, äußerte der Philosoph Alain Finkielkraut: “In Frankreich würde man diese Aufstände sehr gerne auf eine soziale Dimension reduzieren, man würde sie sehr gerne als eine Revolte von Vorstadt-Jugendlichen sehen, die sich gegen ihre Situation, gegen erlittene Diskriminierung und gegen Arbeitslosigkeit richtet. Das Problem dabei ist, dass die meisten dieser Jugendlichen schwarze oder arabische Moslems sind. Sehen Sie, es gibt in Frankreich auch andere Einwanderer, deren Situation nicht einfach ist – Chinesen, Vietnamesen, Portugiesen – aber die nehmen nicht an diesen Aufständen teil. Daher wird klar, dass es sich um eine Revolte von ethno-religiösem Charakter handelt. Diese Leute werden wie Rebellen, wie Revolutionäre behandelt (…) sie sind ‘interessant’. Sie sind die ‘Elenden der Erde’. Stellen Sie sich einen Augenblick lang vor, es wären Weiße wie in Rostock, Deutschland. Ganz zu Recht hätte jedermann gesagt: ‘Faschismus wird nicht toleriert’. Wenn ein Araber eine Schule anzündet, ist es Rebellion. Wenn ein weißer Junge das tut, ist es Faschismus. Böse ist aber böse, egal welche Farbe es hat.”

In einem Interview mit der dänischen Wochenzeitung Weekendavisen sagte Finkielkraut: “Rassismus ist das einzige, was bei Intellektuellen, Journalisten und Menschen aus dem Unterhaltungssektor – in anderen Worten bei den Eliten – noch Verärgerung auslösen kann. Kultur und Religion sind zusammengebrochen, nur noch Antirassismus ist geblieben. Und er funktioniert wie ein intoleranter und unmenschlicher Götzendienst. (…) Ein Vorsitzender einer dieser Organisationen gegen Rassismus hatte den Nerv, im Zusammenhang mit den Aktionen der Polizei in den Pariser Vororten von ‘ethnischer Säuberung’ zu sprechen. Wenn die Situation in Frankreich mit solcherart Ausdrücken beschrieben wird, dann zeigt das eine vorsätzliche Manipulation der Sprache auf. Leider haben diese kranken Lügen die Öffentlichkeit davon überzeugt, dass die Zerstörungswut in den Vorstädten als Ausdruck von Protest gegen Ausgrenzung und Rassismus gesehen werden sollte. (…) Ich glaube, dass das Hirngespinst vom ‘Krieg gegen Rassismus’ sich Schritt für Schritt zu einer auf abscheuliche Weise falschen Ideologie entwickelt: Zu einer Quelle der Gewalt.”

Vielleicht sind die Franzosen Jean-Paul Sartres Nihilismus anheim gefallen? Roger Scruton schrieb in The Spectator über dessen immer noch andauernden Einfluss: “Die Franzosen haben sich noch nicht von Sartre erholt und werden es vielleicht nie. Sie waren gezwungen, mit einem intellektuellen Establishment zu leben, das fortwährend die zwei Dinge, die das Land zusammenhalten, verleugnete: Das Christentum und die Idee von Frankreich. Die antibürgerliche Haltung der linksgerichteten Intellektuellen hat in die Politik Eingang gefunden und eine Elite hochkommen lassen, für die nichts sicher ist, ausgenommen die Verleugnung der nationalen Idee. Diesem Prozess ist es zu verdanken, dass das geisteskranke Projekt der Europäischen Union unauslöschlich in die französische Politik eingraviert wurde, obwohl es die Menschen Frankreichs ablehnen. Dieser Elite ist es zu verdanken, dass die Masseneinwanderung nicht-assimilierbarer islamischer Gemeinschaften sowohl begünstigt als auch subventioniert wurde. Dieser Elite ist es zu verdanken, dass der Sozialismus so tief in den französischen Staat eingebettet wurde, dass kein Mensch das heute reformieren kann. (…) Der Mensch lebt nicht von Verhandlungen allein.”

Karl Marx selber hat erklärt: “Frieden bedeutet die Abwesenheit von Opposition gegen den Sozialismus” eine Beschreibung, die fast exakt mit der islamischen Idee übereinstimmt, dass “Frieden” die Abwesenheit von Opposition gegen die islamische Herrschaft bedeutet. Kulturmarxismus – aka Political Correctness – und Islam haben dieselbe totalitäre Perspektive gemeinsam und finden in ihrer Ablehnung der freien Diskussion instinktiv zusammen, aber auch in dem Gedankengut, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung da, wo es für bestimmte Gruppierungen “beleidigend” ist, eingeschränkt werden muss. Der Ex-Moslem Ali Sina stellt fest, dass “es zwischen der Linken und dem Islam sehr wenige Unterschiede gibt. Was diesen beiden Glaubensrichtungen fehlt, ist das Bekenttnis zur Goldenen Regel. So wie für Moslems alles Islamische a priori richtig und gut ist, während alles Unislamische a priori falsch und schlecht ist, ist für die Linke alles Linke a priori unterdrückt und gut und alles Rechte a priori unterdrückend und böse. Fakten sind ohne Belang. Gerechtigkeit wird daran festgemacht, wer man ist und nicht daran, was man tut. (…) Political Correctness ist eine intellektuelle Geisteskrankheit. Sie bedeutet, dass man da, wo die Wahrheit nicht zweckdienlich ist, zweckdienlich lügt. Diese Praxis ist so weit verbreitet und so üblich, dass sie als normal angesehen wird.” Ali Sina zitiert auch den Historiker Christopher Dawson: “Es ist für das Individuum ganz leicht, eine negative Haltung des kritischen Skeptizismus einzunehmen. Aber wenn eine Gesellschaft als ganzes jeglichen positiven Glauben aufgibt, ist sie machtlos, den zersetzenden Einflüssen von Selbstsucht und privaten Interessen zu widerstehen. Jede Gesellschaft ruht in letzter Instanz auf der Anerkennung gemeinsamer Prinzipien und Ideale und wenn sie keine moralische oder spirituelle Anziehungskraft auf die Loyalität ihrer Mitglieder ausübt, dann muss sie unvermeidlich in Stücke fallen.” Das wird das Endergebnis des Multikulturalismus sein und man kann durchaus argwöhnen, dass es auch an seinem Anfang stand.

Ein weiterer Ex-Moslem, der Autor Ibn Warraq, besuchte Dänemark, um sein Buch “Why I am not a Muslim” (Warum ich kein Moslem bin) vorzustellen. In einem Interview sprach Ibn Warraq darüber, dass insbesondere unter Linken ein postkolonialer Schuldkomplex vorherrscht, der für jegliche Kritik am Islam oder Dritte-Welt-Kulturen ein fast unüberwindliches Hindernis darstellt. Die Linke hat damit ihre eigenen universellen Werte zugunsten eines gefährlichen Relativismus beiseite geschoben. Ibn Warraq führte aus, dass mehr als 50 Jahre nachdem der Westen seine Kolonien in der Dritten Welt aufgab, die Linke immer noch alle Übel Afrikas und des Nahen Ostens den früheren Kolonialmächten anlastet, während die gleiche Linke nur zehn Jahre nach dem Fall des Kommunismus die Probleme Russlands dem ungezügelten Kapitalismus anlasten. “Die Linke weigert sich, irgendwo anders Antworten zu suchen. Gleichzeitig sind sie, streng nach Marx, daran gewöhnt, für alles nach ökonomischen Erklärungen zu suchen. Konsequent suchen sie also die Erklärung für islamischen Terrorismus in der wirtschaftlichen Lage. Aber es wird mir immer ein großes Mysterium bleiben, inwiefern 200 tote Menschen in Madrid den Armen in der islamischen Welt nützen sollen.”

Der Präsident der Tschechischen Republik, Vaclav Klaus, der persönliche Erfahrungen mit dem Leben unter dem Sozialismus hat, warnt davor, dass er möglicherweise nicht ganz so tot ist, wie man annehmen möchte: “Wir können wahrscheinlich sehr zuversichtlich sagen, dass seine “harte Version” – der Kommunismus – vorbei ist.” Jedoch “fürchte ich fünfzehn Jahre nach dem Zusammenbruch des Kommunismus mehr als sofort danach, dass seine weichere (oder schwächere) Version, die Sozialdemokratie – unter verschiedenen Namen wie z.B. Sozialstaat – zum vorherrschenden Modell des Wirtschafts- und Gesellschaftssystems der aktuellen westlichen Zivilisation geworden ist. Es basiert auf einer umfangreichen und bevormundenden Regierung, auf ausgedehnter Regulierung des menschlichen Verhaltens und auf groß angelegter Einkommens-Umverteilung. (…) Der explizite Sozialismus hat seine Anziehungskraft verloren und wir sollten ihn heute nicht mehr als den Hauptrivalen unserer Vorstellungen ansehen.” Klaus warnt davor, dass illiberales Gedankengut in verschiedener Gestalt ein Comeback feiert: “Dieses Gedankengut ähnelt ihm [dem Sozialismus] in vielerlei Hinsicht. Es gibt immer eine Begrenzung (oder Einschränkung) menschlicher Freiheiten, es gibt immer ein ehrgeiziges Social Engeneering (Sozialkonstruktion), es gibt immer eine unbescheidene “Durchsetzung des Guten” durch diejenigen, die zum König über andere gegen deren Willen gesalbt wurden (Thomas Sowell). (…) Die derzeitigen Bedrohungen der Freiheit mögen einen anderen ‘Hut aufhaben’, sie mögen ihre wahre Natur besser verbergen, sie mögen ausgeklügelter als früher sein, aber sie sind – im Prinzip – das, was sie immer waren.”

Ich denke dabei an Umweltaktivismus (mit ihrem Prinzip “Die Erde zuerst” anstatt “Freiheit zuerst” ), radikalen Menschenrechtsaktivismus (der – wie Jasay präzise feststellt – darauf basiert, dass er nicht zwischen Rechten und Rechtsaktivismus unterscheidet) , die Ideologie der Bürgergesellschaft (oder Kommunitarismus), die nichts weiter ist als eine Version des post-marxistischen Kollektivismus, der nach Privilegien für organisierte Gruppen strebt und als Folge davon nach einer Refeudalisierung der Gesellschaft. Ich denke dabei auch an Multikulturalismus, Feminismus, apolitischen Technokratismus (der auf einem Ressentiment gegen Politik und Politiker basiert), Internationalismus (und speziell die europäische Variante davon, den Europäismus) und ein rapide wachsendes Phänomen, das ich NGOismus nennen möchte. [Anm. d. Ü.: NGO = Non Government Organization, nichtstaatliche Organisation]

Vladimir Bukovsky ist ein ehemaliger Sowjetdissident, Autor und Menschenrechtsaktivist. Er war einer der ersten, der die sowjetische Praxis, politische Gefangene in psychiatrischen Anstalten zu inhaftieren, enthüllte und verbrachte selber insgesamt zwölf Jahre in sowjetischen Gefängnissen. Heute in England lebend warnt er vor einigen derselben antidemokratischen Impulse im Westen, speziell in der EU, in der er ein Vermächtnis der Sowjetunion sieht. Im Jahr 2002 schloss er sich Protesten gegen die Zwangs-TV-Gebühren der BBC an, die er als “eine dermaßen mittelalterliche Regelung” ansieht, dass ” ich einfach dagegen protestieren muss (…) Die Briten werden gezwungen, Geld an ein Unternehmen zu bezahlen, das die freie Rede unterdrückt – indem es Ansichten veröffentlicht, mit denen sie nicht unbedingt einig sind.” Er ist mit der BBC wegen ihrer “Voreingenommenheit und Propaganda” hart ins Gericht gegangen, insbesondere was Berichte über die EU und den Nahen Osten angeht. “Ich wünschte, die BBC würde die Nachfolge des KGB antreten und mich dafür ins Gefängnis stecken, dass ich das Recht auf freie Meinungsäußerung einfordere. Nichts würde sie besser als das entlarven, was sie ist.”

Er ist nicht der einzige, der das, was er für die linke Voreingenommenheit der BBC hält, satt hat. Auch Michael Gove, ein konservativer Parlamentarier und der politische Kommentator Mark Dooley beklagen die einseitige Berichterstattung zu gewissen Themen: “Nehmen Sie zum Beispiel die Berichterstattung der BBC über den späten Jassir Arafat. In einem Porträt, das 2002 ausgestrahlt wurde, wurde er als “Symbolfigur” und “Held” gepriesen, seine Terrortruppen, seine Korruption und seine brutale Unterdrückung palästinensischer Dissidenten fanden keine Erwähnung. Als Israel den spirituellen Führer der Hamas, Scheich Ahmed Yassin 2004 tötete, geschah ähnliches. Ein BBC-Reporter beschrieb ihn als “höflichen, charmanten, klugen und tief religiösen Mann. Und das ungeachtet der Tatsache, dass die Hamas unter der Führung Yassins Hunderte von Menschen ermordet hatte. (…) Eine weiche linke Weltsicht beeinflusst viel zu stark die Berichterstattung des Unternehmens. Wir haben ein Recht, von einem Fernsehsender, für den wir bezahlen müssen, mehr Aufrichtigkeit zu erwarten.”

Vladimir Bukovsky ist der Ansicht, dass der Westen den Kalten Krieg verloren hat. “Es gab keine Nürnberger Prozesse in Moskau. Warum nicht? Weil wir zwar den Kalten Krieg militärisch gewonnen aber ideologisch verloren haben. Der Westen stoppte einen Tag zu früh gerade wie bei der Aktion Desert Storm [im Irak 1991]. Stellen Sie sich einfach mal vor, die Alliierten hätten sich 1945 mit einer Art Perestroika in Nazideutschland zufrieden gegeben – anstatt bedingungsloser Kapitulation. Wie hätte sich dann die Lage in Europa entwickelt – ganz zu schweigen von der Lage in Deutschland? Alle ehemaligen Nazi-Kollaborateure wären an der Macht geblieben, wenn auch in einer neuen Verkleidung. Genau das ist 1991 in der Sowjetunion geschehen. (…) Der Kommunismus ist möglicherweise tot, aber die Kommunisten blieben in den meisten der ehemaligen Staaten des Warschauer Paktes an der Macht, während ihre westlichen Kollaborateure überall in der Welt (und ganz speziell in Europa) an die Macht kamen. Das ist nicht weniger als ein Wunder: Die Niederlage der Nazis 1945 zog vollkommen logischerweise einen Auftrieb für die Linke in der Weltpolitik nach sich, während die Niederlage des Kommunismus 1991 ebenfalls einen Auftrieb für die Linke mit sich zog – dieses Mal aber vollkommen unlogischerweise. (…) Es ist daher keine Überraschung, dass trotz der Niederlage des Kommunismus, die radikale Linke im Westen immer noch die moralische Deutungshoheit für sich beansprucht.”

“Als die Nazis den 2. Weltkrieg verloren, wurde dadurch der Rassenhass diskreditiert. Als die Sowjets den Kalten Krieg verloren, blieb die Lehre vom Klassenhass so verbreitet wie zuvor.” Bukovsky argumentiert, dass trotz der Tatsache, dass der Westen einen militärischen Sieg davon getragen haben mag, der Sozialismus als verbreitetes Gedankengut weltweit ideologisch triumphieren konnte. Er schreibt: “Weil wir es versäumt haben, dem kommunistischen System endgültig den Garaus zu machen, sehen wir uns nun der Gefahr gegenüber, dass wir die Überbleibsel des Monsters in unsere Welt integrieren. Man kann es möglicherweise nicht mehr Kommunismus nennen, aber es behielt viele von dessen gefährlichen Charakteristika … Solange bis nicht in etwas Vergleichbarem wie den Nürnberger Prozessen der Richterspruch über alle vom Kommunismus begangenen Verbrechen gesprochen ist, ist er nicht tot und der Krieg nicht vorbei.”

Die Wurzeln des Kulturmarxismus reichen bis in die 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurück, als sozialistische Vordenker sich dafür aussprachen, die kulturellen Grundlagen der westlichen Zivilisation zu attackieren, um den Weg für den Übergang zum Sozialismus zu ebnen. Kulturmarxismus ist somit nichts “Neues”. Er hat über Generationen hinweg neben dem ökonomischen Marxismus existiert, aber er feierte seinen großen Aufschwung im Westen erst ab den 60er und 70er Jahren. Als die Sowjetunion zerfiel und China sich dem Kapitalismus zuwandte, sprangen die ökonomischen Marxisten mit auf den Zug des Kulturmarxismus auf, weil der nun der einzige Hahn auf dem Misthaufen war. Sie können keine brauchbare Alternative vorweisen, aber das stört sie nicht. Sie glauben wirklich, dass wir, der Westen, so böse und ausbeuterisch sind, dass buchstäblich alles besser wäre, sogar das islamische Kalifat.

Die Free Congress Foundation stellt eine interessante Broschüre mit dem Namen “Political Correctness: A Short History of an Ideology” online zur Verfügung, die von William S. Lind herausgegeben wird. Lind zufolge, ist die Political Correctness “bestrebt, unser Verhalten, unser Denken und sogar die Wörter, die wir gebrauchen, zu verändern. Und in maßgeblichem Ausmaß ist ihr das auch bereits gelungen. (…) Wer oder was auch immer die Sprache kontrolliert, kontrolliert die Gedanken. (…) Political Correctness ist nichts anderes als Kulturmarxismus. Die Bemühungen, den Marxismus vom Ökomischen ins Kulturelle zu übertragen, begann nicht erst mit den Studentenunruhen in den 60ern. Sie gehen mindestens bis in die 20er Jahre und auf die Schriften des italienischen Kommunisten Antonio Gramsci zurück. 1923 gründete eine Gruppe von Marxisten in Deutschland eine Institution, die sich mit dieser Übertragung befassen sollte, das Institut für Sozialforschung (später besser bekannt unter dem Namen ‘Frankfurter Schule’). Einer der Gründer, Georg Lukács, erklärte Sinn und Zweck des Instituts damit, dass es die Antwort auf die Frage sei: “Wer rettet uns vor der westlichen Zivilisation.” Lind denkt, dass es große Parallelen zwischen klassischem und Kulturmarxismus gibt: “Beide sind totalitäre Ideologien. Die totalitäre Natur der Political Correctness kann man an Universitäten beobachten, wo ‘PC’ das Kollegium übernommen hat: Freie Rede, Pressefreiheit und sogar freies Denken wurden eliminiert. (…) Heute, wo der ökonomische Marxismus tot ist, hat der Kulturmarxismus sich seine Schuhe angezogen. Das Medium hat sich verändert, aber die Botschaften sind dieselben geblieben: Eine Gesellschaft des radikalen Egalitarismus, der mittels der Staatsmacht durchgesetzt wird.”

“Wie im klassischen ökonomischen Marxismus sind bestimmte Gruppierungen, z.B. Arbeiter und Bauern, a priori gut, während andere Gruppierungen wie z.B. die Bourgeoisie und Kapitaleigner schlecht sind. Im Kulturmarxismus der Political Correctness sind ebenfalls bestimmte Gruppierungen gut” zum Beispiel Feministinnen. Ähnlich wird “automatisch festgeschrieben, dass weiße Männer schlecht sind, wodurch sie das Äquivalent zur Bourgeoisie im ökonomischen Marxismus werden.” Sowohl der ökonomische als auch der Kulturmarxismus “verfügen über eine Methode, die automatisch die gewünschte Antwort liefert. Für den klassischen Marxisten ist es die Wirtschaftstheorie von Marx. Für den Kulturmarxisten ist es Dekonstruktion. Dekonstruktion nimmt sich jeden Text vor, entfernt den ursprünglichen Inhalt daraus und baut den gewünschten Inhalt in ihn ein.”

Raymond V. Raehn stimmt mit Lind überein, dass “Political Correctness Marxismus ist, und zwar mit allem, was das impliziert: Verlust der freien Meinungsäußerung, Gedankenkontrolle, Umkehrung der traditionellen Gesellschaftsordnung, und schließlich ein totalitärer Staat.” Im zufolge “hatte Gramsci die Vision eines langen Marsches durch die Institutionen der Gesellschaft, einschließlich Regierung, Justiz, Militär, Schulen und Medien. (…) Er kam auch zu dem Schluss, dass, so lange die Arbeiter eine christliche Seele haben, sie dem Ruf der Revolution nicht folgen werden.” Ein anderer Vertreter der frühen Kulturmarxisten, Georg Lukász, führte aus: “Ein weltweiter Werteumsturz kann nicht stattfinden, ohne dass die alten Werte vernichtet und von den Revolutionären neue erschaffen werden.” Bei einem Treffen in Deutschland im Jahr 1923 “schlug Lukásc vor, das Konzept des “Kulturellen Pessimismus” einzuführen, um die Völker des Westens in einen Zustand von Hoffnungslosigkeit und Entfremdung zu versetzen, um so die notwendigen Vorbedingungen für die Revolution zu schaffen.”

William S. Lind führt aus, dass dieser Kulturmarxismus seine Ursprünge darin hat, dass die marxistischen Kulturrevolution in Russland erfolglos dabei blieb, in anderen Ländern Fuß zu fassen. Marxisten versuchten, die Gründe dafür zu analysieren und machten sie in der westlichen Zivilisation und Kultur selber aus. “Gramsci sagte, dass die Arbeiter nie ihre wahren Klasseninteressen, wie sie durch den Marxismus definiert sind, sehen können, solange sie nicht von der westlichen Kultur und speziell von der christlichen Religion befreit werden – sie werden durch Kultur und Religion blind für ihre wahren Klasseninteressen. Lukász, der den Ruf hat, der brillanteste marxistische Theoretiker seit Marx selber zu sein, sagte 1919: ‘Wer rettet uns vor der westlichen Zivilisation?’”

John Fonte beschreibt in seinem kraftvollen Werk “Why There Is A Culture War: Gramsci and Tocqueville in America.” (Warum wir uns in einem Kulturkrieg befinden: Gramsci und Tocqueville in Amerika), wie dieser Kulturkrieg nun in den USA ausgetragen wird. Ihm gemäß “tobt unter der Oberfläche der amerikanischen Politik ein ideologischer Kampf zwischen zwei konkurrierenden Weltbildern. Ich möchte diese Weltbilder nach den zwei Intellektuellen, die die Vordenker der zwei sich bekriegenden Ideen waren “gramscianisch” und “tocquevillianisch” nennen – nach dem italienischen Denker Antonio Gramsci des 20. Jahrhunderts und dem französischen Intellektuellen Alexis de Tocqueville des 19. Jahrhunderts. Der Einsatz bei dem Kampf zwischen den intellektuellen Vermächtnissen dieser beiden Männer ist nichts Geringeres als die Frage, was für eine Art Land die USA in den kommenden Jahrzehnten sein wird.”

Antonio Gramsci (1891-1937), marxistischer Intellektueller und Politiker, “glaubte, dass es notwendig sei, zunächst die vorherrschenden Glaubenssysteme der herrschenden Gruppierungen zu delegitimieren und eine “Gegen-Hegemonie” (z.B. ein neues Wertesystem für die Unterschicht) zu erschaffen, bevor es möglich wird, die Ausgegrenzten an die Macht zu bringen. Darüber hinaus argumentierte er, dass es aufgrund der Tatsache, dass die vorherrschenden Werte alle Bereiche der bürgerlichen Gesellschaft durchdringen – Schulen, Kirchen, Medien, ehrenamtliche Vereinigungen – es die bürgerliche Gesellschaft selbst sein müsse, die im “Krieg um die Position” das Schlachtfeld ist. Aus dieser Überlegung resultierte der Satz, für den man Gramsci kennen sollte (und der in einem feministischen Slogan nachgeplappert wird) – dass das ganze Leben “politisch” ist. So wurden Privatleben, Arbeitsplatz, Religion, Philosophie, Kunst und Literatur und das bürgerliche Leben ganz allgemein zu umkämpften Schlachtfeldern im Kampf um die gesellschaftliche Veränderung.” Das ist nach Fonte “der eigentliche Kern des Gramscianisch-Hegelianischen Weltbildes – auf Gruppen basierende Moral oder eben die Idee, dass Moral das ist, was den Interessen von “unterdrückten” oder “ausgegrenzten” ethnischen, rassischen und geschlechtlichen Gruppen dient. (…) Das Konzept der ‘verinnerlichten Unterdrückung’ ist das gleiche wie die hegelianisch-marxistische Vorstellung des ‘falschen Bewusstseins’, nach dem Menschen aus untergeordneten Gruppierungen die Werte und die Denkungsart ihrer Unterdrücker aus den dominierenden Gruppierungen ‘verinnerlichen’ (und damit akzeptieren). (…) Das ist klassisches hegelianisch-marxistisches Denken – Aktionen (einschließlich Redefreiheit), die ‘objektiv’ Menschen einer untergeordneten Klasse verletzen, sind Unrecht (und müssen daher gesetzlich verboten werden).”

Er vollzieht nach, wie die Ideen von Gramsci und des Kulturmarxismus sich in der akademischen Welt des Westens ausgebreitet haben. Die Juraprofessorin Catharine MacKinnon schreibt in “Toward a Feminist Theory of the State” (Hin zu einer feministischen Staatstheorie) von 1989: “Die Herrschaft des Gesetzes und die Herrschaft der Männer sind untrennbar eins” denn “die Staatsmacht, die in das Gesetz eingebettet ist, existiert in der gesamten Gesellschaft als männliche Macht” Darüber hinaus sei “männliche Macht systemimmanent. Zwingend legitimiert und erkenntnistheoretisch bilde sie das Regime.” MacKinnon hat argumentiert, dass sexuelle Belästigung ein grundlegendes Machtmittel sei, das von der vorherrschenden gegenüber der untergeordneten Gruppierung gebraucht wird. “Bei einer akademischen Konferenz, die von der Universität von Nebraska gesponsert wurde, “gaben die Teilnehmer der Ansicht Ausdruck, dass ‘weiße Studenten dringend formelles “Training” in rassischem und kulturellem Bewusstsein benötigen. Das moralische Ziel eines derartigen Trainings sollte sein, dass weiße Vorstellungen von Privatsphäre und Individualismus überwunden werden.’”

Das kann manchmal in echte Gehirnwäsche ausarten, die als kritisches Denken verkleidet ist. Fonte erwähnt, dass an der Columbia Universität “neue Studenten ermuntert werden, sich ‘ihrer eigenen sozialen und persönlichen Überzeugungen, die ein Nährboden von Ungleichheit sind’ zu entledigen. Um das zu verwirklichen, besteht die Assistentin der Beauftragten für Erstsemester, Katherine Balmer, darauf, dass ein ‘Training’ notwendig ist. Am Ende der Einführung für Erstsemester in Bryn Mawr sollte in den frühen 90ern gemäß dem Schulprogramm das Ergebnis stehen, dass die Studenten aus dem ‘Kreislauf der Unterdrückung ausbrechen’ und ‘Agenten für den Wandel’ werden. Das multikulturelle Programm der Universität Syracuse sieht vor, die Studenten zu lehren, dass sie ‘in einer Welt leben, die von verschiedenen Formen der Unterdrückung einschließlich Rassismus zusammengehalten wird.’”

John Fonte denkt, “dass der vorrangige Widerstand gegen das Fortschreiten des Kulturmarxismus in den USA von einer Gegenströmung kommt, die er “zeitgenössischen Toecquevillianismus” nennt. “Seine Vertreter nehmen die grundlegende empirische Beschreibung des amerikanischen Exzeptialismus von Alexis de Tocqueville auf und preisen die Grundzüge dieses Exzeptialismus als Normwerte, die angenommen werden sollten.” Wie Tocqueville in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts schrieb, sind heutige Amerikaner “genauso wie zu Tocquevilles Zeit, viel individualistischer, religiöser und patriotischer als die Menschen irgendeiner anderen vergleichbar fortschrittlichen Nation. (…) Was Tocqueville (sowie zeitgenössischen Tocquevillianern) als Ausnahmeerscheinung – Exzeptialismus – auffiel, war der einzigartige amerikanische Weg in die Moderne. Anders als andere Modernisten verbanden Amerikaner starke religiöse und patriotische Überzeugungen mit dynamischer, rastloser unternehmerischer Energie, die Wert auf individuelle Chancengleichheit legte, während sie dabei dabei hierarchische und festgeschriebene Gruppenzugehörigkeiten vermieden.”

Diese Schlacht wird nun in den meisten öffentlichen Institutionen Amerikas ausgefochten. “Tocquevillianer and Gramscianer prallen in fast allen Themen von Bedeutung aufeinander. Tocquevillianer glauben, dass es objektive moralische Wahrheiten gibt, die auf alle Menschen aller Zeiten Anwendung finden. Gramscianer glauben, dass moralische “Wahrheiten” subjektiv sind und von historischen Umständen abhängen. Tocquevillianer glauben an persönliche Verantwortung. Gramscianer glauben, dass ‘das Persönliche politisch ist’. Abschließend analysierend kann man sagen, das Tocquevillianer die Transmission der amerikanischen Regierung bevorzugen, während die Gramscianer ihre Transformation bevorzugen.

„Während der ökonomische Marxismus tot zu sein scheint, hat die Hegelianische Version, die von Gramsci und anderen geprägt wurde, den Fall der Berliner Mauer nicht nur überlebt sondern ist sogar weiter gegangen bis dahin, die amerikanische Republik auf der Ebene ihrer am meisten geschätzten Ideen herauszufordern. Über mehr als zwei Jahrhunderte hinweg ist Amerika eine Ausnahmenation gewesen, eine Nation, deren ruhelose, unternehmerische Dynamik durch Patriotismus und eine starke religiöse Grundlage gedämpft wurde. Der ultimative Triumph des Gramscianismus würde das Ende dieses besonderen ‘Exzeptionalismus’ bedeuten. Amerika würde schlussendlich europäisiert werden: statisch, durch und durch säkular, post-patriotisch und mit Gruppenhierarchien und Gruppenrechten befasst, in denen die Idee der Gleichheit vor dem Gesetz, wie sie traditionell von Amerikanern verstanden wird, schließlich aufgegeben werden würde. Unter der Oberfläche unseres scheinbar gelassenen Zeitalters befinden sich enorme ideologische, politische und historische Brandherde.

Der Brite Anthony Browne beschreibt in “The Retreat of Reason” (der Rückzug der Vernunft) inwiefern die politisch Korrekten gegenüber Abweichlern intoleranter sind als traditionelle Liberale und Konservative, da die Liberalen früherer Zeiten “das Unorthodoxe als normal akzeptieren. Tatsächlich war das Recht auf Andersartigkeit der Maßstab, an dem der klassische Liberalismus gemessen wurde. Die politisch Korrekten billigen diesem Recht keine hohe Priorität zu. Es peinigt ihre programmierten Gehirne. Diejenigen, die sich nicht anpassen, sollten entweder ignoriert, zum Verstummen gebracht oder verteufelt werden. Die Political Correctness hat etwas von sanftem Totalitarismus an sich. (… ) Weil die politisch Korrekten glauben, dass sie nicht nur auf der Seite des Rechts, sondern auch auf der Seite des Guten stehen, folgern sie, dass diejenigen, die sich ihnen entgegenstellen, nicht nur falsch liegen sondern bösartig sind. Nach Ansicht der politisch Korrekten berechtigt ihr Streben nach dem Guten sie, die bösartigen Meinungen derer, die ihnen widersprechen, zu beschneiden. (… ) Wer gegen die politisch korrekten Glaubensgrundsätze verstößt, wird nicht nur als jemand angesehen, der falsch liegt und mit dem man debattieren kann sondern als jemand, der böse ist und den man verdammen, zum Schweigen bringen und mit Füßen treten muss. (… ) Der Aufstieg der Political Correctness stellt sowohl einen Angriff auf die Vernunft als auch auf die freiheitliche Demokratie dar.“ Browne definiert Political Correctness als “eine Ideologie, die gewisse Personengruppen als Opfer definiert, die vor Kritik geschützt werden müssen und als eine Ideologie, die ihren Gläubigen das Gefühl gibt, dass Abweichung nicht toleriert wird.“ Er warnt auch, dass “der Weg zur Hölle mit guten Vorsätzen gepflastert ist. Der Welt fehlt es nicht an guten Vorsätzen, es fehlt ihr aber allzu oft an gutem logischen Denken.“

Dennoch konzentriert sich Anthony Browne bei seiner Erklärung des Aufstiegs der PC mehr auf die geopolitische Lage als auf marxistische Strategien: “Die Political Correctness ist im Wesentlichen das Produkt einer mächtigen aber dekadenten Zivilisation, die sich sicher genug fühlt, um sich zu erlauben, die Ratio zugunsten der Emotio zu vernachlässigen und um die Wahrheit dem Guten unterzuordnen. Die Terroranschläge vom 11. September 2001 und die nachfolgenden in Bali, Madrid und Beslan haben jedoch zu einem Gefühl der Verletzlichkeit geführt, das die Menschen dazu gebracht hat, die wahren Segnungen und Kehrseiten der westlichen Zivilisation sehr viel nüchterner zu betrachten.“

„Zu einem gewissen Maß wird der Aufstieg der östlichen Mächte wie China und Indien sicherstellen, dass in den kommenden Jahrzehnten das westliche Schuldgefühl schrumpfen wird: wenn wir endlich gleichwertige Mächte haben, mit denen wir uns vergleichen können, wird der Westen nicht mehr die Neigung verspüren, sich in Selbsthass zu suhlen sondern danach streben, seine Identität wieder zu finden (… ) auf lange historische Sicht wird die Political Correctness als geistige Verirrung im westlichen Denken betrachtet werden. Das Produkt der einzigartigen unangefochtenen Position des Westens und seines konkurrenzlosen Reichtums – der Niedergang des Westens im Vergleich zum fernen Osten – wird wahrscheinlich der Political Correctness zum Verhängnis werden.“

In seinem Artikel “Why Isn’t Socialism Dead?” (Warum ist der Sozialismus nicht tot?) zieht Lee Harris in Erwägung, dass der Sozialismus deshalb nicht tot ist, weil er nicht sterben kann. Der peruanische Wirtschaftswissenschaftler Hernando de Soto hat in seinem Buch “The Mystery of Capital” (Mysterium Kapital) erörtert, wie das Versagen der verschiedenen sozialistischen Experimente des 20. Jahrhunderts die Menschheit mit nur einer rationalen Wahlmöglichkeit zurückgelassen hat, was das bevorzugte Wirtschaftssystem angeht – und zwar den Kapitalismus. Allerdings passt sich nach Harris “das Leben des revolutionären Sozialisten an, weil er an den Mythos glaubt, dass der Sozialismus eines Tages triumphieren und die Gerechtigkeit obsiegen wird.“ So gibt es “eine ….Analogie zwischen Religion und revolutionärem Sozialismus, der auf die Bildung, Vorbereitung und letztendlich sogar die Umgestaltung des Individuums hinarbeitet – eine gigantische Aufgabe. (… ) Es kann sehr gut sein, dass der Sozialismus deshalb nicht tot ist, weil der Sozialismus nicht sterben kann. Wer möchte nicht sehen, dass die Boshaften und Arroganten an ihren Platz verwiesen werden? Wer von den Unterdrückten und Besitzlosen kann sich den verführerischen Versprechungen von einer Welt entziehen, in der alle Menschen gleich sind und in der jeder das hat, was er braucht?“

Vielleicht ist der Sozialismus ein bisschen wie die Grippe: Er mutiert ständig und sobald das Immunsystem die eine Ausprägung besiegt hat, ändert er sich gerade ausreichend, dass der Körper ihn nicht erkennt und startet eine neue Attacke.

Political Correctness kann absurde Blüten treiben. Anfang Juni 2006 nahm die kanadische Polizei eine Gruppe Männer fest, die der Planung von Terroranschlägen verdächtigt wurden. Die Gruppe war angeblich “sehr weit vorangeschritten“ bei der Planung, eine ganze Anzahl kanadischer Institutionen zu attackieren, darunter auch das kanadische Parlamentsgebäude einschließlich einer möglichen Enthauptung des kanadischen Premierministers sowie einen Angriff auf die U-Bahn von Toronto. Dennoch war die Schlagzeile der Zeitung Toronto Star zu den Verhaftungen die folgende: “Im Büro der Ermittler bedeckt ein kompliziertes Schaubild, auf dem die Verbindungen zwischen den 17 Männern und Jugendlichen, denen vorgeworfen wird, zu einer so genannten “homegrown“-Terrorzelle zu gehören, eine ganze Wand. Und dennoch ist es gemäß einer Quelle schwierig, einen gemeinsamen Nenner bei ihnen zu finden.“ Mike McDonell, ein Assistant Commissioner der Royal Canadian Mounted Police sagte, dass die Verdächtigen alle Einwohner Kanadas seien und die Mehrheit von ihnen kanadische Staatsbürger. “Sie repräsentieren die ganze Bandbreite unserer Gemeinschaft. Manche sind Studenten, manche haben einen Arbeitsplatz, manche sind arbeitslos.“ sagte er. Dennoch gab es einen gemeinsamen Nenner aller Verdächtigen, der nicht erwähnt wurde: Alle waren Moslems. Die Titelstory in der New York Times vom 4. Juni war ebenfalls eine Studie darüber, wie man das gefürchtete „M“-Wort vermeidet. Die des Terrorverdächtigen wurden als “Einwohner Ontarios“, “Einwohner Kanadas“, “die Gruppe“, “überwiegend südasiatischer Herkunft“ oder “gute Leute“ bezeichnet. Als alles, was man sich vorstellen kann, nur einfach nicht als “Moslems“.

Der Polizeichef von Toronto Bill Blair wies bei der nach den Verhaftungen stattgefundenen Pressekonferenz stolz darauf hin “Ich möchte Ihnen ins Gedächtnis rufen, dass es seitens der Strafverfolgungsbehörden nicht eine einzige Bezugnahme auf Moslems oder die islamische Gemeinschaft gab.“ Vor den Antiterror-Razzien, durchliefen die kanadischen Polizisten ein “Sensibilitätstraining“ und wurden sorgfältig in islamischen Traditionen unterrichtet, was beispielsweise den Umgang mit dem Koran, den Gebrauch von Gebetsteppichen und das Sich-selber-in-die-Luft-sprengen im Falle einer Verhaftung umfasste. Wie Charles Johnson vom Blog Little Green Footballs feststellte: “Weitet die kanadische Polizei derartige Überlegungen auch auf Christen, Juden, Hindus und Anhänger anderer Glaubensrichtungen aus? Falls sie das nicht tut, dann haben die Moslems bereits dahingehend einen wichtigen Sieg errungen, dass sie als ‘besondere Menschen’ wahrgenommen werden.“ In ihren Kommentaren zu den Festnahmen stellte der Globe and Mail fest, dass es “wohl der politisch korrekteste Terrorismus der Geschichte war.“ Kanadas Geheimdienst hat während der letzten Jahre “ernsthafte Bemühungen gestartet, sich ein weicheres Image bei Moslems zuzulegen.”

Die Bundesregierung Kanadas erwog Änderungen bei ihrem Antiterrorkampf, um klar zu stellen, dass die Polizei und Geheimdienstmitarbeiter kein religiöses Profiling durchführen. Die Calgary Sun interviewte einen kanadischen Kriminologen, Professor Mahfooz Kanwar, der feststellte, dass “der Multikulturalismus schlecht für die Einheit Kanadas war. Er gettoisiert Menschen und lässt sie fälschlicherweise glauben, dass es in Ordnung sei, sich abzusondern und sich nicht ihrer neuen Gesellschaft anzupassen. Es ist nicht in Ordnung. (… ) Political Correctness bedroht uns, weil wir nicht in der Lage sind, etwas zu bekämpfen, wenn wir uns weigern, es zu benennen und zu verstehen.“ Kanwar sagte, dass das Ausmaß an Political Correctness während der Verhaftungen der 17 Moslems in Toronto “Übelkeit erregend“ war. “Die Political Correctness ist zu weit gegangen. Sie bedroht unsere Gesellschaft“ sagte der in Pakistan geborene Kanwar. “Es ist die Verpflichtung von Minderheiten, sich der Mehrheit anzupassen, nicht umgekehrt“ fügte Kanwar hinzu. Zwischenzeitlich beschuldigte der Canadian Islamic Congress die kanadische Regierung, dass sie nicht genug Geld für das Problem bereitgestellt hat. Sie wünschen mehr Forschungsgelder, um “eine wissenschaftliche Diagnose der Probleme zu erstellen und Lösungen zu erarbeiten.“

Sie wünschten ebenfalls ein landesweites “intelligentes Integrationsprogramm“, was immer das auch heißen mag. Angesichts der Tatsache, dass Moslems in Kanada erst kürzlich einen Vorstoß gemacht haben, die Scharia teilweise einzuführen, sollte man annehmen, dass mit dem “intelligenten Integrationsprogramm“ gemeint ist, dass Nicht-Moslems ein bisschen mehr Appeasement an den Tag legen. Wenn die Kanadier nur auf den Rat ihrer Landsmännin Naomi Klein hören würden, dann waren diese geplanten Massenmorde an kanadischen Bürgern nämlich nichts als eine Folge von kanadischem Rassismus, weil das Land nicht multikulturell genug ist. Moslems wollen Kanadier töten, Kanadier lächeln zurück, erzählen ihnen, wie sehr sie sie “respektieren“ und fragen nach, was sie sonst noch tun können, um ihnen zu Gefallen zu sein.

Das ist es, wohin Political Correctness am Ende führt. Es ist nicht lustig, es ist kein Witz. Political Correctness tötet. Sie hat bereits Tausende von westlichen Zivilisten das Leben gekostet und wenn man sie ungehindert weitermachen lässt, wird sie möglicherweise bald ganze Nationen töten oder – im Fall Europas – einen ganzen Kontinent.

Wie ich früher schon ausgeführt habe, ist der Islam eine Sekundärinfektion, eine der wir unter anderen Voraussetzungen hätten widerstehen können. Der Kulturmarxismus hat den Westen geschwächt und uns reif für die Übernahme gemacht. Political Correctness ist kulturelles AIDS, das unser Immunsystem auffrisst, bis es zu schwach ist, islamischen Infiltrationsversuchen zu widerstehen. Sie muss zerstört werden, bevor sie uns alle zerstört.

Die Allianz zwischen der Linken und dem Islam wird tief greifende Konsequenzen haben. Entweder wird sie den Westen besiegen oder beide werden miteinander fallen. Wir haben den Kalten Krieg nie so entschieden gewonnen, wie wir es hätten tun sollen. Dem Marxismus wurde erlaubt, zu überleben und uns getarnt und über Stellvertreter erneut zu attackieren. Allerdings könnte sich der Flirt mit den Moslems vielleicht als verheerender für die Marxisten erweisen als der Fall der Berliner Mauer.

William S. Lind führt aus: “Auch wenn es schon sehr spät ist, die Schlacht ist noch nicht entschieden. Sehr wenige Amerikaner erkennen, dass Political Correctness tatsächlich Marxismus in neuen Gewändern ist. Wenn diese Erkenntnis sich erst einmal ausbreitet, wird sich der Widerstand dagegen mit ihr ausbreiten. Im Moment gedeiht die Political Correctness, weil sie verkleidet ist. Durch Widerstand und dadurch, dass wir uns bilden (was Teil allen Widerstandes sein sollte), können wir ihr die Verkleidung herunterreißen und den Marxismus unter der Augenwischerei von „Sensibilität“, „Toleranz“ und „Multikulti“ offen legen.

Political Correctness ist Marxismus mit einer Nasenkorrektur. Multikulturalismus hat nichts mit Toleranz und Vielfalt zu tun, er ist eine anti-westliche Hassideologie, die entworfen wurde, um die westliche Zivilisation zu zerstören. Wenn wir das aufzeigen können, ist ein entscheidender Teil der Schlacht bereits gewonnen.

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.